Kurzzeitpflegeplatz
Einen freien Platz auch im Notfall finden

In der Kurzzeitpflege werden Senioren vorübergehend vollstationär im Pflegeheim aufgenommen und rund um die Uhr betreut.

Wenn Sie die Pflege Ihres Angehörigen vorübergehend nicht wahrnehmen können, müssen Sie schnell einen Kurzzeitpflegeplatz finden, um Lücken in seiner Versorgung zu verhindern. So ist Ihr Angehöriger in Ihrer Abwesenheit oder bei temporär erhöhter Pflegebedürftigkeit in guten Händen.

Nach einem Sturz oder einem Unfall ist oft eine schnelle Lösung erforderlich. Die häusliche Pflege reicht nicht mehr aus, um den Pflegeansprüchen gerecht zu werden. Nutzen Sie die Kurzzeitpflege, um wertvolle Zeit für Entscheidungen über die zukünftige Pflegeform für Ihren Angehörigen zu finden.

Dabei helfen wir Ihnen gerne. Hierzu haben wir alles zum Thema Kurzzeitpflegeplatz zusammengestellt:

In den häufigen Fragen finden Sie alle wichtigen Informationen in einer kompakten Übersicht.

Was ist Kurzzeitpflege?

Die Kurzzeitpflege findet in Pflegeheimen statt, die oft von schönen Grünanlagen umgeben sind.

Bei der Kurzzeitpflege handelt es sich um eine überbrückende Pflege, die dabei hilft, Krisensituationen zu bewältigen. Sie schließt Versorgungslücken, wenn Ihr Angehöriger plötzlich pflegebedürftig wird oder für wenige Tage oder Wochen eine umfassendere Pflege braucht. Nach Operationen wird die Kurzzeitpflege für die Genesung genutzt, bis Ihr Angehöriger in sein Zuhause zurückkehren kann.

Für die Kurzzeitpflege zieht Ihr Angehöriger vorübergehend vollstationär in ein Pflegeheim ein. Die stationäre Aufnahme ist nötig, um eine umfassende Pflege zu garantieren. Er wird hier medizinisch versorgt und betreut, bis Sie die Pflege wieder aufnehmen können. Nutzen Sie diese Zeit, um die weitere häusliche Pflege zu organisieren.

Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 haben Anspruch auf acht Wochen Kurzzeitpflege pro Jahr. Kurzzeitpflegeplätze müssen Sie im Voraus beantragen – die Kosten werden nicht rückwirkend übernommen. Stellen Sie den Antrag also rechtzeitig und bevor Sie planen, die Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen. Beachten Sie außerdem, dass es in vielen Pflegeeinrichtungen lange Wartelisten für Kurzzeitpflegeplätze gibt.

Kurzzeitpflege im Notfall

In den Anträgen der Kranken- und Pflegekassen werden die Gründe für die Inanspruchnahme der Kurzzeitpflege oft als Krisensituationen bezeichnet. Das sind unvorhersehbare Ereignisse, die eine vollstationäre Pflege nötig machen. Wir stellen Ihnen drei Beispiele für Krisensituationen vor:

  1. Plötzliche Pflegebedürftigkeit
    Ist Ihr Angehöriger nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung plötzlich pflegebedürftig, ist oft nicht genug Zeit, um die weitere Pflege zu planen. Die Kurzzeitpflege schließt diese Versorgungslücke, indem Sie Ihren Angehörigen vorübergehend stationär aufnimmt.
  2. Pflegebedürftigkeit vorübergehend erhöht
    Falls Sie Ihren Angehörigen zu Hause pflegen und sich sein gesundheitlicher Zustand verschlimmert, übernimmt die Kurzzeitpflege vorübergehend die professionelle Versorgung. Dies kann beispielsweise nach einer Operation der Fall sein. Die vollstationäre Aufnahme überbrückt die akut gesteigerte Pflegebedürftigkeit.
  3. Pflegeperson verhindert oder krank
    Wenn Sie als pflegender Angehöriger verhindert oder krank sind, haben Sie Anspruch auf sechs Wochen Verhinderungspflege pro Kalenderjahr. Wenn Sie keine private Vertretung finden, übernehmen Pflegeheime die Versorgung Ihres Angehörigen für die Zeit Ihrer Abwesenheit.

Zuschüsse & Eigenanteil

Bei der Kurzzeitpflege sind die Zuschüsse von der Pflegebedürftigkeit unabhängig. Die Pflegekasse zahlt Ihrem Angehörigen einen Zuschuss von 1.612 Euro im Jahr für die vorübergehende Unterbringung und die dadurch entstehenden Kosten. Allerdings schöpfen Personen mit höheren Pflegegraden die 1.612 Euro durch die aufwendigeren Pflegeleistungen auch schneller aus.

Die Kosten der Kurzzeitpflege setzen sich aus Unterkunft, Verpflegung, Investitions­pauschale und Pflegeleistungen zusammen. Wie viel Ihr Angehöriger im Einzelfall zahlt, variiert von Einrichtung zu Einrichtung. Im Bundesdurchschnitt kostet Kurzzeitpflege 588 Euro pro Woche bei Pflegegrad 2. Etwa die Hälfte dieser Kosten (294 Euro) sind Pflegeleistungen, die von der Kasse übernommen werden.

Eigenanteil

In der Kurzzeitpflege beträgt der Eigenanteil 294 Euro pro Woche im Bundesdurchschnitt. Diesen Teil zahlt Ihr Angehöriger selbst. Der Eigenanteil wird nicht mit dem verfügbaren Jahresbudget von 1.612 Euro verrechnet. Ihr Angehöriger kann den Entlastungsbetrag von 125 Euro nutzen, um die Kurzzeitpflege zu finanzieren. Außerdem wird in der Kurzzeitpflege das Pflegegeld zur Hälfte weitergezahlt.

Die Kosten für Verpflegung und Unterkunft werden nicht von der Kasse übernommen. Diese sogenannten Hotelkosten betragen etwa 154 Euro pro Woche. Die andere Komponente des Eigenanteils ist die sogenannte Investitionspauschale. Hierdurch finanzieren Pflegeheime Renovierungs- und Umbauarbeiten. Ihr Angehöriger zahlt in der Kurzzeitpflege eine durchschnittliche Investitionspauschale von 140 Euro pro Woche.

Kurzzeitpflege beantragen – So geht's

Der Antrag auf Kurzzeitpflege ist unkompliziert, sollte aber frühzeitig gestellt werden.

Den Antrag für die Kurzzeitpflege stellen Sie direkt bei der Pflegekasse. Im Falle einer Verschreibung durch den Hausarzt reichen Sie ihn bei der Krankenkasse ein. Die meisten Kassen stellen hierzu Anträge zum Herunterladen bereit. So haben Sie die Möglichkeit, bequem von zuhause aus einen Kurzzeitpflegeplatz zu finden.

Wichtig ist, dass Sie den Antrag so früh wie möglich stellen. Kurzzeitpflege bedeutet nicht, dass sie besonders schnell genehmigt wird, sondern weist lediglich auf die kurze Dauer der stationären Unterbringung hin. Mitunter kann die Genehmigung bis zu zwei Wochen dauern. Planen Sie bei vorhersehbaren Ereignissen wie Operationen oder Urlauben ein mehrwöchiges Zeitfenster zwischen Antrag und Start der Kurzzeitpflege ein.

Im Antrag auf Kurzzeitpflege fragen die Kassen nach:

  1. Angaben zum Pflegebedürftigen
    Wie bei jedem Antrag wird hier nach Name, Wohnort und Geburtsdatum gefragt. Oft wird auch nach dem Namen der abwesenden Pflegeperson verlangt. Außerdem müssen Sie die Versichertennummer Ihres Angehörigen angeben.
  2. Angaben zum Grund
    Da die Pflege Ihres Angehörigen nicht durch eine ambulante oder teilstationäre Pflege gesichert werden kann, müssen Sie den Grund Ihrer Abwesenheit angeben. Dann kann Ihr Angehöriger vollstationär aufgenommen werden.
  3. Angaben zum Zeitraum
    Die Kasse fragt nach dem Zeitraum, in dem die Pflege Ihres Angehörigen übernommen werden soll. Auf manchen Anträgen ist es möglich, mehrere Zeiträume zu nennen. So können Sie mit einem Formular Kurzzeitpflege für mehr als einen Termin beantragen.
  4. Angaben zur Einrichtung
    Die meisten Kassen fragen bereits im Antrag, ob Sie eine bevorzugte Einrichtung haben. Ist dort ein Platz frei, übernimmt das von Ihnen gewählte Pflegeheim die Kurzzeitpflege. Falls Sie und Ihr Angehöriger noch keine Einrichtung gefunden haben, schicken wir Ihnen gerne eine Liste von Anbietern, die freie Plätze in Ihrer Nähe haben.
  5. Angaben zur Aufstockung
    Falls während der Kurzzeitpflege das Zuschussbudget voll ausgeschöpft wird, können Sie nicht verbrauchte Mittel aus der Verhinderungspflege verwenden. Hier fragen die Kassen oft bereits auf dem Antrag, ob Sie die Zuschüsse in diesem Fall kombinieren möchten.

Video: Das Wichtigste in Kürze

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Ansprüche in der Kurzzeitpflege. In nur 74 Sekunden haben wir die wichtigsten Informationen für Sie zusammen­gefasst.

Vor- und Nachteile der Kurzzeitpflege

Damit Sie eine durchdachte Entscheidung treffen können, müssen Sie sowohl die Vor- als auch die Nachteile der Kurzzeitpflege bedenken. Wir haben diese hierzu kompakt für Sie zusammengefasst:

  • Die Pflege- oder Krankenkassen zahlen jährlich bis zu 1.612 Euro Zuschuss zur Kurzzeitpflege.
  • Sie können dieses Budget auf 3.224 Euro aufstocken, wenn Sie es mit ungenutzten Zuschüssen der Verhinderungspflege kombinieren.
  • Die Kurzzeitpflege überbrückt Krisensituationen, in denen die Pflege sonst nicht gewährleistet ist.
  • Auch Alleinstehende sind bei vorübergehender Pflegebedürftigkeit gut versorgt.
  • Die Kurzzeitpflege entlastet Sie als pflegenden Angehörigen.
  • Sie haben Zeit, die weitere Pflege zu planen während Ihr Angehöriger sich in der Kurzzeitpflege befindet.
  • Die Versorgungs- und Unterbringungskosten zahlen Sie privat.
  • Das Budget der Kurzzeitpflege deckt die Pflegekosten oft nicht vollständig.
  • Die Wartelisten für die Einrichtungen sind meist lang.

Ihre Alternative

Sind Sie als pflegender Angehöriger abwesend, können Sie neben der Kurzzeitpflege auch die Verhinderungspflege in Anspruch nehmen. Ihr Angehöriger wird hier weiter zu Hause gepflegt. Ambulante Dienste, aber auch Bekannte oder Verwandte können die Versorgung übernehmen. Sie haben im Jahr bis zu sechs Wochen Anspruch auf Verhinderungspflege.

Ist Ihr Angehöriger nur leicht pflegebedürftig, ist eine stationäre Aufnahme meist nicht nötig. Ambulante Dienste oder eine Seniorenbetreuung übernehmen die Pflege stundenweise. Sind Sie nur wenige Stunden täglich verhindert, ist es leichter, wenn der Pflegebedürftige weiter in seinem gewohnten Umfeld verbleiben kann.

Grundsätzlich sind die Zuschüsse gleich: Für beide Formen der Ersatzpflege steht Ihnen ein Budget von jeweils 1.612 Euro zur Verfügung. Allerdings ist die Kombination der Budgets unterschiedlich und auch der Ort der Ersatzpflege variiert.

So kombinieren Sie die Zuschüsse, abhängig davon, welche Ersatzpflege Sie als Ausgangspunkt wählen und mit welchem Budget Sie es aufstocken möchten:

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Kurzzeitpflege nach dem Sturz
Erfahrungsbericht von Renate M.

Die Mutter von Renate M. trinkt zu Hause einen Kaffee.
Die Mutter von Renate M. ist stolz, dass ihre Tochter im entscheidenden Moment den richtigen Entschluss getroffen hat.

Als meine Mutter nach einem Oberschenkelhalsbruch wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden sollte, war ich erstmal schockiert. Sie konnte gar nicht laufen und war deswegen auf den Rollstuhl angewiesen. Noch dazu kam, dass ich nur wenige Tage hatte, um alles in der Wohnung vorzubereiten. Und das bei einer Wohnung im dritten Stock, ohne Aufzug.

Es war damals ja auch noch völlig unklar, wie viel Pflege meine Mutter nach der Genesung wirklich brauchen wird. In dem Moment war ich einfach nur völlig überfordert. Ich stand gefühlt ganz alleine da und musste nebenbei noch schnell eine andere Lösung finden. Meine beste Entscheidung war, mich beraten zu lassen.

Am Telefon wurde mir eine Kurzzeitpflege empfohlen. Außerdem habe ich direkt Vorschläge zu Einrichtungen mit freien Plätzen bekommen, eine davon nur wenige Autominuten vom Krankenhaus entfernt. In den drei Wochen Kurzzeitpflege konnte ich die Wohnung ganz in Ruhe vorbereiten und weitere Schritte organisieren. Eine wirklich große Erleichterung – Danke nochmal!

Inzwischen ist meine Mutter zwar wieder zuhause, aber in Zukunft werde ich gelassener an solche Situationen gehen. Jetzt weiß ich ja, was zu tun ist. Wenn ich anderen pflegenden Angehörigen noch einen Tipp geben kann: Lasst euch beraten. Ihr seid nicht alleine, auch wenn es erstmal so wirkt.

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Häufige Fragen

In der Kurzzeitpflege finden Senioren neue Bekannte und entlasten pflegende Angehörige.
  • Die Kurzzeitpflege schließt Versorgungslücken in der Pflege.
  • Ihr Angehöriger wird vorübergehend vollstationär in einem Pflegeheim aufgenommen.
  • Dort wird er betreut, bis Sie die weitere Pflege wieder aufnehmen oder eine Pflege zu Hause wieder möglich ist.
  • Den Antrag stellen Sie direkt bei der Pflege- oder Krankenkasse.
  • Die meisten Kassen stellen Formulare zum Herunterladen auf ihren Webseiten bereit.
  • Achten Sie darauf, den Antrag möglichst frühzeitig zu stellen.
  • Die Kasse zahlt die Pflegeleistungen der Kurzzeitpflege.
  • Hierzu steht Ihnen ein Budget von 1.612 Euro im Jahr zur Verfügung.
  • Sie können diesen Betrag auf bis zu 3.224 Euro aufstocken, wenn Sie es mit dem Verhinderungspflegebudget kombinieren.
  • Die Kurzzeitpflege findet in einem Pflegeheim statt.
  • Ihr Angehöriger wird für die Dauer der Kurzzeitpflege vollstationär aufgenommen.
  • Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 oder höher haben Anspruch auf Kurzzeitpflege.
  • Oft bekommen Personen nach Operationen ein Rezept für Kurzzeitpflege von Ihrem Arzt verschrieben.
  • Hat Ihr Angehöriger eine Verschreibung seines Arztes, benötigt er keinen Pflegegrad.
  • Sie können Kurzzeitpflegeplätze für bis zu acht Wochen im Jahr beantragen.
  • Diesen Zeitraum können Sie sich nach Bedarf einteilen.
  • Sowohl wenige Tage als auch mehrere Wochen am Stück sind möglich.
  • Wie bei den meisten Pflegeeinrichtungen gibt es auch bei der Kurzzeitpflege oft lange Wartelisten für Pflegeplätze.
  • Pflegebedürftige haben erst ab Pflegegrad 2 Anspruch auf Kurzzeitpflege.
  • Das Budget von 1.612 Euro im Jahr reicht oft nicht aus, um die Kosten zu decken.
  • Das Pflegegeld wird zur Hälfte weitergezahlt.
  • Diese Regelung gilt für die gesamte Dauer der Kurzzeitpflege, maximal aber acht Wochen.
  • Am ersten und letzten Tag wird es nicht gekürzt.
  • Unsere geschulten Berater helfen Ihnen unverbindlich weiter.
  • Gerne beantworten wir Ihnen telefonisch alle Fragen, die Sie haben.
  • Auf Wunsch senden wir Ihnen drei kostenlose Vergleichsangebote per E-Mail zu.
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