Intensivpflege
Modelle, Kosten & Finanzierung

Frau besucht ihren Angehörigen in der stationären Intensivpflege

Ist Ihr Angehöriger auf eine Intensivpflege angewiesen, stehen Sie vor einer großen Herausforderung. Er muss rund um die Uhr von speziell ausgebildeten Pflegekräften gepflegt werden. Ob ein Umzug für die richtige Versorgung nötig ist, hängt von Ihren persönlichen Vorstellungen ab.

Informieren Sie sich vor Ihrer Entscheidung ausführlich über die verschiedenen Pflegeformen, die Finanzierung und die Vor- und Nachteile. Hier erfahren Sie alles was sie wissen müssen, damit Sie für sich und Ihren Angehörigen die beste Wahl treffen.

In den häufigsten Fragen haben wir die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt.

Was ist stationäre Intensivpflege?

Pärchen mit Erfahrungsbericht zur Intensivpflege

Schwerstpflegebedürftige Patienten und Menschen mit lebensbedrohlichen Krankheiten sind auf eine umfassende Pflege angewiesen. Häufig leiden sie unter einer degenerativen Krankheit wie ALS, Herzrhythmusstörungen oder befinden sich in einem Wachkoma.

Speziell ausgebildetes Pflegepersonal kümmert sich in stationären Einrichtungen rund um die Uhr um diese Patienten. Das Pflegepersonal besteht aus Kranken- oder Altenpflegern, die meist eine Zusatzausbildung absolviert oder Fortbildungen besucht haben. Es ist wichtig, dass die Versorgung durchgängig gesichert ist. Jederzeit kann eine lebensbedrohliche Situation eintreten, die sofortiges Handeln verlangt.

Sie haben zwei verschiedene Möglichkeiten, die Intensivpflege Ihres Angehörigen zu organisieren:

  1. Er zieht in eine spezialisierte, ambulante Pflege-WG.
  2. Ihr Angehöriger wird stationär in einer Pflegeeinrichtung versorgt.

Gründe für eine stationäre Intensivpflege

Lange in den eigenen vier Wänden zu leben ist für viele Pflegebedürftige sehr erstrebenswert. Die Pflege zuhause wird häufig durch einen ambulanten Pflegedienst ermöglicht. In einigen Fällen lässt sich ein Umzug jedoch nicht vermeiden und ist langfristig gesehen oft die bessere Entscheidung.

In der Intensivpflege kommen häufig große Apparate, wie beispielsweise ein Beatmungsgerät, zum Einsatz. Oftmals ist dann ein aufwändiger Umbau nötig, um die eigene Wohnung pflegegerecht zu gestalten. Mit einem Umzug in eine Einrichtung, die auf eine Intensivpflege und die speziellen Anforderungen ausgerichtet ist, vermeiden Sie einen teuren und zeitaufwändigen Umbau.

Viele Pflegeeinrichtungen bieten ein zusätzliches Angebot an Freizeitbeschäftigungen an. Ist Ihr Angehöriger noch mobil, kann er so an verschiedenen Angeboten teilnehmen und in den Gemeinschaftsräumen Kontakte zu anderen Bewohnern pflegen. Wenn die Einrichtung an eine Klinik angeschlossen ist, profitiert er außerdem von bester medizinischer Versorgung.

Die Intensivpflege-WG

Stilvolle Intensivpflege-WG im Altbauhaus

In Wohngemeinschaften leben meist drei bis zwölf Senioren zusammen, die auf eine Intensivpflege durch einen Pflegedienst angewiesen sind. Die Wohnungen bestehen aus Einzelzimmern, die die Bewohner mieten. Die Gemeinschaftsräume nutzen alle Bewohner, abhängig von ihrem gesundheitlichen Zustand. Selbstverständlich ist die gesamte Wohnung barrierefrei gestaltet.

Entweder ist ein einzelner Pflegedienst für alle Bewohner zuständig oder jeder Patient entscheidet sich individuell für seinen eigenen Pflegedienst. Qualifizierte Pflegekräfte sind rund um die Uhr anwesend und kümmert sich um Ihren Angehörigen. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse. Für die Mietkosten des Zimmers kommt Ihr Angehöriger selbst auf.

In Intensivpflege-WGs ist die Atmosphäre oft persönlicher als in großen stationären Einrichtungen. Zwischen den Bewohnern entstehen Freundschaften und es ist möglich, auch zu dem Pflegepersonal eine echte Bindung aufzubauen. Sie haben die Möglichkeit, das Zimmer Ihres Angehörigen individuell mit Möbeln und Fotos einzurichten. So schaffen Sie eine vertraute Atmosphäre.

Die Beatmungs-WG

Beatmungs-WGs sind eine Sonderform der Senioren-WG. Hier leben Patienten in speziellen Wohngemeinschaften zusammen, die auf eine Beatmung angewiesen sind. Das betrifft sowohl Personen im Wachkoma als auch Patienten mit schweren Lungenerkrankungen. In den meisten Fällen ziehen die Bewohner nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation eines Krankenhauses dauerhaft in eine Beatmungs-WG.

Die Einzelzimmer der Wohnung sind mit den erforderlichen Beatmungsapparaten ausgestattet. Ihr Angehöriger erhält hier die notwendige medizinische Versorgung in einer heimischen Umgebung. Ist Ihr Angehöriger ansonsten noch mobil, profitiert er besonders von den Freiheiten und der Ausstattung einer Wohnung im Gegensatz zu einer stationären Einrichtung.

Die ambulante Intensivpflege als Alternative.

Die ambulante Intensivpflege als Alternative

Trotz der schweren Umstände kann Ihr Angehöriger alternativ in seinen eigenen vier Wänden gepflegt werden. Er wohnt so weiterhin in seiner gewohnten Umgebung und ein Umzug bleibt ihm erspart. Ein erfahrener Pflegedienst übernimmt die anspruchsvolle medizinische Versorgung und Grundpflege Ihres Angehörigen.

Wie wird Intensivpflege finanziert?

Geld für Kosten stationäre Intensivpflege

Einen schwerstkranken Menschen rund um die Uhr zu versorgen ist eine große und wichtige Aufgabe. Diese Leistung ist mit entsprechend hohen Kosten verbunden. Je mehr Pflege und Betreuung Ihr Angehöriger benötigt, desto höher sind die Kosten pro Tag für die Intensivpflege.

Stationäre Intensivpflege in einer Einrichtung

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten, wenn die Intensivpflege medizinisch notwendig ist. Dafür benötigt Ihr Angehöriger ein Rezept seines Arztes. In diesem Rezept hält der Arzt den Umfang und die Art der Pflegeleistungen fest. Die gesetzliche Zuzahlung Ihres Angehörigen beträgt dabei zehn Prozent der Pflegekosten der ersten 28 Tage pro Kalenderjahr.

In manchen Fällen können Sie sich von der Zuzahlung befreien lassen, zum Beispiel wenn Ihr Angehöriger chronisch erkrankt ist. In diesem Fall zahlt er maximal ein Prozent seines Bruttoeinkommens. Heben Sie dazu alle Rechnungen über private Zuzahlungen auf und reichen Sie diese bei der Krankenkasse ein.

In einem Pflegeheim fallen zusätzlich Kosten für die Unterbringung und Verpflegung an. Diese sogenannten Hotelkosten müssen Sie privat übernehmen. Wohnt Ihr Angehöriger bisher in einem Eigenheim, macht es Sinn, das Haus oder die Wohnung zu verkaufen. So finanzieren Sie problemlos den Pflegeplatz.

Intensivpflege in der Wohngemeinschaft

Entscheiden Sie sich für eine ambulante Wohngemeinschaft, fallen Kosten für den ambulanten Pflegedienst, für die Miete des Zimmers, und für den Haushalt an. Die Kosten für die medizinische Behandlungspflege durch den ambulanten Pflegedienst übernimmt auch hier die Krankenkasse Ihres Angehörigen. Besitzt Ihr Angehöriger einen Pflegegrad, finanzieren Sie mit den Leistungen der Pflegekasse die Grundpflege. Die Miete und die Kosten für Lebensmittel oder eine individuelle Einrichtung des Zimmers trägt Ihr Angehöriger selbst.

Intensivpflege auch ohne Pflegegrad?

Antrag auf Pflegegrad

Die Einstufung in einen Pflegegrad ist freiwillig. Auch ohne Einordnung trägt die Krankenkasse die Kosten für die Intensivpflege. Es ist also nicht in jedem Fall nötig, den Pflegegrad bei der Pflegekasse zu beantragen.

Ein anerkannter Pflegegrad hat viele Vorteile. So hat Ihr Angehöriger Anspruch auf Leistungen der Pflegekasse. Übernimmt der Pflegedienst auch die Grundpflege, trägt die Pflegekasse diese Kosten. Dazu gehören Unterstützung bei der Körperpflege, Ernährung oder Fahrdienste.

Video: Das Wichtigste zur Intensivpflege in Kürze

Damit Sie sich schnell einen Überblick über Intensivpflege verschaffen können, haben wir für Sie die wichtigsten Informationen in nur 90 Sekunden zusammengefasst.

Vor- und Nachteile

Ist Ihr Angehöriger auf eine Intensivpflege angewiesen, stehen Sie vor einem wichtigen Entschluss. Soll er zuhause gepflegt werden, oder ist eine Intensivpflege-Einrichtung die bessere Alternative? Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir Ihnen die wichtigsten Vor- und Nachteile einer Intensivpflege in der WG oder Einrichtung zusammengefasst:

  • In der Intensivpflege wird Ihr Angehöriger von qualifiziertem Personal rundum versorgt.
  • Die Pflegekräfte sind rund um die Uhr vor Ort.
  • Sie sparen Kosten, da ein barrierefreier Umbau zuhause nicht notwendig ist.
  • In einer Intensivpflege-WG hat Ihr Angehöriger Kontakt zu anderen Patienten.
  • Die Wohnungen sind speziell für die Intensivpflege eingerichtet.
  • Ihr Angehöriger muss umziehen und sein vertrautes Zuhause verlassen.
  • Im Pflegeheim bleibt wenig Spielraum für eine individuelle Einrichtung.

Stationäre Intensivpflege
Ein Erfahrungsbericht von Roswitha B.

Ehepaar sitzt zusammen.
"Ich bin erleichtert, dass wir uns für die Intensivpflege-WG entschieden haben", sagt Roswitha B.

Mein Mann hat ALS. Die Probleme mit seiner Lunge werden leider immer stärker. Zusammen mit seiner Schwester kümmere ich mich schon eine ganze Weile um ihn. Seitdem er beatmet wird, können wir die Pflege allerdings nicht mehr alleine bewältigen und sind auf eine Pflegekraft angewiesen. Über diese Pflegekraft haben wir von einer stationären Pflegeeinrichtung erfahren, die speziell für Beatmungspatienten ausgelegt ist.

Zunächst kam das für mich überhaupt nicht in Frage. Ich konnte mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass er ausziehen muss. Ich konnte mir auch nicht wirklich vorstellen, dass es ihm in einem klinischen Umfeld besser geht. Die Beatmungs-WG war der perfekte Kompromiss. Mein Mann profitiert von den Bequemlichkeiten eines gemütlich eingerichteten Zimmers, wird rund um die Uhr von den qualifizierten Pflegekräften versorgt und ich werde entlastet.

Die Gemeinschaftsräume teilt er sich mit drei anderen Patienten. Die Pflege übernimmt ein Pflegedienst. Am Anfang war es sehr schwer für mich, dass er ausziehen musste. Doch wenn ich ihn jetzt besuche, sehe ich jedes Mal, dass es die richtige Entscheidung war. Mein Mann ist bestens versorgt und in guter Gesellschaft. Und ich kann mich ein wenig entspannen und genieße endlich wieder jede Minute, die ich mit ihm verbringen kann.

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Antworten auf die häufigsten Fragen

Intensivpflege

Die Intensivpflege ist eine spezialisierte Pflege für besonders pflegebedürftige Menschen. Senioren in Intensivpflege müssen rund um die Uhr versorgt und gepflegt werden. Diese Pflege übernehmen hoch qualifizierte Pflegekräfte. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen ambulanter Intensivpflege zuhause und stationärer Intensivpflege in einer Einrichtung.

Die Kosten für stationäre Intensivpflege variieren stark, je nachdem wie viel Pflege und Betreuung ein Pflegebedürftiger benötigt. Die Pflegeeinrichtungen legen für jeden Einzelfall eine eigene Kalkulation vor. Bei der stationären Intensivpflege fallen zusätzliche Kosten für die Unterbringung und Verpflegung im Pflegeheim an.

Wird die Intensivpflege zu Hause vorgenommen, legt der Pflegedienst eine Kalkulation vor, in der die einzelnen Behandlungen abgerechnet werden. Daher unterscheiden sich die Preise von Patient zu Patient stark.

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Intensivpflege, wenn sie medizinisch notwendig ist. Dafür wird ein Rezept eines Arztes benötigt. Die gesetzliche Zuzahlung des Pflegebedürftigen beträgt zehn Prozent der Pflegekosten der ersten 28 Tage pro Kalenderjahr.

In Ausnahmefällen ist es möglich, sich von der Zuzahlung für Intensivpflege befreien zu lassen, zum Beispiel bei chronischen Erkrankungen. Wird die Befreiung genehmigt, sind maximal ein Prozent des Bruttoeinkommens zu zahlen.

In Intensivpflege-WGs wohnen pflegebedürftigen Menschen zusammen, die auf eine besonders umfangreiche Pflege angewiesen sind, und beispielsweise auf künstliche Beatmung angewiesen sind. Die Wohnung ist barrierefrei gestaltet und an die speziellen Anforderungen der Beatmungspatienten angepasst. Hochqualifizierte Pflegekräfte betreuen und versorgen die Bewohner Tag und Nacht.

In den meisten Fällen benötigen Betroffene eine Intensivpflege nach einem längeren Krankenhausaufenthalt. Im Anschluss an größere Operationen oder eine lebensbedrohliche Krankheit werden Intensivpflege-Patienten für eine gewisse Zeit stationär im Krankenhaus versorgt.

Nein, auch ohne Pflegegrad kann Intensivpflege in Anspruch genommen werden. Allerdings lohnt sich die Beantragung eines Pflegegrades gerade dann, wenn die Pflegebedürftigkeit voraussichtlich auch nach dem Krankenhausaufenthalt weiter bestehen bleibt.

Oft ist ein Umbau in den eigenen vier Wänden nötig, um die Wohnung pflegegerecht zu gestalten. In einer Pflegeeinrichtung sind bereits alle erforderlichen Hilfsmittel vorhanden und qualifiziertes Pflegepersonal vor Ort. Pflegebedürftige werden in der Intensivpflege rund um die Uhr medizinisch und betreuerisch versorgt.

Unsere geschulten Berater informieren Sie kostenlos und unverbindlich rund um das Thema Intensivpflege. Gemeinsam finden wir mit Ihnen eine passende Lösung für Ihren Angehörigen und helfen Ihnen, eine passende Einrichtung zu finden.