Außerklinische Intensivpflege
Häuslich oder stationär - Kosten & Finanzierung

Die Intensivpflegerin kümmert sich um die im Bett liegende Seniorin.

Ist Ihr Angehöriger auf eine Intensivpflege angewiesen, stehen Sie vor einer großen Herausforderung. Er muss rund um die Uhr von speziell ausgebildeten Pflegekräften gepflegt werden. Ob ein Umzug für die richtige Versorgung nötig ist, hängt von persönlichen Faktoren ab. Oft kann die Intensivpflege auch zu Hause stattfinden.

Auch wenn die Zeit in vielen Fällen drängt: Informieren Sie sich vor Ihrer Entscheidung ausführlich über die verschiedenen Formen der Intensivpflege, die Finanzierung und die Vor- und Nachteile. In diesem Intensivpflege-Ratgeber erfahren Sie alles was sie wissen müssen. Dann treffen Sie die richtige Entscheidung - für Ihren Angehörigen, aber auch für Sie selbst.

Lesen Sie mehr zu den folgenden Themen:

In den häufigsten Fragen haben wir die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt.

Stoppuhr-Icon Kurzgesagt: Intensivpflege

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  • Pflegefachkräfte betreuen Ihren Angehörigen rund um die Uhr.
  • In einer Intensivpflege-WG wohnen Pflegebedürftige gemeinsam.
  • In den ersten 28 Tagen tragen Sie anteilig zehn Prozent der Kosten.

Was ist Intensivpflege?

Die eine Person legt die Hand liebevoll auf die Hand der anderen Person.

In der Intensivpflege werden schwerstpflegebedürftige Personen rund um die Uhr von examinierten Pflegefachkräften gepflegt. Es ist wichtig, dass die Versorgung durchgängig gesichert ist. Die Intensivpflege ist dank der großen Fortschritte in Medizin und Technik auch ambulant möglich. Damit können auch schwerstpflegedürftige Menschen weiter ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen.

Die ambulante Intensivpflege findet außerklinisch statt. Ihr Angehöriger wird in seinem Zuhause oder in einer Wohngemeinschaft versorgt. Die stationäre Intensivpflege wird in einem Intensivpflegeheim geleistet. Mit der richtigen Vorbereitung und gut ausgebildetem Pflegepersonal ist die Intensivpflege zu Hause oder in einer Wohngemeinschaft eine gute Alternative zur Intensivpflege in einer Klinik. Der große Vorteil ist, dass Ihr Angehöriger weiter zu Hause oder in einer häuslichen Umgebung bleiben kann.

Was sind die Aufgaben der Intensivpflege?

Die Intensivpflegerin hält die Hand des Seniors und steht im bei.

Damit eine medizinische Überwachung Tag und Nacht möglich ist, muss ein Intensivpflegedienst beauftragt werden. Das Personal ist auf die besondere Versorgung von Intensiv- und Beatmungspatienten spezialisiert. Das Aufgabengebiet eines Intensivpflegedienstes ist daher auch grundliegend unterschiedlich zu dem Pflegeangebot eines ambulanten Pflegedienstes.

In der Intensivpflege ist es jederzeit möglich, dass eine lebensbedrohliche Situation eintritt. Daher ist das Intensivpflegepersonal besonders gut ausgebildet: Eine dreijährige Grundausbildung wird durch jährliche Zusatzfortbildungen und Zusatzqualifikationen ergänzt. Dadurch weiß die Intensivpflegekraft in jeder Situation, was zu tun ist, um Ihrem Angehörigen schnell weiterhelfen zu können.

Das Aufgabengebiet eines Intensivpflegedienstes umfasst auch die folgenden Sonderleistungen:

  • Entwöhnung von Beatmungsgeräten (Weaning)
    Das sogenannte „Weaning“ bezeichnet die Entwöhnung von einem Beatmungsgerät (Respirator). Denn wer lange beatmet wurde, muss das eigenständige Atmen erst wieder erlernen und seine Lungenmuskulatur kontrolliert stärken. Die Beatmungsentwöhnung für Intensivpatienten dauert bei manchen Personen nur wenige Tage, andere benötigen Wochen oder Monate.
  • Überwachung und Durchführung von Intensivtherapien (Monitoring)
    Intensivpflegekräfte übernehmen die Dialyse, Schmerztherapie und Analgosedierung, sowie die Bedienung medizinischer Analyse- und Überwachungsgeräte. Bei Diagnosen wie ALS, Tumorerkrankungen oder Hirnschäden sind speziell geschulte Intensivpflegekräfte unbedingt notwendig, um eine ganzheitliche Versorgung Ihres Angehörigen sicherzustellen.
  • Absaugen von Trachealkanülen (Sekretmanagement)
    Bei ineffizientem Hustenmechanismus, nicht ausreichender Schluckfähigkeit oder chronischer Atemnot wird eine Trachealkanüle gesetzt. Diese muss mehrmals täglich abgesaugt und gepflegt werden, um Infektionen und Schäden an der Haut vorzubeugen. Dabei muss eine sterile Umgebung herrschen. Die Intensivpflegekraft ist für den Umgang mit Trachealkanülen geschult.
  • Insulintherapie (ICT, CSII)
    Die Insulintherapie ist bei an Diabetes mellitus erkrankten Intensivpflegepatienten mit besonders hohem Therapie- und Beobachtungsaufwand verbunden, da die Patienten auch weitere Erkrankungen haben, die es zu überwachen gilt. Je nach Patient wird mit einer intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT) oder einer Insulinpumpentherapie (CSII) gearbeitet.
  • Außerklinische Beatmung (Heimbeatmung)
    Die Heimbeatmung ist wichtiger Bestandteil der außerklinischen Intensivpflege. Beatmungspflege erfolgt über eine Kehlkopfmaske (Larynxmaske), eine Trachealkanüle oder einem Beatmungstubus (Endotrachealtubus). Nicht-invasive Beatmung wird mithilfe einer Nasen- oder Gesichtsmaske durchgeführt. Die Trachealkanüle ist die am weitesten verbreitete Form der Heimbeatmung in der Intensivpflege.

Zu den weiteren Aufgaben eines Intensivpflegedienstes zählen unter anderem Infusions-, Ernährungs- und Flüssigkeits- und Lagerungstherapien, Blutentnahmen und Injektionen.

Für wen ist Intensivpflege geeignet?

Der Senior liegt im Bett und ist an eine Beatmungsmaschine angeschlossen.

Die Intensivpflege eignet sich bei einer schweren Pflegebedürftigkeit und für Beatmungspatienten. Patienten mit fortgeschrittenen neurologischen oder pneumologischen Erkrankungen werden in der Intensivpflege von bestgeschultem Fachpersonal rundum versorgt. Ob die Notwendigkeit der Intensivpflege durch einen Unfall oder eine Krankheit ausgelöst wurde, spielt keine Rolle.

Die Intensivpflege wird von einem Arzt angeordnet und ist häufig nach einem langen Klinikaufenthalt notwendig. Die Antragstellung erfolgt meist über die Klink zusammen mit einem Angehörigen als Betreuungsperson. Im Entlassmanagement leitet der Sozialdienst der Klinik die Unterlagen an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) weiter. Sollte zu diesem Zeitpunkt noch kein Pflegegrad beantragt sein, ist der Antrag dringendst empfohlen.

  • Apallisches Syndrom (Wachkoma)
  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
  • fortgeschrittene Tumorerkrankungen
  • hypoxische Hirnschäden nach einer Reanimation
  • hohe Querschnittslähmungen
  • schwere Schädel-Hirn-Traumata
  • chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • respiratorische Insuffizienz (Ateminsuffizienz)

Wo findet außerklinische Intensivpflege statt?

In der außerklinischen beziehungsweise ambulanten Intensivpflege unterscheidet man grundsätzlich zwischen drei Varianten: der Intensivpflege zu Hause (1:1), der Intensivpflege in einer Wohngemeinschaft (Intensivpflege-WG) und der Intensivpflege in einem Intensivpflegeheim. Alle drei Varianten haben ihre Daseinsberechtigung und bringen unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich. Wir stellen Ihnen alle Einzelheiten vor.

Intensivpflege zu Hause (1:1)

Die Intensivpflegefachkraft untersucht die im Bett liegende Seniorin.

Bei der Intensivpflege zu Hause ist eine Pflegefachkraft für einen Patienten zuständig, daher wird sie auch als 1 zu 1 Intensivpflege bezeichnet. Pflege und Betreuung werden zu jeder Zeit mit Fachärzten und Angehörigen abgestimmt und erfolgen durch examinierte Fachkräfte. Für die häusliche Intensivpflege muss die Wohnung vorbereitet werden – mehr hierzu lesen Sie hier.

Das 1:1 Verhätnis schafft Vertrauen zwischen Pflegekraft und Patient, aber auch zwischen Pflegekraft und Angehörigen. Das ist eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Intensivpflege in den eigenen vier Wänden. Die Pflege und die Betreuung erfolgen immer in einer engen Zusammenarbeit mit Fachärzten Ihres Angehörigen. Dadurch ist die klare Kommunikationsstruktur zwischen Ihnen als Angehörigen, den Intensivpflegefachkräften und den Ärzten gesichert und Sie sind zu jedem Zeitpunkt involviert und informiert.

  • Die Intensivpflege zu Hause nach dem 1:1 Prinzip ermöglicht eine umfangreiche Pflege in den eigenen vier Wänden.
  • Die Pflegefachkräfte sind Tag und Nacht, sieben Tage die Woche für die Pflege und Versorgung Ihres Angehörigen da.
  • Pflege und Betreuung erfolgen in enger Abstimmung mit Ihnen und den Fachärzten Ihres Angehörigen.

    Die Reform des Intensivpflege- und Rehabilitations­stärkungsgesetzes (IPReG) von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) war von großen Protesten von Ärzten, Patientenvertretern und Sozialverbänden begleitet. Vor allem die Pläne, die Intensivpflege künftig nur noch in Ausnahmefällen in der häuslichen Umgebung stattfinden soll, wurden stark kritisiert.

    Wegen der Einwände wurde das Gesetz daher im Juli 2020 nochmals angepasst. Der Gesetzestext besagt nun, dass den berechtigten Wünschen der Versicherten zu entsprechen ist – ist die Intensivpflege zu Hause seitens des Patienten und den Angehörigen gewünscht, soll diese weiterhin bevorzugt in der häuslichen Umgebung stattfinden.

    Geplant ist außerdem, die Kosten für eine vollstationäre Intensivpflege, zum Beispiel in einem Intensivpflegeheim, deutlich zu reduzieren. So sollen in Zukunft auch die Investitionspauschale sowie Kosten für Unterkunft und Verpflegung von der Krankenkasse übernommen werden. Der zweite Durchgang im Bundesrat erfolgt im September 2020.

Intensivpflege in der Wohngemeinschaft (WG)

Der Ehemann besuucht die Seniorin in der Beatmungs-WG.

In einer Intensivpflege-WG leben zwischen drei und zwölf Bewohner mit ähnlich hohem Intensivpflegebedarf in einer speziell ausgestatteten Wohnung. Auch hier erfolgt die Pflege und die Betreuung in der Regel 24 Stunden täglich durch ein Team von Intensivpflegefachkräften. Das Verhältnis zwischen Pflegekräften und Patienten liegt hier meist bei 1:3. Das heißt, dass eine Intensivpflegefachkraft drei Intensivpflegepatienten betreut.

Jeder Bewohner der Intensivpflege-WG hat ein eigenes Zimmer, dass auf die individuellen Pflegebedürfnisse angepasst ist. Das Privatzimmer wird mit eigenen Möbeln und persönlichen Gegenständen eingerichtet, wenn Ihr Angehöriger das wünscht. So wird auch außerhalb der eigenen vier Wände ein Wohlfühlort geschaffen. Das tut Ihrem Angehörigen gut. Selbstverständlich ist die gesamte Wohnung barrierefrei gestaltet. Die Gemeinschaftsräume nutzen alle Bewohner, abhängig von ihrem gesundheitlichen Zustand.

  • Die Intensivpflege-Wohngemeinschaft besteht aus drei bis zwölf Bewohnern und einem Team aus Fachkräften.
  • In einer Intensivpflege-WG pflegt und betreut eine Intensivpflegefachkraft im Durchschnitt drei Patienten.
  • Die Wohngemeinschaft ist barrierefrei und das eigene Privatzimmer wird mit persönlichen Gegenständen individuell eingerichtet.

    Beatmungs-WGs sind eine Sonderform der Intensivpflege-WG. Hier leben Patienten in speziellen Wohngemeinschaften zusammen, die alle auf eine Heimbeatmung angewiesen sind. Das betrifft sowohl Personen im Wachkoma als auch Patienten mit schweren Lungenerkrankungen. In den meisten Fällen ziehen die Bewohner nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation eines Krankenhauses dauerhaft in eine Beatmungs-WG.

    Die Einzelzimmer der Wohnung sind mit den erforderlichen Beatmungsapparaten (Respiratoren) ausgestattet. Ihr Angehöriger erhält hier die notwendige medizinische Versorgung in einer häuslichen Umgebung. Ist Ihr Angehöriger ansonsten noch mobil, profitiert er besonders von den Freiheiten und der Ausstattung einer Wohnung im Gegensatz zu einer stationären Einrichtung.

Intensivpflege im Intensivpflegeheim (stationär)

Der Senior ist an ein Beatmungsgerät angeschlossen und liegt im Bett.

Eine vollstationäre Intensivpflege in einem speziellen Pflegeheim ist in besonders schweren Fällen nötig. Oft ist es eine Übergangslösung, zum Beispiel nach einem längeren Krankenhausaufenthalt. Auf lange Sicht ist eine ambulante Intensivpflege für Patient und Angehörige eine angenehmere Lösung. Das Entlassmanagement sorgt für einen reibungslosen Übergang zwischen Klinik, Intensivpflegeheim und ambulanter Intensivpflege.

Die stationäre Intensivpflege wird insbesondere bei Wachkoma-Patienten und Personen, die nicht mehr selbstständig atmen oder essen können, angeordnet. Häufig ist ein Pflegegrad für ein Intensivpflegeheim notwendig. Für eine stationäre Intensivpflege gibt es weitaus geringere freie Plätze als für eine ambulante Intensivpflege. In den meisten Fällen reicht eine ambulante Intensivpflege auch vollkommen aus, da die fortschrittliche Medizintechnik und das Fachpersonal 1:1 in den ambulanten Rahmen übertragbar sind.

  • Bei besonders schweren Krankheiten ist eine stationäre Intensivpflege in einem Intensivpflegeheim nötig.
  • Viele Intensivpflegeheime setzen einen Pflegegrad voraus, um vollstationär für die Pflege aufgenommen zu werden.
  • Die Intensivpflege im Intensivpflegeheim ist oft eine Übergangslösung zwischen Klinik und ambulanter Intensivpflege.

    Nach SGB XII § 13 gilt der Leitsatz „ambulant vor stationär“. Damit soll die Versorgung, wenn denn möglich, ambulant stattfinden. Das gilt auch für die Intensivpflege, denn die Patienten bleiben so in einem gewohnten oder häuslichen Umfeld.

    Dadurch fällt es leichter, vertraute Routineabläufe beizubehalten. Gleichzeitig ist das geschulte Intensivpflegepersonal vor Ort und versorgt den Patienten rund um die Uhr. Das ermöglicht eine umfassende Intensivpflege in vertrauter Atmosphäre.

Was kostet Intensivpflege?

Das Ehepaar sitzt am Küchentisch und vergleicht mehrere Angebote für die Intensivpflege.

Die Intensivpflege-Kosten variieren je nach Art der Intensivpflege und dem benötigten Pflege- und Betreuungsumfang. Zwischen den Krankenkassen, Versicherungen und Intensivpflegediensten bestehen nur vereinzelt Rahmenverträge. Daher verhandeln die Intensivpflegedienste meist direkt mit den Krankenkassen. Grundsätzlich gilt: Wenn Ihr Angehöriger eine Intensivpflege benötigt und diese ärztlich verschrieben wurde, sollten Sie sich Kostenvoranschläge einholen, um den Eigenanteil möglichst gering zu halten.

Der Eigenanteil als Zuzahlung in der Intensivpflege beträgt anteilig zehn Prozent der Pflegekosten für die ersten 28 Tage im Kalenderjahr. Danach entfällt der Eigenanteil. Wichtig ist, dass die Intensivpflege ärztlich verordnet wurde. Wenn Ihr Angehöriger chronisch krank ist, können Sie sich von der Zuzahlung befreien lassen. Dann zahlt er maximal ein Prozent seines Bruttoeinkommens. Heben Sie dazu alle Rechnungen über private Zuzahlungen auf und reichen Sie diese bei der Krankenkasse ein.

In einer Intensivpflege-WG kommen neben dem Eigenanteil auch Kosten für Lebensmittel und Miete hinzu. Die Preise sind von dem örtlichen Mietniveau abhängig. Auch hier wird dringend empfohlen, dass Sie sich mehrere Vergleichsangebote einholen. Dadurch sparen Sie Geld und haben eine größere Auswahl für Ihren Angehörigen. Verschiedene Anbieter haben unterschiedlich große Wohngruppen. Auch das ist häufig ein individueller Entscheidungsfaktor.

Wer bezahlt Intensivpflege?

Zwei Personen, die Ihre Hände halten.

Grundsätzlich muss in der ambulanten Intensivpflege zwischen den Kosten für die Grund- und Behandlungspflege und den Kosten der hauswirtschaftlichen Versorgung unterschieden werden. Neben dem Eigenanteil übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Behandlungspflege, wenn diese ärztlich verschrieben wurde. Die Behandlungspflege umfasst die Pflege, Überwachung und Versorgung durch den Intensivpflegedienst.

Die Pflege- und Krankenkassen sind zu unterschiedlichen Teilen für die Kostenübernahme der Intensivpflege zuständig. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten der Behandlungspflege für bis zu 21 Stunden pro Tag. Die restlichen Stunden werden durch die Pflegekasse finanziert. Die Grundpflege durch einen ambulanten Pflegedienst wird über die sogenannten Pflegesachleistungen finanziert. Hierzu benötigt Ihr Angehöriger einen Pflegegrad.

    Wenn Sie oder andere Mitglieder der direkten Familie sich zusätzlich um Ihren Angehörigen kümmern, erhalten Sie Pflegegeld. Hierfür ist ein Pflegegrad notwendig. Das Geld wird Ihnen oder Ihrem Angehörigen monatlich aufs Konto überwiesen. Die Pflegesachleistungen zur Finanzierung der Grundpflege rechnet der ambulante Dienst direkt mit der Pflegekasse ab. Wenn Sie eine hauswirtschaftliche Hilfe wünschen, verwenden Sie den Entlastungsbetrag für die Kosten.

Kurz erklärt: Außerklinische Intensivpflege

Damit Sie sich schnell einen Überblick über die außerklinische Intensivpflege verschaffen können, haben wir für Sie die wichtigsten Informationen zu Kosten, Finanzierung und Voraussetzungen in nur 90 Sekunden in unserem Erklär-Video zusammengefasst.

Was braucht man für die Intensivpflege zu Hause?

Der Prozess für die Entlassung aus der Klinik in eine ambulante Intensivpflege nach Hause kann mehrere Wochen dauern. Manchmal wird eine vollstationäre Intensivpflege in einem Pflegeheim zur Beatmungsentwöhnung zwischen Klinik und dem eigenen Zuhause wahrgenommen. In dieser Zeit sollten Sie für die Intensivpflege-Vorbereitung nutzen. Damit Sie wissen, was Sie benötigen und was Ihnen für die Intensivpflege zu Hause zusteht, haben wir Ihnen alle wichtigen Informationen zusammengestellt.

Hilfsmittel für die Intensivpflege

Die Intensivpflegerin kümmert sich um die im Bett liegende Seniorin.

Im Hilfsmittelverzeichnis sind viele tausende Hilfsmittel gelistet, die Sie bei der häuslichen Pflege unterstützen. Wenn Ihr Angehöriger intensivpflegerisch versorgt werden muss, hat er besondere Anforderungen an das eigene Zuhause. Gelistete Hilfsmittel erhalten Sie auf Rezept kostenlos. Lediglich eine Zuzahlung von 10 Euro pro Verschreibung ist von Ihrer Seite zu leisten. Wenn Ihr Angehöriger chronisch krank ist, können Sie sich von der Zuzahlung befreien lassen.

Für die Intensivpflege zu Hause benötigen Sie ein Pflegebett für Ihren Angehörigen. Auch eine Dekubitus-Matratze ist dann unbedingt notwendig, um Druckgeschwüren (Dekubitalgeschwüren) aktiv vorzubeugen. Ein Patientenlifter ist eine große Unterstützung beim Umlagern und Aufrichten Ihres Angehörigen. Auch Patientenlifter sind im Hilfsmittelverzeichnis unter der Kategorie Mobilitätshilfen (22) gelistet. Für die Intensivpflege wird oft ein Wandlifter verwendet, dessen Hebearm über dem Pflegebett in eine fest verschraubte Haltevorrichtung gesetzt wird.

Für die alltägliche Intensivpflege sind Pflegehilfsmittel zum Verbrauch zwingend notwendig, um hygienische Bedingungen zu erhalten. Pflegehilfsmittel sind Einmalhandschuhe, Handdesinfektion, Flächendesinfektion, Schutzschürzen, Bettschutzeinlagen und Mundschutz. Mit Pflegegrad hat Ihr Angehöriger Anspruch auf kostenlose Pflegehilfmittel im Wert von 40 Euro (bis 31.12.2020 pandemiebedingt 60 Euro). Diese können Sie entweder selbst kaufen und die Rechnungen einreichen, oder die Pflegehilfsmittel online bestellen und kostenlos nach Hause liefern lassen.

Umbaumaßnahmen für die Intensivpflege

Mit Pflegegrad hat Ihr Angehöriger die Möglichkeit, 4.000 Euro Zuschuss von der Pflegekasse für eine Wohnumfeldverbesserung zu erhalten. Häufige Umbaumaßnahmen sind eine Badsanierung oder der Einbau von Liften und Aufzügen zur Überwindung von Treppen und Stockwerken. Unabhängig vom Pflegegrad vergibt die KfW-Bank Zuschüsse von bis zu 6.250 Euro für den Abbau von Barrieren.

Um die Zuschüsse für den Umbau zu erhalten, benötigen Sie mehrere Kostenvoranschläge, die sie gemeinsam mit dem Antrag bei der Pflegekasse – beziehungsweise bei der KfW-Bank – einreichen. Oft sind auch Fotos von der abzubauenden Barriere, zum Beispiel dem Treppenhaus, hilfreich für eine schnelle Bearbeitung des Antrags. Wenn Sie Hilfe bei der Suche nach Anbietern oder der Antragsstellung benötigen, hilft Ihnen unsere kostenlose Beratung gerne unverbindlich weiter.

Altersgerechte Badsanierung Zuschüsse Infografik

Was sind die Vor- und Nachteile einer außerklinischen Intensivpflege?

Ist Ihr Angehöriger auf eine Intensivpflege angewiesen, stehen Sie vor einem wichtigen Entschluss. Soll er zuhause gepflegt werden, oder ist eine Intensivpflege-Einrichtung die bessere Alternative? Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir Ihnen die wichtigsten Vor- und Nachteile einer Intensivpflege in der WG oder Einrichtung zusammengefasst:

  • In der Intensivpflege wird Ihr Angehöriger von qualifiziertem Personal rundum versorgt.
  • Eine Intensivpflege zu Hause ermöglich Ihrem Angehörigen, in seinem gewohnten Umfeld zu bleiben.
  • Die Intensivpflege zu Hause nach dem 1 zu 1 Prinzip sichert eine ideale Pflege und Betreuung Ihres Angehörigen in seinen eigenen vier Wänden.
  • Die Krankenkasse übernimmt einen Großteil der Kosten für die Intensivpflege.
  • Für die Intensivpflege zu Hause erhalten Sie Zuschüsse der Pflegekasse und KfW-Bank, wenn Umbauten notwendig sind.
  • In einem Intensivpflegeheim bleibt wenig Spielraum für eine individuelle Einrichtung und freie Plätze sind rar.
  • Für die Intensivpflege zu Hause müssen Sie viel vorbereiten.
  • In einer Intensivpflege-WG haben Sie kein Mitspracherecht bei neuen Mitbewohnern.

Intensivpflege in der Wohngemeinschaft
Ein persönlicher Erfahrungsbericht von Anette N.

Die schwere Pflegebedürftigkeit kam plötzlich und traf die Familie von Helmut R. mit voller Wucht. Während einer Zeit großer Ungewissheit ergriff Anette N., die Tochter von Helmut R., die Initiative. In der Intensivpflege-WG „Morgentau“ fand Helmut R. dank der Hilfe seiner Tochter ein neues Zuhause.
Anette N. beim Gespräch über ihre Erfahrungen mit der Intensivpflege.
"Über den gesundheitlichen Zustand von meinem Vater sind wir alle immer sehr gut informiert.", sagt Anette N.

Machmal frage ich mich heute, wo ich damals die Kraft herhatte. Es schien als würde die Zeit stillstehen, nachdem mein Vater so unerwartet krank wurde. Wie als wären wir in einer Schockstarre waren wir als Familie auf einmal ganz unsicher, was die Zukunft bringt. Aber dann dachte ich mir: Ich muss das jetzt regeln. Sonst hat Papa immer alles geregelt, und ich als älteste Tochter musste das in dem Moment für ihn übernehmen.

In einem Informationsblatt im Krankenhaus erfuhr ich vom Verband Pflegehilfe. Ich hatte bereits mit Schwestern und Sozialdienst gesprochen, und ein paar Kleinigkeiten waren auch schon geregelt. Aber die große Ungewissheit war noch da: Wo soll Papa unterkommen? Ich habe mich auf der Webseite eingetragen und bekam super schnell einen Rückruf. Der freundliche Pflegeberater nahm sich mir direkt an, hörte mir geduldig zu und ging danach ganz bedacht und gründlich die nächsten Schritte mit mir durch.

Eine Intensivpflege-WG schien mir die beste Entscheidung zu sein, und der Verband Pflegehilfe konnte mir gleich mehrere Anbieter empfehlen. Jetzt lebt mein Vater schon seit fast einem Jahr in der Intensivpflege-WG. Wir gehen ihn so oft wie es nur geht besuchen, oft schaue ich nach der Arbeit vorbei, da die Wohnanlage ganz in der Nähe von meinem Büro ist. Über den gesundheitlichen Zustand von meinem Vater sind wir alle immer sehr gut informiert, denn das Pflegepersonal ist wirklich darauf bedacht, dass wir alle Informationen bekommen.

Ich möchte es jetzt nicht zu früh sagen, aber vielleicht kann mein Vater sogar bald wieder nach Hause. Na ja was heißt bald, ein paar Monate wird es wohl schon noch dauern. Aber wir sind gerade in der Planung für eine Lösung in meinem Elternhaus. Das wäre wirklich die ideale Lösung für uns alle, auch wenn Papa sicher die anderen Bewohner vermissen würde. Aber zu Hause ist es ja doch immer am schönsten.

Wir danken Frau N. für den Bericht und wünschen der ganzen Familie alles Gute für die Zukunft.

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Antworten auf die häufigsten Fragen

Intensivpflege

Die Intensivpflege ist eine spezialisierte Pflege für besonders pflegebedürftige Menschen. Senioren in Intensivpflege müssen rund um die Uhr versorgt und gepflegt werden. Diese Pflege übernehmen hoch qualifizierte Pflegekräfte. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen ambulanter Intensivpflege zuhause und stationärer Intensivpflege in einer Einrichtung.

Die Intensivpflege-Kosten variieren stark. Die Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste legen für jeden Einzelfall eine eigene Kalkulation vor. Der Eigenanteil liegt bei 10 Prozent der Pflegekosten für die ersten 28 Kalendertage im Jahr. Bei der stationären Intensivpflege fallen zusätzliche Kosten für die Unterbringung und Verpflegung im Pflegeheim an.

Bei einer häuslichen beziehungsweise ambulanten Intensivpflege verhandeln die Intensivpflegedienste direkt mit den Krankenkassen, da Rahmenverträge bislang nur vereinzelt existieren. Hier lohnt es sich, mehrere Kostenvoranschläge einzuholen, um einen Überblick über die Preise zu erhalten. In einer Intensivpflege-WG kommen auch Mietkosten hinzu.

Wenn die Intensivpflege medizinisch notwendig ist, werden die Kosten für die Behandlungspflege von der Pflege- und Krankenkasse gezahlt. Der Eigenanteil für die stationäre Intensivpflege liegt bei 10 Prozent der Pflegekosten für die ersten 28 Tage im Kalenderjahr. In der häuslichen Intensivpflege werden die Kosten für die Grundpflege über die Pflegesachleistungen finanziert.

Bei einer chronischen Erkrankung sollten Sie unbedingt einen Antrag auf Zuzahlungsbefreiung stellen. Dann verringert sich der Eigenanteil auf höchstens ein Prozent. Auch für Hilfsmittel ist dann keine gesetzliche Zuzahlung mehr fällig. Der Antrag lohnt sich: Die Zuzahlung von 10 Euro summiert sich bei der Intensivpflege zu Hause schnell.

Wenn Sie sich für eine ambulante Intensivpflege entscheiden, benötigen Sie einen Intensivpflegedienst. Ein normaler Pflegedienst übernimmt nicht alle Leistungen, die ein Intensivpflegedienst erbringen kann. Vergleichen Sie mehrere Anbieter und holen Sie sich Kostenvoranschläge ein.

Wir helfen Ihnen kostenlos beim Anbietervergleich. Wenn noch kein Pflegegrad vorhanden ist, sollten Sie diesen jetzt beantragen: Mit den Pflegesachleistungen werden die Leistungen der Grundpflege finanziert.

In Intensivpflege-WGs wohnen pflegebedürftigen Menschen zusammen, die auf eine besonders umfangreiche Pflege angewiesen sind, und beispielsweise auf künstliche Beatmung angewiesen sind. Die Wohnung ist barrierefrei gestaltet und an die speziellen Anforderungen der Beatmungspatienten angepasst. Hochqualifizierte Pflegekräfte betreuen und versorgen die Bewohner Tag und Nacht.

Wenn Ihr Angehöriger eine Intensivpflege benötigt, haben er und das Pflegepersonal besondere Anforderungen an die Wohnung. Wenn größere Umbaumaßnahmen wie eine Badsanierung oder der Einbau eines Liftes nötig sind, erhalten Sie 4.000 Euro Zuschuss von der Pflegekasse, wenn Ihr Angehöriger einen Pflegegrad hat.

Nein, auch ohne Pflegegrad kann Intensivpflege in Anspruch genommen werden. Allerdings lohnt sich die Beantragung eines Pflegegrades gerade dann, wenn die Pflegebedürftigkeit voraussichtlich auch nach dem Krankenhausaufenthalt weiter bestehen bleibt.

Eine 1:1 Intensivpflege beschreibt die Anzahl von Pflegekräften zu Intensivpflegepatienten. Bei der häuslichen 1 zu 1 Intensivpflege bedeutet das: Eine Pflegekraft versorgt einen Patienten. Die Pflege erfolgt immer in enger Abstimmung mit den Fachärzten und den Angehörigen. Dadurch ist die 1 zu 1 Intensivpflege eine besonders sorgfältige und gewissenhafte Pflegeform.

Weaning ist das englische Wort für Beatmungsentwöhnung. Nachdem ein Patient länger auf ein Beatmungsgerät angewiesen war, muss die Lunge erst neu trainiert werden, um eine selbstständige Atmung sicherzustellen. Beim Weaning wird dieser Prozess vom ersten bis zum letzten Moment von einer Fachkraft überwacht.

Wenn Patienten dauerhaft beatmet werden müssen, benötigen sie eine spezielle Form der Intensivpflege: Die Beatmungspflege. Hier werden Sie rund um die Uhr an ein Beatmungsgerät (Respirator) angeschlossen und erhalten Sauerstoff. Für die Beatmungspflege zu Hause gibt es die Heimbeatmung. Außerdem gibt es Beatmungs-WGs, in denen mehrere Beatmungspatienten gemeinsam wohnen.

Unsere geschulten Berater informieren Sie kostenlos und unverbindlich rund um das Thema Intensivpflege. Gemeinsam finden wir mit Ihnen eine passende Lösung für Ihren Angehörigen und helfen Ihnen, eine passende Einrichtung zu finden.

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