Pflegegeld
Empfänger, Höhe der Leistungen & Verwendung

Das Pflegegeld ist steuerfrei und wird Ihnen monatlich von der Pflegekasse überwiesen.

Ihr Angehöriger hat Anspruch auf Pflegegeld, wenn Sie oder andere Familienmitglieder und Bekannte ihn zuhause pflegen. Sowohl gesetzliche als auch private Pflegekassen leisten diesen monatlichen Zuschuss, mit dem die häusliche Pflege finanziert wird. In unserem Pflegegeld Ratgeber erfahren Sie alles von A wie Antrag bis Z wie Zuschüsse.

Pflege wird schnell teuer und zeitintensiv – das Pflegegeld hilft pflegenden Angehörigen, Pflege und Beruf zu kombinieren. Der Antrag ist leicht, wenn Sie sich im Voraus informieren. Erleichtern Sie sich und Ihrem Angehörigen den Alltag durch diesen Zuschuss der Pflegekasse, der monatlich überwiesen wird.

In unserem Pflegegeld Ratgeber finden Sie alles zum Thema Pflegegeld:

In den häufigen Fragen finden Sie eine kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Informationen.

Was ist Pflegegeld?

Das Pflegegeld ist steuerfrei und wird Ihnen monatlich von der Pflegekasse überwiesen.

Das Pflegegeld ist eine steuerfreie Zahlung durch die Pflegekasse, die zur Finanzierung der häuslichen Pflege dient. Ihr Angehöriger hat Anspruch auf Pflegegeld, wenn er mindestens Pflegegrad 2 hat und in einem häuslichen Umfeld gepflegt wird. Das Pflegegeld ist als Entlohnung der Pflegeperson vorgesehen und kann auf Wunsch auch direkt an diese überwiesen werden.

Auch wenn Ihr Angehöriger noch keinen Pflegegrad hat, können Sie den Antrag auf Pflegegeld stellen. In diesem Fall wird Ihr Angehöriger innerhalb weniger Wochen vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen eingestuft. Da der Anspruch auf Pflegegeld mit dem Tag der Antragsstellung beginnt, erhalten Sie rückwirkend Pflegegeld für den Zeitraum zwischen Antragstellung und Genehmigung.

Glühbirne: Pflegegeld definiert

Pflegegeld definiert: SGB XI §37

Das Elfte Sozialgesetzbuch definiert „Pflegegeld für selbst beschaffte Hilfen“ (§ 37) als eine Geldleistung, die Pflegebedürftigen, die in einer häuslichen Umgebung gepflegt werden und mindestens Pflegegrad 2 haben. Pflegegeld dient als finanzieller Anreiz, die Versorgung eines Verwandten oder Bekannten selbst zu übernehmen.

Wofür darf das Pflegegeld verwendet werden?

Das Pflegegeld ist grundsätzlich nicht zweckgebunden. Ihr Angehöriger darf und soll selbst bestimmen, wofür er den monatlichen Zuschuss nutzt. Wichtig ist aber, dass mit dem monatlichen Pflegegeld die Pflege zu Hause sichergestellt wird. Meist wird das Pflegegeld vom Pflegebedürftigen an die Pflegeperson weitergegeben.

Wenn Ihr Angehöriger von einem ambulanten Dienst versorgt wird, kann das Pflegegeld auch als Aufstockung der Pflegesachleistungen verwendet werden. Diese sind zweckgebunden – ambulante Dienste rechnen so direkt über die Pflegekasse ab. Wenn darüber hinaus noch Kosten übrig bleiben, kann Ihr Angehöriger diese mit dem Pflegegeld voll oder teilweise finanzieren.

Pflegegeld beantragen: So geht's

Für den Pflegegeld Antrag reicht ein formloses Schreiben an Ihre Pflegekasse. Voraussetzung ist, dass Ihr Angehöriger einen anerkannten Pflegegrad hat: mindestens Grad 2. Wichtig: Stellen Sie den Antrag auf Pflegegeld frühzeitig. Die rückwirkende Zahlung ist nur ab dem Eingangsdatum des Pflegegeldantrags möglich.

Gehen Sie so vor: Falls Ihr Angehöriger noch keinen anerkannten Pflegegrad hat, beantragen Sie diesen zu allererst. Sie können sich eine Vollmacht ausstellen lassen, um Anträge für ihn zu erledigen. Stellen Sie anschließend den Pflegegeldantrag. Sobald das Pflegegeld gezahlt wird, müssen Sie lediglich darauf achten, die regelmäßigen Termine der Pflegeberatung wahrzunehmen.

Alles Wichtige zum Pflegegeld

Hat Ihr Angehöriger Anspruch auf Pflegegeld? Wie hoch ist der Betrag? In diesem Video erhalten Sie in nur 95 Sekunden einen kurzen Überblick über die wichtigsten Themen.

Pflegegeld Tabelle: So viel erhalten Sie

Ausschlaggebend für die Höhe der Leistung ist der Pflegegrad. Ihre Pflegekasse überweist das Pflegegeld am Anfang des Monats an Ihren pflegebedürftigen Angehörigen. In der Regel geben Pflegebedürftige das Pflegegeld an die Pflegeperson weiter. Auf Wunsch überweist die Pflegekasse auch direkt an Sie.

Besteht der Anspruch auf Pflegegeld nicht für den vollen Kalendermonat, beispielsweise im Monat des Erstantrags, wird es anteilig gezahlt. Hierzu werden 30 Tage pro Kalendermonat angesetzt. Beispiel: Geht der Antrag auf Pflegegeld Ihres Angehörigen mit Pflegegrad 3 am vierten Tag des Monats bei der Pflegekasse ein, erhält er für diesen Monat anteilig 490 Euro Pflegegeld.

Pflegeunterstützungsgeld

Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine überbrückende Leistung der Pflegekasse.

Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine Leistung zur Überbrückung von akuten Pflegesituationen für bis zu zehn Tage im Jahr. Anspruchsberechtigt sind Arbeitnehmer, Heimarbeiter, geringfügig Beschäftigte und Rentner, die einer Beschäftigung nachgehen und durch die kurzzeitige Pflege Ihres Angehörigen einen Verlust an Arbeitsentgelt haben. Selbstständige, Beamte und Arbeitssuchende haben keinen Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld.

Um Pflegeunterstützungsgeld zu erhalten, müssen Sie bis zum zweiten Grad mit dem Pflegebedürftigen verwandt, oder verheiratet (beziehungsweise in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft) sein. Als Grundlage für die Höhe der Leistung gilt Ihr durch die kurzzeitige Pflege ausgefallenes Einkommen. Sie erhalten nur dann Pflegeunterstützungsgeld, wenn Sie in dem Zeitraum kein Gehalt beziehen.

Das Pflegeunterstützungsgeld beträgt 90 Prozent Ihres ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Es wird pro Kalendertag, begrenzt auf zehn Tage, bis zu einer Höhe von 96,25 Euro brutto ausgezahlt. Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung werden hiervon abgezogen. Sie beantragen Pflegeunterstützungsgeld bei Ihrer Kranken- oder Pflegekasse.

Landespflegegeld in Bayern

Seit 2018 unterstützt Bayern unter dem Leitsatz „Pflege stärken, Engagement belohnen“ Ihren pflegebedürftigen Angehörigen zusätzlich mit dem Landespflegegeld. Mit dieser finanziellen Unterstützung sichert die Landesregierung Bayerns eine bestmögliche Versorgung in der Pflege ab. Der Antrag wird einmalig gestellt und läuft dann für die folgenden Pflegejahre weiter.

Wenn Ihr Angehöriger in Bayern lebt und mindestens Pflegegrad 2 hat, erhält er zusätzlich 1.000 Euro pro Jahr. Das Geld ist nicht zweckgebunden und steht ihm frei zur Verfügung. Die Zahlung ist unabhängig von der Höhe seines Einkommens und bleibt steuerfrei. Weitere ausführliche Informationen sowie den Antrag finden Sie hier.

Glühbirne: Tipp. Pflegegeld wird nicht auf Hartz4 angerechnet

Pflegegeld und Hartz IV

Das Pflegegeld wird nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Wenn Sie einen Angehörigen zu Hause pflegen und dafür Pflegegeld bekommen, erhalten Sie immer noch das gesamte Arbeitslosengeld.

Verpflichtende Beratungstermine

Ihre Pflegekasse finanziert zusätzlich regelmäßige Beratungstermine. Diese sind verpflichtend. Pflegen Sie Ihren Angehörigen allein, findet die Beratung bei Ihnen Zuhause statt. Ein qualifizierte Berater übernimmt die Pflegeberatung. Wenn Sie einen ambulanten Pflegedienst beschäftigen, übernehmen die Pflegekräfte die Beratungstermine.

Wichtig: Sie müssen diese Termine selbst vereinbaren. Ihre Pflegekasse erinnert Sie nicht daran, wenn eine erneute Beratung ansteht. Hier erfahren Sie, wie oft die Pflegeberatung stattfinden muss:

Wann wird das Pflegegeld gekürzt?

Pflegegeld wird als Leistung für die Entlohnung der häuslichen Pflege gezahlt. Wird für einen längeren Zeitraum die Pflege unterbrochen, wird das Pflegegeld unter Umständen gekürzt. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Pflegebedürftigkeit Ihres Angehörigen sich kurzfristig erhöht und eine stationäre Versorgung in einer Pflegeeinrichtung nötig ist.

  1. Pflegegeld Kürzung bei Krankenhausaufenthalten:
    Ist Ihr Angehöriger nach einer Operation oder einem Sturz vollstationär im Krankenhaus, zahlt die Pflegekasse für die ersten vier Wochen Pflegegeld weiter. Danach wird die Zahlung ausgesetzt. Das gilt auch für Reha-Aufenthalte.
  2. Pflegegeld Kürzung bei Kurzzeitpflege:
    Wenn Sie als Pflegeperson verhindert sind, wird Ihr Angehöriger für den Zeitraum vollstationär in einem Pflegeheim aufgenommen. Für maximal acht Wochen wird das Pflegegeld zu 50 Prozent weitergezahlt.
  3. Pflegegeldkürzung bei Verhinderungspflege:
    Hier bleibt Ihr Angehöriger in Ihrer Abwesenheit weiterhin zuhause und wird von ambulanten Pflegediensten oder Bekannten und Verwandten gepflegt. Für maximal sechs Wochen wird das Pflegegeld zu 50 Prozent weitergezahlt.
  4. Pflegegeldkürzung bei Versäumnis der Pflegeberatung:
    Wenn Sie die verpflichtenden Beratungstermine nicht regelmäßig durchführen lassen, wird Ihnen unter Umständen das Pflegegeld gekürzt oder komplett gestrichen.

Was sind Kombinationsleistungen?

Neben dem Pflegegeld hat Ihr Angehöriger Anspruch auf Pflegesachleistungen. Über diese Pflegeleistung rechnen ambulante Pflegedienste ihre Leistungen ab. In der sogenannten Kombinationsleistung werden die beiden Gelder miteinander verrechnet: Je mehr Pflegesachleistungen Ihr Angehöriger in Anspruch nimmt, desto weniger Pflegegeld bekommt er.

Kombinationspflege: Pflegegeld und Pflegesachleistungen kombiniert

Ein Rechenbeispiel: Herr Meier hat Pflegegrad 3. Ein ambulanter Pflegedienst übernimmt einen Teil der Pflege – jeden Monat berechnet er 649 Euro. Das heißt, Herr Meier bezieht die Hälfte seiner Pflegesachleistungen.

Deshalb erhält er zusätzlich 50 % seines Pflegegeldes, also 272,50 Euro. Dadurch beträgt die Kombinationsleistung 912,50 Euro im Monat. Nutzt er 100 % der Pflegesachleistungen, bekommt er kein zusätzliches Pflegegeld.

Kostenlose Broschüre: Pflegekasse

Pflegebroschüre

  • Alles über Zuschüsse & Förderungen
  • Praktische Checklisten und Tipps
  • Die Pflegegrade im Überblick
Download
24 Stunden Pflege24 Stunden Pflege

Das sichere Gefühl, dass immer jemand für Ihren Angehörigen da ist.

24 Stunden Pflege finden
TreppenlifteTreppenlifte

Vergleichen Sie mögliche Varianten, um die für Sie passende zu finden!

Treppenlift finden
Badewanne zur DuscheBarrierefreies Bad

So gestalten Sie Ihr Badezimmer barrierefrei. Die besten Tipps und Tricks.

Barrierefreies Bad finden
Stundenweise SeniorenbetreuungSenioren­betreuung

Stundenweise mehr Lebensqualität. So finden Sie eine Betreuung vor Ort.

Seniorenbetreuung finden
ElektromobilElektromobile

Vergleichen Sie mögliche Varianten, um die für Sie passende zu finden!

Elektromobil finden
PflegeimmobiliePflege­immobilien

Eine Pflegeimmobilie als Kapitalanlage bietet zahlreiche Vorteile.

Pflegeimmobilie finden
HausnotrufHausnotruf

Ein Hausnotruf sorgt für schnelle Hilfe im Notfall und ein Sicherheitsgefühl.

Kostenlos beantragen
PflegehilfsmittelPflege­hilfsmittel

Gratis Pflegehilfsmittel direkt von der Pflegekasse bezahlt - Lieferung nach Hause.

Pflegehilfsmittel finden

Antworten auf die häufigen Fragen

Geldscheine: Ihr Pflegegeld
  • Das Pflegegeld ist eine steuerfreie Zahlung durch die Pflegekasse, die zur Finanzierung der häuslichen Pflege dient.
  • Die Höhe des Pflegegeldes richtet sich nach dem Pflegegrad Ihres Angehörigen.
  • Das Pflegegeld dient zur Entlohnung der Pflegeperson.
  • Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 haben Anspruch auf Pflegegeld.
  • Um Anspruch auf Pflegegeld zu haben, muss Ihr Angehöriger zuhause gepflegt werden.
  • Falls Ihr Angehöriger in einer vollstationären Einrichtung gepflegt wird, hat er keinen Anspruch auf Pflegegeld.
  • Das Pflegegeld richtet sich nach dem Pflegegrad Ihres Angehörigen.
  • Je höher der Pflegegrad, desto höher auch das Pflegegeld.
  • Die Höhe varriiert zwischen 316 Euro und 901 Euro im Monat.
  • Das Pflegegeld bleibt 2020 gleich.
  • Die letzte Pflegegeld Erhöhung gab es Anfang 2017, als durch das Pflegestärkungsgesetz II die Pflegestufen zu den Pflegegraden geändert wurden.
  • Eine weitere Erhöhung des Pflegegeldes ist seitens des Bundesgesundheitsministeriums derzeit nicht geplant.
  • Den Antrag auf Pflegegeld stellt Ihr Angehöriger formlos direkt bei der Pflegekasse.
  • Wenn Ihr Angehöriger Ihnen eine Vollmacht ausstellt, können Sie den Antrag auf Pflegegeld für ihn stellen.
  • Der Anspruch gilt ab Antragseingang: Stellen Sie den Antrag auf Pflegegeld also frühzeitig.
  • Die Pflegekasse überweist das Pflegegeld Ihrem Angehörigen.
  • Nach Rücksprache mit der Pflegekasse kann das Pflegegeld auch direkt auf das Konto der Pflegeperson überwiesen werden.
  • Das Pflegegeld wird monatlich überwiesen und läuft nach dem Erstantrag ununterbrochen weiter, solange Sie die verpflichtenden Beratungstermine einhalten.
  • Grundsätzlich dient das Pflegegeld als Entlohnung der Pflegeperson.
  • Pflegegeld ist ein finanzieller Anreiz, die Pflege und Versorgung des pflegebedürftigen Angehörigen selbst zu übernehmen.
  • Allerdings ist das Pflegegeld nicht zweckgebunden und kann beliebig zur Finanzierung eingesetzt werden.
  • Ja. Als Sozialleistung ist das Pflegegeld steuerfrei.
  • Pflegegeld und Arbeitslosengeld werden ebenfalls nicht verrechnet.
  • Pflegegeld zählt nicht als Einkommen des Pflegebedürftigen.
  • Wenn Sie die verpflichtenden Termine der Pflegeberatung nicht wahrnehmen, kann die Pflegekasse das Pflegegeld kürzen oder vollständig streichen.
  • In der Verhinderungspflege wird das Pflegegeld für maximal sechs Wochen pro Kalenderjahr zu 50 % weitergezahlt.
  • In der Kurzzeitpflege wird das Pflegegeld für maximal acht Wochen im Jahr zur Hälfte weitergezahlt.
  • Wenn sich Ihr Angehöriger vollstationär im Krankenhaus oder einer Reha-Einrichtung befindet, wird das Pflegegeld nur für die ersten vier Wochen weitergezahlt.
  • Unsere geschulten Berater beantworten Ihnen alle Fragen, die Sie zum Thema Pflegegeld haben.
  • Wir beraten Sie gerne auch zu weiteren Möglichkeiten, die Pflege zu finanzieren.
  • Dieser Service ist für Sie kostenlos und unverbindlich.