Betreuungs- & Entlastungsleistungen
Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI

Der Entlastungsbetrag kann vielseitig genutzt werden, wie hier zum Beispiel für eine Haushaltshilfe.

Die Betreuungs- und Entlastungsleistungen sind ein Zuschuss der Pflegeversicherung für die häusliche Pflege. Alle Personen mit einem anerkannten Pflegegerad, die zuhause gepflegt werden, haben einen Anspruch auf diesen Zuschuss. Die finanzielle Leistung unterstützt Ihren pflegebedürftigen Angehörigen und entlastet Sie als pflegenden Angehörigen.

Ihr Angehöriger erhält die Betreuungs- und Entlastungsleistungen ergänzend zu den regulären Pflegeleistungen. Dabei spielt der Grad der Pflegebedürftigkeit keine Rolle. Das monatliche Budget von 125 Euro erleichtert den anspruchsvollen Pflegealltag. Damit Ihr Angehöriger die bestmögliche finanzielle Unterstützung erhält, sollten Sie sich auch über diese Leistung gründlich informieren.

Erhalten Sie hier Informationen über die folgenden Themen:

Sie haben wenig Zeit? Einen kurzen Überblick erhalten Sie in den häufigen Fragen.

Kurzgesagt: Entlastungsleistungen

Kurzgesagt

  • Voraussetzung ist, dass die Pflege im häuslichen Umfeld stattfindet.
  • Die Leistung beträgt pauschal 125 Euro im Monat für Pflegegrad 1-5.
  • Er kann für eine 24h-Pflege oder Haushaltshilfe genutzt werden.

Corona-Sonderregelungen zum Entlastungsbetrag

  • Sonderregelungen bis 31.12.2020: Um Pflegebedürftige und Angehörige in der aktuellen Lage weiter zu unterstützen, wurden die Möglichkeiten zur Verwendung des Entlastungsbetrages ausgeweitet. So dürfen Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 den Entlastungsbetrag auch für nicht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag verwenden. Unabhängig vom Pflegegrad entfallen nicht abgerufene Entlastungsleistungen aus 2019 erst zum 31.12.2020.
  • Ungenutzte Entlastungsleistungen aus dem Vorjahr (2019) verfallen erst Ende Dezember 2020.
  • Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 können den Entlastungsbetrag flexibler einsetzen.

Was ist der „Entlastungsbetrag“?

Seniorin nutzt den Entlastungsbetrag für eine Haushaltshilfe

Der Entlastungsbetrag soll die Selbstständigkeit Ihres pflegebedürftigen Angehörigen erhalten und Sie als pflegenden Angehörigen entlasten. Mit dem Zuschuss von 125 Euro finanziert die Pflegekasse verschiedene Dienstleistungen. Das Geld bekommt Ihr Angehöriger nur für nachgewiesene Leistungen ausgezahlt. Beschäftigen Sie zum Beispiel eine Haushaltshilfe, gehen Sie in Vorleistung und reichen die Leistungsnachweise bei Ihrer Pflegekasse ein.

In § 45b des SGB XI ist der Anspruch auf die zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen geregelt. Voraussetzung ist, dass Ihr Angehöriger einen anerkannten Pflegegrad besitzt. Der Anspruch gilt dabei für alle Pflegegrade von eins bis fünf. Wichtig ist außerdem, dass Ihr Angehöriger in seinem Zuhause gepflegt wird. Mit dem Entlastungsbetrag finanzieren Sie beispielsweise die Inanspruchnahme einer zusätzlichen Haushaltshilfe.

Nutzt Ihr Angehöriger den Betrag in einem Monat nicht oder nur teilweise, wird der Restbetrag in den nächsten Monat übertragen. Bis zum 30. Juni nutzt er seinen angesparten Entlastungsbetrag aus dem Vorjahr zum Beispiel für die Eigenbeteiligung bei der Kurzzeitpflege.

  • Der Entlastungsbetrag ist ein Pauschalbetrag von 125 Euro im Monat, der allen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 1 zusteht.
  • Diese Leistung erhält Ihr Angehöriger zusätzlich zu Pflegegeld oder Pflegesachleistungen.
  • Voraussetzung: Ihr Angehöriger wird zu Hause gepflegt.

Das Wichtigste in Kürze

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihren Anspruch auf Betreuungs- und Entlastungsleistungen. In nur 90 Sekunden haben wir in diesem Video für Sie die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Entlastungsbetrag erhalten: So geht’s

Den Entlastungsbetrag ganz einfach von der Pflegekasse erhalten

Den Entlastungsbetrag müssen Sie nicht beantragen. Sobald Ihr Angehöriger einen Pflegegrad besitzt, hat er Anspruch auf diese zusätzliche Leistung. Anders als das Pflegegeld ist der Entlastungsbetrag zweckgebunden. Das bedeutet, dass Sie das Geld nur für genehmigte Dienstleistungen verwenden dürfen. Den Leistungsnachweis für diese Dienstleistungen reichen Sie bei der Pflegekasse Ihres Angehörigen ein, gehen aber zunächst in Vorkasse.

Um den Prozess zu vereinfachen, unterschreibt Ihr Angehöriger alternativ eine Abtretungserklärung. Dann ist der Dienstleister berechtigt, den Entlastungsbetrag direkt bei der Pflegekasse abzurechnen. So müssen Sie nicht in Vorleistungen gehen, keine Leistungsnachweise sammeln und sparen sich die rückwirkende Abrechnung.

Sammel-Abrechnung des Entlastungsbetrags

Ihr Angehöriger kann den Entlastungsbetrag auch rückwirkend verwenden. Auch rückwirkend hat Ihr Angehöriger einen Anspruch auf den Entlastungsbetrag. Nutzt er den Betrag von 125 Euro in einem Monat nicht oder nur teilweise, überträgt sich der Restbetrag in den nächsten Monat. Bis zum 30. Juni* im folgenden Jahr besteht der Anspruch auf diese finanzielle Leistung.

Ihr Angehöriger beschäftigt bereits eine Haushaltshilfe? Auch für bereits erbrachte Leistungen kann er den Entlastungsbetrag nachträglich verwenden. Sammeln Sie alle Rechnungen beziehungsweise Nachweise und reichen Sie diese bei der Pflegekasse ein. Bis zum 30. Juni* erhält er so nachwirkend die finanzielle Unterstützung für das Vorjahr.

* Corona-Sonderregelung: Entlastungsleistungen aus 2019 verfallen erst zum 31.12.2020.

Beispielrechnung:

Herr Müller verwendet bereits seit Januar 2019 monatlich 80 Euro des Entlastungsbetrags für eine Haushaltshilfe. Die restlichen 45 Euro des Budgets hat er monatlich bis in den November angespart.

Nach einer Operation an der Schulter muss er 4 Wochen im Dezember in die Kurzzeitpflege. Den angesparten Betrag der letzten elf Monate von 495 Euro nutzt er für seinen Eigenanteil in der Kurzzeitpflege. Rechnet man mit durchschnittlichen Preisen, kostet ihn die Pflege so nur noch 340 Euro.

gluehbirne

Gut zu wissen: 4.000 € Zuschuss ab PG1

Ab Pflegegrad 1 haben Pflegebedürftige Anspruch auf einen Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro für den Einbau von einem Treppenlift.

Über die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen bezuschusst die Pflegekasse den Abbau von Barrieren und Hürden im eigenen Zuhause, um eine häusliche Pflege zu ermöglichen.

Die Verwendung des Entlastungsbetrags

Seniorin nimmt die Kurzzeitpflege in Anspruch

Sie können den Betrag für unterschiedliche Angebote nutzen. Achten Sie darauf, welche Leistungen Ihr Bundesland als Betreuungs- und Entlastungsleistungen anerkennt. Gerade bei der Seniorenbetreuung und den sogenannten „niederschwelligen Betreuungsleistungen“ unterscheiden sich die Länder.

  • Finanzierung einer 24 Stunden Pflege
  • Tages- oder Nachtpflege in einer stationären Einrichtung
  • Eigenanteil bei der Kurzzeitpflege
  • Dienstleistungen einer anerkannten Haushaltshilfe
  • Nur Pflegegrad 1: körperbezogene Maßnahmen eines ambulanten Pflegedienstes
  • Pflegegrad 2 bis 5: Andere Unterstützungsleistungen von ambulanten Pflegediensten, zum Beispiel Hilfe im Haushalt

Der Entlastungsbetrag in der Verhinderungspflege

Mit der Verhinderungspflege stellen Sie sicher, dass Ihr Angehöriger auch während Ihrer Abwesenheit gut versorgt ist. Die stunden- oder wochenweise Pflege übernimmt eine Privatperson oder die Pflegekraft eines ambulanten Pflegedienstes. Die Pflegekasse bezuschusst die Verhinderungspflege mit 1.612 Euro im Jahr. Dieser Zuschuss kann auf bis zu 2.418 Euro durch nicht verwendete Mittel aus der Kurzzeitpflege aufgestockt werden.

Ergänzend zu diesem Zuschuss kann Ihr Angehöriger auch zur Finanzierung der Verhinderungspflege den Entlastungsbetrag einsetzen, wenn die Mittel aus der Kurzzeitpflege bereits aufgebraucht sind.

Am einfachsten funktioniert die Abrechnung über die Abtretungserklärung. So verrechnet der Pflegedienst die stunden- oder tageweise erbrachten Leistungen direkt mit der Pflegekasse Ihres Angehörigen. Der Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro wird so direkt für die Leistungen eingesetzt. Kombinieren Sie die Verhinderungspflege mit den jährlichen Entlastungsleistungen, können Sie bis zu 3.112 Euro Zuschuss erhalten.

Der Entlastungsbetrag in der Kurzzeitpflege

Sie nutzen einen Kurzzeitpflege für Ihren Angehörigen, um Lücken in seiner Versorgung zu schließen. Oft kommt die Kurzzeitpflege nach einer Operation zum Einsatz, wenn die Pflegebedürftigkeit besonders hoch ist. Ihr Angehöriger zieht dann vorübergehend in ein Pflegeheim ein. Hier wird er medizinisch versorgt und betreut, bis er wieder entlassen wird.

Die Kosten für die Kurzzeitpflege verrechnen Sie mit dem Entlastungsbetrag. Anfallende Pflegekosten übernimmt die Pflegekasse bis zu einem Höchstbetrag. Meistens sind die Kosten für die Kurzzeitpflege insgesamt höher als die Kostenerstattung der Pflegeversicherung. Ihr Angehöriger kann in diesem Fall den Entlastungsbetrag mit den Kosten verrechnen.

Dabei kann der Betrag für Pflegekosten eingesetzt werden, die höher als der Erstattungsbetrag sind. Kosten für Verpflegung und Unterbringung im Pflegeheim, die sogenannten Hotelkosten, verrechnet Ihr Angehöriger ebenfalls mit dem Entlastungsbetrag. Auch für anfallende Fahrtkosten zur Pflegeeinrichtung und zurück kann er die 125 Euro nutzen. Sammeln Sie dazu alle Nachweise und reichen Sie diese bei der Pflegekasse ein.

Zusätzlichen Entlastungsbetrag erhalten

Durch die Umwandlung von nicht verwendeten Pflegesachleistungen wird der Entlastungsbetrag aufgestockt. Dabei sind bis zu 40 Prozent der Pflegesachleistungen umwandelbar. Der umgewandelte Betrag ist dann genau so verwendbar wie der ursprüngliche Entlastungsbetrag. Damit Sie genau wissen, auf wie viel Sie Ihren Entlastungsbetrag aufstocken können, haben wir Ihnen eine Übersicht für Pflegegrad 1 bis 5 in einer Tabelle erstellt.

Pflege­sachleistungen40 % UmwandlungGesamtbetrag*
Pflegegrad 1
125 €
Pflegegrad 2689 €275,60 €400,60 €
Pflegegrad 31.298 €519,20 €644,20 €
Pflegegrad 41.612 €644,80 €769,80 €
Pflegegrad 51.995 €798 €923 €
* Im Gesamtbetrag wurde der Basis-Entlastungsbetrag von 125 Euro bereits mit 40 Prozent der Pflegesachleistungen verrechnet.

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Antworten auf die häufigsten Fragen

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  • Der Entlastungsbetrag ist ein zweckgebundener Pauschalbetrag. Die Höhe im Jahr 2020 beträgt 125 Euro im Monat.
  • Anspruch haben alle Pflegebedürftige bereits ab Pflegegrad 1, die in einem häuslichen Umfeld gepflegt werden.
  • Mit dieser Leistung unterstützt die Pflegekasse Ihren pflegebedürftigen Angehörigen zusätzlich im Alltag.
  • Anspruch haben alle Pflegebedürftigen Menschen mit einem anerkannten Pflegegrad. Die Höhe des Pflegegrads spielt dabei keine Rolle.
  • Voraussetzung ist, dass Ihr Angehöriger in einem häuslichen Umfeld gepflegt wird.
  • Einen Antrag auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen müssen Sie bei Ihrer Pflegekasse nicht extra stellen.
  • Bereits mit der Feststellung des Pflegegrades ist Ihr Angehöriger berechtigt, die Entlastungsleistungen zu nutzen.
  • Ihr Angehöriger sammelt die Leistungsnachweise und reicht Sie bei seiner Pflegekasse ein. Die Mitarbeiter prüfen die eingereichten Unterlagen.
  • Erkennt die Pflegekasse die Leistungen an, überweist sie Ihrem Angehörigen den Entlastungsbetrag.
  • Im Regelfall begleichen Sie die Rechnung in Vorkasse und reichen anschließend schriftlich die Leistungsnachweise bei Ihrer Pflegekasse ein.
  • Sie können die Erstattung auch rückwirkend beantragen: Bis zum 30. Juni können Sie nicht genutzte Beträge aus dem Vorjahr aufbrauchen.
  • Alternativ unterzeichnet Ihr Angehöriger eine Abtretungserklärung. Dann verrechnet der Pflegedienst die erbrachten Leistungen direkt mit der Pflegekasse.
  • Ihr Angehöriger als pflegebedürftige Person reicht die Leistungsnachweise bei ihrer Pflegekasse ein, um den Entlastungsbetrag zu erhalten.
  • Anschließend überweist die Pflegekasse das Geld auf das Konto Ihres Angehörigen.

  • Den Entlastungsbetrag verwenden Sie für fast alle Unterstützungsangebote der häuslichen Pflege.
  • Am häufigsten wird der Betrag für die Finanzierung einer Haushaltshilfe genutzt.
  • Er kann auch für die Finanzierung einer Einkaufshilfe verwendet werden.
  • Die Kosten für die Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege können mit dem Entlastungsbetrag bezuschusst werden.
  • Nutzt Ihr Angehöriger derzeit den Entlastungsbetrag nicht oder nur teilweise, spart er das Geld bei seiner Pflegekasse an.
  • Bis zum 30.06. des nächsten Jahres kann er den angesparten Betrag nutzen.
  • Corona-Sonderregelung: Der Entlastungsbetrag 2020 verfällt erst zum 30.09.
  • Mitarbeiter eines anerkannten Pflegedienstes erbringen die Leistungen, die Sie mit dem Entlastungsbeitrag finanzieren.
  • Das kann auch eine Haushaltshilfe sein.
  • Leistungen die von Privatpersonen, beispielsweise Angehörige oder Bekannte, erbracht werden, werden nicht mit dem Entlastungsbetrag unterstützt.
  • Die Verhinderungspflege erfolgt durch einen professionellen Pflegedienst oder durch Privatpersonen.
  • Nur wenn ein Pflegedienst die Verhinderungspflege übernimmt, wird der Entlastungsbetrag auch hierfür ausgezahlt.
  • Wir beraten Sie telefonisch ausführlich rund um das Thema Entlastungsleistungen.
  • Ihr persönlicher Berater klärt mit Ihnen alle Fragen, die Sie haben.
  • Auch bei allen anderen Themen rund um die Pflege sind wir Ihr erster Ansprechpartner.