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Hausnotruf - Hilfe auf Knopfdruck

Seniorin mit Hausnotruf

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko eines Unfalls zu Hause. Viele Senioren sorgen sich deshalb, ob sie im Fall der Fälle rechtzeitig ihre Angehörigen oder den Rettungsdienst rufen können. Mit einem Hausnotruf können Sie per Knopfdruck rund um die Uhr Hilfe rufen. Zudem ist der Hausnotruf bei anerkanntem Pflegegrad kostenlos.

Der Verband Pflegehilfe informiert Sie auf dieser Seite über die Funktion eines Hausnotrufs und verrät Ihnen, worauf Sie beim Kauf besonders achten müssen. Außerdem erfahren Sie, welche Fördermöglichkeiten Ihnen zustehen.

Sie haben wenig Zeit? Einen kurzen Überblick erhalten Sie unter Fragen und Antworten.

Bonus: Infobroschüre

Zuschüsse, Rechtsfragen – alle Informationen zur Hausnotruf!

Funktion & Installation

Wie funktioniert ein Hausnotrufsystem?

Hausnotrufgerät und Blumen

Ein Hausnotruf-System besteht aus zwei Komponenten: der Basisstation und dem Funksender. Die Basisstation ist fest in der Wohnung installiert. Den Funksender trägt die pflegebedürftige Person bei sich. Im Notfall kann damit per Knopfdruck die Notrufzentrale erreicht werden.

In demselben Moment, in dem der Sender die Basisstation anfunkt, geht ein Notruf bei dem Hausnotruf-Anbieter ein. Anhand der Rufnummer wird der entsprechende Nutzer identifiziert und die Mitarbeiter bekommen umgehend die entsprechenden Informationen wie Name, Anschrift und Krankheitsbild angezeigt.

Hausnotruf

So funktioniert ein Hausnotruf-System:

  1. Der Senior trägt einen kleinen, wasserdichten Sender, als Anhänger oder Armband, rund um die Uhr bei sich.
  2. Im Notfall drückt er den Knopf und funkt damit die Basisstation an.
  3. Der Sprechkontakt zu einem Mitarbeiter der Notfallzentrale wird hergestellt. Die Zentrale ist 24h erreichbar.
  4. Der Mitarbeiter der Notfallzentrale nimmt Kontakt zu dem Betroffenen auf. Dank des starken Mikrofons und Lautsprechers ist dies auch durch Wände hindurch möglich.
  5. Je nach Situation wird eine Vertrauensperson, ein Bereitschaftsdienst oder der Rettungsdienst alarmiert. Es wird umgehend Hilfe geschickt.
  6. Bei Bereitstellung eines Schlüssels erhalten die Mitarbeiter des Hausnotruf-Anbieters schnelleren Zugang zur Wohnung.

Die Installation eines Hausnotrufs

Die Installation eines Hausnotruf-Systems ist in jeder Wohnung möglich. Im Normalfall erfolgt der Einbau ein bis zwei Wochen nach der Bestellung. Sollten Sie den Hausnotruf dringender benötigen, so kann das System meist auch in wenigen Tagen installiert werden.

Die Basisstation wird direkt mit dem Telefonanschluss verbunden. Sollte dieser nicht vorhanden sein, ist ein Anschluss an das Mobilfunknetz möglich. Die Reichweite der Basisstation beträgt 30 bis 50 Meter, sodass von jeder Stelle der Wohnung oder des Hauses eine Verbindung zum Sender möglich ist.


Videoempfehlung: Hausnotruf

In diesem Film erfahren Sie, wie ein Hausnotrufsystem eingerichtet wird. Außerdem werden Sie über die Funktion und die Vorteile informiert. Überzeugen Sie sich von der Sicherheit per Knopfdruck.

Welche Zusatzfunktionen gibt es?

Rauchmelder

Ergänzend zum Hausnotruf-Basissystem gibt es verschiedene Zusatzfunktionen. Die meisten Zusatzfunktionen können auch nachträglich eingebaut oder dazu gebucht werden.

  1. Die Kombination mit einem batteriebetriebenen Funk-Rauchmelder: Bei starker Rauchentwicklung wird über das Hausnotrufgerät ein Alarmsignal an die Notrufzentrale gesendet und die Feuerwehr benachrichtigt.
  2. Sturzmelder oder Fallsensoren:  Ein Fallsensor wird direkt am Körper, zum Beispiel am Gürtel, getragen. Bei einem Sturz oder einem ähnlichen Unfall wird umgehend die Notrufzentrale verständigt
  3. Eine Epilepsie-Matte: Sie dient der Meldung von möglichen epileptischen Anfällen im Bett. Wird von der Matte mit Epilepsie-Sensor ein Anfall registriert, wird sofort die Notrufzentrale alarmiert.

Anspruch prüfen

Für wen ist ein Hausnotruf sinnvoll?

Seniorin mit 24-Stunden-Betreuer

Besonders eignet sich ein Hausnotruf für alleinlebende ältere, pflege- oder hilfsbedürftige Menschen mit krankheits- oder altersbedingten Beschwerden.

Auch für chronisch kranke Menschen, die zum Beispiel an Diabetes, Herzinsuffizienz oder Asthma leiden eignet sich der Hausnotruf. Menschen mit Behinderung oder anderen körperlichen Einschränkungen schätzen den Hausnotruf ebenfalls als stets einsatzbereiten „Helfer“.

Anbieterauswahl

Worauf Sie beim Kauf eines Hausnotruf-Systems achten müssen:

Informieren Sie sich vorab genau über die Leistungen und Konditionen der verschiedenen Hausnotruf-Anbieter und achten Sie besonders auf deren Haftungs- und Kündigungsbedingungen. Auf folgende Kriterien sollten Sie bei der Auswahl achten:

  1. Gute Beratung: Umfassende Informationen zu technischen Voraussetzungen, Funktionsweise, Inbetriebnahme, Notrufbearbeitung, Leistungsspektrum des Anbieters und allen Kosten.
  2. Schnelle Reaktion: Kurze Reaktionszeit der Notrufzentrale auf den ausgelösten Alarm.
  3. Gute Sprachqualität: Gute und deutlich verständliche Sprechverbindung bei dem Kontakt zur Notrufzentrale.
  4. Testmöglichkeit: Fragen Sie nach, ob Sie das Gerät vor dem Kauf kostenlos testen können.
  5. Aufbauservice: Auf- und Einbau der Hausnotruf-Basisstation und deren Anschluss an die bestehende Telefonleitung sollte durch Fachleute des Anbieters durchgeführt werden
  6. Gute Einweisung: Kostenlose Unterstützung bei der Inbetriebnahme des Geräts mit Einweisung. Fragen Sie nach, wenn Ihnen bei der Bedienung etwas unklar ist
  7. Verständliche Verträge: Leicht verständlich formulierte Informations- und Vertragsunterlagen. Am besten ist es, wenn es einen monatlichen Fixpreis gibt und eine monatliche Kündigung möglich ist.
24 Stunden Pflege
Wichtige Tipps für die Kaufentscheidung

Fragen Sie nach, wer die Kosten für einen Fehlalarm übernimmt, das heißt, wenn das Gerät aus Versehen ausgelöst wurde.

Testen Sie vor dem Kauf die Reichweite des Notrufsystems: Es nützt nichts, wenn das Gerät nur in dem Zimmer funktioniert, in dem das Basisgerät steht. Das Gerät muss im ganzen Haus und möglichst auch im Garten und Keller funktionieren.

Kosten & Förderung

Die Preise und die laufenden Kosten für einen Hausnotruf variieren je nach Funktion und Anbieter. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Komponenten aufgeschlüsselt:

Einmalige Anschlusskosten

Die meisten Anbieter erheben einmalige Kosten in Höhe von 10 bis 60 Euro für die Einrichtung des Systems. Bei anerkanntem Pflegegrad zahlt die Pflegekasse einen festen Zuschuss von 10,49 Euro zu den einmaligen Anschlussgebühren. Manche Hausnotrufdienste erlassen die Anschlussgebühr bei einer Laufzeit ab einem Jahr – Nachfragen lohnt sich!

Hausnotruf-Basisversorgung gratis

Wenn das Gerät einmal angeschlossen ist, zahlt der Nutzer für den Dienst eine monatliche Nutzungsgebühr. Bei einem anerkannten Pflegegrad bekommen Sie die Kosten von €23,00 erstattet. Somit ist der Hausnotruf in der Basisvariante für alle Pflegebedürftigen mit Pflegegrad kostenlos.

Hausnotruf-Zusatzversorgung

Wenn Sie zusätzliche Dienste, wie die Hinterlegung eines Haus- oder Wohnungsschlüssels, nutzen möchten fallen höhere Gebühren an. Für Personen mit Pflegegrad wird hier der durch die Pflegekasse erstattete monatliche Betrag von €23,00 weiterhin übernommen, sodass die Kosten trotz Zusatzleistungen weiterhin sehr niedrig sind.


Das Hausnotruf-System kann auch mit einem Rauchmelder kombiniert werden. Dafür ist mit Mehrkosten in Höhe von mindestens 5 Euro pro Monat zu rechnen. Sturzmelder oder Fallsensoren kosten zwischen 5 und 10 Euro monatlich. Die Pflegekasse übernimmt in der Regel nur die Kosten für die Basisversorgung. Die darüberhinausgehenden Zusatzkosten müssen Sie selbst tragen.

24 Stunden Pflege
Zusatzkosten für Anrufe prüfen

In der Monatsgebühr sind bei einigen Anbietern bereits alle Notfall-Anrufe enthalten. Andere Anbieter offerieren dafür nur einen kostenlosen Anruf pro Monat und berechnen alle weiteren zusätzlich.

Erkunden Sie sich deshalb beim Anbieter über inbegriffene Leistungen und Kosten.


Förderungs-Möglichkeiten

Es gibt zahlreiche Fördermittel und Zuschüsse für die Anschaffung eines Hausnotruf-Systems. Hier erfahren Sie mehr über die Fördermöglichkeiten und Kostenübernahmen der verschiedenen Institutionen:

Pflegekasse

Münzen und Geldscheine

Der Hausnotruf ist ein offiziell anerkanntes technisches Hilfsmittel für Senioren. Pflegebedürftige mit Pflegegrad erhalten von der Pflegekasse einen Zuschuss von 10,49 Euro für die Installation der Basis- oder Standardversorgung. Die monatlichen Kosten für den Hausnotruf werden bei vorhandenem Pflegegrad mit 23 Euro bezuschusst und damit in den meisten Fällen komplett übernommen.

Steuerliche Erleichterung

Die Kosten für einen Hausnotruf können als „haushaltsnahe Dienstleistung“ offiziell von der Steuer abgesetzt werden. Dabei ist es unerheblich, ob der Betroffene in den eigenen vier Wänden, einem Seniorenheim oder einer betreuten Wohnanlage untergebracht ist.

Sozialämter der Städte und Landkreise

Für einkommensschwache Menschen gibt es einen separaten Zuschuss durch die Sozialämter der Städte und Landkreise. Für den Antrag sollten Sie sich die Notwendigkeit eines Hausnotrufes durch einen Arzt bescheinigen lassen. Ebenfalls müssen Sie nachweisen können, dass lediglich ein sehr geringes monatliches Einkommen zur Verfügung steht und nicht auf Rücklagen zurückgegriffen werden kann.

KfW-Bankengruppe und Förderbanken

Die „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ (KfW) sowie die Förderbanken der Bundesländer bieten für den behindertengerechten barrierefreien Wohnraumumbau entsprechende Förderprogramme. Dazu gehört auch die Einrichtung des Hausnotrufs. Menschen mit Gehproblemen oder Körperbehinderungen, die nicht pflegebedürftig sind, können sich die Anschaffung eines Hausnotruf-Systems bezuschussen oder fördern lassen.

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Häufige Fragen

Pflegemittel

Mit einem Hausnotruf-System kann per Knopfdruck die Hausnotrufzentrale erreicht werden. Es besteht aus einer Basisstation und einem Funksender. Den Funksender trägt Ihr Angehöriger am Handgelenk oder um den Hals. Sobald der Knopf gedrückt wird, setzt sich ein Gesprächspartner mit Ihrem Angehörigen in Verbindung und schickt im Notfall Nachbarn, Angehörige oder den Rettungsdienst.

In der Regel übernimmt ein Mitarbeiter des Hausnotruf-Anbieters die Montage. Der Einbau der Basisstation erfolgt ein bis zwei Wochen nach der Bestellung. Diese wird direkt mit dem Telefonanschluss verbunden.

Achten Sie darauf, dass Sie genügend Informationen zu technischen Voraussetzungen und zur Funktionsweise erhalten. Außerdem sollten Sie das Gerät unbedingt vor dem Kauf testen. Stellen Sie sicher, dass die Hausnotruf-Basisstation durch Fachleute des Anbieters eingebaut wird.

Das System sollte außerdem eine kurze Reaktionszeit und eine gute und deutlich verständliche Sprechverbindung zur Notrufzentrale aufweisen. Beachten Sie auch die Informations- und Vertragsgrundlagen – diese sollten leicht verständlich formuliert sein und idealerweise eine monatliche Kündigung ermöglichen.

Die meisten Anbieter verlangen für das Hausnotruf-System einmalige Kosten in Höhe von €10 bis €60. Zusätzlich fallen laufende Kosten in Höhe von ungefähr €20 pro Monat an.

Wenn Sie einen Pflegegrad vorweisen können, zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss von €10,49 für die einmalige Installation. Die laufenden Kosten werden mit €23 pro Monat bezuschusst und damit in der Regel komplett übernommen. Weitere Förderungsmöglichkeiten bieten Sozialämter, Landkreise und die KfW-Bank.

Der Verband Pflegehilfe kann für Sie geeignete Anbieter für die Einrichtung des Hausnotrufs in Ihrer Region finden. Nach der telefonischen Beratung leitet der Verband die notwendigen Schritte ein, damit Sie möglichst kostenlos zu Ihrer Hausnotruf-Versorgung kommen.