Mit dem Rollstuhl mobil bleiben
Kosten, Zuschüsse und Modelle im Überblick

Die Familie ist mit der Seniorin im Rollstuhl auf einem schönen beim Spaziergang.

Ein Rollstuhl gibt Ihrem Angehörigen die Mobilität zurück, die durch körperliche Einschränkungen im Alter verloren gegangen ist. Durch einen Rollstuhl bietet sich die Möglichkeit, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dadurch lässt sich die Lebensqualität Ihres Angehörigen erheblich verbessern.

Ist Ihr Angehöriger nur teilweise eingeschränkt, wird ein Rollstuhl unterstützend eingesetzt und schont die Gelenke. Je nachdem, welche Bedürfnisse Ihr Angehöriger hat, findet sich ein passendes Rollstuhl-Modell. Wir informieren Sie über Modelle, Kosten und Zuschüsse und beraten Sie gerne bei der Anbieterwahl.

Alle Informationen rund um Rollstühle finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.

Einen Überblick erhalten Sie in den häufigsten Fragen.

Stoppuhr-Icon Kurzgesagt: Rollstühle

Stoppuhr-Icon Kurzgesagt

  • Es gibt viele verschiedene Modelle von Rollstühlen.
  • Mit Rezept übernimmt die Krankenkasse die Kosten als Hilfsmittel.
  • Alle fünf Jahre genehmigt die Kasse eine Neuanschaffung.

Für wen eignet sich ein Rollstuhl?

Der Senior im Rollstuhl wird von seiner Angehörigen zu einem Aussichtspunkt im Freien geschoben.

Rollstühle sind für viele Menschen ein unentbehrliches Hilfsmittel im Alltag. Der Rollstuhl macht die Mobilität für Personen mit körperlichen Einschränkungen wieder möglich. Auch psychisch trägt das zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Der Rollstuhl ermöglicht mehr Selbstständigkeit.

Bei klassischen Rollstuhl-Modellen werden die Räder von Ihrem Angehörigen selbst per Hand angetrieben oder er lässt sich schieben. Möchten Sie die Gelenke Ihres Angehörigen schonen, ist ein Elektromobil eine Alternative. Bei größeren Bewegungsschwierigkeiten kommt ein Elektrorollstuhl infrage.

  • Ein Rollstuhl ermöglicht Ihrem Angehörigen mehr Selbstständigkeit und Mobilität im Alltag.
  • Sowohl bei vorübergehender als auch bei dauerhafter Einschränkung kann ein Rollstuhl helfen.
  • Die Lebensqualität Ihres Angehörigen verbessert sich durch die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

Welche Rollstuhl-Modelle gibt es?

Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse. Darauf sind auch die verschiedenen Rollstuhl-Modelle ausgelegt. Damit Sie das richtige Modell für Ihren Angehörigen finden, müssen Sie einschätzen, wie der Rollstuhl zum Einsatz kommen soll. Auch die körperliche Verfassung Ihres Angehörigen ist ausschlaggebend für die Wahl des richtigen Hilfsmittels.

Die Pflegekraft schiebt die Seniorin im Rollstuhl durch den frühlingshaften Park.

Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten von Rollstühlen unterschieden: dem manuellen Rollstuhl und dem Elektrorollstuhl. Je nach körperlicher Verfassung Ihres Angehörigen, können Modelle mit mehr oder weniger Unterstützung zum Einsatz kommen. Es kommt auf die individuelle Situation an, welches der Modelle geeignet ist.

Der Standardrollstuhl ist ein günstiges Basismodell. Standardrollstühle kommen in der Regel als vorübergehende Mobilitätshilfe zum Einsatz, zum Beispiel nach einer OP als Krankenfahrstuhl. Dabei muss Ihr Angehöriger geschoben werden, da ein Eigenantrieb kraftaufwendig ist. Auch sind Standardrollstühle nur eingeschränkt auf die körperlichen Eigenschaften Ihres Angehörigen anpassbar, sie sind auf Dauer nicht komfortabel.

Anders ist es beim Leichtgewichtrollstuhl. Er ähnelt den Standardrollstühlen, wiegt jedoch nur 13 - 17 Kilogramm. Da er faltbar ist eignet er sich auch für den Transport besser. Einstellungsmöglichkeiten gibt es bei diesem Modell nur beschränkt, es eignet sich also weniger als Dauerlösung oder bei großer Aktivität. Der Einsatz bei geringer Aktivität und für kürzere Strecken im Eigenantrieb ist aber durchaus möglich.

Das Seniorenehepaar bleibt trotz Rollstuhl aktiv und genießt die Aussicht am Flussufer.

Ein hohes Maß an Selbstständigkeit bietet der Aktivrollstuhl oder Adaptivrollstuhl. Er hat eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten, die individuelle Bedürfnisse Ihres Angehörigen berücksichtigen und die Nutzung komfortabel machen. Mit einem Gewicht von 5 – 10 Kilogramm ist er bestens für den Eigenantrieb geeignet und ermöglicht eine dauerhafte Nutzung.

Wenn die Mobilität Ihres Angehörigen stark eingeschränkt ist und Sie den Rollstuhl zur Unterstützung in der Pflege benötigen, empfiehlt sich ein Multifunktionsrollstuhl. Es handelt sich dabei um einen Schieberollstuhl, der in verschiedene Sitz- und Liegestellungen gebracht werden kann. Man spricht auch von einem Pflegerollstuhl.

Das letzte Modell ist der Elektrorollstuhl. Dieser ist geeignet, wenn Ihr Angehöriger in seinen Bewegungen stark eingeschränkt ist. Die Steuerung erfolgt über einen Joystick und der Antrieb ist elektrisch. So können Sie die Gelenke Ihres Angehörigen schonen und ihm ein hohes Maß an Eigenständigkeit gewährleisten.

  • Standardrollstuhl: wenig Einstellungsmöglichkeiten, vorübergehende Lösung, kraftaufwendig
  • Leichtgewichtrollstuhl: beschränkte Einstellungsmöglichkeiten, wenig Gewicht, faltbar
  • Aktivrollstuhl: vielseitige Einstellungsmöglichkeiten, passgenau, für dauerhafte Nutzung
  • Pflegerollstuhl: multifunktional, mit Liegeeinstellung, erleichtert die Pflege
  • Elektrorollstuhl: Sitz & Fahreigenschaften einstellbar, große Selbstständigkeit, schont die Gelenke

Abmessungen und Einstellungsmöglichkeiten

Wenn Ihr Angehöriger in seiner Gehfähigkeit eingeschränkt ist, ersetzt ein individuell angepasster Rollstuhl die Funktion der Beine. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Passform des Rollstuhls auf die Bedürfnisse Ihres Angehörigen einstellt ist. Ihr Sanitätshaus oder Rollstuhl-Fachanbieter kann Sie dabei professionell beraten. Beachten Sie folgende Maße:

  1. Sitzeinheit (SE)
    Eine komfortable Sitzeinheit ist wichtig für Ihren Angehörigen. Das lange Sitzen wird sonst auf Dauer nicht nur unbequem, sondern auch gesundheitsschädlich. Achten Sie darauf, dass Breite und Tiefe optimal eingestellt sind.
  2. Sitzbreite (SB)
    Die Sitzbreite bezeichnet den Abstand zwischen den Rahmenaußenkanten. Zwischen das Becken und die Seitenteile sollte maximal eine flache Hand passen. Als Faustregel kann mit zwei Zentimetern pro Seite gerechnet werden.
  3. Sitztiefe (ST)
    Die ergonomische Form des Sitzes garantiert Ihrem Angehörigen eine optimale Druckverteilung und stützt die Beinhaltung. Die richtige Sitztiefe verhindert Schmerzen durch langes Sitzen.
  4. Sitzhöhe (SH)
    Eine gute Sitzhöhe erleichtert den Antrieb der Räder. Von einer optimalen Sitzhöhe spricht man, wenn unter dem Fußbrett mindestens drei Zentimeter Platz sind. Die Hände sollten bei hängenden Armen knapp über der Radnabe liegen.
  5. Sitzgefälle (SG)
    Idealerweise ist die Hinterkante der Sitzfläche unter dem Gesäß etwas niedriger. Dieses Sitzgefälle erleichtert das eigenständige Bedienen und Erreichen der Räder. Zusätzlich gibt es einen sichereren Halt im Sitz.
  6. Sitzkissen (SK)
    Ergänzend kann ein Sitzkissen eingelegt werden. Dieses fördert die Druckverteilung und –Entlastung sowie die Stabilität beim Sitzen und kann Fehlstellungen korrigieren. Bei der Einstellung der Sitzhöhe sollte es miteinberechnet werden.
  7. Rückenhöhe / Rückenwinkel (RH)
    Eine gut eingestellte Rückenlehne ermöglicht ein aktives Sitzen mit viel Bewegungsfreiheit. Die Höhe richtet sich nach der Stärke der Muskulatur. Je instabiler Ihr Angehöriger ist, desto höher die Lehne.
  8. Unterschenkellänge (UL)
    Die Unterschenkellänge ist ausschlaggebend für die Einstellung des Fußbretts. Wichtig ist, dass die Beine im 90 Grad Winkel gebeugt sind. Zwischen Fußbrett und Boden sollten mindestens 3 Zentimeter Abstand liegen.
  9. Rollstuhlrahmen
    Der richtige Rahmen fördert die Stabilität und wird individuell an Größe und Gewicht Ihres Angehörigen angepasst. Aktivrollstühle mit Faltrahmen sind faltbar und so leicht zu verstauen.
  10. Schiebehöhe
    Eine verstellbare Schiebehöhe ist vor allem für Pflegepersonen wichtig. Sie lässt sich auf Ihre Größe oder die der Pflegeperson einstellen und macht das Schieben des Rollstuhls leichter und schonender.

Was kostet ein Rollstuhl?

Seniorin im Rollstuhl wird von Ihrem Pfleger unterstützt

Die Rollstuhlkosten variieren je nach Modell und zusätzlicher Ausstattung stark. Ein günstiger Rollstuhl beginnt preislich bei 100 Euro, während Modelle mit mehr Komfort und Einstellungsmöglichkeiten bis zu 6.000 Euro kosten können. Dabei kommt es ganz auf die Bedürfnisse Ihres Angehörigen an und wie hoch die Zuschüsse der Krankenkasse ausfallen.

Wesentlich günstiger wird es, wenn Sie den Rollstuhl gebraucht kaufen. Dann verzichten Sie allerdings auf wichtige Services wie die individuelle Anpassung, eine Probefahrt oder die Garantie. Vor allem, wenn der Rollstuhl für den dauerhaften Einsatz gedacht ist, sollte ein Fachhändler aufgesucht werden. Dieser kann Sie ausführlich zu den geeigneten Modellen für Ihren Angehörigen beraten und steht auch nach dem Kauf für Fragen zur Verfügung.

  • Standardrollstuhl: wenig Einstellungsmöglichkeiten, vorübergehende Lösung, ab 100 Euro
  • Leichtgewichtrollstuhl: beschränkte Einstellungsmöglichkeiten, wenig Gewicht, ab 250 Euro
  • Aktivrollstuhl: vielseitige Einstellungsmöglichkeiten, für dauerhafte Nutzung, circa 1.000 – 6.000 Euro
  • Pflegerollstuhl: verschiedene Positionseinstellungen, erleichtert die Pflege, ab 800 Euro
  • Elektrorollstuhl: Einstellungen für Sitz und Fahreigenschaften, große Selbstständigkeit, ab 1.400 Euro

Rollstuhl mieten oder ausleihen?

gluehbirne

Wenn Sie für Ihren Angehörigen nur vorübergehend einen Rollstuhl benötigen, ist die Miete eine Option. In Sanitätshäusern können Sie Rollstühle leihen. Das kann auch hilfreich sein, wenn Sie eine Übergangsversorgung brauchen während Sie auf die Genehmigung der Krankenkasse warten oder der eigentliche Rollstuhl in Reparatur ist. Das gilt auch für Elektro- oder Pflegerollstühle.

Welche Zuschüsse für Rollstühle gibt es?

Das Senioren-Ehepaar sitzt gemeinsam am Küchentisch und informiert sich über Zuschüsse für den Rollstuhl.

Rollstühle fallen in die Kategorie der medizinischen Hilfsmittel. Das bedeutet, die Kosten werden zu einem großen Teil von der Krankenkasse übernommen. Voraussetzung ist die ärztliche Verordnung, die die medizinische Notwendigkeit des Rollstuhls belegt.

Der erste Weg führt demnach zum Arzt oder Physiotherapeuten. Besprechen Sie, welche individuellen Bedürfnisse Ihr Angehöriger hat, in welchem Umfang der Rollstuhl zum Einsatz kommen und über welche Einstellungen er verfügen soll. Je genauer Sie Auskunft geben können, desto leichter kann das passende Modell für Ihren Angehörigen gefunden werden.

Besonders wichtig ist es, dass der Arzt detaillierte Angaben auf dem Rezept macht. Die Hilfsmittelnummer des gewünschten Modells ist ebenso wichtig wie Angaben darüber, welche Zusatzausstattungen vonnöten sind. Das kann ausschlaggebend dafür sein, wie hoch der Zuschuss durch die Krankenkasse ausfällt. Ist eine Zusatzleistung nicht in der Verordnung vermerkt, müssen Sie die Kosten privat tragen.

Wenn ein Standardmodell für die Bedürfnisse Ihres Angehörigen ausreicht, übernimmt die Krankenkasse den Großteil der Kosten. Auf Sie kommt dann nur die Zuzahlung in Höhe von maximal 10 Euro zu.

Für einen höherwertigeren Rollstuhl, dessen Kosten über den Standardzuschussbetrag Ihrer Krankenkasse hinausgehen, müssen Sie die Differenz selbst übernehmen.

Elektrorollstühle gehören ebenfalls zu den Hilfsmitteln und werden bei medizinischer Notwendigkeit von der Krankenkasse übernommen. Es kann eine Rezeptgebühr von maximal zehn Euro anfallen. Wenn Sie Zusatzausstattungen wünschen, klären Sie am besten vorab, ob Ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt. Besteht keine medizinische Notwendigkeit und Sie wollen trotzdem die Gelenke Ihres Angehörigen schonen, ist das Elektromobil eine Alternative.

  • Rollstühle sind medizinische Hilfsmittel: Den Großteil der Kosten übernimmt die Krankenkasse.
  • Eine detaillierte ärztliche Verordnung mit Hilfsmittelnummer ist wichtig.
  • Bei Rollstühlen auf Rezept beträgt die eigene Zuzahlung maximal 10 Euro.

Wartung und Reparatur

Informieren Sie sich vor der Anschaffung des Rollstuhls, ob das Sanitätshaus den Service für Wartungen und Reparaturen anbietet und ob es einen technischen Notdienst gibt. Bei Problemen hat Ihr Angehöriger einen Ansprechpartner, der sich zeitnah darum kümmert.

In der Regel wird der Rollstuhl jährlich gewartet. Beim regelmäßigen Gebrauch können außerdem Veränderungen auffallen. Bei Schäden an Bremsen und Reifen ist beispielsweise eine außerplanmäßige Reparatur vom Fachmann notwendig. In den meisten Fällen wird die Instandhaltung von der Krankenkasse übernommen. Ihr Händler ist für die Durchführung verantwortlich.

Kostenübernahme vorab klären

gluehbirne

Im Normalfall übernimmt die Krankenkasse die Kosten für einen manuellen Rollstuhl nur alle fünf Jahre, für einen Elektrorollstuhl alle zehn Jahre. Sollte Ihr Angehöriger schon vorher einen neuen oder anderen Rollstuhl benötigen, müssen Sie erneut einen Antrag bei der Krankenkasse stellen und ausreichend begründen. Ob die Kosten übernommen werden und in welcher Höhe, entscheidet jede Krankenkasse individuell.

Was sind die Alternativen zu einem Rollstuhl?

Im Alter nehmen Probleme mit den Gelenken zu und können die Bewegungsfreiheit zusätzlich einschränken. Bei manuellen Rollstühlen ist jedoch ein Mindestmaß an körperlicher Anstrengung zum Antrieb erforderlich. Bei Rheuma und ähnlichen Erkrankungen kann das schnell unangenehm werden. Wenn Sie die Gelenke Ihres Angehörigen schonen wollen, sollten Sie auf eine elektrische Alternative zurückgreifen.

Der Elektrorollstuhl ermöglicht Ihrem Angehörigen die selbstständige Fortbewegung ganz ohne Kraftaufwand. Er wird intuitiv über einen Joystick gesteuert und lässt sich auch bei Rheuma einfach bedienen. Elektrorollstühle sind als Hilfsmittel bei den Krankenkassen gelistet und für Ihren Angehörigen kostenlos, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Lassen Sie sich diese also unbedingt attestieren.

Eine Alternative zum Rollstuhl ist das Elektromobil - hier als Zweisitzermodell.

Wenn Ihr Angehöriger zwar Bewegungseinschränkungen hat, aber noch zu Fuß gehen kann, ist das Elektromobil die richtige Wahl. Mit einem Seniorenscooter werden längere Strecken problemlos zurückgelegt. Mit der entsprechenden Verordnung ist die Anschaffung für Ihren Angehörigen komplett kostenlos.

Elektromobile gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die Krankenkassenmodelle fahren maximal sechs Kilometer pro Stunde. Die Vorteile eines Elektromobils sind die körperliche Entlastung und der Zugewinn von Mobilität Ihres Angehörigen. Kaum ein anderes Hilfsmittel wird Ihrem Angehörigen ein solches Freiheitsgefühl geben.

Was sind die Vor- & Nachteile von Rollstühlen?

Die Anschaffung eines Rollstuhls ist dafür gedacht, den Alltag Ihres Angehörigen zu erleichtern und ihm seine Mobilität zurückzugeben. Damit Sie einen besseren Überblick erhalten, ob ein Rollstuhl für Ihren Angehörigen das Richtige ist, finden Sie hier die Vor- und Nachteile in der Übersicht:

  • Trotz körperlicher Einschränkungen bleibt Ihr Angehöriger mobil und kann wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
  • Liegt eine ärztliche Verordnung vor, übernimmt die Krankenkasse die Gesamtkosten für ein Standardmodell.
  • Sowohl im Außen- wie im Innenbereich kann sich Ihr Angehöriger selbstständig fortbewegen.
  • Es gibt die Möglichkeit Rollstühle übergangsweise zu leihen.
  • Ein Elektrorollstuhl schont die Gelenke.
  • Der manuelle Antrieb kann bei stärkeren Einschränkungen und Gelenkschmerzen zu anstrengend sein.
  • Höherwertige Modelle werden oft nicht komplett von der Krankenkasse gezahlt.

Was benötigen Rollstuhlfahrer für ein sicheres Zuhause?

Unerlässlich für den Rollstuhlgebrauch sind Rollstuhlrampen.

Bei einer dauerhaften Nutzung des Rollstuhls sind Rollstuhlrampen unerlässlich. Kleinste Absätze und Schwellen sind sonst unüberwindbar. Der Einbau von Rollstuhlrampen kann eine Komplettsanierung überflüssig machen. Die Kosten können von der Pflegekasse übernommen werden, wenn die Notwendigkeit festgestellt wird.

Bei kleineren Schwellen reichen einfache Rampen. Doch wie kann sich Ihr Angehöriger im Rollstuhl zwischen Stockwerken bewegen? Hier bietet ein Plattformlift Abhilfe. Er wird ins Treppenhaus eingebaut, sodass Ihr Angehöriger mitsamt Rollstuhl die Treppen überwinden kann. Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen gewährt die Pflegekasse bei anerkanntem Pflegegrad bis zu 4.000 Euro Zuschuss.

Für Hindernisse von ein bis zwei Metern Höhe wie Hauseingänge oder Podeste im Wohnbereich ist ein Hublift die Lösung. Dieser kommt auch zum Einsatz, wenn nicht ausreichend Platz für eine Rollstuhlrampe ist oder die Stufen zu steil sind. Neben der Pflegekasse bietet auch die KfW-Bank Förderungen für altersgerechte Wohnraumsanierungen von bis zu 6.250 Euro an.

Für Bewegungsfreiheit zwischen mehreren Stockwerken ist der Homelift eine Möglichkeit. Der Senkrechtlift ist ein Aufzug für zuhause und kann im Innen- oder Außenbereich eingebaut werden. Ohne Kraftaufwand bewegt sich Ihr Angehöriger so sicher zwischen den Stockwerken. Auch für den Homelift erhalten Sie Förderungen von der Pflegekasse und der KfW.

Mit dem altersgerechten Badumbau wird das Badezimmer barrierefrei und rollstuhlgerecht.

Der Umbau zum barrierefreien Badezimmer gehört zu den wohnumfeldverbessernden Maßnahmen . Mit einem anerkannten Pflegegrad gewährt die Pflegekasse Ihrem Angehörigen bis zu 4.000 Euro Zuschuss für den Umbau. Möglichkeiten zur Reduzierung von Barrieren sind der Umbau von Badewanne zur Dusche, der Einbau eines unterfahrbaren Waschtischs und einer erhöhten Toilette.

Die Fortbewegung im Rollstuhl kann zuerst ungewohnt sein und bietet einige Herausforderungen. Doch das ist kein Grund zur Sorge. Mit einem kostenlosen Hausnotruf kann Ihr Angehöriger in jeder Situation per Knopfdruck Hilfe anfordern. Der Funksender ist mobil, zum Beispiel als Armband tragbar und gibt ein Gefühl von Sicherheit. Mit Pflegegrad werden die Kosten von der Pflegekasse übernommen.

Mit dem Rollstuhl zurück ins Leben
Ein persönlicher Erfahrungsbericht von Magdalena F.

Magdalena F. war immer eine aktive Person, so beschreibt sie sich selbst. Als ihr das Laufen immer schwerer fällt, erkennt sie sich selbst nicht mehr. Ihre Tochter war die erste, die den Rollstuhl als Hilfsmittel vorschlägt. Doch Magdalena F. wehrt sich zuerst.

Magdalena F. strahlt dank der neugewonnenen Freiheit mit ihrer Tochter um die Wette.
Magdalena F. nutzt ihre neu gewonnene Mobilität in vollen Zügen: „Mein Rollstuhl gibt mir das Gefühl, wieder selbst zu bestimmen, was der Tag bringt.“

Am Anfang konnte ich mir das gar nicht vorstellen, ich in einem Rollstuhl. Schließlich war ich mein ganzes Leben lang aktiv, bin gewandert und hatte nie Probleme zu Fuß. Das konnte ich einfach nicht mit meinem Stolz vereinbaren.

Doch irgendwann habe ich kaum mehr das Haus verlassen und selbst zu Hause packte ich es nicht mehr von einem Zimmer zum nächsten. Meine Freundinnen riefen mich besorgt an und fragten, ob ich denn gar nicht mehr zum Doppelkopf Spielen komme. Da wurde mir langsam klar, dass mein Stolz mir nicht länger im Weg stehen darf.

Meine Tochter hat das dann in die Hand genommen. Sie hat sich beim Verband Pflegehilfe beraten lassen und mir ganz begeistert erzählt, dass wir nicht einmal etwas zu zahlen brauchen, weil die Krankenkasse das übernimmt. Ich brauchte nur noch zu meinem Hausarzt gehen und mir ein Rezept ausstellen lassen. Ich habe dann nochmal beim Verband Pflegehilfe angerufen und mir ein Sanitätshaus in meiner Nähe vermitteln lassen. Das hat wirklich gut geklappt.

Jetzt kann ich wieder mein Rentenleben genießen und beim Doppelkopf fehle ich kein einziges Mal mehr. Und wenn ich ehrlich bin, fühlt es sich gut an, dass ich in meinem Alter auch nochmal etwas Neues lernen kann. Dieses neue Gefühl von Freiheit fühlt sich fast so an, wie als ich meinen Führerschein in der Tasche hatte. Wer hätte gedacht, dass ich das nochmal erlebe. Bald lege ich sogar noch einen Zahn zu: Mir wurde von der Krankenkasse ein Elektrorollstuhl bewilligt. Dann gibt es für mich kein Halten mehr.

Wir danken Frau Magdalena F. für den schönen Bericht.

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Antworten auf die häufigsten Fragen

Die Fragen und Antworten für Rollstühle.

Den Rollstuhl beantragen können Personen mit körperlichen Einschränkungen, die sich nur noch teilweise oder gar nicht mehr allein bewegen können. Dazu zählen Senioren, aber auch jüngere Menschen aufgrund von Krankheit oder eines Unfalls.

Um einen Rollstuhl zu beantragen, wird eine ärztliche Verordnung benötigt, die die medizinische Notwendigkeit des Rollstuhls belegt. Im Idealfall wird die Hilfsmittelnummer des gewünschten Rollstuhlmodells auf dem Rezept vermerkt. Die Verordnung kann dann zusammen mit dem Antrag und einem Kostenvoranschlag bei der Krankenkasse eingereicht werden.

Die Kosten eines Rollstuhls unterscheiden sich je nach Modell stark. Ein Standardrollstuhl beginnt bei circa 100 Euro, während ein Aktivrollstuhl zwischen 1.000 und 6.000 Euro kosten kann. Leichtgewichtrollstühle erhalten Sie ab 250 Euro, Pflegerollstühle ab 800 Euro und Elektrorollstühle beginnen bei 1.400 Euro. Das ist auch abhängig davon, welche Ausstattung notwendig ist.

Wenn eine entsprechende ärztliche Verordnung vorliegt, dann zahlt den Rollstuhl die Krankenkasse. Zuvor wird die medizinische Notwendigkeit geprüft. Standardrollstühle werden gänzlich von der Krankenkasse übernommen, wogegen Sie bei höherwertigeren Modellen eventuell eine Zuzahlung leisten müssen. Der Betrag unterscheidet sich von Kasse zu Kasse.

Die ärztliche Verordnung können Sie entweder bei Ihrem Hausarzt oder beim Physiotherapeuten ausstellen lassen. Besprechen Sie, welche Bedürfnisse Ihr Angehöriger hat und achten Sie darauf, dass die Verordnung dies möglichst genau schildert. Hilfsmittelnummer nicht vergessen!

Einen Rollstuhl können Sie bei einem Fachhändler oder einem Sanitätshaus online oder vor Ort kaufen. Der Fachhändler wird Sie dabei unterstützen, dass der Rollstuhl ideal eingestellt ist und Ihr Angehöriger optimalen Halt hat.

Für die Wartung und Reparatur des Rollstuhls ist Ihr Händler zuständig. Der Rollstuhl sollte mindestens einmal im Jahr gewartet werden. Auch für Reparaturen außerhalb dieser Zeitspanne ist die Werkstatt des Sanitätshaus zuständig.

  • Für Rollstuhlfahrer ist ein barrierefrei gestaltetes Zuhause unerlässlich.
  • Ein Plattformlift transportiert Ihren Angehörigen sicher über die Treppe hinweg in die nächste Etage.
  • Müssen mehrere Stockwerke überwunden werden, kommt ein Homelift in Frage.
  • Ein Hublift befördert Ihren Angehörigen sicher über kleinere Hindernisse, wie zum Beispiel die Treppe am Hauseingang.
  • Der Patientenlifter übernimmt die schwere Hebearbeit und befördert Ihren Angehörigen aus dem Bett in den Rollstuhl oder umgekehrt.

Sanitätshäuser bieten ebenfalls die Möglichkeit, einen Rollstuhl vorübergehend zu mieten. Wenn Ihnen ein Standardrollstuhl von der Krankenkasse gestellt wird, dann ist dieser auch zur Miete und muss, wenn kein Bedarf mehr besteht, im Sanitätshaus zurückgebracht werden.

In der Regel besteht alle fünf Jahre Anspruch auf einen neuen manuellen Rollstuhl und alle zehn Jahre Anspruch auf einen neuen Elektrorollstuhl . Sollten sich zwischenzeitlich die Bedürfnisse Ihres Angehörigen geändert haben, können Sie auch vor Ablauf der Zeit einen Antrag stellen, in dem Sie den Bedarf begründen.

Unsere geschulten Berater informieren Sie kostenlos zu allen Themen rund um die Pflege zu Hause sowie Mobilität und Selbstständigkeit im Alter. Wir begleiten Sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben und stellen auf Wunsch Kontakt zu passenden Anbietern aus Ihrer Region her.

Herz und Hand Das sagen unsere Klienten