Pflegeheim - Freie Plätze finden
Kosten, Zuschüsse & Eigenanteil im Überblick

Die Seniorinnen im Pflegeheim haben Spaß bei einem gemeinsamen Spiel.

Das richtige Pflegeheim kann zu einem neuen Zuhause werden. Es ist eine schwere Entscheidung, den Angehörigen in ein Pflegeheim zu geben. Daher ist es wichtig, dass Sie diesen Schritt mit Bedacht und gemeinsam mit Ihrem Angehörigen gehen.

Wichtig bei der Auswahl des passenden Pflegeheims ist, dass Ihr Angehöriger sich wohlfühlt. Pflegeheime bieten eine Rundumbetreuung: medizinisch und pflegerisch, Tag und Nacht. So wissen Sie, dass Ihr Angehöriger stets liebevoll und rücksichtsvoll umsorgt ist.

Wir haben für Sie alle wichtigen Informationen zum Thema Pflegeheim zusammengestellt:

Sie haben wenig Zeit? Einen Überblick erhalten Sie unter „Häufige Fragen“.

Für wen eignet sich ein Pflegeheim?

Die Seniorin genießt die Sonne vor dem Pflegeheim.

Ein Pflegeheim eignet sich vor allem, wenn sich Ihr Angehöriger zuhause überfordert fühlt. Der Alltag bringt viele Herausforderungen mit sich, die bei steigender Pflegebedürftigkeit allein nicht mehr stemmbar sind. Ein Pflegeheim bietet Ihnen eine ganzheitliche medizinische und pflegerische Betreuung Ihres Angehörigen für eine sorgenfreie Zukunft.

In einem Pflegeheim ist Ihr Angehöriger rundum versorgt, denn er hat zu jeder Tages- und Nachtzeit Ansprechpartner, die ihm bei Sorgen und Fragen zur Seite stehen. Sein Zimmer wird gereinigt, seine Kleidung gewaschen und auch für sein leibliches Wohl ist durch schmackhafte Mahlzeiten gesorgt. Außerdem bieten viele Pflegeheime auch Kurzzeitpflege an, wenn Sie als pflegender Angehöriger verhindert sind.

Bei fortgeschrittener Pflegebedürftigkeit und Demenz sind Pflegeheime eine gute Entscheidung, denn Ihr Angehöriger profitiert von einer Kombination aus medizinischer Pflege und freundlicher Betreuung. Eine große Angst vieler Senioren ist die Einsamkeit: Im Pflegeheim ist Ihr Angehöriger nie allein, hat soziale Kontakte mit dem Personal und den anderen Bewohnern und kann natürlich weiterhin Besuch empfangen.

Kosten & Zuschüsse

Die Kosten für einen Platz im Seniorenzentrum liegen bei etwa 2.770 Euro im Monat. Ihr Eigenanteil liegt im Bundesdurchschnitt bei 1.900 Euro. Diese Preise variieren stark je nach Standort und Ausstattung des Pflegeheims und dem Pflegegrad Ihres Angehörigen. Bewohner mit Pflegegrad 1 brauchen vergleichsweise wenig Unterstützung im Alltag, während Bewohner mit Pflegegrad 5 nicht mehr in der Lage sind, alltägliche Handlungen allein zu erledigen.

Neben den Pflegekosten fallen bei einem Heimaufenthalt Kosten für die Unterkunft und Verpflegung an. Hierzu gehören beispielsweise Mahlzeiten und Zimmerreinigung. Nutzt Ihr Angehöriger Zusatzleistungen der Pflegeeinrichtung, lässt er sich zum Beispiel die Haare schneiden oder mietet einen Raum für eine private Feier, zahlt er auch diese selbst. Zusätzlich fallen sogenannte Investitionskosten an.

Tröte

Was sind Investitionskosten?

Investitionskosten sind Kosten für Um- oder Ausbaumaßnahmen, Modernisierungen und Instandhaltung des Pflegeheims.

Falls Ihr Angehöriger diese Ausgaben nicht finanzieren kann, beteiligen sich in vielen Bundesländern die Sozialhilfeträger über das sogenannte Pflegewohngeld.

Was zahlt die Pflegekasse?

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten der Pflege Ihres Angehörigen. Diese Kosten steigen mit zunehmender Pflegebedürftigkeit. Welchen Betrag die Kasse maximal für die Pflege Ihres Angehörigen übernimmt, hängt deshalb von seinem Pflegegrad ab:

Pflegegrad 2: 770 Euro; Pflegegrad 3: 1.262 Euro; Pflegegrad 4: 1.775 Euro; Pflegegrad 5: 2.005 Euro

Entscheidet sich Ihr Angehöriger bei Pflegegrad 1 für einen Umzug in ein Pflegeheim, erhält er den Entlastungsbetrag von 125 Euro als Zuschuss.

Seit dem 1. Januar 2017 gilt der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (kurz: EEE) für die Pflegegrade 2 bis 5. Das bedeutet, Pflegebedürftige zahlen unabhängig vom Pflegegrad den gleichen Betrag. Daher müssen Sie auch im Falle einer steigenden Pflegebedürftigkeit Ihres Angehörigen nicht mit größeren Kosten rechnen.

Eigenanteil steigt weiter

Neben der Ausstattung des Pflegeheims spielt auch die Lage eine große Rolle. Die meisten möchten in der Nähe des vorherigen Wohnortes bleiben – bei ihren Freunden und Verwandten. Besprechen Sie mit Ihrem Angehörigen, welche Standorte infrage kommen. Beachten Sie bei der Auswahl des Pflegeheims, dass die Kosten je nach Bundesland unterschiedlich sind.

Der Eigenanteil für einen Platz im Pflegeheim ist im ersten Halbjahr 2019 im Bundesdurchschnitt auf fast 1.900 Euro gestiegen. Mit einem durchschnittlichen Eigenanteil von 2.337 Euro liegt Nordrhein-Westfalen auf dem ersten Platz. In Sachsen-Anhalt ist der Eigenteil mit durchschnittlich 1.331 Euro am geringsten. In den ostdeutschen Ländern ist der Eigenanteil insgesamt zwar geringer, jedoch ist der Anstieg hier besonders steil. Eine genaue Übersicht der einzelnen Bundesländer finden Sie in unserer Infografik:

In diesem Säulendiagramm erhalten Sie Informationen zu den Kosten der Pflegeheime in den verschiedenen Bundesländern.

Wer zahlt, wenn die Rente nicht reicht?

Plätze im Pflegeheim kosten oft viel. Wenn das Vermögen oder die Rente Ihres Angehörigen nicht ausreicht, steht ihm die sogenannte „Hilfe zur Pflege“ vom Sozialamt zu, um das Pflegeheim zu finanzieren. Allerdings sind hieran Bedingungen gebunden: Die Unterbringungskosten müssen angemessen sein und die Kinder Ihres Angehörigen dürfen ein gewisses Grundvermögen nicht überschreiten.

Zum Elternunterhalt sind nur Verwandte ersten Grades verpflichtet (also auch Ehegatten). Reicht die Rente und das Grundvermögen Ihres Angehörigen nicht aus, um das Pflegeheim zu finanzieren, trägt der Sozialstaat die Kosten des Pflegeheims. Der Staat kann diese Kosten aber von Ihnen als Angehörigen ersten Grades zurückfordern, wenn Sie durch die Kostenübernahme nicht Ihren eigenen Lebensunterhalt gefährden.

Tröte

Angehörigen Entlastungsgesetz

Ab dem 01.01.2020 gilt das Angehörigen Entlastungsgesetz bundesweit. Hierdurch sollen Kinder und Eltern finanziell entlastet werden, deren Angehörige die Pflege nicht selbst finanzieren können. Die Einkommensgrenze wird ab dem 01.01.2020 auf 100.000 Euro angehoben (zuvor 21.600 Euro). Das Angehörigen Entlastungsgesetz gilt aber nur für Kinder und Eltern – bei Ehegatten greift weiterhin die alte Regelung.

Vor- & Nachteile

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die Vor- & Nachteile für Sie zusammengefasst:

  • Ihr Angehöriger wird rund um die Uhr professionell betreut.
  • Ein Pflegeheim bietet eine Kombination aus medizinischer und betreuender Pflege.
  • Viele Pflegeheime organisieren ein vielfältiges Freizeitangebot, an dem Ihr Angehöriger teilnehmen kann.
  • Auch bei einer schweren Pflegebedürftigkeit wird Ihr Angehöriger optimal versorgt.
  • Ihr Angehöriger profitiert von sozialen Kontakten mit dem Personal, anderen Bewohnern und Besuchern.
  • Die Wartelisten für Plätze in Pflegeheimen sind oft lang.
  • Ihr Angehöriger muss umziehen.
  • Die Kosten für einen Heimplatz werden nur teilweise von der Pflegekasse übernommen.

Alternativen zur stationären Pflege

  1. Eine beliebte Alternative zum Altenheim ist die 24-Stunden-Betreuung. Eine Pflegekraft zieht bei Ihrem Angehörigen ein und übernimmt die Pflege und alle anfallenden Arbeiten im Haushalt.
  2. Im Betreuten Wohnen oder Seniorenresidenzen lebt Ihr Angehöriger selbstständig in einer Wohnung. Er kann je nach Bedarf verschiedene Leistungen dazu buchen, zum Beispiel einen Einkaufs- oder Verpflegungsservice.
  3. Eine Senioren WG eignet sich für selbstständige Senioren, die gerne aktiv in einer Gemeinschaft wohnen möchten. Hier kümmern sich eine Präsenzkraft und ambulante Dienste um das Wohl der Bewohner.

Wie finden Sie das richtige Pflegeheim?

Das richtige Pflegeheim für Ihren Angehörigen zu finden ist eine Aufgabe, die anfangs einschüchternd wirkt. Wir raten daher zu einem geplanten Vorgehen: Sprechen Sie mit Ihrem Angehörigen über seine Wünsche, lassen Sie sich beraten und besuchen Sie die in Frage kommenden Pflegeheime gemeinsam mit Ihrem Angehörigen.

Gerade für die Besuche potenzieller Pflegeheime sollten Sie sich Zeit nehmen. Diese Zeit sparen Sie durch eine professionelle Beratung bei der Vorauswahl. Hierbei helfen wir Ihnen gerne kostenlos und persönlich. Teilen Sie sich die Suche in diese Zwischenschritte ein, ist der Ablauf für Sie und Ihren Angehörigen problemlos und angenehm.

Die anderen Bewohner sind Ihr direkter Zugang zu wertvollen Erfahrungen über den Alltag im Seniorenheim. Suchen Sie ein persönliches Gespräch. Scheuen Sie sich auch nicht davor, dem Pflegepersonal Fragen zu stellen. Entspanntes, freundliches Personal und gepflegte, gut gelaunte Bewohner sind exzellente Hinweise auf eine gute Betreuung.

Wird das Pflegeheim das neue Zuhause Ihres Angehörigen, ist neben der Atmosphäre in der Einrichtung selbst auch die direkte Umgebung wichtig. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und reflektieren Sie den Besuch gemeinsam mit Ihrem Angehörigen. Denn die innere Zufriedenheit, die mit dem Gefühl zu Hause zu sein einhergeht, ist unersetzlich.

Checkliste: Das richtige Pflegeheim finden

Die Checkliste hilft dabei, einen Überblick über die persönlichen Anforderungen zu behalten.

Wir empfehlen eine Liste zu erstellen, sodass Sie bei einem persönlichen Besuch in einem Pflegeheim alle wichtigen Auswahlkriterien berücksichtigen. Sicherlich kennen Sie Ihren Angehörigen gut und können beurteilen, was ihm persönlich wichtig ist. Sprechen Sie trotzdem mit Ihrem Angehörigen über seine Prioritäten und erstellen Sie eine gemeinsame Liste.

  • Liegt das Pflegeheim in der Nähe? Sind Ärzte und Geschäfte gut erreichbar?
  • Ist das Pflegeheim auch für Besucher Ihres Angehörigen gut erreichbar? Wie ist die Parkplatzsituation beziehungsweise die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel?
  • Gefallen Ihrem Angehörigen das Pflegeheim und die Privatzimmer? Hat er die Möglichkeit, eigene Möbel mitzubringen?
  • Gibt es genügend Freizeitangebote, die Ihrem Angehörigen zusagen?
  • Ist der Speiseplan abwechslungsreich und ausgewogen? Was sagen die anderen Bewohner zu den Mahlzeiten?
  • Geht das Pflegeheim auf persönliche Wünsche der Bewohner ein?
  • Wie wirkt das Personal im Pflegeheim? Ist es freundlich und hilfsbereit?

Dies sind nur einige Anregungen – erstellen Sie mit Ihrem Angehörigen eine persönliche Liste. Bedenken Sie, dass das perfekte Seniorenzentrum vielleicht nicht existiert. Setzen Sie daher Prioritäten: was ist wünschenswert, was ist unerlässlich? So stellen Sie sicher, dass sowohl Sie als auch Ihr Angehöriger mit der Auswahl des Pflegeheims rundum zufrieden sind.

Video: Für Sie zusammengefasst

Wie finden Sie das richtige Pflegeheim? Die wichtigsten Informationen finden Sie hier noch einmal zusammengefasst in einem kurzen Video.

Leben im Pflegeheim
Erfahrungsbericht von Elke K.

Die Mutter von Elke K. fühlt sich sehr wohl in ihrem Pflegeheim mit großer Parkanlage.

Eigentlich hatte ich mehr Bedenken, keinen freien Platz in einem Heim zu finden, als dass es meiner Mutter nicht gefallen würde. Man hört ja immer so viel von Platzmangel und endlosen Wartelisten. Mir war natürlich vor allem wichtig, dass meine Mutter gut gepflegt wird. Bei Pflegegrad 4 ist das schon eine relativ komplizierte Geschichte und für mich auch mit viel Unterstützung durch Pflegedienste nicht mehr machbar!

Großes Lob an die Beratung, sie hat mir viele Ängste genommen. Ich habe dann drei Pflegeheime besichtigt und letztlich meine zwei Favoriten auch mit Frau Mama. Sie war von der charmanten Art des Personals und dem höflichen Umgangston in beiden Pflegeheimen ganz begeistert, den ganzen Heimweg hat sie über nichts anderes gesprochen.

Es war dann aber alles weitaus schneller und einfacher als anfangs erwartet. Unser Problem war eher die Qual der Wahl als langes Warten! Und die Art Probleme hat man doch gerne. Das eine Heim konnte durch eine schönere Grünanlage überzeugen. Die Entscheidung fiel uns aber wirklich nicht leicht.

Das Pflegeheim ist in der Nähe und besonders hervorheben muss ich auch die Aufteilung der verschiedenen Bereiche – farblich gestaltet, super für die Orientierung. Sowohl für die Bewohner als auch für Besucher, die zum ersten Mal da sind. Was soll ich sagen, Mama ist glücklich und dann bin ich es auch!

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Häufige Fragen

In der Grünanlage des Seniorenheims sitzen vertreiben sich die Bewohner gemeinsam die Zeit an einem sonnigen Nachmittag.
  • Plätze im Pflegeheim kosten insgesamt circa 2.770 Euro im Monat.
  • Diese Kosten variieren je nach Bundesland und von Pflegeheim zu Pflegeheim.
  • Ihr Angehöriger zahlt den einrichtungseinheitlichen Eigenanteil sowie Kosten für Unterkunft und Verpflegung.
  • Außerdem werden Investitionskosten und eventuell Kosten für die Ausbildungsumlage erhoben.
  • Sozialhilfeträger übernehmen den Eigenanteil, falls Sie und Ihr Angehöriger diesen nicht selbst finanzieren können.
  • Hierzu prüft das Sozialamt Ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse.
  • Erstellen Sie gemeinsam mit Ihrem Angehörigen eine persönliche Checkliste.
  • Lassen Sie sich professionell beraten.
  • Besuchen Sie die Pflegeheime gemeinsam mit Ihrem Angehörigen.
  • Der Eigenanteil für einen Platz im Pflegeheim liegt bei durchschnittlich 1.770 Euro.
  • Dieser setzt sich aus Kosten für Unterkunft und Verpflegung, Investitionskosten und Zusatzleistungen zusammen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Angehörigen über seine persönlichen Prioritäten.
  • Achten Sie auf die Umgebung, auf freundliches Personal und gut gelaunte Heimbewohner.
  • Eine 24 Stunden Pflegekraft zieht bei Ihrem Angehörigen ein und unterstützt ihn betreuend im Alltag.
  • Braucht Ihr Angehöriger nur für wenige Aufgaben Unterstützung, sollten Sie eine stundenweise Seniorenbetreuung in Betracht ziehen.
  • Im Betreuten Wohnen lebt Ihr Angehöriger selbstständig in einer Einrichtung und kann flexibel Zusatzleistungen hinzubuchen. Eine Seniorenresidenz bietet Ihrem Angehörigen eine luxuriöse Ausstattung und viele Zusatzangebote, ist allerdings im höheren Preissegment angesiedelt.
  • Unsere geschulten Berater erstellen eine Liste der Pflegeheime in Ihrer Nähe und schicken Ihnen die Kontaktdaten sofort per E-Mail zu.
  • Zusätzlich suchen unsere Berater einen freien Pflegeplatz bei unseren Verbandsmitgliedern, sodass Sie sich nicht mit Wartelisten auseinandersetzen müssen.
  • Die Suche nach einem Pflegeplatz ist meist schon nach einem Telefonat beendet.
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