Verhinderungspflege
Wochen- oder stundenweise Ersatzpflege beantragen

Die Verhinderungspflegekraft hält die Hand der Seniorin.

Die Pflege eines Angehörigen ist eine Herzenssache - trotzdem bleibt sie eine fordernde Aufgabe. Auch pflegende Angehörige benötigen daher Auszeiten, beispielsweise für Urlaube und private Termine oder bei Krankheit. Die Verhinderungspflege beantragen Sie, um während der Abwesenheit die Versorgung Ihres pflegebedürftigen Angehörigen zu sichern.

Um eine Vertretung finanziell zu stemmen, steht Ihnen dafür ein jährliches Verhinderungspflege-Budget von der Pflegekasse zu. Dieses können Sie stunden- oder tageweise für Privatpersonen wie Verwandte oder Freunde und deren Aufwendungen nutzen oder auch für eine professionelle Unterstützung durch einen Pflegedienst. Hier ist vor allem wichtig, dass Sie Ihrer Vertretung die Pflege Ihres Angehörigen zutrauen. Dann wird Ihr Angehöriger auch in Ihrer Abwesenheit im vertrauten Zuhause bestens versorgt..

Informieren Sie sich hier ausführlich über folgende Themen:

In den häufigsten Fragen finden Sie die wichtigsten Informationen.

Stoppuhr-Icon Kurzgesagt: Verhinderungspflege

Stoppuhr-Icon Kurzgesagt

  • Die Verhinderungspflege entlastet pflegende Angehörige.
  • Sie wird von einer Privatperson oder als 24h-Pflege übernommen.
  • Ab Pflegegrad 2 erhalten Sie bis zu 2.418 Euro Zuschuss.

Was ist Verhinderungspflege?

Die Verhinderungspflegekraft hält die Hand der im Rollstuhl sitzenden Seniorin.

Wenn pflegende Angehörige krank werden, Urlaub nehmen möchten oder aus anderweitigen Gründen die häusliche Pflege vorübergehend nicht übernehmen können, werden sie in der Verhinderungspflege durch andere Pflegepersonen vertreten. Diese Ersatzpflege kann von Privatpersonen oder professionellen Pflegekräften (Einzelpflegekräfte oder ambulanter Pflegedienst) erbracht werden. Zu den Privatpersonen gehören neben Verwandten auch Freunde oder ehrenamtlich Pflegende.

Grundsätzlich können Pflegebedürftige für einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen (42 Tage) pro Kalenderjahr eine Ersatzpflege bei der Pflegekasse beantragen. Diese ist tage- oder stundenweise möglich. Diese Regelung orientiert sich an der Frage, ob die eigentliche Pflegeperson mehr als acht Stunden pro Tag verhindert ist. Für die Verhinderungspflege steht ein jährliches Budget zur Verfügung, das bei der Pflegekasse beantragt wird.

Wer hat Anspruch auf Verhinderungspflege?

Um einen Anspruch auf Ersatzpflege zu haben, muss Ihr Angehöriger bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Zum einen besteht ein Anspruch nur für Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2. Zum anderen muss die zu pflegende Person bereits seit sechs Monaten von einer privaten Pflegekraft häuslich betreut werden. Für die Berechnung dieser Zeit wird oft das Datum der Genehmigung des Pflegegrads genutzt. Eine Ersatzpflege kann nicht beantragt werden, wenn die Pflege ausschließlich durch einen Pflegedienst erfolgt und dadurch keine Pflegeperson eingetragen ist.

Video: Das Wichtigste in Kürze

Wo und wie finden Sie eine gute Verhinderungspflegekraft? Welche Voraussetzungen gibt es für den Zuschuss? In diesem Video erfahren Sie alles, was Sie über Verhinderungspflege wissen müssen – in unter zwei Minuten kurz und verständlich erklärt.

Welche Zuschüsse gibt es für Ersatzpflege?

Die Höhe der Zuschüsse hängt davon ab, wer Sie für die Pflege Ihres Angehörigen vertritt, welcher Pflegegrad vorliegt und welche Kosten anfallen. Generell steht das Verhinderungspflegegeld allen Pflegebedürftigen mit den Pflegegraden 2 bis 5 zu. Es beträgt maximal 1.612 Euro pro Kalenderjahr und kann auch rückwirkend genutzt werden.1 Wird dieser Betrag überschritten oder dauert die Ersatzpflege länger als sechs Wochen, tragen Sie den Differenzbetrag selbst.

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der Zuschüsse, die Ihnen für die Ersatzpflege zustehen. Dafür werden die vertretenden Personen in verschiedene Gruppen aufgeteilt, für die die jeweiligen Regelungen gelten.

Pflegegrad12345
Verhinderungspflege
Durch nahe Angehörige
1,5-facher Betrag des Pflegegeldes
474 €817,50 € 1.092 €1.351,50 €
Verhinderungspflege
Durch Bekannte oder entfernte Verwandte
Durch professionelle Pflegekräfte
1.612 €1.612 € 1.612 €1.612 €
  • Nahe Angehörige können mit dem 1,5-fachen Betrag des Pflegegelds entlohnt werden. Dazu zählen Personen, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind. Für anfallende Fahrtkosten oder einen Verdienstausfall kann der Betrag auf insgesamt 1.612 Euro erhöht werden.
  • Für Bekannte oder entfernte Verwandte, die nicht bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind, beträgt der Zuschuss bis zu 1.612 Euro pro Kalenderjahr für die Ersatzpflege. Das Geld wird an den Pflegebedürftigen oder direkt an die Ersatzpflegekraft überwiesen.
  • Auch für professionelle Pflegekräfte wie ambulante Pflegedienste, die die Verhinderungspflege wochen- oder stundenweise übernehmen, beträgt der Zuschuss der Pflegekasse bis zu 1.612 Euro pro Kalenderjahr. Der Pflegedienst rechnet hierfür direkt mit der Pflegekasse ab.
  • Weiterhin kann eine Pflegekraft im Rahmen einer 24 Stunden Pflege die Verhinderungspflege erbringen. Die Pflegekraft zieht vorübergehend bei Ihrem Angehörigen ein und übernimmt die Betreuung. Hier stehen Ihnen ebenfalls bis zu 1.612 Euro Zuschuss zu. Auch das Pflegegeld kann genutzt werden.

Zuschüsse voll ausschöpfen
Mit Kurzzeitpflegebudget aufstocken

Sollten Sie mehr als 1.612 Euro für die Ersatzpflege benötigen, besteht die Möglichkeit, nicht verwendete Mittel des Ihnen zustehendes Betrags für eine Kurzzeitpflege hierfür in Anspruch zu nehmen. Hier gilt, dass Sie 50 Prozent des Budgets für die Kurzzeitpflege für die Verhinderungspflege nutzen können. Das sind pro Kalenderjahr insgesamt zusätzlich 806 Euro und bietet sich an, wenn die Ersatzpflege länger andauert, aber nicht stationär erfolgen soll.

Verhinderungspflege kombinieren
Verhinderungspflege kombinieren

Stundenlohn für private Verhinderungspflege

gluehbirne

Der Stundenlohn in der Verhinderungspflege ist eine Aufwandsentschädigung für die Ersatzpflegeperson. Daher sollte diese am Aufwand, beispielsweise am zeitlichen Rahmen und den pflegerischen Aufgaben, gemessen werden.

Auch sollte sie im Voraus klar mit der pflegenden Person abgesprochen werden. Es gibt jedoch keine gesetzlichen Vorgaben, wie hoch dieser Betrag sein muss. Er liegt daher in Ihrem Ermessen und wird individuell festgelegt.

Wie wird Verhinderungspflege abgerechnet?

Verhinderungspflege wird stunden- oder tageweise abgerechnet. Die Kostenübernahme dafür beantragen Sie direkt bei Ihrer Pflegekasse. Wichtig ist, dass Sie für die Abrechnung mit der Kasse alle Belege aufbewahren und einreichen. Auch ist es immer empfehlenswert Kopien anzufertigen. Die Überweisung des Geldes dauert in der Regel vier bis sechs Wochen. Sofern Sie Belege haben, können Sie eine Ersatzpflege bis zu vier Jahre rückwirkend abrechnen.

Wenn Verwandte oder Freunde die Ersatzpflege übernehmen, können Sie pauschal nach vereinbartem Stundenlohn abrechnen. Viele Pflegekassen stellen dafür Musterrechnungen online zur Verfügung. Zusätzlich werden Fahrtgeld und Verdienstausfälle erstattet, wenn Sie Belege dafür vorlegen. Vereinbaren Sie mit Ihrer Vertretung eine direkte Zahlung durch die Pflegekasse, müssen Sie nicht in Vorleistung treten. Dies ist vor allem bei der Ersatzpflege durch Pflegedienste sinnvoll, die direkt mit der Pflegekasse abrechnen.

Verhinderungspflege-Antrag richtig stellen

Seniorin berechnet Kosten der Verhinderungspflege

Wenn Sie sich entschieden haben, wer die Pflege in Ihrer Abwesenheit übernimmt, stellen Sie den Antrag auf Verhinderungspflege direkt bei der zuständigen Pflegekasse. Der Vorgang ist einfach: Sie müssen lediglich angeben, wie lange Sie die Ersatzpflege in Anspruch nehmen, weshalb Sie an der Pflege verhindert sind und ob Ihr Angehöriger mit der Ersatzpflegekraft verwandt oder verschwägert ist. Wenn Sie den konkreten Grund nicht angeben möchten, können Sie hier immer "Sonstiges" ankreuzen.

Im Idealfall stellen Sie den Antrag auf Verhinderungspflege vorab. So können Sie sich von der Kasse auch bezüglich Höhe und Dauer der Leistungen beraten lassen. Die meisten Kassen stellen für den Antrag online Formulare zum Herunterladen bereit, sodass Sie alles bequem von zuhause aus erledigen können. Wenn Sie absehen können, dass die Mittel der Verhinderungspflege zur Finanzierung der Leistung nicht ausreichen, werden zur Verfügung stehende Ansprüche aus der Kurzzeitpflege übertragen. Sie können diese Option direkt im Antrag vermerken.

In dem Antrag müssen Sie meist die folgenden Fragen beantworten:

  1. Wann benötigen Sie eine Ersatzpflege?
  2. Wer übernimmt die Ersatzpflege?
  3. Wie lange sind Sie pro Tag an der Pflege verhindert?
  4. Wie viel bezahlen Sie für die Pflege im genannten Zeitraum?

Wann wird das Pflegegeld in der Ersatzpflege gekürzt?

Wenn die Verhinderungspflege tageweise durchgeführt wird, erhalten Sie für den Zeitraum der Ersatzpflege anteiliges Pflegegeld von 50 Prozent des zuvor gewährten Betrags. Dies gilt bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr. Die Ausnahmen sind der erste und letzte Tag der Ersatzpflege, denn an diesen Tage erhalten Sie weiterhin den vollen Betrag des Pflegegeldes. Als tageweise Ersatzpflege gilt, wenn Sie am Tag länger als acht Stunden abwesend sind.

Wenn Sie weniger als acht Stunden pro Tag verhindert sind, um die Pflege Ihres Angehörigen zu übernehmen, gilt dies als stundenweise Verhinderungspflege. Dabei ist irrelevant, wie viele Stunden die Ersatzpflegekraft sich um Ihren Angehörigen gekümmert hat. Wenn Sie eine Ersatzpflege stundenweise nutzen, erhalten Sie das Pflegegeld in vollem Umfang. Jedoch werden die Stunden trotzdem vom maximalen Zeitrahmen von 42 Tagen abgezogen.

Wir verdeutlichen die Kosten von Verhinderungspflege und die Pflegegeldkürzung an einem Beispiel:

    Eine Bekannte übernimmt die Pflege Ihres Angehörigen (Pflegegrad 4) für 11 Kalendertage. Dafür zahlen Sie ihr nachweislich 1056 Euro (12 Euro / Stunde mit 8 Stunden / Tag). Dazu kommen nachgewiesene Fahrtkosten von 132 Euro (12 Euro/Tag). Insgesamt sind dies Kosten von 1.188 Euro, die die Pflegekasse erstattet.

    Für diese Zeit erhalten Sie für den ersten und letzten Tag das volle Pflegegeld (48,53 Euro) und den halben Betrag für die restlichen Tage (109,20 Euro), also insgesamt 157,73 Euro. Danach beträgt Ihr Restanspruch auf Verhinderungspflegegeld noch 424 Euro für das Kalenderjahr.

Ist Verhinderungspflege meldepflichtig?

Übernimmt ein direkter Verwandter die Ersatzpflege ehrenamtlich, ist die Verhinderungspflege steuerfrei und nicht meldepflichtig. Wird die Ersatzpflege durch einen Verwandten zweiten Grades, einen Freund oder Nachbarn durchgeführt, kommt es auf die Höhe der Aufwands­entschädigung an. Bei Unsicherheit empfiehlt es sich, beim Finanzamt nachzufragen.

Überschreitet die Aufwandsentschädigung die jährliche Höhe des Pflegegeldes, wird die Verhinderungspflege beitrags- und meldepflichtig. Wenn Sie diesen Höchstbetrag nicht überschreiten, bleibt die Verhinderungspflege steuerfrei. Hierzu können Sie sich an der folgenden Tabelle orientieren:

Pflegegrad2345
Jährliches Pflegegeld /
Max. Aufwandsentschädigung
3.792 €6.540 € 8.736 €10.812 €

Rückwirkende Zuschüsse für die Verhinderungspflege erhalten

Die Seniorin und die Tochter berechnen gemeinsam die rückwirkenden Zuschüsse

Wenn in der Vergangenheit bereits eine Ersatzpflege stattgefunden hat, da der pflegende Angehörige stunden- oder tageweise die Pflege nicht selbst übernehmen konnte, können auch rückwirkend Zuschüsse dafür beantragt werden. Dies kann passieren, wenn Sie beispielsweise nicht wussten, dass Ihnen dieses Budget zusteht. In diesem Fall können Sie den Antrag bis zu vier Jahre rückwirkend stellen.

Wichtig dafür ist, dass Sie sämtliche Rechnungen und Belege einreichen können. So werden die Zuschüsse nachträglich für die nachgewiesenen Aufwendungen bei der Pflegekasse beantragt. Bitte beachten Sie jedoch, dass diese Regelung nicht bedeutet, dass das Budget für Verhinderungspflege für mehrere Jahre summiert genutzt werden kann. Bei Nichtnutzung verfällt der Betrag zum Jahresende und kann nur für in diesem Jahr stattgefundene Verhinderungspflege beantragt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Kurzzeit- und Verhinderungspflege?

Sowohl die Kurzzeit- als auch die Verhinderungspflege unterstützen Sie dabei, einen gewissen Zeitraum in der gewohnten Pflege zu überbrücken. Der Hauptunterschied ist, dass die Verhinderungspflege anfällt, wenn die häuslich pflegende Person verhindert ist. Dann springt eine Vertretung ein. Für die Kurzzeitpflege zieht Ihr Angehöriger vorübergehend vollstationär in ein Pflegeheim ein und wird hier versorgt. Dies kann nach einer Operation oder zur Überbrückung der ambulanten Pflege stattfinden.

Wir haben die wichtigsten Unterschiede zwischen Kurzzeit- und Verhinderungspflege für Sie zusammengefasst:

Verhinderungspflege

  1. Die Verhinderungspflege findet im Kalenderjahr bei Ihrem Angehörigen zu Hause statt.
  2. Durch 50 Prozent des Kurzzeitpflegebudgets kann der Betrag auf 2.418 Euro aufgestockt werden. Für Sie entstehen keine zusätzlichen Kosten.
  3. Die Pflege übernehmen Angehörige, Bekannte, ein Pflegedienst oder eine 24 Stunden Pflegekraft.

Kurzzeitpflege

  1. Die Kurzzeitpflege findet bis zu acht Wochen im Jahr vollstationär in einem Pflegeheim statt.
  2. Der Betrag kann mit 100 Prozent der Verhinderungspflege auf 3.224 Euro aufgestockt werden.
  3. Zusätzliche Kosten für Verpflegung und Unterbringung werden selbst getragen. Die Pflege Ihres Angehörigen übernehmen Pflegefachkräfte.

Verhinderungspflege für meinen Vater
Ein persönlicher Erfahrungsbericht von Sandra E.

Sandra E. nutzte die Verhinderungspflege, um sich gemeinsam mit Ehemann Heike einen gemeinsamen Traum zu erfüllen. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen mit der Ersatzpflege.
Karina H. und ihr Mann lächeln glücklich bei einem Spaziergang in der Natur. Dank der Verhinderungspflege konnten sie gemeinsam verreisen.“
Konnte sich dank der Verhinderungspflege einen kleinen Traum verwirklichen: Sandra E., hier gemeinsam mit ihrem Mann Heiko.

Nachdem mein Vater den zweiten Schlaganfall erlitt, hat sich bei uns in der Familie einiges geändert. Eine dieser Veränderung war, dass ich meine Arbeit als Verwaltungsangestellte aufgegeben habe, um mich um meinen Vater zu kümmern. Es ist oft sehr belastend, denn viele wissen nicht, dass mit einem schweren Schlaganfall auch oft eine Persönlichkeitsveränderung einhergeht. Mein Vater war schon immer ein Sturbock, aber jetzt will er manche Dinge sofort. Wenn es nicht passiert, wird er grantig. Ich kenne ihn und weiß, dass er das nicht so meint.

Mein Mann hat mich zu unserem Hochzeitstag mit einer Kurzreise nach Wien überrascht, weil ich schon immer die Kunsthalle sehen wollte. Ich hatte anfangs ein schlechtes Gefühl dabei, meinen Vater in andere Hände zu geben. Aber auch ich brauche mal eine Auszeit. Da in meiner Familie leider niemand die Pflege meines Vaters übernehmen konnte, haben wir uns nach anderen Optionen erkundigt. Ich dachte, ich müsste die gesamten Kosten selbst zahlen – als ich sah, wie viel die Pflegekasse übernimmt, war ich überrascht!

Ich konnte mir nicht nur die Kosten für die Pflege während dem Urlaub in Wien erstatten lassen, sondern rückwirkend auch vom letzten Jahr. Ich war damals krank und unsere Nachbarin musste für zwei Tage kurzfristig einspringen. Wenn ich diese Informationen nicht gehabt hätte, wäre ich auf den Kosten sitzengeblieben. Informieren lohnt sich also! Für die Zukunft weiß ich jetzt genau, was zu machen ist, wenn ich mal nicht verfügbar bin.

Vielen Dank für Ihren Bericht und weiterhin alles Gute für Sie und Ihre gesamte Familie.

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Antworten auf die häufigsten Fragen

Die Ersatzpflegekraft kümmert sich während der Verhinderungspflege liebevoll um die Seniorin.

Eine Verhinderungspflege nehmen Sie in Anspruch, wenn Sie für die Pflege Ihres Angehörigen für einen bestimmten Zeitraum eine Vertretung benötigen. Grund hierfür können beispielsweise Urlaub oder Krankheit sein. Pro Kalenderjahr werden die nachgewiesenen Kosten für bis zu sechs Wochen Verhinderungspflege von der Pflegekasse erstattet.

Jede private Pflegeperson eines Pflegebedürftigen hat Anspruch auf eine Vertretung durch Verhinderungspflege. Voraussetzung ist, dass Ihr Angehöriger mindestens Pflegegrad 2 hat und Sie ihn bereits sechs Monate in häuslicher Umgebung gepflegt haben.

Die Ersatzpflege kann von Privatpersonen wie Verwandten, Freunden oder Nachbarn übernommen werden, aber auch durch professionelle Pflegekräfte. Hierzu gehören ambulante Pflegedienste sowie 24 Stunden Pflegekräfte. Zu beachten ist, dass Privatpersonen die Pflege nicht erwerbsmäßig übernehmen dürfen.

Ihnen steht für jedes Kalenderjahr ein Budget von bis zu 1.612 Euro für die Verhinderungspflege von der Pflegekasse zu. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, 50 Prozent des Kurzzeitpflegebetrags dafür zu nutzen.

Wenn die Verhinderungspflege tageweise berechnet wird, erhalten Sie weiterhin die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes. Die Ausnahme bilden der erste und letzte Tag der Verhinderungspflege, an denen Sie das Pflegegeld vollständig erhalten. Bei einer stundenweise Verhinderungspflege zahlt die Pflegeversicherung das Pflegegeld in voller Höhe weiter.

  • Die Verhinderungspflege
    • findet bei Ihrem Angehörigen zu Hause statt,
    • kann bis zu sechs Wochen in Anspruch genommen werden und
    • wird von Privatpersonen oder ambulanten Pflegediensten übernommen.
  • Bei einer Kurzzeitpflege
    • wird Ihr Angehöriger in einer vollstationären Pflegeeinrichtung betreut,
    • haben Sie Anspruch auf bis zu acht Wochen Unterstützung und
    • Ihr Angehöriger wird von Pflegefachkräfte versorgt.

Für jedes Kalenderjahr stehen Ihnen bis zu 1.612 Euro zu. Der Betrag verfällt am Jahresende, aber Sie können Beträge bis zu vier Jahre rückwirkend erstattet bekommen, sofern Sie die Pflege nachweisen. Zusätzlich besteht die Option, 50 Prozent des Kurzzeitpflegebetrags für die Verhinderungspflege zu nutzen. Damit stehen Ihnen insgesamt bis zu 2.418 Euro jährlich zur Verfügung.

Den Antrag auf Verhinderungspflege stellen Sie bei der zuständigen Pflegekasse Ihres pflegebedürftigen Angehörigen. Im Idealfall stellen Sie den Antrag vorab, aber Sie können die Verhinderungspflege auch rückwirkend beantragen. Achten Sie darauf, dass Ihr Angehöriger selbst oder eine bevollmächtige Person den Antrag stellen muss.

Wichtig zu wissen ist, dass Sie den Leistungsbetrag der Verhinderungspflege mit dem der Kurzzeitpflege kombinieren können. So erhalten Sie jährlich Zuschüsse in Höhe von bis zu 2.418 Euro. Um die Verhinderungspflege in Anspruch zu nehmen, müssen Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Ihr Angehöriger muss mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft sein und
  • Sie müssen Ihren Angehörigen seit mindestens sechs Monaten in häuslicher Umgebung gepflegt haben.

Der Verbund Pflegehilfe berät Sie zu verschiedenen Themen im Bereich der Pflege. Mit über 130 geschulten Beratern informieren wir Sie gerne und vermitteln Ihnen bei Bedarf kostenfrei und unverbindlich Anbieter, die die Verhinderungspflege für Sie übernehmen.

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1 Sozialgesetzbuch (SGB): "§ 39 Häusliche Pflege bei Verhinderung"  zurück zum Text