Pflegeberatung
Beratungsgespräch verpflichtend für Pflegegeld

Wie funktioniert die Pflegeberatung für Senioren

Es gibt verschiedene Formen der Pflegeberatung. Ob als Erstinformation für Sie und Ihren Angehörigen, oder auch als kontinuierlicher Service der Pflegekasse: Mit der Pflegeberatung haben Sie Ansprechpartner, die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Auch Pflegekurse sind für Sie als pflegenden Angehörigen eine kostenlose Möglichkeit, den Pflegealltag zu vereinfachen und Sie zu entlasten.

Die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI dient als Erstinformation für Sie und Ihren Angehörigen. Im Beratungsgespräch erhalten Sie umfangreiche Informationen zu allen Geld- und Sachleistungen, die für die Pflege Ihres Angehörigen möglich sind. Pflegeberatung nach § 37.3 SGB XI ist in Intervallen verpflichtend. Verpassen Sie einen Termin, kann das Pflegegeld gekürzt werden.

Wir haben Ihnen einen umfassenden Ratgeber zur Pflegeberatung zusammengestellt:

In den häufigsten Fragen finden Sie außerdem einen Überblick aller wichtigen Informationen.

Pflegeberatung nach § 7a SGB XI

Pflegeberatung ist Pflicht um Leistungen der Pflegekasse zu erhalten

Zur Erstinformation nach dem Antrag auf Pflegeleistungen dient Pflegeberatung nach § 7a: Innerhalb von 14 Tagen nach Erstantrag ist die Pflegekasse verpflichtet, Ihnen einen Termin anzubieten, bei dem Sie über die verschiedenen Pflegeleistungen informiert werden. Die Beratung findet entweder in einer der anerkannten Beratungsstellen, oder bei Ihrem Angehörigen zuhause statt.

Als pflegender Angehöriger profitieren Sie von der Pflegeberatung nach § 7a, denn der Pflegeberater informiert Sie ausführlich zu den Geld- und Sachleistungen, die Ihnen und Ihrem Angehörigen zustehen. Außerdem zeigt Ihnen der Pflegeberater im Detail, wie Sie diese Leistungen kombinieren. Die Beratung ist für Sie kostenlos und dient zu Ihrer Entlastung.

  1. Der Pflegeberater erstellt einen individuellen Versorgungsplan, in dem die nötigen medizinischen, pflegerischen, kurativen und rehabilitierenden Hilfen festgehalten werden.
  2. Im nächsten Schritt hilft der Pflegeberater, die Genehmigung und Durchführung dieser Hilfen bei den jeweiligen Leistungsträgern voranzutreiben.
  3. Sollte die Pflegebedürftigkeit Ihres Angehörigen ändern, wird der Pflegeberater den zuvor erstellten Versorgungsplan anpassen.
  4. Er informiert Sie als pflegenden Angehörigen außerdem zu den möglichen Leistungen zur Entlastung als Pflegeperson.

Beratungsgutscheine nach § 7b

Birne

Sollte die Pflegekasse binnen zwei Wochen nach Erstantrag auf Pflegeleistungen keinen konkreten Beratungstermin anbieten können, muss sie alternativ einen Beratungsgutschein nach § 7b ausstellen. In diesem müssen anerkannte Beratungsstellen benannt werden, bei denen Sie oder Ihr Angehöriger eine Pflegeberatung erhalten. Auf Wunsch kann diese auch in der häuslichen Umgebung Ihres Angehörigen stattfinden.

Pflegeberatung: Das Wichtigste in Kürze

In diesem Video erfahren Sie in unter 90 Sekunden alles Wichtige zur Pflegeberatung.

Pflegeberatung nach § 37.3 SGB XI

Wenn Ihr Angehöriger bereits Leistungen der Pflegekasse erhält, greift die Pflegeberatung nach § 37.3. Die „Pflegeberatung in der eigenen Häuslichkeit“ ist ein verpflichtender Termin, der abhängig vom Pflegegrad in festen Intervallen wiederholt werden muss. Durch die Pflegeberatung wird die Qualität in der häuslichen Pflege sichergestellt. Außerdem wird überprüft, ob das Geld auch für pflegerische Maßnahmen verwendet wird.

Inhalte & Ziele der Pflegeberatung nach § 37.3

Was ist eine Pflegeberatung nach 37.3

Häusliche Pflege ist eine anspruchsvolle Aufgabe – als pflegender Angehöriger tragen Sie eine große Verantwortung. Die Pflegeberatung nach § 37.3 soll sicherstellen, dass Sie die nötige Unterstützung bei der Pflege erhalten. Sie erfahren wertvolle Informationen zu Leistungen und Unterstützungsangeboten. Der Pflegeberater prüft, ob Ihr Angehöriger in einen höheren Pflegegrad eingestuft wird.

Die geschulten Fachkräfte gehen während der Pflegeberatung auf Fragen und Probleme ein. Scheuen Sie sich nicht davor, persönliche Schwierigkeiten und Hindernisse in der häuslichen Pflege anzusprechen: Die Berater empfehlen Ihnen hilfreiche Pflegeschulungen und geben Tipps zur Verbesserung des Pflegealltags.

  • Sie erhalten Tipps zu den verschiedenen Pflegehilfsmitteln.
  • Sie haben die Gelegenheit, Fragen zu stellen.
  • Die Berater empfehlen hilfreiche Pflegeschulungen und -kurse.
  • Der Pflegeberater prüft, ob Ihr Angehöriger in einen höheren Pflegegrad eingestuft werden kann.

Intervalle der Pflegeberatung nach § 37.3

Wie oft die Pflegeberatung nach § 37.3 stattfinden muss, orientiert sich an der Pflegebedürftigkeit und dem resultierenden Umfang der pflegerischen Aufgaben. Bei starker Pflegebedürftigkeit ist eine Pflegeberatung alle drei Monate verpflichtend, denn die Pflege ist in diesem Fall sowohl zeitlich intensiver, als auch körperlich und seelisch belastender für die Pflegeperson.

Bei leichter Pflegebedürftigkeit ist eine Pflegeberatung alle sechs Monate verpflichtend. Ausnahme ist Pflegegrad 1, bei dem die Beratungseinsätze keine Pflicht sind, aber freiwillig wahrgenommen werden können. Eine halbjährliche Pflegeberatung bei Pflegegrad 1 wird von den Pflegekassen übernommen und dient dazu, bereits frühzeitig auf individuelle Problemstellungen einzugehen.

Intervalle der Pflegeberatung nach § 37.3 SGB XI

Wichtig: Termine nicht vergessen!

Birne

Denken Sie unbedingt daran, die Termine für die Pflegeberatung nach § 37.3 rechtzeitig zu vereinbaren. Ihre Pflegekasse erinnert Sie nicht daran, wann der nächste Termin fällig ist. Versäumen Sie einen Beratungstermin, darf die Pflegekasse das Pflegegeld kürzen.

Wer darf die Pflegeberatung durchführen?

Die Pflegeberatung nach § 37.3 kann bei Ihnen zu Hause stattfinden, darf aber nur von anerkannten Pflegeberatern durchgeführt werden. Das ist wichtig, denn so wird sichergestellt, dass Sie und Ihr Angehöriger eine relevante Pflegeberatung erhalten, die auf das Krankheitsbild Ihres Angehörigen abgestimmt ist.

Die Pflegeberater werden kontinuierlich geschult oder sind als Pflegefachkräfte ausgebildet. So ist gegeben, dass Sie durch die regelmäßige Pflegeberatung stets gut informiert sind. Sollten sich die Pflegeansprüche Ihres Angehörigen ändern, kann der Pflegeberater direkt während des Gesprächs darauf reagieren und Sie mit hilfreichen Zusatzinformationen versorgen.

  • Anerkannte Beratungsstellen und zugelassene Pflegeeinrichtungen dürfen die Pflegeberatung durchführen. Auch die Pflegekräfte eines ambulanten Pflegedienstes sind für die Pflegeberatung qualifiziert.
  • Da die Beratungstermine nach § 37.3 regelmäßig stattfinden, empfiehlt es sich, immer die gleiche Einrichtung zu kontaktieren. So können Sie eine gewisse Routine für sich und Ihren Angehörigen schaffen und vermeiden, Termine zu vergessen.
  • Idealerweise übernimmt der Pflegeberater, der die Erstberatung nach § 7a vorgenommen hat, auch die weiteren Beratungseinsätze. Durch diesen einheitlichen Ansprechpartner erhält Ihr Angehöriger optimale Unterstützung.

Pflegeberatung oder Pflegekurs?

Pflegeberatung nach § 37

Die Pflegeberatung nach § 37 ist eine sich in Intervallen wiederholende, unentgeltliche Maßnahme der Pflegekasse und dient zur Sicherung der Qualität in der häuslichen Pflege.

Ab Pflegegrad 2 ist die Pflegeberatung verpflichtend. Die Frequenz der Beratungstermine orientiert sich ebenfalls am Pflegegrad Ihres Angehörigen.

Pflegekurse nach § 45

Pflegekurse nach § 45 sind ein unentgeltliches Angebot der Pflegekassen. Pflegekurse dienen dazu, „Fertigkeiten für eine eigenständige Durchführung der Pflege“ zu vermitteln.

Pflegekurse sind freiwillig und finden in durch die Pflegekasse bestimmten Einrichtungen statt – wenn nicht anders möglich, auch im Zuhause Ihres Angehörigen.

Wer zahlt die Beratungseinsätze?

Kostenlose Pflegeberatung zu Hause für Senioren

Wenn Ihr Angehöriger einen anerkannten Pflegegrad hat, übernimmt die Pflegekasse die Kosten der Pflegeberatung. Das gilt sowohl für die Pflegeberatung nach § 37.3 als auch nach § 7a. Eine weitere Voraussetzung für die Kostenübernahme ist, dass Sie einen anerkannten Pflegeberater beauftragen. Falls Ihr Angehöriger privat pflegeversichert ist, zahlt das jeweilige Versicherungsunternehmen.

Hat Ihr Angehöriger keinen anerkannten Pflegegrad, kann er sich trotzdem an private Pflegeberatungen wenden – allerdings werden die Kosten nicht übernommen. Der Stundensatz für private Pflegeberater, die zu Ihrem Angehörigen nach Hause kommen, liegt bei durchschnittlich 80 Euro.

Pflegeberatung: Pflicht oder nicht?

Ab Pflegegrad 2 ist eine regelmäßige Pflegeberatung nach § 37.3 verpflichtend. Mit der Pflegeberatung stellt die Pflegekasse die Qualität der Pflege sicher. Der Beratungseinsatz dient vor allem dem Schutz Ihres Angehörigen. So kann die Pflegekasse schnell reagieren, wenn Probleme in der häuslichen Pflege entstehen oder die Pflegebedürftigkeit Ihres Angehörigen steigt.

Es liegt auch in Ihrem Interesse, die regelmäßigen Beratungstermine wahrzunehmen, wenn Sie die Pflege Ihres Angehörigen voll oder teilweise übernehmen. Die Pflegeberater helfen Ihnen mit wichtigen Hinweisen, Ihren Angehörigen bestmöglich zu versorgen. Wird eine pflegebedürftige Person vernachlässigt, kann die Pflegekasse im Notfall schnell handeln.

Wann darf die Pflegekasse eingreifen?

  • Hat die Pflegeperson den Pflegebedürftigen vernachlässigt, kann die Pflegekasse einen gesetzlichen Betreuer bereitstellen
  • Treffen die Pflegeberater auf verwahrloste Pflegebedürftige, schalten sie die Gesundheitsbehörde ein.
  • Bei unbehandelten Krankheiten wird ein Arzt verständigt.
gluehbirne

Gut zu wissen: Kostenloses Elektromobil

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Die medizinische Notwendigkeit muss in einer Verschreibung Ihres Hausarztes bestätigt werden. Kassemodelle fahren bis zu 6 Kilometer schnell und bringen mehr Selbstständigkeit in den Alltag.

Pflegeberatungstermin vergessen: Was nun?

Pflegeberatung Termin vergessen oder versäumt was nun

Falls Sie einen oder mehrere Termine der Pflegeberatung nach § 37.3 vergessen, ist schnelles Handeln gefragt. Setzen Sie sich unmittelbar mit Ihrer Pflegekasse in Verbindung. Die Pflegekasse hat das Recht, bei einem versäumten Pflegeberatungstermin das Pflegegeld zu kürzen. Bei wiederholten Versäumnissen darf die Pflegekasse das Pflegegeld vollständig einbehalten.

Erhalten Sie Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst, übernehmen deren Pflegekräfte die Pflegeberatung. Entscheidender Vorteil hierbei ist, dass die Pflegekräfte Ihren Angehörigen kennen und schnell eine zielgerichtete Beratung vornehmen können. Schreiben Sie sich die nächsten Beratungstermine auf, um erneute Versäumnisse zu vermeiden.

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Antworten auf die häufigsten Fragen

Pflegeberatung für Pflegebedürftige
  • Die Pflegeberatung nach § 37.3 SGB XI ist ein kostenfreier Service der Pflegekasse.
  • Pflegeberatung muss von den Pflegekassen angeboten werden.
  • In den Beratungsgesprächen erhalten Sie Tipps zur Pflege, Informationen zu Pflegeschulungen und Pflegehilfsmitteln, sowie eine Überprüfung des aktuellen Pflegegrads Ihres Angehörigen.
  • Pflegeberatung nach § 7a dient zur Erstinformation nachdem Sie oder Ihr Angehöriger Leistungen bei der Pflegekasse beantragt haben.
  • Sie und Ihr Angehöriger erhalten umfassende Informationen zu Sach- und Geldleistungen.
  • Außerdem erfahren Sie, wie Sie diese Leistungen ideal kombinieren können.
  • Für Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad ist die Pflegeberatung kostenfrei.
  • Die Kosten für die Pflegeberatung werden von der Pflegeversicherung Ihres Angehörigen übernommen.
  • Privatversicherte erhalten die Kosten von Ihrer privaten Krankenversicherung erstattet.
  • Die Pflegeberatung findet entweder in den Räumlichkeiten der anerkannten Beratungsstellen oder bei Ihnen zuhause statt.
  • Den Termin vereinbaren direkt bei Ihrer Pflegekasse.
  • Die Pflegeberatung wird durch anerkannte Fachkräfte durchgeführt.
  • Die Pflegeberater verfügen über spezifisches Wissen zu dem Krankheitsbild Ihres Angehörigen.
  • Auch Pflegekräfte von ambulanten Pflegediensten können die Pflegeberatung übernehmen.
  • Ja: Bei Pflegegrad 2-3 ist eine Pflegeberatung nach § 37.3 alle sechs Monate verpflichtend.
  • Bei Pflegegrad 4-5 verkürzen sich die Beratungsintervalle: alle drei Monate muss ein Termin vereinbart werden.
  • Hat Ihr Angehöriger Pflegegrad 1, ist er nicht zur Pflegeberatung verpflichtet, darf Sie aber alle sechs Monate kostenfrei nutzen.
  • Ja: Nutzen Sie diesen kostenlosen Service der Pflegekasse.
  • Durch regelmäßige Beratungseinsätze erhalten Sie eine kontinuierliche Unterstützung bei der Pflege.
  • Steigt die Pflegebedürftigkeit Ihres Angehörigen, kann sein Pflegegrad schnell höhergesetzt werden.
  • Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 sind nicht verpflichtet, die Pflegeberatung wahrzunehmen.
  • Ab Pflegegrad 2 ist die Pflegeberatung alle sechs Monate verpflichtend.
  • Ab Pflegegrad 4 ist alle drei Monate ein Beratungstermin einzuhalten.
  • Bereits nach dem ersten verpassten Termin nach § 37.3 darf die Pflegekasse das Pflegegeld kürzen.
  • Werden Termine wiederholt nicht wahrgenommen, kann das Pflegegeldvollständig einbehalten werden.
  • Kontaktieren Sie Ihre Pflegekasse so schnell wie möglich, wenn Sie einen Termin vergessen haben.
  • Unsere geschulten Berater helfen Ihnen gerne telefonisch weiter.
  • Wir informieren Sie gerne zum Thema Pflegeberatung und allen weiteren Bereichen der Pflege und Finanzierung der Pflege.
  • Dieser Service ist für Sie kostenlos.