Senioren-WG: Lieber gemeinsam statt einsam!

Glückliche Bewohner in einer Senioren-WG

Im Alter selbstbestimmt leben – aber nicht alleine: Eine Senioren-WG kann für Sie die richtige Wohnform sein, wenn Sie noch rüstig oder nur leicht eingeschränkt sind und sich Austausch mit Gleichaltrigen wünschen. Soziale Kontakte werden deutlich erleichtert, da man „Tür an Tür“ lebt oder im Gemeinschaftsraum kennen lernen kann.

Auf dieser Seite informiert Sie der Verband Pflegehilfe über alles, was Sie zu dieser Wohnform im Alter wissen müssen. Was kann eine Senioren-WG leisten und was nicht? Mit welchen Kosten ist zu rechnen – und was ist bei einer privaten WG-Gründung zu beachten?

Haben Sie wenig Zeit? Einen kurzen Überblick erhalten Sie in Fragen und Antworten.

Definition

Senioren-WG – Was versteht man eigentlich darunter?

Senioren spielen Schach

Senioren-WGs eignen sich vor allem für ältere Menschen, die noch relativ fit sind und mit Gleichgesinnten in einem Haus oder einer Wohnung zusammenleben möchten, um im Alter nicht alleine zu sein. Im Normalfall hat jeder Bewohner ein eigenes oder mehrere Zimmer oder ein gesamtes Apartment für sich. Die Gemeinschaftsräume wie Küche, Bad, Terrasse, Garten, Esszimmer und Wohnzimmer werden gemeinsam benutzt und bieten Begegnungsfläche.

Wie ist die Pflegesituation in einer Senioren-WG?

24 Stunden Pflege

Ein Pflegedienst kann in Senioren-WGs stundenweise zusätzlich organisiert werden. Es gibt sogar Wohngemeinschaften, die an eine Pflegestation einer stationären Einrichtung angeschlossen sind. Beachten Sie jedoch, dass ab einem gewissen Pflegegrad eine Senioren-WG nicht mehr die passende Wohnform darstellt und ein Pflegeheim geeigneter ist.

Warum sind Senioren-WGs so beliebt?

Spaziergang durch den WG-Park

Die demografische Entwicklung in Deutschland ist ein Grund, weshalb Senioren-WGs immer beliebter werden, denn die Gesellschaft wird zunehmend älter. Während die Menschen früher oft in einem großen Familienverbund lebten, bleiben Senioren heute nach dem Wegzug der Kinder und dem Tod des Partners oft alleine zurück.

Dem kann das Leben in einer Senioren-Wohngemeinschaft entgegenwirken: Eine Senioren-WG verbindet die Vorteile des eigenständigen Lebens mit den Vorteilen einer Gemeinschaft. Die Mitbewohner können sich umeinander kümmern, wenn einer von ihnen etwas gebrechlicher wird. Sie können die Lasten des Alltags gemeinsam meistern und gleichzeitig nach dem eigenen Tagesrhythmus leben.

Jeder lebt in einer eigenen Wohnungseinheit oder im eigenen Zimmer und kann sich auf Wunsch mit den Mitbewohnern zusammentun oder gemeinsame Aktivitäten planen. Außerdem sind Senioren-WGs bei Menschen beliebt, die sich aufgrund der steigenden Mieten in deutschen Großstädten kein eigenes Wohneigentum mehr leisten können.

Kosten

Kosten und Zuschüsse

Versichertenkarte und Geldschein

Die monatlichen Mietkosten für ein Zimmer oder Apartment in einer Senioren-WG belaufen sich auf etwa €600 bis etwa €1.000. Die Preise variieren je nach Region, Ausstattung und Größe der Wohnung stark. Bei professionell organisierten Senioren-WGs enthält dieser Betrag auch Strom, Heizung und Betriebskosten sowie eine wöchentliche Reinigung und einen regelmäßigen Besuchsdienst.

Bei privat organisierten Senioren-WGs entsprechen die Kosten in aller Regel den üblichen Mietpreisen auf dem lokalen Wohnungsmarkt: Jeder Bewohner bezahlt in der Regel die Miete für seinen privaten Wohnbereich je nach Größe; die Kosten für die Gemeinschaftsflächen werden üblicherweise unter allen Bewohnern aufgeteilt.

Welche Förderungen sind möglich?

Speziell für Wohngemeinschaften von pflegebedürftigen Senioren sind von der Pflegeversicherung zusätzliche Förderungen vorgesehen: Senioren, die zusammenwohnen, bekommen den sogenannten Wohngruppenzuschlag. Der Zuschlag liegt monatlich bei €205, sofern mindestens zwei weitere Mitbewohner ebenfalls eine nachgewiesene Pflegebedürftigkeit oder eine eingeschränkte Alltagskompetenz haben. Diese beginnt direkt bei Pflegegrad 1.

Mit anerkanntem Pflegegrad werden zusätzlich einige Kosten für Sie übernommen. Die Pflegekasse trägt dann die Kosten für ambulante Pflege und Leistungen wie den Hausnotruf oder weitere Maßnahmen zur Wohnraumanpassung. Die Pflegekasse übernimmt außerdem bei jedem Bewohner mit Pflegegrad bis zu €4.000 für notwendige Umbaumaßnahmen für die Barrierefreiheit bis zu einem Höchstbetrag von €16.000 pro Wohneinheit.

Der Staat unterstützt finanziell die Gründung von Senioren-Wohngemeinschaften. Beim Grundsicherungsamt können Sie die bedarfsorientierte Grundsicherung beantragen. Außerdem können Sie bei der Wohngeldstelle der Stadt oder der Gemeinde einen Antrag auf Wohngeld stellen. Wenn es sich um eine Mietwohnung in öffentlich gefördertem Wohnraum handelt, können Sie dort mit einem städtischen Wohnberechtigungsschein einziehen.

Modelle

Modelle von Senioren-WGs

    Lachende Senioren
  1. Private Senioren-WGs sind selbst gegründete und organisierte Wohn- oder Hausgemeinschaften, in denen die Bewohner selbstständig und ohne externe Hilfe zusammenleben. Wenn sich die Situation ändert, kümmern sich diese WG-Mitbewohner eigenständig um einen ambulanten Pflegedienst, der sie bei Bedarf unterstützt.
  2. Bei einer Eigengründung sollten Sie unbedingt die Rechtsform klären: Generell ist die Gründung eines Vereins ein guter Einstieg bei der Gründung einer Wohngemeinschaft. Es sollte eine Kooperationsvereinbarung mit allen Bewohnern geschlossen werden. Darin wird konkret festgelegt, wie sich die Zusammenarbeit in der Gruppe gestalten soll.
  3. Professionell betreute Senioren-WGs werden von einer Pflegeeinrichtung betrieben oder sind einer stationären Pflegeeinrichtung angeschlossen. Diese WGs sind also meist trägerinitiiert. Damit entfällt für Sie der Planungs- und Organisationsaufwand im Vorfeld – dafür haben Sie nur wenig Einfluss auf die Auswahl der Mitbewohner.

Die Herausforderungen privater Senioren-WGs

Die Suche nach Mitbewohnern und geeignetem Wohnraum kann sich schwierig gestalten. Immerhin muss die Wohnung oder das Haus geräumig, barrierefrei und zentral sein und über eine gleichmäßige Zimmeraufteilung für alle Bewohner verfügen. Das Umfeld sollte mit dem Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, Kultureinrichtungen und Grünanlagen ebenfalls zu seniorengerecht sein.

Übrigens: Die Suche nach geeigneten Mitbewohnern können WG-Gründer über Zeitungsanzeigen, Internetbörsen oder Aushängen im nächstgelegenen Seniorentreff gewährleisten. Neben der gegenseitigen Sympathie sollten auch vermeintliche Banalitäten wie die Haltung von Haustieren oder die Besuchszeiten für Gäste, Kinder und Enkel im Vorfeld abgeklärt werden.

Sonderformen der Senioren-WGs

Lächelnde Ärztin

Generell ist es so, dass WGs am besten für noch rüstige Senioren geeignet sind, die in einer Gemeinschaft leben möchten. Doch das muss nicht immer so sein: Für Demenzkranke und Beatmungspatienten gibt es ebenfalls geeignete WG-Konzepte.

  • Beatmungs-WG: Intensivpflege zu Hause

Für Pflegebedürftige, die dauerhaft beatmet werden müssen und intensivpflegebedürftig sind, gibt es die sogenannten „Beatmungs-WGs“. Für die Bewohner ist diese Art der Unterbringung sehr viel angenehmer als ein Platz in einer Klinik, da sie hier zumindest die Vorteile einer häuslichen Umgebung haben: Den schwerstkranken Menschen soll in diesen Wohngemeinschaften ein möglichst normaler Alltag in familiärer Atmosphäre ermöglicht werden.

Das Pflegeteam besteht hier aus examinierten Kranken – und Altenpflegern, Anästhesie-/Intensiv-Pflegern, Physiotherapeuten sowie Atemtherapeuten. Eine bestmögliche und individuelle Versorgung für Ihren Angehörigen ist damit sichergestellt.

  • Demenz-WG: Verbesserung der Lebensqualität von Demenzkranken
Lachendes Senioren-Ehepaar

Bei Demenz-WGs handelt es sich um eine professionell betreute Wohngemeinschaft mit vier bis zehn Menschen, die unter Demenz oder Alzheimer leiden. Da diese WGs immer mit professioneller Betreuung einhergehen, sind die meisten Einrichtungen trägergesteuert.

Es gibt aber auch selbstorganisierte Formen. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie von Angehörigen und ehrenamtlichen oder beruflichen Betreuern organisiert werden. Die Lebensqualität der Menschen soll mit dieser Wohn- und Betreuungsform verbessert werden, indem eine größtmögliche Selbstbestimmtheit auf der einen weglassen und der notwendige Schutz auf der anderen Seite gewährleistet wird.

Videoempfehlung: Demenz-WG für Senioren in München

Dieses Video zeigt, wie sich Senioren-WGs im Alltag gestalten können und welche Rolle Pflegekräfte in so einer Wohngemeinschaft spielen.

Unterschied Senioren-WG - Betreutes Wohnen

Der Unterschied zwischen einer Senioren-WG und dem Betreuten Wohnen  liegt darin, dass diese Wohnform direkt mit konkreten Betreuungsleistungen kombiniert angeboten wird. Beim Betreuten Wohnen ist in der monatlichen Wohnpauschale automatisch der Grundservice mit inbegriffen, der zum Beispiel eine Betreuung mit individuell vereinbarter Stundenanzahl einschließt.

In einer Senioren-WG steht in aller Regel nur die monatliche Miete fest – benötigte Pflegeleistungen kann man sich je nach Bedarf selbst organisieren.

Alternative: Mehrgenerationenhaus

24 Stunden Pflege

Eine Kombination aus jungen Familien und Senioren ist die sogenannte „Mehrgenerationen-Wohngemeinschaft“ oder das „Mehrgenerationenhaus“. Mehrere Generationen leben mit dem Ziel eines nachbarschaftlichen Miteinanders zusammen. Die Idee ist, dass die Bewohner sich gegenseitig unterstützen.

Checkliste

Checkliste: Ihr Weg zur richtigen Senioren-WG in drei Schritten

Eine passende Senioren-WG braucht mehr als nur helle und geräumige Zimmer. Halten Sie schon frühzeitig nach passenden Objekten für sich selbst, Ihre Eltern oder Ihren Angehörigen Ausschau. Folgende Schritte helfen Ihnen dabei, eine gute Entscheidung zu treffen:

Senioren-WG in guter Lage
  1. Vorauswahl treffen – Fokus auf Barrierefreiheit
    Halten Sie Ausschau nach Senioren-WGs in dem Gebiet, in dem Sie oder Ihr Angehöriger gerne leben möchten. Informationen zu passenden Unterkünften erhalten Sie beispielsweise beim Verband Pflegehilfe oder bei den Kommunen. Vergleichen Sie das Infomaterial im Hinblick auf Lage, Angebot und Kosten.
  2. Der persönliche Besuch und Ihr Bauchgefühl
    Schauen Sie sich die Senioren-WG selbst an, anstatt sich auf Empfehlungen oder Besuche Ihrer Verwandten zu verlassen. Fahren Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin, schließlich wollen Sie dort ja auch damit mobil sein. Wenn möglich, nehmen Sie sich bei der Besichtigung einen Verwandten oder Bekannten mit, der Sie bei der Entscheidung unterstützen kann.
  3. Die zentrale Lage der Senioren-WG
    Im Idealfall liegt die Wohnung in einer ruhigen Umgebung und wichtige Geschäfte, Behörden oder Arztpraxen sind zu Fuß oder mit dem Bus zu erreichen. Auch weitere Freizeitangebote gibt es in der Stadt eher als auf dem Land. Ebenfalls ist es für Ihren Besuch von Vorteil, wenn die Unterkunft nicht zu abgelegen ist.

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Häufige Fragen

Pflegemittel

Die Senioren-WG ist eine Wohnform, bei der Sie mit mehreren Senioren in einem Haus oder einer Wohnung leben. Jeder Bewohner hat meistens ein eigenes Zimmer. Außerdem werden Gemeinschaftsräume wie Küche, Bad und Esszimmer gemeinsam genutzt und bieten die Möglichkeit soziale Kontakte zu knüpfen.

Senioren-WGs sind so beliebt, weil Sie die Möglichkeit zu einem eigenständigen Leben bieten, verbunden mit den Vorteilen einer Gemeinschaft. Sie kümmern sich umeinander und können gemeinsame Freizeitaktivitäten planen. Außerdem ist die Senioren-WG eine günstige Alternative, wenn Sie sich kein eigenes Wohneigentum mehr leisten können.

In der Regel beträgt die monatliche Miete für ein Zimmer oder ein Apartment in einer Senioren-WG €600 bis €1.000. Bei privat organisierten Senioren-WGs entsprechen die Kosten den üblichen Mietpreisen auf dem lokalen Wohnungsmarkt.

Es gibt das Modell der privaten Senioren-WG. Sie ist eine selbst gegründete Wohngemeinschaft, die von den Bewohnern organisiert wird. Außerdem leben sie selbstständig ohne externe Hilfe.

Die professionell betreute Senioren-WG wird von einer Pflegeeinrichtung betrieben oder ist einer stationären Pflegeeinrichtung angeschlossen. Sie müssen sich bei dieser Form von Senioren-WG nicht um die Planung und Organisation der Wohngemeinschaft kümmern, da die Pflegeeinrichtung dies erledigt.

Es kann vorkommen, dass Sie bei der Gründung einer privaten Senioren-WG auf eine Herausforderung treffen: Sie finden keine geeigneten Mitbewohner. Außerdem müssen Sie bei der Auswahl der Einrichtung beachten, dass die Wohnung oder das Haus geräumig, barrierefrei und zentral ist.

Anders als die Senioren-WG, ist das betreute Wohnen mit konkreten Betreuungsleistungen kombiniert. In einer Wohngemeinschaft zahlen Sie nur die monatliche Miete. Im Gegensatz dazu wird Ihnen beim betreuten Wohnen eine monatliche Wohnpauschale angerechnet, die die monatliche Miete sowie den Grundservice beinhaltet.

Treffen Sie zuerst eine Vorauswahl. Suchen Sie nach Senioren-WGs in Ihrem Wohngebiet und lassen Sie sich informieren. Anschließend sollten Sie der Einrichtung einen persönlichen Besuch abstatten, um sich einen umfassenden ersten Eindruck zu machen. Berücksichtigen Sie auch die Lage der Senioren-WG. Sie sollte in einer ruhigen Umgebung, aber dennoch zentral liegen.

Der Verband Pflegehilfe kann auf Wunsch für Sie deutschlandweit freie Plätze in geprüften Senioren-WGs finden. Nach der telefonischen Beratung leitet der Verband Pflegehilfe die notwendigen Schritte ein, nimmt Ihre individuellen Wünsche auf oder beantwortet Ihre Fragen. Unsere Berater helfen Ihnen gerne kostenfrei und unverbindlich am Telefon weiter.