Testament verfassen
Nachlass regeln - mit oder ohne Notar

Männerhände schreiben

Ein¬†Testament¬†dient¬†dazu, Ihren letzten Willen festzulegen und Erben einzusetzen.¬†Die Idee erscheint simpel, doch die Umsetzung ist nicht ganz einfach und es gibt bestimmte Vorgaben zu beachten. Wenn Sie sich also konkret mit der Idee beschäftigen, sollten Sie sich eingehend informieren. Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass Ihr Testament nicht rechtsgültig ist oder angefochten werden kann.¬†

Neben der Beachtung von formalen Punkten ist ein Testament auch eine¬†emotionale Angelegenheit. Sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, berührt viele Menschen ebenso wie Entscheidungen über den Nachlass. Gerade bei komplizierten Familienverhältnissen oder einem großen Vermögen ist es wichtig, darüber zu entscheiden, um möglichen Konflikten über das Erbe vorzubeugen.

Wir¬†möchten Sie dabei mit Tipps und Informationen zu den folgenden Themen unterstützen:

Einen kurzen Überblick über das umfangreiche Thema finden Sie in den häufigen Fragen.

Stoppuhr-Icon Kurzgesagt: Testament

Stoppuhr-Icon Kurzgesagt

  • Ein Testament muss handschriftlich verfasst sein.
  • Das Testament kann persönlich oder notariell erstellt werden.
  • Notarkosten variieren je nach Ihrem persönlichen Geschäftswert.

Was ist ein Testament?

Testament

Ein Testament oder letzter Wille ist eine Urkunde, mit der Sie Ihren¬†Nachlass klären. Diese wird in der Regel schriftlich und individuell angefertigt, um Ihre Lebens- und Familienverhältnisse zu berücksichtigen. Als Erblasser setzen Sie das Testament zu Lebzeiten auf, es wird jedoch erst im Fall Ihres Todes wirksam. So teilen Sie das Erbe nach Ihren Wünschen auf. Sie können auch gemeinnützige Organisationen, Bekannte und Freunde in Ihrem Nachlass berücksichtigen.¬†

Es besteht allerdings keine Verpflichtung dafür, ein Testament zu verfassen. Für diesen Fall existiert die¬†gesetzliche Erbfolge.¬† Auf Gesetzesgrundlage teilt diese Ehepartner und Verwandte in Gruppen ein, die als Erben gelten.1 Bei mehr als einem Erben regelt die Erbfolge auch die Höhe der jeweiligen Erbschaft. Mit einem Testament können Sie die Erbfolge also mitbestimmen.¬†Als Erblasser können Sie Ihr Testament jederzeit widerrufen oder ändern. Voraussetzung ist, dass Sie zum Zeitpunkt des Widerrufs beziehungsweise der Änderung testierfähig sind.

Wer hat Anrecht auf einen Pflichtteil?

Viele Personen setzen ein Testament auf, um die gesetzliche Erbfolge zu umgehen und bestimmte Personen von der Erbfolge ausschließen. Allerdings haben¬†nahe Verwandte¬†Anspruch auf den sogenannten Pflichtteil. Dieser steht zwei Personengruppen zu. Dies sind zum einen die leiblichen oder adoptierten¬†Kinder, auch Abkömmlinge genannt. Sollten diese nicht mehr leben, gilt der Pflichtteil für deren Nachkommen, also die nächste Generation.

Die zweite Gruppe mit Anspruch auf einen Pflichtteil besteht aus ¬†Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner¬†sowie die eigenen Eltern bei kinderlosen Paaren. Für Geschwister besteht der Anspruch auf einen Pflichtteil nicht.¬†Auch die Höhe des Pflichtteils ist gesetzlich festgelegt, nämlich als die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Wenn das Erbe beispielsweise bei zwei Kindern halbiert werden würde, wäre der Pflichtteil hier ein Viertel des Gesamterbes.

Anspruch auf den Pflichtteil in Höhe von 50 Prozent des gesetzlichen Erbteils haben also:

  • Leibliche oder adoptierte Kinder (Abkömmlinge)
  • Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner
  • Eltern von kinderlosen Paaren

Was ist ein Vermächtnis?

Ein Vermächtnis ist eine¬†einzelne Zuwendung, die eine Person oder Organisation nach dem Tod des Erblassers erhalten soll. Dabei kann es sich um einzelne Gegenstände, aber auch Bargeld oder Immobilien handeln. Ein Vermächtnis zählt damit nicht zum Gesamterbe und muss entsprechend ausgewiesen sein.¬†Ein Vermächtnisnehmer gehört nicht zum Erbenkreis und trägt daher nicht deren Verantwortung. Je nach Wert fällt jedoch auch hier eine Erbschaftssteuer an.¬†

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Testament-Arten im Überblick

Mündlich oder schriftlich, eigenständig oder mithilfe eines Notars, selbst aufbewahren oder verwahren lassen - bezüglich der Art des Testaments haben Sie¬†unterschiedliche Möglichkeiten. Einige davon eignen sich für gewisse Lebensumstände und persönliche Hintergründe besser als andere. Daher ist es empfehlenswert, sich vorab mit den verschiedenen Optionen zu beschäftigen.¬†

Wenn Sie sich bezüglich der Art oder auch Inhalten Ihres Testaments unsicher sind, können Sie dafür¬†rechtliche Hilfe¬†in Anspruch nehmen. Hier eignen sich Anwälte, die sich auf Erbrecht spezialisieren oder Notare. Die Experten nutzen rechtssichere Formulierungen, beraten Sie inhaltlich und beantworten Ihre Fragen.¬†So können Sie als Erblasser sicher sein, dass Sie für sich und Ihre Erben die richtigen Vorkehrungen treffen.

1. Handschriftliches Testament

Handschriftliches Testament

Das handschriftliche oder privatschriftliche Testament ist eine häufig gewählte Form. Dafür verfassen Sie das Testament¬†von eigener Hand und gut leserlich¬†und versehen es mit Ort, Datum und Ihrer Unterschrift. Maschinell oder am Computer erstellte¬†Testamente sind ungültig. Grund dafür ist, dass ein Schriftgutachter die Echtheit des Dokuments bei handgeschriebenen Testamenten¬†prüfen kann. Bei Zweifel an der Lesbarkeit der eigenen Handschrift können Sie eine ausgedruckte Fassung, die¬†sogenannte Leseabschrift, zusätzlich beilegen.¬†

Eine weitere Voraussetzung für die Gültigkeit ist, dass Sie als Erblasser bei der Erstellung des Testaments¬†volljährig¬†sind. Ebenso müssen Sie¬†testierfähig,¬†also im Vollbesitz¬†Ihrer geistigen Fähigkeiten,¬†sein.¬†Diese sind¬†¬†durch psychische Krankheiten, zum Beispiel einer Demenz, eingeschränkt. Formgerechte Änderungen oder ein Widerruf sind bei einem¬†handschriftlichen Testament jederzeit möglich. Verfassen Sie ein neues Testament, wird das ältere automatisch ungültig.¬†

  • Die Vorschriften dieser Form sind¬†unkompliziert¬†und¬†einfach und selbstständig umzusetzen.
  • Sie benötigen¬†keinen Notar¬†und können das Testament trotzdem¬†im Zentralen Testamentsregister¬†hinterlegen.
  • Änderungen¬†nehmen Sie jederzeit selbst vor, ohne großen Aufwand. Auch können Sie es jederzeit vernichten.
  • Bei Unklarheiten wird das Testament¬†ungültig, da Sie¬†alleine¬†für Formulierungen und Inhalt verantwortlich sind.
  • Ohne notarielle Beglaubigung bleibt ein¬†Risiko,¬†dass Ihr Testament¬†verfälscht wird.
  • Lassen Sie Ihr Testament nicht vom Nachlassgericht verwahren, besteht die Gefahr, dass es¬†nicht gefunden¬†wird.

2. Notarielles oder öffentliches Testament

Das notarielle Testament verfassen Sie¬†gemeinsam mit einem Notar,¬†der rechtssichere Formulierungen nutzt.¬†Teilen Sie dem Notar Ihren letzten Willen mündlich mit, hält er diesen schriftlich fest. Alternativ verfassen Sie das Testament selbst und übergeben es dem Notar. Der Vorteil ist hier, dass der Notar das Dokument prüft und Sie berät. Oft ist die Expertise eines Notars bei zahlreichen Erben, einem großen Vermögen oder komplexen Familienverhältnissen lohnenswert.¬†

Mit der notariellen Beglaubigung wird das¬†Testament rechtskräftig¬†und der Notar übergibt es in¬†amtliche Verwahrung. Doch auch bei dieser Form¬†können Sie Änderungen vornehmen.¬†Allerdings wird das Testament widerrufen, sobald Sie es aus der Verwahrung zurückfordern. Für Änderungen müssen Sie daher die Notarkosten erneut tragen. Das notarielle Testament¬†ersetzt oft den Erbschein, der erforderlich ist, damit Ihr Erbe sein Erbrecht beweisen kann.¬†

  • Sie haben eine große¬†Rechtssicherheit.
  • Durch die notarielle Beratung werden¬†Korrektheit und Gültigkeit¬†des Testaments gewährleistet.¬†
  • Der¬†Notar¬†berät¬†Sie bei Fragen und Unklarheiten. Darunter fallen auch steuerliche Aspekte.
  • Ihnen entstehen Kosten¬†für den Notar.
  • Änderungen können Sie nur mithilfe des Notars vornehmen. Dafür müssen Sie erneut Notarkosten zahlen.
  • Sie müssen Ihre¬†privaten Angelegenheiten¬†mit einer fremden Person besprechen.¬†¬†

3. Berliner Testament

Berliner Testament

Das Berliner Testament gehört zu den gemeinschaftlichen Testamenten, die¬†nur¬†von¬†Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern¬†erstellt werden. Hier setzen sich die Paare gegenseitig als Alleinerben ein und der überlebende Partner erhält den gesamten Nachlass. Gleichzeitig benennen sie einen endgültigen Erben. In der Regel sind das die Kinder, darunter auch Stiefkinder, oder andere enge Verwandte. Auch das Berliner Testament verfassen Sie notariell oder handschriftlich.¬†

Lassen sich die Ehepartner scheiden, wird das Testament ungültig.¬†Ein Widerruf¬†ist zu Lebzeiten jederzeit möglich, muss aber notariell beurkundet werden, auch wenn Sie das Testament privatschriftlich verfasst haben. Nach dem Tod eines Ehegatten sind Änderungen oder ein Widerruf jedoch nicht mehr möglich, außer das Paar hat dafür Klauseln verfasst. Wenn die Kinder als Schlusserben eingesetzt wurden, bleibt die Erbfolge ohne diese Klauseln auch dann bestehen,¬†wenn ein verwitweter Partner erneut heiratet.¬† ¬†

  • Für¬†Ehegatten¬†und Lebenspartner ist es eine unkomplizierte Lösung.
  • Sie¬†sichern den Lebensstandard¬†für den hinterbliebenen Partner.
  • Im Gegensatz zur gesetzlichen Erbfolgen können Sie auch¬†Stiefkinder¬†als Erben einsetzen.¬†
  • Ein gemeinschaftliches Testament können Sie auch¬†nur gemeinsam ändern.
  • Je nach Situation fällt die¬†Erbschaftssteuer doppelt¬†an.
  • Die Bindungswirkung bestimmt über den Tod des einen Partners hinaus die Erbfolge des anderen.

Gut zu wissen: Wiederverheiratungsklausel

gluehbirne

Setzen Ehepartner sich gegenseitig als Erben ein, werden die gemeinsamen Kinder oft als Schlusserben benannt. Wenn aber nach dem Tod eines Partners aus der zweiten Ehe weitere Kinder hervorgehen, erweitern diese automatisch den Erbenkreis.

Um die weitere Erbfolge zu klären, gibt es die Wiederverheiratungsklausel. Diese definiert individuell, was¬†im Falle einer Wiederheirat mit dem Erbe geschieht, das der zuerst verstorbene Partner hinterlässt.

4. Erbvertrag

Bei einem Erbvertrag handelt es sich um eine¬†vertragliche Regelung¬†als ‚ÄěVerfügung von Todes wegen‚Äú. Im Gegensatz zum Testament können Sie einen Erbvertrag nur mit einer zweiten Person sowie notarieller Beurkundung abschließen.¬†Dieser ist als zweiseitiges¬†Rechtsgeschäft zu verstehen und hat damit eine deutlich¬†höhere Bindungswirkung¬†und -verpflichtung als ein Testament. Als Erblasser verpflichten Sie sich, dem Vertragspartner im Todesfall Ihr Vermögen zu hinterlassen.¬†

Anders als bei einem Berliner Testament können Sie hier einen unverheirateten Partner oder eine andere Person wechselseitig als Erbe einsetzen. Auch die Nachfolge eines Unternehmens regeln Sie mit einem Erbvertrag.¬†Grundsätzlich ist dafür immer die¬†Zustimmung beider Vertragspartner¬†nötig. In der Regel kann der Vertrag dadurch nicht frei und einseitig widerrufen werden. Anders als beim Testament muss der Erblasser nicht nur testierfähig, sondern auch¬†voll geschäftsfähig¬†sein.

  • Stärkere¬†Bindungswirkung und -verpflichtung¬†als ein Testament.
  • Auch als¬†unverheiratetes Paar¬†setzen Sie sich gegenseitig als Alleinerbe ein.
  • Die¬†Nachfolge eines Unternehmens¬†regeln Sie ebenfalls mit einem Erbvertrag.
  • Es entstehen¬†Notarkosten,¬†da der Erbvertrag notariell beurkundet werden muss.
  • Ein¬†Widerruf ist nur schwer¬†möglich.
  • Rechtsgültige Änderungen¬†müssen ebenfalls notariell beurkundet werden.

Ausnahme: Mündliches Nottestament

gluehbirne

Befinden Sie sich in einer¬†lebensbedrohenden Notlage, können Sie ein mündliches Testament (sogenanntes Drei-Zeugen-Testament) verfassen. Dafür muss kein Notar, jedoch¬†drei Zeugen¬†anwesend sein.

Diese dürfen nicht mit Ihnen verwandt oder im Testament berücksichtigt sein. Die Zeugen ver­schriftlichen Ihren letzten Willen und lassen diesen unverzüglich durch eine Amtsstelle beglaubigen. Ein Nottestament ist nur drei Monate rechtsgültig.

Wie wird ein Testament verfasst?

Testament

Wie ein Testament verfasst wird, hängt von der von Ihnen¬†gewählten Form¬†ab.¬†Informieren Sie sich daher gut zu den Voraussetzungen, damit Ihr Testament rechtsgültig ist. Es gibt Muster und Vorlagen, die Sie als Beispiele nutzen können. Grundsätzlich wird ein Testament immer¬†individuell aufgesetzt, da es Ihre persönlichen Angelegenheiten klären soll.¬†Werden Sie von einem Notar unterstützt, übernimmt dieser die Verantwortung für die richtige Form.

Unabhängig von professioneller Beratung lohnt es sich in der Regel über die wichtigsten Punkte selbst Bescheid zu wissen. Wichtig ist, dass im Testament keine Unklarheiten entstehen oder Fragen offenbleiben. Es sollte daher immer¬†so präzise wie möglich¬†sein. So verhindern Sie im Voraus, dass es zu Missverständnissen oder einer erfolgreichen Anfechtung kommt. Denken Sie daran, neben Ihrem Vermögen auch alle Ihre Besitztümer mit in das Testament aufzunehmen.

Entscheiden Sie sich für ein privatschriftliches Testament, verfassen Sie dieses¬†handschriftlich in lesbarer Schrift. Ein getipptes Testament ist hier ungültig. Die Überschrift des Dokuments sollte ‚ÄěTestament‚Äú oder ‚ÄěMein letzter Wille‚Äú lauten. Formulieren Sie den Text so spezifisch und detailliert wie möglich. Am Ende unterschreiben Sie das Dokument mit vollem Namen und fügen Datum und Ort hinzu. Bei mehreren Seiten ist es sinnvoll diese zu nummerieren.¬†

Um rechtsgültig zu werden, muss Ihr letzter Wille gefunden werden. Informieren Sie daher Ihre Erben über die Existenz und den¬†Aufbewahrungsort¬†Ihres Testaments. Um Unsicherheiten diesbezüglich vorzubeugen, können Sie Ihr Testament beim Nachlassgericht hinterlegen. Das Dokument ist dort vor Verlust oder Fälschung geschützt und steht dem Gericht im Todesfall direkt zur Verfügung. Notarielle Testamente werden zur Aufbewahrung immer an das zuständige Amtsgericht weitergeleitet.¬†

Die wichtigsten Punkte beim Verfassen eines Testaments sind:

  1. Ein Testament sollte immer¬†so präzise wie möglich¬†formuliert sein.
  2. Das Testament sollte individuell auf Sie ausgerichtet sein. 
  3. Für die jeweilige Art des Testaments muss die¬†richtige Form¬†eingehalten werden, um rechtsgültig zu sein.
  4. Entscheiden Sie über den für Sie¬†sichersten Aufbewahrungsort. Sie können die Urkunde privat hinterlegen oder dafür das zuständige Nachlassgericht in Anspruch nehmen.¬†

Testament ändern

Grundsätzlich kann ein Testament geändert werden, solange¬†der Erblasser¬†testierfähig¬†ist. Jedoch unterscheidet sich das Vorgehen je nach Art des Testaments.¬†Bei einem handschriftlichen Testament werden auch die¬†Änderungen per Hand¬†vorgenommen und müssen formgerecht unterschrieben werden. Oft ist es empfehlenswert, die Änderungen als Zusatz hinzuzufügen oder das Testament sogar neu zu schreiben. Bei mehreren datierten Dokumenten ist immer das neueste rechtsgültig.¬†

Bei einer Aufbewahrung beim Amtsgericht, entstehen zwei Möglichkeiten. Wenn Sie Ihr Testament eigenständig verfasst haben, können Sie es jederzeit der Verwahrung entnehmen und abändern, ohne dass es ungültig wird. Ein notarielles Testament gilt jedoch¬†als widerrufen, sobald es die gerichtliche Verwahrung verlässt. Für eine Änderung¬†müssen Sie es also¬†neu aufsetzen¬†und dem Notar erneut aushändigen. Eine Alternative dazu ist die¬†selbstständig oder notariell verfasste Ergänzungsurkunde.¬†

Testament anfechten

Voraussetzung für eine Anfechtung ist ein anerkannter Grund. Vor Gericht gilt dafür eine Beweispflicht. Mögliche Gründe für die Anfechtung eines Testaments sind:

  • Beim Erstellen des Testaments waren Sie¬†testierunfähig.¬†Ursache dafür können psychische Krankheiten wie Demenz sein.¬†
  • Das Testament erfüllt die¬†formalen Anforderungen¬†nicht. Vergessen Sie beispielsweise die Unterschrift, kann Ihr Testament angefochten werden.¬†
  • Sie haben¬†Pflichtteilsberechtigte¬†nicht berücksichtigt.¬†Das gilt auch, wenn Kinder oder Enkelkinder noch nicht geboren waren oder Sie nichts von ihnen wussten.¬†
  • Während Sie das Testament verfasst haben,¬†wurden Sie¬†bedroht¬†oder¬†unter Druck¬†gesetzt.
  • Ihr¬†Ehepartner¬†und Sie ließen sich vor dem Erbfall¬†scheiden.¬†Das gilt insbesondere beim¬†Berliner Testament.

Was ist ein Testamentsvollstrecker?

gluehbirne

Ein Testamentsvollstrecker kann durch das Testament oder den Erbvertrag bestimmt werden und hat die Aufgabe, den Nachlass des Verstorbenen zu verwalten und damit seinem letzten Willen zu entsprechen.

Dabei kann es sich um eine ordnungsgemäße Aufteilung des Nachlasses unter den Erben handeln, aber auch um andere Aufgaben, wie beispielsweise mögliche Schulden einzutreiben oder den Sachwert des Erblassers zu verkaufen. Oft wird eine dem Erblasser nahestehende volljährige Person oder ein Anwalt dafür benannt.¬†¬†

Testament: Das müssen Sie beachten!

Ein Testament ist eine wichtige Angelegenheit. Damit Sie genau wissen, was Sie beachten müssen, haben wir in 133 Sekunden alles Wichtige zusammengefasst. Erfahren Sie, welche Form ein gültiges Testament haben muss, wie viel die Erstellung kostet und wo Sie es hinterlegen sollten.

Was kostet ein Testament?

Das Ehepaar berechnet die Kosten eines Testaments.

Ein¬†handschriftliches Testament,¬†das Sie selbst erstellen und aufbewahren, ist an sich kostenlos. Es gibt jedoch kostenpflichtige Optionen für eine Aufbewahrung. Wenn Sie es beim Amtsgericht verwahren lassen, ist dies¬†gegen eine pauschale Gebühr von 75 Euro möglich.2 Lassen Sie das Testament beim Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer registrieren, kommen¬†Meldekosten in Höhe von¬†18 Euro¬†hinzu.3 Weitere Geb√ľhren fallen f√ľr die Beratung durch einen Anwalt oder Notar an.

Bei einem¬†notariellen Testament¬†kommen immer gesetzlich festgelegte Notarkosten auf Sie zu. Diese richten sich nach Ihrem Geschäftswert, der¬†für ein Testament Ihr Gesamtvermögen bezeichnet. Hier fallen für die Aufbewahrung beim Amtsgericht oder Notar ebenfalls Gebühren an. Ein Registrierung für eine Hinterlegung beim Testamentsregister kostet über den Notar 15 Euro.¬†Bei einem¬†gemeinschaftlichen Testament¬†wie dem Berliner Testament verdoppelt sich die Gebühr für den Notar.

Geschäfts­wertNotarkosten
10.000 €75 €
25.000 €115 €
50.000 €165 €
250.000 €535 €
500.000 €935 €

Schenkung oder Erbe?

Ein Senior sitzt mit einer Angehörigen auf einer Parkbank.

Eine Schenkung ist vergleichbar mit einer Erbschaft¬†unter Lebenden.¬†Sie¬†bezeichnet damit eine Vermögensübertragung ohne Gegenleistung zwischen dem Schenkenden und dem Beschenkten.¬†In dem mit dem Erbe vergleichbaren Sinn wird für eine Schenkung ein Vertrag aufgesetzt, der notariell beurkundet werden muss, um rechtsgültig zu sein. Auch eine Schenkung wird besteuert und ist von den Steuersätzen und Freibeträgen mit einer Erbschaft vergleichbar.¬†

Je nach Situation hat eine Schenkung verschiedene Vorteile. Zum einen kann sie sich problemlos an Personen¬†außerhalb der gesetzlichen Erbfolge¬†richten. Zum anderen können die¬†Steuerfreibeträge für Schenkungen¬†nach zehn Jahren wieder genutzt werden. So kann ein Teil des Vermögens bereits vor dem Tod des Schenkenden an mögliche Erben übergehen und damit die Erbschaftssteuer verringern. Eine Schenkung kann jedoch auch rückgängig gemacht werden, beispielsweise bei¬†einer Insolvenz des Schenkenden.¬†

Einen Angehörigen enterben

In Ihrem Testament können Sie alle Personen, die als Ihre¬†gesetzlichen Erben¬†gelten, von der Erbfolge ausschließen und sie damit enterben.¬†Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder benennen Sie in Ihrem Testament nur ganz explizit die Personen, die Sie als Erben einsetzen möchten oder Sie benennen die Personen, die Sie nicht beerben möchten. Allerdings haben gesetzliche Erben oft Anspruch auf einen Pflichtteil.¬†Für eine rechtlich einwandfreie Enterbung sollten Sie auf die¬†richtige Formulierung¬†achten. Diese kann zum Beispiel wie folgt lauten:¬†

    Hiermit enterbe ich, [Name des Testament-Schreibers],¬†meine(n) Sohn/ Tochter [vollständiger Name Ihres Kindes], geboren am¬†[Geburtsdatum Ihres Kindes] in [Geburtsort Ihres Kindes]. Gleiches gilt für seine/ ihre Abkömmlinge.

Fünf Tipps zum Testament-Verfassen

Stellen Sie sicher, dass Ihr Testament gültig ist und nicht angefochten werden kann. Nur so garantieren Sie, dass Ihr letzter Wille wirklich erfüllt wird. Hier finden Sie zusammengefasst fünf wichtige Hinweise:

  1. Die richtige Testament-Art:¬†Überlegen Sie sich, welches Testament für Ihre Situation am besten passt. Macht ein gemeinsames Testament Sinn? Machen Sie sich auch klar, ob Sie Ihren letzten Willen notariell oder privat verfassen möchten.
  2. Formvorschriften:¬†Beachten Sie alle Formvorschriften, damit Ihr Testament rechtsgültig ist. Verfassen Sie Ihr Testament handschriftlich und versehen Sie es mit Ort und Datum. Bei einem notariellen Testament wird die Form für Sie geprüft.¬†
  3. Kosten:¬†Entscheiden Sie sich für ein notarielles Testament, fallen Notargebühren an. Die Höhe der Kosten richtet sich nach Ihrem Vermögen und der Art des Testaments.
  4. Hinterlegen:¬†Ihr Testament hinterlegen beim zuständigen Nachlassgericht und melden es beim Zentralen Testamentsregister. So ist das Testament vor Verlust oder Fälschung geschützt.
  5. Erbfolge:¬†Ohne ein gültiges Testament oder einen Erbvertrag greift automatisch die gesetzliche Erbfolge. Machen Sie sich also Gedanken darüber, ob Sie mit der Erbfolge einverstanden sind oder ob Sie selbst Ihre Erben bestimmen möchten.

Wichtig: Garantiert gültiges Testament

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Um bei Fragen rund um das für Sie richtige Testament auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen wir Ihnen sich durch einen¬†Anwalt oder Notar¬†beraten zu lassen.

Die hier genannten Hinweise und Erklärungen sind als¬†unverbindlich¬†zu verstehen und sind somit keine Rechts¬≠beratung. Wir können daher auch keine Gewähr für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Angaben übernehmen.

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Mit einem Testament bestimmen Sie selbst, wer Ihr Erbe erhält. Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge. In Ihrem Testament halten Sie Ihren letzten Willen fest und stellen sicher, dass dieser erfüllt wird. Sie teilen das Erbe nach Ihren Wünschen auf und können auch einzelne Verwandte bis auf einen Pflichtanteil ausschließen.

Ein Testament können Sie jederzeit verfassen, solange Sie volljährig und testierfähig sind. Besonders sinnvoll ist es, wenn Sie mit der¬†gesetzlichen Erbfolge nicht einverstanden¬†sind und Ihren Nachlass anderweitig verteilen möchten.¬†

Einen Anspruch auf einen Pflichtteil haben bestimmte¬†nahe Verwandte. Dazu gehören die eigenen Kinder sowie deren Nachkommen, falls die Kinder verstorben sind. Auch Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner haben Anspruch auf einen Pflichtteil. Bei kinderlosen Paaren geht dieser auf die Eltern über.

Ein Berliner Testament richtet sich an¬†Ehepaare¬†und¬†eingetragene Lebenspartner. Diese setzen sich gegenseitig als Alleinerben ein, sodass der überlebende Partner den vollständigen Nachlass erbt. Zusätzlich wird ein endgültiger Erbe eingesetzt, beispielsweise die gemeinsamen Kinder.¬†

Grundsätzlich gilt, dass ein¬†rechtsgültiges Testament¬†Vorrang hat. Allerdings können gesetzliche Erben oftmals einen Pflichtteil geltend machen. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich daher von einem Notar oder Anwalt beraten, damit Sie Ihren Nachlass Ihren Wünschen entsprechend vermachen.¬†

Für ein notarielles Testament richten sich die Kosten nach der¬†Höhe Ihres Vermögens¬†und¬†sind gesetzlich festgelegt.¬†Ein handschriftliches Testament, das Sie selbst aufheben, ist an sich kostenlos. Gebühren fallen an, wenn Sie es dem Amtsgericht zur Verwahrung übergeben (pauschal 75 Euro) und beim Zentralen Testamentsregister registrieren lassen (18 Euro).¬†

Um einen Angehörigen zu enterben, können Sie entweder in Ihrem Testament diesen explizit¬†von der Erbfolge ausschließen¬†oder Sie benennen nur die¬†Personen, die Sie beerben¬†möchten. Dafür ist die richtige Formulierung notwendig. Gesetzliche Erben haben allerdings oft Anspruch auf einen Pflichtteil.¬†

Ohne Notar erstellen Sie das¬†handschriftliche Testament. Hier ist es wichtig, bestimmte formale Voraussetzungen zu beachten. Generell schreiben Sie das Testament per Hand und unterschreiben es mit vollem Namen, versehen mit Ort und Datum. Maschinell oder am Computer erstellte Testamente sind ungültig.¬†

Oft setzen sich Ehepaare gegenseitig als Erben und ihre gemeinsamen Kinder als Schlusserben ein. Eine Wiederverheiratungsklausel regelt die Erbfolge für den Fall, dass der¬†verwitwete Partner erneut heiratet¬†und weitere Kinder bekommt, die den Erbenkreis erweitern. Die Klausel klärt, an wen der Nachlass des zuerst verstorbenen Partners vererbt wird.¬†¬†

Der wichtigste Unterschied ist, dass eine Schenkung¬†zu Lebzeiten¬†stattfindet. Ein Erbe erhalten Sie jedoch erst nach dem Tod des Erblassers. Ein Vorteil der Schenkung ist, dass Sie die dafür geltenden¬†Steuerfreibeträge¬†nach 10 Jahren wieder ausschöpfen können.¬†

Als größte Pflegeberatung Deutschlands berät der Verbund Pflegehilfe Sie¬†kostenfrei und unverbindlich¬†rund um das Thema Pflege. Wir informieren Sie über Zuschüsse und vermitteln Ihnen bei Bedarf Angebote von Anbietern für Ihre Region. Bitte beachten Sie jedoch, dass wir keine Rechtsberatung anbieten können.¬†

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1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): "¬ß 1922 Gesamtrechtsnachfolge"  zurück zum Text

2 Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG): "¬ß 3 Höhe der Kosten" 

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