Testament verfassen

Das mĂŒssen Sie ĂŒber Testamente wissen

Ein Testament dient dazu, Ihren letzten Willen festzulegen und Erben einzusetzen. Die Idee erscheint simpel, doch die Umsetzung ist nicht ganz einfach, denn es gibt viele Vorgaben zu beachten. Wenn Sie sich also konkret mit der Idee beschĂ€ftigen, sollten Sie sich eingehend informieren. Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass Ihr Testament nicht rechtsgĂŒltig ist oder angefochten werden kann.

Neben der Beachtung von formalen Punkten ist ein Testament auch eine emotionale Angelegenheit. Sich mit dem Tod auseinanderzusetzen berĂŒhrt viele Menschen ebenso wie Entscheidungen ĂŒber den Nachlass. Gerade bei komplizierten FamilienverhĂ€ltnissen oder einem großen Vermögen ist es wichtig, darĂŒber zu entscheiden, um möglichen Konflikten ĂŒber das Erbe vorzubeugen.

Die folgenden Informationen ĂŒber das Testament sind besonders wichtig:

Einen kurzen Überblick ĂŒber das Thema finden Sie in den hĂ€ufigsten Fragen.

Stoppuhr-Icon Kurzgesagt: Testament
  • Ein Testament muss handschriftlich verfasst sein.
  • Das Testament kann persönlich oder notariell erstellt werden.
  • Notarkosten variieren je nach Ihrem persönlichen GeschĂ€ftswert.

Was ist ein Testament?

senior-plant Ein Testament oder letzter Wille ist eine Urkunde zum KlĂ€ren des Nachlasses. Diese wird in der Regel schriftlich und individuell angefertigt, um Ihre Lebens- und FamilienverhĂ€ltnisse zu berĂŒcksichtigen. Als Erblasser setzen Sie das Testament zu Lebzeiten auf, es wird jedoch erst im Fall Ihres Todes wirksam. So teilen Sie das Erbe nach Ihren WĂŒnschen auf. Sie können auch gemeinnĂŒtzige Organisationen, Bekannte und Freunde in Ihrem Nachlass berĂŒcksichtigen.

Es besteht allerdings keine Verpflichtung dafĂŒr, ein Testament zu verfassen. FĂŒr diesen Fall existiert die gesetzliche Erbfolge. Auf Gesetzesgrundlage teilt diese Ehepartner und Verwandte in Gruppen ein, die als Erben gelten. Bei mehr als einem Erben regelt die Erbfolge auch die Höhe der jeweiligen Erbschaft. Mit einem Testament können Sie die Erbfolge mitbestimmen. Als Erblasser können Sie Ihr Testament jederzeit widerrufen oder Ă€ndern. Voraussetzung ist, dass Sie zum Zeitpunkt des Widerrufs beziehungsweise der Änderung testierfĂ€hig sind.

Wer hat Anrecht auf einen Pflichtteil?

Viele Personen setzen ein Testament auf, um die gesetzliche Erbfolge zu umgehen und bestimmte Personen von der Erbfolge ausschließen. Allerdings haben nahe Verwandte Anspruch auf den sogenannten Pflichtteil. Dieser steht zwei Personengruppen zu. Dies sind zum einen leibliche und adoptierte Kinder, auch Abkömmlinge genannt. Sollten diese nicht mehr leben, gilt der Pflichtteil fĂŒr deren Nachkommen, also die nĂ€chste Generation.

Die zweite Gruppe mit Anspruch auf einen Pflichtteil besteht aus Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner sowie die eigenen Eltern bei kinderlosen Paaren. FĂŒr Geschwister besteht der Anspruch auf einen Pflichtteil nicht. Auch die Höhe des Pflichtteils ist gesetzlich festgelegt, nĂ€mlich als die HĂ€lfte des gesetzlichen Erbteils. Wenn das Erbe beispielsweise bei zwei Kindern halbiert werden wĂŒrde, wĂ€re der Pflichtteil hier ein Viertel des Gesamterbes.

Anspruch auf den Pflichtteil in Höhe von 50 Prozent des gesetzlichen Erbteils haben also:

  1. Leibliche oder adoptierte Kinder (Abkömmlinge)
  2. Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner
  3. Eltern von kinderlosen Paaren

Was ist ein VermÀchtnis?

Ein VermÀchtnis ist eine einzelne Zuwendung, die eine Person oder Organisation nach dem Tod des Erblassers erhalten soll. Dabei kann es sich um einzelne GegenstÀnde, aber auch Bargeld oder Immobilien handeln. Ein VermÀchtnis zÀhlt damit nicht zum Gesamterbe und muss entsprechend ausgewiesen sein. Ein VermÀchtnisnehmer gehört nicht zum Erbenkreis und trÀgt daher nicht deren Verantwortung. Je nach Wert fÀllt jedoch auch hier eine Erbschaftssteuer an.

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Testament-Arten im Überblick

MĂŒndlich oder schriftlich, eigenstĂ€ndig oder mithilfe eines Notars, selbst aufbewahren oder verwahren lassen - bezĂŒglich der Art des Testaments haben Sie viele Möglichkeiten. Einige davon eignen sich fĂŒr gewisse LebensumstĂ€nde und persönliche HintergrĂŒnde besser als andere. Daher ist es empfehlenswert, sich vorab mit den verschiedenen Optionen zu beschĂ€ftigen.

Wenn Sie sich bezĂŒglich der Art oder auch Inhalten Ihres Testaments unsicher sind, können Sie dafĂŒr rechtliche Hilfe in Anspruch nehmen. Hier eignen sich AnwĂ€lte, die sich auf Erbrecht spezialisieren oder Notare. Die Experten nutzen rechtssichere Formulierungen, beraten Sie inhaltlich und beantworten Ihre Fragen. So können Sie als Erblasser sicher sein, dass Sie fĂŒr sich und Ihre Erben die richtigen Vorkehrungen treffen.

1. Handschriftliches Testament

testament-formen

Das handschriftliche oder privatschriftliche Testament ist eine hĂ€ufig gewĂ€hlte Form. DafĂŒr verfassen Sie das Testament handschriftlich und gut leserlich und versehen es mit Ort, Datum und Ihrer Unterschrift. Maschinell oder am Computer erstellte Testamente sind ungĂŒltig. Grund dafĂŒr ist, dass ein Schriftgutachter die Echtheit des Dokuments bei handgeschriebenen Testamenten prĂŒfen kann. Bei Zweifel an der Lesbarkeit der eigenen Handschrift können Sie eine ausgedruckte Fassung, die sogenannte Leseabschrift, zusĂ€tzlich beilegen.

Eine weitere Voraussetzung fĂŒr die GĂŒltigkeit ist, dass Sie als Erblasser bei der Erstellung des Testaments volljĂ€hrig und testierfĂ€hig, also im Vollbesitz Ihrer geistigen FĂ€higkeiten, sind. Diese sind durch psychische Krankheiten, zum Beispiel einer Demenz, eingeschrĂ€nkt. Formgerechte Änderungen oder ein Widerruf sind bei einem handschriftlichen Testament jederzeit möglich. Verfassen Sie ein neues Testament, wird das Ă€ltere automatisch ungĂŒltig.

  • Die Vorschriften dieser Form sind unkompliziert und einfach und selbststĂ€ndig umzusetzen.
  • Sie benötigen keinen Notar und können das Testament trotzdem im Zentralen Testamentsregister hinterlegen.
  • Änderungen nehmen Sie jederzeit selbst vor, ohne großen Aufwand. Auch können Sie es jederzeit vernichten.
  • Bei Unklarheiten wird das Testament ungĂŒltig, da Sie alleine fĂŒr Formulierungen und Inhalt verantwortlich sind.
  • Ohne notarielle Beglaubigung bleibt ein Risiko, dass Ihr Testament verfĂ€lscht wird.
  • Lassen Sie Ihr Testament nicht vom Nachlassgericht verwahren, besteht die Gefahr, dass es nicht gefunden wird.

2. Notarielles oder öffentliches Testament

Das notarielle Testament verfassen Sie gemeinsam mit einem Notar, der rechtssichere Formulierungen nutzt. Teilen Sie dem Notar Ihren letzten Willen mĂŒndlich mit, hĂ€lt er diesen schriftlich fest. Alternativ verfassen Sie das Testament selbst und ĂŒbergeben es dem Notar. Der Vorteil ist hier, dass der Notar das Dokument prĂŒft und Sie berĂ€t. Oft ist die Expertise eines Notars bei zahlreichen Erben, einem großen Vermögen oder komplexen FamilienverhĂ€ltnissen lohnenswert.

Mit der notariellen Beglaubigung wird das Testament rechtskrĂ€ftig und der Notar ĂŒbergibt es in amtliche Verwahrung. Doch auch bei dieser Form können Sie Änderungen vornehmen. Allerdings wird das Testament widerrufen, sobald Sie es aus der Verwahrung zurĂŒckfordern. FĂŒr Änderungen mĂŒssen Sie daher die Notarkosten erneut tragen. Das notarielle Testament ersetzt oft den Erbschein, der erforderlich ist, damit Ihr Erbe sein Erbrecht beweisen kann.

  • Sie haben eine große Rechtssicherheit.
  • Durch die notarielle Beratung werden Korrektheit und GĂŒltigkeit des Testaments gewĂ€hrleistet.
  • Der Notar berĂ€t Sie bei Fragen und Unklarheiten. Darunter fallen auch steuerliche Aspekte.
  • FĂŒr die Erstellung fallen Kosten fĂŒr den Notar an.
  • Änderungen können Sie nur mithilfe des Notars vornehmen. DafĂŒr mĂŒssen Sie erneut Notarkosten zahlen.
  • Sie mĂŒssen Ihre privaten Angelegenheiten mit einer fremden Person besprechen.

3. Berliner Testament

ehepaar 3 Das Berliner Testament gehört zu den gemeinschaftlichen Testamenten, die nur von Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern erstellt werden. Hier setzen sich die Paare gegenseitig als Alleinerben ein und der ĂŒberlebende Partner erhĂ€lt den gesamten Nachlass. Gleichzeitig benennen sie einen endgĂŒltigen Erben. In der Regel sind das die Kinder, darunter auch Stiefkinder, oder andere enge Verwandte. Auch das Berliner Testament verfassen Sie notariell oder handschriftlich.

Lassen sich die Ehepartner scheiden, wird das Testament ungĂŒltig. Ein Widerruf ist zu Lebzeiten jederzeit möglich, muss aber notariell beurkundet werden, auch wenn Sie das Testament privatschriftlich verfasst haben. Nach dem Tod eines Ehegatten sind Änderungen oder ein Widerruf jedoch nicht mehr möglich, außer das Paar hat dafĂŒr Klauseln verfasst. Wenn die Kinder als Schlusserben eingesetzt wurden, bleibt die Erbfolge ohne diese Klauseln auch dann bestehen, wenn ein verwitweter Partner erneut heiratet.

  • FĂŒr Ehegatten und Lebenspartner ist es eine unkomplizierte Lösung.
  • Sie sichern den Lebensstandard fĂŒr den hinterbliebenen Partner.
  • Im Gegensatz zur gesetzlichen Erbfolgen können Sie auch Stiefkinder als Erben einsetzen.
  • Das Berliner Testament kann nur gemeinsam geĂ€ndert werden.
  • Je nach Situation fĂ€llt die Erbschaftssteuer doppelt an.
  • Die Bindungswirkung bestimmt ĂŒber den Tod des einen Partners hinaus die Erbfolge des anderen.
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Die Wiederverheiratungsklausel

In einem Berliner Testament werden die gemeinsamen Kinder oft als Schlusserben benannt. Wenn aber nach dem Tod eines Partners aus einer zweiten Ehe weitere Kinder hervorgehen, erweitern diese den Erbenkreis.

FĂŒr die KlĂ€rung der weiteren Erbfolge gibt es die Wiederverheiratungsklausel. Über diese Klausel lĂ€sst sich im Berliner Testament individuell definieren, was im Falle einer Wiederheirat mit dem Erbe geschieht, das der zuerst verstorbene Partner hinterlĂ€sst.

4. Erbvertrag

Bei einem Erbvertrag handelt es sich um eine vertragliche Regelung als „VerfĂŒgung von Todes wegen“. Im Gegensatz zum Testament können Sie einen Erbvertrag nur mit einer zweiten Person sowie notarieller Beurkundung abschließen. Dieser ist als zweiseitiges RechtsgeschĂ€ft zu verstehen und hat damit eine deutlich höhere Bindungswirkung und -verpflichtung als ein Testament. Als Erblasser verpflichten Sie sich, dem Vertragspartner im Todesfall Ihr Vermögen zu hinterlassen.

Anders als bei einem Berliner Testament können Sie hier einen unverheirateten Partner oder eine andere Person wechselseitig als Erbe einsetzen. Auch die Nachfolge eines Unternehmens regeln Sie mit einem Erbvertrag. GrundsĂ€tzlich ist dafĂŒr immer die Zustimmung beider Vertragspartner nötig. In der Regel kann der Vertrag dadurch nicht frei und einseitig widerrufen werden. Anders als beim Testament muss der Erblasser nicht nur testierfĂ€hig, sondern auch voll geschĂ€ftsfĂ€hig sein.

  • Ein Erbvertrag hat eine stĂ€rkere Bindungswirkung als ein Testament.
  • Auch als unverheiratetes Paar setzen Sie sich gegenseitig als Alleinerbe ein.
  • Die Nachfolge eines Unternehmens regeln Sie ebenfalls mit einem Erbvertrag.
  • Es entstehen Notarkosten, da der Erbvertrag notariell beurkundet werden muss.
  • Der Widerruf ist komplizierter als bei anderen Formen von Nachlassurkunden.
  • RechtsgĂŒltige Änderungen mĂŒssen ebenfalls notariell beurkundet werden.
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Ausnahme: Mündliches Nottestament

In einer lebensbedrohlichen Notlage können Sie ein mĂŒndliches Testament (sogenanntes Drei-Zeugen-Testament) verfassen. DafĂŒr muss kein Notar, jedoch drei Zeugen anwesend sein.

Die drei Zeugen dĂŒrfen nicht mit Ihnen verwandt oder im Testament berĂŒcksichtigt sein. Die Zeugen verschriftlichen Ihren letzten Willen und lassen diesen unverzĂŒglich durch eine Amtsstelle beglaubigen. Ein Nottestament ist nur drei Monate rechtsgĂŒltig.

Wie wird ein Testament verfasst?

senior-schreibt-mit-hand GrundsĂ€tzlich wird ein Testament immer individuell aufgesetzt. Werden Sie von einem Notar unterstĂŒtzt, ĂŒbernimmt dieser die Verantwortung fĂŒr die richtige Form. Wichtig ist, dass im Testament keine Unklarheiten entstehen oder Fragen offenbleiben. Es sollte daher immer so prĂ€zise wie möglich sein. Denken Sie daran, neben Ihrem Vermögen auch alle Ihre BesitztĂŒmer mit in das Testament aufzunehmen.

Entscheiden Sie sich fĂŒr ein privatschriftliches Testament, verfassen Sie dieses handschriftlich in lesbarer Schrift. Ein getipptes Testament ist hier ungĂŒltig. Die Überschrift des Dokuments sollte „Testament“ oder „Mein letzter Wille“ lauten. Formulieren Sie den Text so spezifisch und detailliert wie möglich. Am Ende unterschreiben Sie das Dokument mit vollem Namen und fĂŒgen Datum und Ort hinzu. Bei mehreren Seiten ist es sinnvoll diese zu nummerieren.

Um rechtsgĂŒltig zu werden, muss Ihr letzter Wille gefunden werden. Informieren Sie daher Ihre Erben ĂŒber die Existenz und den Aufbewahrungsort Ihres Testaments. Um Unsicherheiten diesbezĂŒglich vorzubeugen, können Sie Ihr Testament beim Nachlassgericht hinterlegen. Das Dokument ist dort vor Verlust oder FĂ€lschung geschĂŒtzt und steht dem Gericht im Todesfall direkt zur VerfĂŒgung. Notarielle Testamente werden zur Aufbewahrung immer an das zustĂ€ndige Amtsgericht weitergeleitet.

Die wichtigsten vier Punkte beim Verfassen eines Testaments sind:

  1. Ein Testament sollte immer so prÀzise wie möglich formuliert sein.
  2. Das Testament sollte individuell auf Sie ausgerichtet sein.
  3. Die richtige Form muss eingehalten werden.
  4. Der Aufbewahrungsort sollte gut ĂŒberdacht werden.

Testament Àndern

GrundsĂ€tzlich kann ein Testament geĂ€ndert werden, solange der Erblasser testierfĂ€hig ist. Jedoch unterscheidet sich das Vorgehen je nach Art des Testaments. Bei einem handschriftlichen Testament werden auch die Änderungen per Hand vorgenommen und mĂŒssen formgerecht unterschrieben werden. Oft ist es empfehlenswert, die Änderungen als Zusatz hinzuzufĂŒgen oder das Testament sogar neu zu schreiben. Bei mehreren datierten Dokumenten ist immer das neueste rechtsgĂŒltig.

Bei einer Aufbewahrung beim Amtsgericht entstehen zwei Möglichkeiten. Wenn Sie Ihr Testament eigenstĂ€ndig verfasst haben, können Sie es jederzeit der Verwahrung entnehmen und abĂ€ndern, ohne dass es ungĂŒltig wird. Ein notarielles Testament gilt jedoch als widerrufen, sobald es die gerichtliche Verwahrung verlĂ€sst. FĂŒr eine Änderung mĂŒssen Sie es also neu aufsetzen und dem Notar erneut aushĂ€ndigen. Eine Alternative dazu ist die selbststĂ€ndig oder notariell verfasste ErgĂ€nzungsurkunde.

Testament anfechten

Voraussetzung fĂŒr eine Anfechtung ist ein anerkannter Grund. Vor Gericht gilt dafĂŒr eine Beweispflicht. Mögliche GrĂŒnde fĂŒr die Anfechtung eines Testaments sind:

  • Beim Erstellen des Testaments waren Sie testierunfĂ€hig.
  • Das Testament erfĂŒllt die formalen Anforderungen nicht.
  • Sie haben Pflichtteilsberechtigte nicht berĂŒcksichtigt.
  • Sie wurden beim Verfassen bedroht oder unter Druck gesetzt.
  • Ihr Ehepartner und Sie ließen sich vor dem Erbfall scheiden.
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Was ist ein Testamentsvollstrecker?

Ein Testamentsvollstrecker kann im Testament Erbvertrag bestimmt werden. Seine Aufgabe ist die Verwaltung des Nachlasses und die Durchsetzung des im Testament formulierten letzten Willens.

Dabei kann es sich um eine ordnungsgemĂ€ĂŸe Aufteilung des Nachlasses unter den Erben handeln, aber auch um andere Aufgaben, wie beispielsweise mögliche Schulden einzutreiben. Oft wird eine dem Erblasser nahestehende volljĂ€hrige Person oder ein Anwalt dafĂŒr benannt.

Testament: Das müssen Sie beachten!

Ein Testament ist eine wichtige Angelegenheit. Damit Sie genau wissen, was Sie beachten mĂŒssen, haben wir in 133 Sekunden alles Wichtige zusammengefasst. Erfahren Sie, welche Form ein gĂŒltiges Testament haben muss, wie viel die Erstellung kostet und wo Sie es hinterlegen sollten.

Was kostet ein Testament?

ehepaar-prueft-schreiben Ein handschriftliches Testament, das Sie selbst erstellen und aufbewahren, ist an sich kostenlos. Es gibt jedoch kostenpflichtige Optionen fĂŒr eine Aufbewahrung. Wenn Sie es beim Amtsgericht verwahren lassen, ist dies gegen eine pauschale GebĂŒhr von 75 Euro möglich. Lassen Sie das Testament beim Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer registrieren, kommen Meldekosten in Höhe von 18 Euro hinzu. Weitere GebĂŒhren fallen fĂŒr die Beratung durch einen Anwalt oder Notar an.

Bei einem notariellen Testament kommen immer gesetzlich festgelegte Notarkosten auf Sie zu. Diese richten sich nach Ihrem GeschĂ€ftswert, der fĂŒr ein Testament Ihr Gesamtvermögen bezeichnet. Hier fallen fĂŒr die Aufbewahrung beim Amtsgericht oder Notar ebenfalls GebĂŒhren an. Ein Registrierung fĂŒr eine Hinterlegung beim Testamentsregister kostet ĂŒber den Notar 15 Euro. Bei einem gemeinschaftlichen Testament wie dem Berliner Testament verdoppelt sich die GebĂŒhr fĂŒr den Notar.

GeschÀfts­wert
Notarkosten
10.000 €
75 €
25.000 €
115 €
50.000 €
165 €
250.000 €
535 €
500.000 €
935 €

Schenkung oder Erbe?

senior-frau-parkbank Eine Schenkung ist vergleichbar mit einer Erbschaft unter Lebenden. Sie bezeichnet damit eine VermögensĂŒbertragung ohne Gegenleistung zwischen dem Schenkenden und dem Beschenkten. In dem mit dem Erbe vergleichbaren Sinn wird fĂŒr eine Schenkung ein Vertrag aufgesetzt, der notariell beurkundet werden muss, um rechtsgĂŒltig zu sein. Auch eine Schenkung wird besteuert und ist von den SteuersĂ€tzen und FreibetrĂ€gen mit einer Erbschaft vergleichbar.

Je nach Situation hat eine Schenkung verschiedene Vorteile. Zum einen kann sie sich problemlos an Personen außerhalb der gesetzlichen Erbfolge richten. Zum anderen können die SteuerfreibetrĂ€ge fĂŒr Schenkungen nach zehn Jahren wieder genutzt werden. So kann ein Teil des Vermögens bereits vor dem Tod des Schenkenden an mögliche Erben ĂŒbergehen und damit die Erbschaftssteuer verringern. Eine Schenkung kann jedoch auch rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden, beispielsweise bei einer Insolvenz des Schenkenden.

Einen Angehörigen enterben

In Ihrem Testament können Sie alle Personen, die als Ihre gesetzlichen Erben gelten, von der Erbfolge ausschließen und sie somit enterben. DafĂŒr gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder benennen Sie in Ihrem Testament nur ganz explizit die Personen, die Sie als Erben einsetzen möchten oder Sie benennen die Personen, die Sie nicht beerben möchten. Allerdings haben gesetzliche Erben oft Anspruch auf einen Pflichtteil. FĂŒr eine einwandfreie Enterbung sollten Sie auf die richtige Formulierung achten. Diese kann zum Beispiel wie folgt lauten:

Hiermit enterbe ich, [Name des Testament-Schreibers], meine(n) Sohn/ Tochter [vollstĂ€ndiger Name Ihres Kindes], geboren am [Geburtsdatum Ihres Kindes] in [Geburtsort Ihres Kindes]. Gleiches gilt fĂŒr seine/ ihre Abkömmlinge.

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Wichtig: Garantiert gültiges Testament

Um bei Fragen rund um das fĂŒr Sie richtige Testament auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen wir Ihnen sich durch einen Anwalt oder Notar beraten zu lassen.

Die hier genannten Hinweise und ErklĂ€rungen sind als unverbindlich zu verstehen und sind somit keine Rechtsberatung. Wir können daher auch keine GewĂ€hr fĂŒr die Richtigkeit oder VollstĂ€ndigkeit der Angaben ĂŒbernehmen.

FĂŒnf Tipps zum Testament-Verfassen

Stellen Sie sicher, dass Ihr Testament gĂŒltig ist und nicht angefochten werden kann. Nur so garantieren Sie, dass Ihr letzter Wille wirklich erfĂŒllt wird. Hier finden Sie zusammengefasst fĂŒnf wichtige Hinweise:

  1. Die richtige Testament-Art: Überlegen Sie sich, welches Testament fĂŒr Ihre Situation am besten passt. Macht ein gemeinsames Testament Sinn? Machen Sie sich auch klar, ob Sie Ihren letzten Willen notariell oder privat verfassen möchten.
  2. Formvorschriften: Beachten Sie alle Formvorschriften, damit Ihr Testament rechtsgĂŒltig ist. Verfassen Sie Ihr Testament handschriftlich und versehen Sie es mit Ort und Datum. Bei einem notariellen Testament wird die Form fĂŒr Sie geprĂŒft.
  3. Kosten: Entscheiden Sie sich fĂŒr ein notarielles Testament, fallen NotargebĂŒhren an. Die Höhe der Kosten richtet sich nach Ihrem Vermögen und der Art des Testaments.
  4. Hinterlegen: Ihr Testament hinterlegen beim zustĂ€ndigen Nachlassgericht und melden es beim Zentralen Testamentsregister. So ist das Testament vor Verlust oder FĂ€lschung geschĂŒtzt.
  5. Erbfolge: Ohne ein gĂŒltiges Testament oder einen Erbvertrag greift automatisch die gesetzliche Erbfolge. Machen Sie sich also Gedanken darĂŒber, ob Sie mit der Erbfolge einverstanden sind oder ob Sie selbst Ihre Erben bestimmen möchten.
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In einem Testament halten Sie Ihren letzten Willen fest und stellen sicher, dass dieser erfĂŒllt wird. Dadurch können Sie das Erbe nach Ihren WĂŒnschen aufteilen und einzelne Personen ausschließen.

Ein Testament kann jederzeit von einer volljÀhrigen und testierfÀhigen Person verfasst werden. Besonders sinnvoll ist ein Testament dann, wenn Sie nicht mit der gesetzlichen Erbfolge einverstanden sind.

Gewisse nahe Verwandte wie Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner sowie die eigenen Kinder haben ein Anrecht auf einen Pflichtteil. Bei kinderlosen Paaren geht der Anspruch auf die Eltern ĂŒber.

In einem Berliner Testament setzen sich Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner gegenseitig als Alleinerben ein, sodass der ĂŒberlebende Partner den vollstĂ€ndigen Nachlass erbt.

GrundsĂ€tzlich gilt, dass ein rechtsgĂŒltiges Testament Vorrang hat. Allerdings können gesetzliche Erben oftmals einen Pflichtteil geltend machen. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich daher von einem Notar oder Anwalt beraten.

Die Kosten eines notariellen Testaments richten sich nach der Höhe Ihres Vermögens. Ein handschriftliches Testament ist an sich kostenlos. GebĂŒhren fallen an, wenn Sie es dem Amtsgericht zur Verwahrung ĂŒbergeben (pauschal 75 Euro) oder beim Zentralen Testamentsregister registrieren lassen (18 Euro).

Um einen Angehörigen zu enterben, können Sie entweder in Ihrem Testament diesen explizit von der Erbfolge ausschließen oder Sie benennen nur die Personen, die Sie beerben möchten.

Ohne Notar erstellen Sie ein privatschriftliches Testament. Generell schreiben Sie das Testament per Hand und unterschreiben es mit vollem Namen, versehen mit Ort und Datum. Maschinell oder am Computer erstellte privatschriftliche Testamente sind ungĂŒltig.

Oft setzen sich Ehepaare gegenseitig als Erben und ihre gemeinsamen Kinder als Schlusserben ein. Eine Wiederverheiratungsklausel regelt die Erbfolge fĂŒr den Fall, dass der verwitwete Partner erneut heiratet und weitere Kinder bekommt, die den Erbenkreis erweitern.

Der Unterschied liegt im Zeitpunkt: Eine Schenkung findet zu Lebzeiten statt, ein Erbe erst nach dem Tod des Erblassers. Ein Vorteil der Schenkung ist, dass Sie die SteuerfreibetrÀge nach 10 Jahren wieder ausschöpfen können.

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