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Testament verfassen

Das m├╝ssen Sie ├╝ber Testamente wissen

Ein Testament dient dazu, Ihren letzten Willen festzulegen und Erben einzusetzen. Die Idee erscheint simpel, doch die Umsetzung ist nicht ganz einfach, denn es gibt viele Vorgaben zu beachten. Wenn Sie sich also konkret mit der Idee besch├Ąftigen, sollten Sie sich eingehend informieren. Ansonsten besteht die M├Âglichkeit, dass Ihr Testament nicht rechtsg├╝ltig ist oder angefochten werden kann.

Neben der Beachtung von formalen Punkten ist ein Testament auch eine emotionale Angelegenheit. Sich mit dem Tod auseinanderzusetzen ber├╝hrt viele Menschen ebenso wie Entscheidungen ├╝ber den Nachlass. Gerade bei komplizierten Familienverh├Ąltnissen oder einem gro├čen Verm├Âgen ist es wichtig, dar├╝ber zu entscheiden, um m├Âglichen Konflikten ├╝ber das Erbe vorzubeugen.

Die folgenden Informationen ├╝ber das Testament sind besonders wichtig:

Einen kurzen ├ťberblick ├╝ber das Thema finden Sie in den h├Ąufigsten Fragen.

Stoppuhr-Icon Kurzgesagt: Testament
  • Ein Testament muss handschriftlich verfasst sein.
  • Das Testament kann pers├Ânlich oder notariell erstellt werden.
  • Notarkosten variieren je nach Ihrem pers├Ânlichen Gesch├Ąftswert.

Was ist ein Testament?

senior-plant Ein Testament oder letzter Wille ist eine Urkunde zum Kl├Ąren des Nachlasses. Diese wird in der Regel schriftlich und individuell angefertigt, um Ihre Lebens- und Familienverh├Ąltnisse zu ber├╝cksichtigen. Als Erblasser setzen Sie das Testament zu Lebzeiten auf, es wird jedoch erst im Fall Ihres Todes wirksam. So teilen Sie das Erbe nach Ihren W├╝nschen auf. Sie k├Ânnen auch gemeinn├╝tzige Organisationen, Bekannte und Freunde in Ihrem Nachlass ber├╝cksichtigen.

Es besteht allerdings keine Verpflichtung daf├╝r, ein Testament zu verfassen. F├╝r diesen Fall existiert die gesetzliche Erbfolge. Auf Gesetzesgrundlage teilt diese Ehepartner und Verwandte in Gruppen ein, die als Erben gelten. Bei mehr als einem Erben regelt die Erbfolge auch die H├Âhe der jeweiligen Erbschaft. Mit einem Testament k├Ânnen Sie die Erbfolge mitbestimmen. Als Erblasser k├Ânnen Sie Ihr Testament jederzeit widerrufen oder ├Ąndern. Voraussetzung ist, dass Sie zum Zeitpunkt des Widerrufs beziehungsweise der ├änderung testierf├Ąhig sind.

Wer hat Anrecht auf einen Pflichtteil?

Viele Personen setzen ein Testament auf, um die gesetzliche Erbfolge zu umgehen und bestimmte Personen von der Erbfolge ausschlie├čen. Allerdings haben nahe Verwandte Anspruch auf den sogenannten Pflichtteil. Dieser steht zwei Personengruppen zu. Dies sind zum einen leibliche und adoptierte Kinder, auch Abk├Âmmlinge genannt. Sollten diese nicht mehr leben, gilt der Pflichtteil f├╝r deren Nachkommen, also die n├Ąchste Generation.

Die zweite Gruppe mit Anspruch auf einen Pflichtteil besteht aus Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner sowie die eigenen Eltern bei kinderlosen Paaren. F├╝r Geschwister besteht der Anspruch auf einen Pflichtteil nicht. Auch die H├Âhe des Pflichtteils ist gesetzlich festgelegt, n├Ąmlich als die H├Ąlfte des gesetzlichen Erbteils. Wenn das Erbe beispielsweise bei zwei Kindern halbiert werden w├╝rde, w├Ąre der Pflichtteil hier ein Viertel des Gesamterbes.

Anspruch auf den Pflichtteil in H├Âhe von 50 Prozent des gesetzlichen Erbteils haben also:

  1. Leibliche oder adoptierte Kinder (Abk├Âmmlinge)
  2. Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner
  3. Eltern von kinderlosen Paaren

Was ist ein Verm├Ąchtnis?

Ein Verm├Ąchtnis ist eine einzelne Zuwendung, die eine Person oder Organisation nach dem Tod des Erblassers erhalten soll. Dabei kann es sich um einzelne Gegenst├Ąnde, aber auch Bargeld oder Immobilien handeln. Ein Verm├Ąchtnis z├Ąhlt damit nicht zum Gesamterbe und muss entsprechend ausgewiesen sein. Ein Verm├Ąchtnisnehmer geh├Ârt nicht zum Erbenkreis und tr├Ągt daher nicht deren Verantwortung. Je nach Wert f├Ąllt jedoch auch hier eine Erbschaftssteuer an.

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Testament-Arten im ├ťberblick

M├╝ndlich oder schriftlich, eigenst├Ąndig oder mithilfe eines Notars, selbst aufbewahren oder verwahren lassen - bez├╝glich der Art des Testaments haben Sie viele M├Âglichkeiten. Einige davon eignen sich f├╝r gewisse Lebensumst├Ąnde und pers├Ânliche Hintergr├╝nde besser als andere. Daher ist es empfehlenswert, sich vorab mit den verschiedenen Optionen zu besch├Ąftigen.

Wenn Sie sich bez├╝glich der Art oder auch Inhalten Ihres Testaments unsicher sind, k├Ânnen Sie daf├╝r rechtliche Hilfe in Anspruch nehmen. Hier eignen sich Anw├Ąlte, die sich auf Erbrecht spezialisieren oder Notare. Die Experten nutzen rechtssichere Formulierungen, beraten Sie inhaltlich und beantworten Ihre Fragen. So k├Ânnen Sie als Erblasser sicher sein, dass Sie f├╝r sich und Ihre Erben die richtigen Vorkehrungen treffen.

1. Handschriftliches Testament

testament-formen

Das handschriftliche oder privatschriftliche Testament ist eine h├Ąufig gew├Ąhlte Form. Daf├╝r verfassen Sie das Testament handschriftlich und gut leserlich und versehen es mit Ort, Datum und Ihrer Unterschrift. Maschinell oder am Computer erstellte Testamente sind ung├╝ltig. Grund daf├╝r ist, dass ein Schriftgutachter die Echtheit des Dokuments bei handgeschriebenen Testamenten pr├╝fen kann. Bei Zweifel an der Lesbarkeit der eigenen Handschrift k├Ânnen Sie eine ausgedruckte Fassung, die sogenannte Leseabschrift, zus├Ątzlich beilegen.

Eine weitere Voraussetzung f├╝r die G├╝ltigkeit ist, dass Sie als Erblasser bei der Erstellung des Testaments vollj├Ąhrig und testierf├Ąhig, also im Vollbesitz Ihrer geistigen F├Ąhigkeiten, sind. Diese sind durch psychische Krankheiten, zum Beispiel einer Demenz, eingeschr├Ąnkt. Formgerechte ├änderungen oder ein Widerruf sind bei einem handschriftlichen Testament jederzeit m├Âglich. Verfassen Sie ein neues Testament, wird das ├Ąltere automatisch ung├╝ltig.

  • Die Vorschriften dieser Form sind unkompliziert und einfach und selbstst├Ąndig umzusetzen.
  • Sie ben├Âtigen keinen Notar und k├Ânnen das Testament trotzdem im Zentralen Testamentsregister hinterlegen.
  • ├änderungen nehmen Sie jederzeit selbst vor, ohne gro├čen Aufwand. Auch k├Ânnen Sie es jederzeit vernichten.
  • Bei Unklarheiten wird das Testament ung├╝ltig, da Sie alleine f├╝r Formulierungen und Inhalt verantwortlich sind.
  • Ohne notarielle Beglaubigung bleibt ein Risiko, dass Ihr Testament verf├Ąlscht wird.
  • Lassen Sie Ihr Testament nicht vom Nachlassgericht verwahren, besteht die Gefahr, dass es nicht gefunden wird.

2. Notarielles oder ├Âffentliches Testament

Das notarielle Testament verfassen Sie gemeinsam mit einem Notar, der rechtssichere Formulierungen nutzt. Teilen Sie dem Notar Ihren letzten Willen m├╝ndlich mit, h├Ąlt er diesen schriftlich fest. Alternativ verfassen Sie das Testament selbst und ├╝bergeben es dem Notar. Der Vorteil ist hier, dass der Notar das Dokument pr├╝ft und Sie ber├Ąt. Oft ist die Expertise eines Notars bei zahlreichen Erben, einem gro├čen Verm├Âgen oder komplexen Familienverh├Ąltnissen lohnenswert.

Mit der notariellen Beglaubigung wird das Testament rechtskr├Ąftig und der Notar ├╝bergibt es in amtliche Verwahrung. Doch auch bei dieser Form k├Ânnen Sie ├änderungen vornehmen. Allerdings wird das Testament widerrufen, sobald Sie es aus der Verwahrung zur├╝ckfordern. F├╝r ├änderungen m├╝ssen Sie daher die Notarkosten erneut tragen. Das notarielle Testament ersetzt oft den Erbschein, der erforderlich ist, damit Ihr Erbe sein Erbrecht beweisen kann.

  • Sie haben eine gro├če Rechtssicherheit.
  • Durch die notarielle Beratung werden Korrektheit und G├╝ltigkeit des Testaments gew├Ąhrleistet.
  • Der Notar ber├Ąt Sie bei Fragen und Unklarheiten. Darunter fallen auch steuerliche Aspekte.
  • F├╝r die Erstellung fallen Kosten f├╝r den Notar an.
  • ├änderungen k├Ânnen Sie nur mithilfe des Notars vornehmen. Daf├╝r m├╝ssen Sie erneut Notarkosten zahlen.
  • Sie m├╝ssen Ihre privaten Angelegenheiten mit einer fremden Person besprechen.

3. Berliner Testament

ehepaar 3 Das Berliner Testament geh├Ârt zu den gemeinschaftlichen Testamenten, die nur von Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern erstellt werden. Hier setzen sich die Paare gegenseitig als Alleinerben ein und der ├╝berlebende Partner erh├Ąlt den gesamten Nachlass. Gleichzeitig benennen sie einen endg├╝ltigen Erben. In der Regel sind das die Kinder, darunter auch Stiefkinder, oder andere enge Verwandte. Auch das Berliner Testament verfassen Sie notariell oder handschriftlich.

Lassen sich die Ehepartner scheiden, wird das Testament ung├╝ltig. Ein Widerruf ist zu Lebzeiten jederzeit m├Âglich, muss aber notariell beurkundet werden, auch wenn Sie das Testament privatschriftlich verfasst haben. Nach dem Tod eines Ehegatten sind ├änderungen oder ein Widerruf jedoch nicht mehr m├Âglich, au├čer das Paar hat daf├╝r Klauseln verfasst. Wenn die Kinder als Schlusserben eingesetzt wurden, bleibt die Erbfolge ohne diese Klauseln auch dann bestehen, wenn ein verwitweter Partner erneut heiratet.

  • F├╝r Ehegatten und Lebenspartner ist es eine unkomplizierte L├Âsung.
  • Sie sichern den Lebensstandard f├╝r den hinterbliebenen Partner.
  • Im Gegensatz zur gesetzlichen Erbfolgen k├Ânnen Sie auch Stiefkinder als Erben einsetzen.
  • Das Berliner Testament kann nur gemeinsam ge├Ąndert werden.
  • Je nach Situation f├Ąllt die Erbschaftssteuer doppelt an.
  • Die Bindungswirkung bestimmt ├╝ber den Tod des einen Partners hinaus die Erbfolge des anderen.
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Die Wiederverheiratungsklausel

In einem Berliner Testament werden die gemeinsamen Kinder oft als Schlusserben benannt. Wenn aber nach dem Tod eines Partners aus einer zweiten Ehe weitere Kinder hervorgehen, erweitern diese den Erbenkreis.

F├╝r die Kl├Ąrung der weiteren Erbfolge gibt es die Wiederverheiratungsklausel. ├ťber diese Klausel l├Ąsst sich im Berliner Testament individuell definieren, was im Falle einer Wiederheirat mit dem Erbe geschieht, das der zuerst verstorbene Partner hinterl├Ąsst.

4. Erbvertrag

Bei einem Erbvertrag handelt es sich um eine vertragliche Regelung als ÔÇ×Verf├╝gung von Todes wegenÔÇť. Im Gegensatz zum Testament k├Ânnen Sie einen Erbvertrag nur mit einer zweiten Person sowie notarieller Beurkundung abschlie├čen. Dieser ist als zweiseitiges Rechtsgesch├Ąft zu verstehen und hat damit eine deutlich h├Âhere Bindungswirkung und -verpflichtung als ein Testament. Als Erblasser verpflichten Sie sich, dem Vertragspartner im Todesfall Ihr Verm├Âgen zu hinterlassen.

Anders als bei einem Berliner Testament k├Ânnen Sie hier einen unverheirateten Partner oder eine andere Person wechselseitig als Erbe einsetzen. Auch die Nachfolge eines Unternehmens regeln Sie mit einem Erbvertrag. Grunds├Ątzlich ist daf├╝r immer die Zustimmung beider Vertragspartner n├Âtig. In der Regel kann der Vertrag dadurch nicht frei und einseitig widerrufen werden. Anders als beim Testament muss der Erblasser nicht nur testierf├Ąhig, sondern auch voll gesch├Ąftsf├Ąhig sein.

  • Ein Erbvertrag hat eine st├Ąrkere Bindungswirkung als ein Testament.
  • Auch als unverheiratetes Paar setzen Sie sich gegenseitig als Alleinerbe ein.
  • Die Nachfolge eines Unternehmens regeln Sie ebenfalls mit einem Erbvertrag.
  • Es entstehen Notarkosten, da der Erbvertrag notariell beurkundet werden muss.
  • Der Widerruf ist komplizierter als bei anderen Formen von Nachlassurkunden.
  • Rechtsg├╝ltige ├änderungen m├╝ssen ebenfalls notariell beurkundet werden.
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Ausnahme: Mündliches Nottestament

In einer lebensbedrohlichen Notlage k├Ânnen Sie ein m├╝ndliches Testament (sogenanntes Drei-Zeugen-Testament) verfassen. Daf├╝r muss kein Notar, jedoch drei Zeugen anwesend sein.

Die drei Zeugen d├╝rfen nicht mit Ihnen verwandt oder im Testament ber├╝cksichtigt sein. Die Zeugen verschriftlichen Ihren letzten Willen und lassen diesen unverz├╝glich durch eine Amtsstelle beglaubigen. Ein Nottestament ist nur drei Monate rechtsg├╝ltig.

Wie wird ein Testament verfasst?

senior-schreibt-mit-hand Grunds├Ątzlich wird ein Testament immer individuell aufgesetzt. Werden Sie von einem Notar unterst├╝tzt, ├╝bernimmt dieser die Verantwortung f├╝r die richtige Form. Wichtig ist, dass im Testament keine Unklarheiten entstehen oder Fragen offenbleiben. Es sollte daher immer so pr├Ązise wie m├Âglich sein. Denken Sie daran, neben Ihrem Verm├Âgen auch alle Ihre Besitzt├╝mer mit in das Testament aufzunehmen.

Entscheiden Sie sich f├╝r ein privatschriftliches Testament, verfassen Sie dieses handschriftlich in lesbarer Schrift. Ein getipptes Testament ist hier ung├╝ltig. Die ├ťberschrift des Dokuments sollte ÔÇ×TestamentÔÇť oder ÔÇ×Mein letzter WilleÔÇť lauten. Formulieren Sie den Text so spezifisch und detailliert wie m├Âglich. Am Ende unterschreiben Sie das Dokument mit vollem Namen und f├╝gen Datum und Ort hinzu. Bei mehreren Seiten ist es sinnvoll diese zu nummerieren.

Um rechtsg├╝ltig zu werden, muss Ihr letzter Wille gefunden werden. Informieren Sie daher Ihre Erben ├╝ber die Existenz und den Aufbewahrungsort Ihres Testaments. Um Unsicherheiten diesbez├╝glich vorzubeugen, k├Ânnen Sie Ihr Testament beim Nachlassgericht hinterlegen. Das Dokument ist dort vor Verlust oder F├Ąlschung gesch├╝tzt und steht dem Gericht im Todesfall direkt zur Verf├╝gung. Notarielle Testamente werden zur Aufbewahrung immer an das zust├Ąndige Amtsgericht weitergeleitet.

Die wichtigsten vier Punkte beim Verfassen eines Testaments sind:

  1. Ein Testament sollte immer so pr├Ązise wie m├Âglich formuliert sein.
  2. Das Testament sollte individuell auf Sie ausgerichtet sein.
  3. Die richtige Form muss eingehalten werden.
  4. Der Aufbewahrungsort sollte gut ├╝berdacht werden.

Testament ├Ąndern

Grunds├Ątzlich kann ein Testament ge├Ąndert werden, solange der Erblasser testierf├Ąhig ist. Jedoch unterscheidet sich das Vorgehen je nach Art des Testaments. Bei einem handschriftlichen Testament werden auch die ├änderungen per Hand vorgenommen und m├╝ssen formgerecht unterschrieben werden. Oft ist es empfehlenswert, die ├änderungen als Zusatz hinzuzuf├╝gen oder das Testament sogar neu zu schreiben. Bei mehreren datierten Dokumenten ist immer das neueste rechtsg├╝ltig.

Bei einer Aufbewahrung beim Amtsgericht entstehen zwei M├Âglichkeiten. Wenn Sie Ihr Testament eigenst├Ąndig verfasst haben, k├Ânnen Sie es jederzeit der Verwahrung entnehmen und ab├Ąndern, ohne dass es ung├╝ltig wird. Ein notarielles Testament gilt jedoch als widerrufen, sobald es die gerichtliche Verwahrung verl├Ąsst. F├╝r eine ├änderung m├╝ssen Sie es also neu aufsetzen und dem Notar erneut aush├Ąndigen. Eine Alternative dazu ist die selbstst├Ąndig oder notariell verfasste Erg├Ąnzungsurkunde.

Testament anfechten

Voraussetzung f├╝r eine Anfechtung ist ein anerkannter Grund. Vor Gericht gilt daf├╝r eine Beweispflicht. M├Âgliche Gr├╝nde f├╝r die Anfechtung eines Testaments sind:

  • Beim Erstellen des Testaments waren Sie testierunf├Ąhig.
  • Das Testament erf├╝llt die formalen Anforderungen nicht.
  • Sie haben Pflichtteilsberechtigte nicht ber├╝cksichtigt.
  • Sie wurden beim Verfassen bedroht oder unter Druck gesetzt.
  • Ihr Ehepartner und Sie lie├čen sich vor dem Erbfall scheiden.
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Was ist ein Testamentsvollstrecker?

Ein Testamentsvollstrecker kann im Testament Erbvertrag bestimmt werden. Seine Aufgabe ist die Verwaltung des Nachlasses und die Durchsetzung des im Testament formulierten letzten Willens.

Dabei kann es sich um eine ordnungsgem├Ą├če Aufteilung des Nachlasses unter den Erben handeln, aber auch um andere Aufgaben, wie beispielsweise m├Âgliche Schulden einzutreiben. Oft wird eine dem Erblasser nahestehende vollj├Ąhrige Person oder ein Anwalt daf├╝r benannt.

Testament: Das müssen Sie beachten!

Ein Testament ist eine wichtige Angelegenheit. Damit Sie genau wissen, was Sie beachten m├╝ssen, haben wir in 133 Sekunden alles Wichtige zusammengefasst. Erfahren Sie, welche Form ein g├╝ltiges Testament haben muss, wie viel die Erstellung kostet und wo Sie es hinterlegen sollten.

Was kostet ein Testament?

ehepaar-prueft-schreiben Ein handschriftliches Testament, das Sie selbst erstellen und aufbewahren, ist an sich kostenlos. Es gibt jedoch kostenpflichtige Optionen f├╝r eine Aufbewahrung. Wenn Sie es beim Amtsgericht verwahren lassen, ist dies gegen eine pauschale Geb├╝hr von 75 Euro m├Âglich. Lassen Sie das Testament beim Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer registrieren, kommen Meldekosten in H├Âhe von 18 Euro hinzu. Weitere Geb├╝hren fallen f├╝r die Beratung durch einen Anwalt oder Notar an.

Bei einem notariellen Testament kommen immer gesetzlich festgelegte Notarkosten auf Sie zu. Diese richten sich nach Ihrem Gesch├Ąftswert, der f├╝r ein Testament Ihr Gesamtverm├Âgen bezeichnet. Hier fallen f├╝r die Aufbewahrung beim Amtsgericht oder Notar ebenfalls Geb├╝hren an. Ein Registrierung f├╝r eine Hinterlegung beim Testamentsregister kostet ├╝ber den Notar 15 Euro. Bei einem gemeinschaftlichen Testament wie dem Berliner Testament verdoppelt sich die Geb├╝hr f├╝r den Notar.

Gesch├Ąfts┬şwert
Notarkosten
10.000 ÔéČ
75 ÔéČ
25.000 ÔéČ
115 ÔéČ
50.000 ÔéČ
165 ÔéČ
250.000 ÔéČ
535 ÔéČ
500.000 ÔéČ
935 ÔéČ

Schenkung oder Erbe?

senior-frau-parkbank Eine Schenkung ist vergleichbar mit einer Erbschaft unter Lebenden. Sie bezeichnet damit eine Verm├Âgens├╝bertragung ohne Gegenleistung zwischen dem Schenkenden und dem Beschenkten. In dem mit dem Erbe vergleichbaren Sinn wird f├╝r eine Schenkung ein Vertrag aufgesetzt, der notariell beurkundet werden muss, um rechtsg├╝ltig zu sein. Auch eine Schenkung wird besteuert und ist von den Steuers├Ątzen und Freibetr├Ągen mit einer Erbschaft vergleichbar.

Je nach Situation hat eine Schenkung verschiedene Vorteile. Zum einen kann sie sich problemlos an Personen au├čerhalb der gesetzlichen Erbfolge richten. Zum anderen k├Ânnen die Steuerfreibetr├Ąge f├╝r Schenkungen nach zehn Jahren wieder genutzt werden. So kann ein Teil des Verm├Âgens bereits vor dem Tod des Schenkenden an m├Âgliche Erben ├╝bergehen und damit die Erbschaftssteuer verringern. Eine Schenkung kann jedoch auch r├╝ckg├Ąngig gemacht werden, beispielsweise bei einer Insolvenz des Schenkenden.

Einen Angeh├Ârigen enterben

In Ihrem Testament k├Ânnen Sie alle Personen, die als Ihre gesetzlichen Erben gelten, von der Erbfolge ausschlie├čen und sie somit enterben. Daf├╝r gibt es zwei M├Âglichkeiten. Entweder benennen Sie in Ihrem Testament nur ganz explizit die Personen, die Sie als Erben einsetzen m├Âchten oder Sie benennen die Personen, die Sie nicht beerben m├Âchten. Allerdings haben gesetzliche Erben oft Anspruch auf einen Pflichtteil. F├╝r eine einwandfreie Enterbung sollten Sie auf die richtige Formulierung achten. Diese kann zum Beispiel wie folgt lauten:

Hiermit enterbe ich, [Name des Testament-Schreibers], meine(n) Sohn/ Tochter [vollst├Ąndiger Name Ihres Kindes], geboren am [Geburtsdatum Ihres Kindes] in [Geburtsort Ihres Kindes]. Gleiches gilt f├╝r seine/ ihre Abk├Âmmlinge.

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Wichtig: Garantiert gültiges Testament

Um bei Fragen rund um das f├╝r Sie richtige Testament auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen wir Ihnen sich durch einen Anwalt oder Notar beraten zu lassen.

Die hier genannten Hinweise und Erkl├Ąrungen sind als unverbindlich zu verstehen und sind somit keine Rechtsberatung. Wir k├Ânnen daher auch keine Gew├Ąhr f├╝r die Richtigkeit oder Vollst├Ąndigkeit der Angaben ├╝bernehmen.

F├╝nf Tipps zum Testament-Verfassen

Stellen Sie sicher, dass Ihr Testament g├╝ltig ist und nicht angefochten werden kann. Nur so garantieren Sie, dass Ihr letzter Wille wirklich erf├╝llt wird. Hier finden Sie zusammengefasst f├╝nf wichtige Hinweise:

  1. Die richtige Testament-Art: ├ťberlegen Sie sich, welches Testament f├╝r Ihre Situation am besten passt. Macht ein gemeinsames Testament Sinn? Machen Sie sich auch klar, ob Sie Ihren letzten Willen notariell oder privat verfassen m├Âchten.
  2. Formvorschriften: Beachten Sie alle Formvorschriften, damit Ihr Testament rechtsg├╝ltig ist. Verfassen Sie Ihr Testament handschriftlich und versehen Sie es mit Ort und Datum. Bei einem notariellen Testament wird die Form f├╝r Sie gepr├╝ft.
  3. Kosten: Entscheiden Sie sich f├╝r ein notarielles Testament, fallen Notargeb├╝hren an. Die H├Âhe der Kosten richtet sich nach Ihrem Verm├Âgen und der Art des Testaments.
  4. Hinterlegen: Ihr Testament hinterlegen beim zust├Ąndigen Nachlassgericht und melden es beim Zentralen Testamentsregister. So ist das Testament vor Verlust oder F├Ąlschung gesch├╝tzt.
  5. Erbfolge: Ohne ein g├╝ltiges Testament oder einen Erbvertrag greift automatisch die gesetzliche Erbfolge. Machen Sie sich also Gedanken dar├╝ber, ob Sie mit der Erbfolge einverstanden sind oder ob Sie selbst Ihre Erben bestimmen m├Âchten.
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So vermeiden Sie Unklarheiten im Testament Expertenmeinung von Dr. Jens Heinig, Notar


Mit einem Testament l├Ąsst sich der Nachlass regeln. Aber wie stellt man sicher, dass der eigene ÔÇ×letzte WilleÔÇť auch wirklich durchgesetzt wird? Notar Dr. Jens Heinig erz├Ąhlt uns im Experteninterview, was bei der Erstellung von Testamenten unbedingt beachtet werden sollte.

___________

Oft herrscht der Irrglaube, dass man f├╝r den eigenen Tod nichts regeln m├╝sste, da die gesetzlichen Regeln ausreichen w├╝rden. Wer aber von der gesetzlichen Erbfolge abweichen m├Âchte, ben├Âtigt ein Testament oder einen Erbvertrag. Die Erbfolge richtet sich nach dem Verwandtschaftsverh├Ąltnis: Zuerst erben Kinder und Enkel, dann Eltern, Geschwister, Neffen und Nichten und zuletzt Gro├čeltern, Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen. Wer nicht mit dem Verstorbenen verwandt ist, wird von der gesetzlichen Erbfolge nicht ber├╝cksichtigt. ÔÇ×Wer beispielsweise Freunde oder eine gemeinn├╝tzige Organisation als Erben einsetzen m├Âchte, ben├Âtigt ein TestamentÔÇť, erl├Ąutert Notar Dr. Jens Heinig.

ÔÇ×Der Tod ist ein unangenehmes Thema, mit dem sich viele Menschen generell nicht besch├Ąftigen m├ÂchtenÔÇť, berichtet der Experte. Ein Testament erleichtert den Erben die Zeit nach dem Erbfall aber erheblich. Denn wenn kein Testament vorhanden ist, m├╝ssen die Hinterbliebenen meist einen sogenannten Erbschein beim Amtsgericht beantragen. Dieser Erbschein ist doppelt so teuer wie ein notariell beurkundetes Testament, da zu den Kosten f├╝r den Erbschein auch Kosten f├╝r eine eidesstattliche Versicherung hinzukommen. ÔÇ×Die Kosten f├╝r die notarielle Beurkundung von Testamenten sind deutschlandweit f├╝r alle Notarinnen und Notare einheitlich festgelegtÔÇť, schildert Dr. Heinig. Bei einem Verm├Âgen von 100.000 Euro kostet ein beurkundetes Testament 273 Euro. Ein Erbschein f├╝r das gleiche Verm├Âgen kostet hingegen 546 Euro.

"Selbst wenn Sie nicht von der gesetzlichen Erbfolge abweichen wollen, kann eine notarielle Verf├╝gung sinnvoll sein, um Zeit und Kosten bei der Erbabwicklung zu sparen."
Dr. Jens Heinig, Notar

Wer eine Immobilie oder ein Unternehmen besitzt, sollte immer ein notarielles Testament erstellen. Das ├ändern der Eintragung im Grundbuch ist mit einem privatschriftlichen Testament n├Ąmlich nicht m├Âglich. Wenn kein notarielles Testament vorliegt, wird der Prozess nicht nur sehr langwierig, sondern auch teuer. ÔÇ×Banken m├╝ssen ein selbst geschriebenes Testament nach der Rechtsprechung nur dann akzeptieren, wenn es eindeutig istÔÇť, erl├Ąutert Dr. Heinig. Und genau darin liegt die Schwierigkeit, denn ein rechtssicheres Testament ist f├╝r einen Laien kaum erstellbar: ÔÇ×Bei einem privatschriftlichen Testament besteht h├Ąufig Unklarheit dar├╝ber, was der Erblasser gewollt hat.ÔÇť

Ein Beispiel solcher Unklarheiten: in vielen privatschriftlichen Testamenten wird nicht zwischen Erben und Verm├Ąchtnisnehmern differenziert. ÔÇ×Erben sind die Gesamtrechtsnachfolger des Verstorbenen. Sie erben das gesamte Verm├Âgen und alle Schulden, insbesondere auch die Gegenst├Ąnde, die im Testament nicht gesondert erw├Ąhnt sindÔÇť, erkl├Ąrt der Experte. Ein Verm├Ąchtnisnehmer ist hingegen kein Gesamtrechtsnachfolger und erh├Ąlt in der Regel nur einen bestimmten Gegenstand. ÔÇ×Diese fehlende Unterscheidung ist h├Ąufig eines der Hauptprobleme bei privat verfassten TestamentenÔÇť, berichtet Dr. Heinig.

"Selbst geschriebene handschriftliche Testamente werden oft in Unkenntnis der rechtlichen M├Âglichkeiten verfasst, die dem Erblasser zur Verf├╝gung stehen."
Dr. Jens Heinig, Notar

Unklarheiten im Testament f├╝hren zu einer zus├Ątzlichen Belastung f├╝r die Hinterbliebenen in einer Situation, die ohnehin schon besonders beanspruchend ist. Mit einem notariellen Testament lassen sich diese Strapazen vermeiden. Die Kosten f├╝r die Beratung sind in den Notargeb├╝hren inklusive, auch bei mehrmaligen Beratungsgespr├Ąchen. Au├čerdem pr├╝ft der Notar auch die Testierf├Ąhigkeit zum Zeitpunkt der Testamentserstellung: ÔÇ×Sie sind daher im Hinblick auf die Testierf├Ąhigkeit schwerer angreifbar als privatschriftliche Testamente, bei denen eine solche Feststellung nicht erfolgtÔÇť, erl├Ąutert Dr. Heinig.

Wer sicherstellen m├Âchte, dass das Testament rechtskr├Ąftig ist und seinen Erben im Erbfall viel Zeit und Geld sparen m├Âchte, sollte also immer auf ein notarielles Testament zur├╝ckgreifen. ÔÇ×Bei der Umsetzung in ein Testament oder einen Erbvertrag sollte m├Âglichst der Rat einer Expertin oder eines Experten eingeholt werdenÔÇť, bekr├Ąftigt Dr. Heinig. Denn auch wenn die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit keine leichte Aufgabe ist, sollte die Vorsorge f├╝r Familie und Freunde jedem Menschen ein Anliegen sein.

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├ťber den Experten

Dr. Jens Heinig ber├Ąt in seinem Notariat mit Amtssitz in Monheim am Rhein Klienten zu ihrer Vorsorge f├╝r den Erbfall. Er ist Autor mehrerer Ver├Âffentlichungen zum Internationalen Privat- und Prozessrecht sowie zum Schuld- und Verbraucherrecht.

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In einem Testament halten Sie Ihren letzten Willen fest und stellen sicher, dass dieser erf├╝llt wird. Dadurch k├Ânnen Sie das Erbe nach Ihren W├╝nschen aufteilen und einzelne Personen ausschlie├čen.

Ein Testament kann jederzeit von einer vollj├Ąhrigen und testierf├Ąhigen Person verfasst werden. Besonders sinnvoll ist ein Testament dann, wenn Sie nicht mit der gesetzlichen Erbfolge einverstanden sind.

Gewisse nahe Verwandte wie Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner sowie die eigenen Kinder haben ein Anrecht auf einen Pflichtteil. Bei kinderlosen Paaren geht der Anspruch auf die Eltern ├╝ber.

In einem Berliner Testament setzen sich Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner gegenseitig als Alleinerben ein, sodass der ├╝berlebende Partner den vollst├Ąndigen Nachlass erbt.

Grunds├Ątzlich gilt, dass ein rechtsg├╝ltiges Testament Vorrang hat. Allerdings k├Ânnen gesetzliche Erben oftmals einen Pflichtteil geltend machen. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich daher von einem Notar oder Anwalt beraten.

Die Kosten eines notariellen Testaments richten sich nach der H├Âhe Ihres Verm├Âgens. Ein handschriftliches Testament ist an sich kostenlos. Geb├╝hren fallen an, wenn Sie es dem Amtsgericht zur Verwahrung ├╝bergeben (pauschal 75 Euro) oder beim Zentralen Testamentsregister registrieren lassen (18 Euro).

Um einen Angeh├Ârigen zu enterben, k├Ânnen Sie entweder in Ihrem Testament diesen explizit von der Erbfolge ausschlie├čen oder Sie benennen nur die Personen, die Sie beerben m├Âchten.

Ohne Notar erstellen Sie ein privatschriftliches Testament. Generell schreiben Sie das Testament per Hand und unterschreiben es mit vollem Namen, versehen mit Ort und Datum. Maschinell oder am Computer erstellte privatschriftliche Testamente sind ung├╝ltig.

Oft setzen sich Ehepaare gegenseitig als Erben und ihre gemeinsamen Kinder als Schlusserben ein. Eine Wiederverheiratungsklausel regelt die Erbfolge f├╝r den Fall, dass der verwitwete Partner erneut heiratet und weitere Kinder bekommt, die den Erbenkreis erweitern.

Der Unterschied liegt im Zeitpunkt: Eine Schenkung findet zu Lebzeiten statt, ein Erbe erst nach dem Tod des Erblassers. Ein Vorteil der Schenkung ist, dass Sie die Steuerfreibetr├Ąge nach 10 Jahren wieder aussch├Âpfen k├Ânnen.

Wir beraten Sie kostenfrei und unverbindlich rund um das Thema Pflege, informieren Sie ├╝ber Zusch├╝sse und vermitteln Ihnen bei Bedarf Anbieter aus Ihrer Region. Beachten Sie, dass wir keine Rechtsberatung anbieten k├Ânnen.

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