Pflegesachleistungen - Finanzierung Ihrer ambulanten Pflege

Pflegesachleistungen: Geld liegt gestapelt auf dem Tisch

Anspruch auf Pflegesachleistungen haben Sie, wenn Sie mindestens Pflegegrad 2 haben und von einem ambulanten Pflegedienst zu Hause versorgt werden. Die Höhe der Zuschüsse für Sachleistungen ist abhängig von Ihrem Pflegegrad.

Der Verband Pflegehilfe erklärt Ihnen, für welche Tätigkeiten Sie die Pflegesachleistungen einsetzen dürfen, wie Sie die Kosten mit der Pflegekasse abrechnen können und welche weiteren Unterstützungsangebote Sie nutzen können.

Sie haben wenig Zeit? Einen Überblick erhalten Sie in Fragen und Antworten.

Finanzierung der Pflege

In der Tabelle unten sehen Sie die monatlichen Leistungen, die je nach Pflegegrad gestaffelt sind. Da Menschen mit Pflegegrad 1 keinen Anspruch auf Pflegesachleistungen haben, können Sie den Entlastungsbetrag von monatlich €125 für die Pflege oder Unterstützung im Haushalt verwenden.

Pflegegrad
1
Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5

Pflegesach-
leistung

Bis €125 Entlastungs-
betrag
€689€1.298€1.612€1.995

Kombinationspflege

Werden Sie zu Hause von Ihren Angehörigen gepflegt, benötigen aber zusätzlich die Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes, zum Beispiel für die Unterstützung beim Duschen? Dann können Sie auch beide Leistungen, das Pflegegeld und die Pflegesachleistungen, miteinander kombinieren. Bei der sogenannten Kombinationsleistung verringert sich das Pflegegeld prozentual um den Wert, in welchem Umfang die Pflegesachleistung in Anspruch genommen wird.

Was kompliziert klingt, kann ganz einfach berechnet werden. Nehmen Sie die Pflegesachleistungen zu 30% in Anspruch, so verringert sich das Pflegegeld um 30%. Sie erhalten also nur noch 70% des eigentlichen Pflegegeldes entsprechend Ihres Pflegegrades, zusätzlich zu den Pflegesachleistungen.

Grafik Kombinationspflege Beispiel
Ein Beispiel zur Kombinationsleistung:

Frau Schmitt hat Pflegegrad 2 und nimmt Dienstleistungen eines Pflegedienstes in Höhe von €207 in Anspruch. Der Anteil beträgt 30% der eigentlichen Sachleistungen in Höhe von €689 pro Monat. Kombiniert sie diese Leistung jetzt mit dem Pflegegeld für Pflegegrad 2, so stehen ihr 70% von €316 zu, das heißt Frau Schmitt bekommt €221 anteiliges Pflegegeld. Frau Schmitt bekommt damit insgesamt €428 pro Monat an Leistungen der Pflegekasse.

Wichtig: Anteiliges Pflegegeld über die Kombinationspflege bekommen Sie nur, wenn die Pflegesachleistungen nicht in vollem Umfang ausgeschöpft werden.

Umwandlungsanspruch

Sie sind pflegebedürftig und nehmen die Leistungen nicht in vollem Umfang in Anspruch? Bis zu 40 Prozent der Pflegesachleistung können für die eigene Betreuung, die Entlastung der pflegenden Angehörigen oder Ähnliches verwendet werden. Bitte beachten Sie, dass sich das Pflegegeld dadurch zusätzlich verringert oder komplett entfällt.

Beispiel:

Herr Müller hat Pflegegrad 3 und bezahlt für die Leistungen des ambulanten Dienstes €609. Es werden also 70% der €1.298 Pflegesachleistung gebraucht. Die restlichen 30% der Pflegesachleistung, also €389, können für weitere Betreuungsangebote eines ehrenamtlichen Vereins genutzt werden (zusätzlich zum Entlastungsbetrag).

Pflegesachleistungen und teilstationäre Pflege

Senioren spielen Schach in der Tagespflege

Eine weitere Möglichkeit der Unterstützung finden Senioren bei der Tages- und Nachtpflege. Der Pflegebedürftige wird den Tag oder die Nacht über in einer teilstationären Pflegeeinrichtung gefördert und betreut. Die Angehörigen werden entlastet und können ihrer Arbeit nachgehen. Abends übernehmen die Familienangehörigen dann wieder die Betreuung der pflegebedürftigen Person.

Natürlich können die Leistungen für Tages- und Nachtpflege ebenfalls mit den Pflegsachleistungen kombiniert werden. Anders als bei der Kombinationsleistung erfolgt hier keine Kürzung des Budgets, da es sich um ein teilstationäres Pflegekonzept handelt.

Kostenübernahme durch die Pflegekasse

Ehepaar stellt mit Pflegerin Antrag auf Kostenübernahme

Damit der Pflegedienst direkt mit der Pflegeversicherung abrechnen kann, müssen Sie Folgendes beachten: Die Pflege muss von einem zugelassen ambulanten Pflegedienst durchgeführt werden. Es gibt auch selbstständig arbeitende Pflegekräfte, die von der Pflegekasse zugelassen sind.

Der Dienstleister und die zu pflegende Person schließen einen Versorgungsvertrag ab. Über alle anfallenden Kosten oder Preisveränderungen muss Sie der Pflegedienst vorher informieren. Sie erhalten deshalb einen Kostenvoranschlag. So können Sie die Preise und Leistungen verschiedener Anbieter vergleichen und bei Preisänderungen die Pflegekasse informieren.


Zugelassenen Pflegedienst suchen

Glühbirne

Einen Überblick über die offiziell zugelassenen Pflegedienste erhalten Sie in den „Leistungs- und Preisvergleichslisten“. Diese erhalten Sie kostenlos bei den Pflegekassen oder im Internet. Wenn Sie einen Pflegedienst in Ihrer Nähe suchen, helfen Ihnen die Berater des Verbands Pflegehilfe gerne.

Wer hat Anspruch auf Pflegesachleistungen?

Die Förderung für diese Leistungen beantragen Sie als Pflegebedürftiger oder Angehöriger direkt bei der Pflegekasse, die Ihrer Krankenkasse angeschlossen ist. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um Pflegesachleistungen zu erhalten:

  1. Pflegebedürftigkeit: Pflegegrad 2, 3, 4 oder 5 ist genehmigt. Die Pflegesachleistungen werden rückwirkend ab dem Tag der Antragstellung bezahlt, vorausgesetzt, die Pflegebedürftigkeit wurde anerkannt.
  2. Pflegedienst: Die häusliche Pflege wird vollständig oder teilweise durch einen Pflegedienst geleistet, und nicht ausschließlich durch Familienangehörige oder Bekannte – denn dann steht Ihnen nur das Pflegegeld zu.
  3. Häufige Fragen: Es handelt sich um eine häusliche Pflege – zum „häuslichen Bereich“ gehört die eigene Wohnung, die Wohnung eines engen Verwandten oder auch das Betreute Wohnen.

Häufige Fragen

24 Stunden Pflege

Durch Pflegesachleistungen wird der Pflegebedürftige finanziell unterstützt, wenn er für die häusliche Pflege und Betreuung einen ambulanten Pflegedienst engagiert. Einzige Bedingung ist, dass der Pflegebedürftige mindestens den Pflegegrad 2 besitzt.

Hat ein Pflegebedürftiger nur Pflegegrad 1, erhält er keine Pflegesachleistungen. Um die Grundpflege, wie die tägliche Rasur oder Hilfe beim Haarewaschen, zu finanzieren, kann er allerdings den Entlastungsbetrag von €125 nutzen.

Nur Pflegebedürftige mit einem anerkannten Pflegegrad können die Pflegesachleistungen erhalten und mit ihrer Pflegekasse abrechnen. Dafür müssen Sie mindestens den Pflegegrad 2 besitzen. Wenn Sie noch keinen Pflegegrad besitzen, wenden Sie sich an Ihre Pflegeversicherung und bitten um eine Pflegebegutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse.

Die Leistungen sind nach dem Pflegegrad gestaffelt. Das heißt für Sie: Je höher der Pflegegrad ist, desto mehr Sachleistungen erhalten Sie. So sollen auch Betroffenen mit einem hohen Pflegegrad die aufwendige Pflege durch einen ambulanten Dienst finanzieren können:
Pflegegrad 1: €0
Pflegegrad 2: €689
Pflegegrad 3: €1.298
Pflegegrad 4: €1.612
Pflegegrad 5: €1.995

Wenn Sie ausschließlich von Ihren Angehörigen in der häuslichen Umgebung gepflegt und betreut werden, erhalten Sie das Pflegegeld. Es dient als kleine Anerkennung der Pflege, die Ihre Familie übernimmt.

Wenn Sie einen professionellen, von der Pflegekasse anerkannten Pflegedienst dafür beauftragen, stehen Ihnen die Pflegesachleistungen zu. Der ambulante Dienst rechnet die erbrachten Leistungen direkt mit Ihrer Pflegekasse ab. Die beiden Leistungen können auch kombiniert ausgezahlt werden.

Sie können die Pflegesachleistungen für verschiedene Bereiche der Pflege und Betreuung zu Hause verwenden, wenn die Leistung von einem anerkannten Pflegedienst erbracht wird. Außerdem können Sie Hilfe bei der Haushaltsführung erhalten oder eine Pflegeberatung in Anspruch nehmen. Das Ziel ist, dass Pflegebedürftige mit der Unterstützung durch einen Pflegedienst so lange wie möglich in Ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben können.

Wenn Sie das Budget für die Pflegesachleistungen nicht komplett aufbrauchen, können Sie bis zu 40% des Betrags für die eigene stundenweise Betreuung verwenden oder für die Entlastung Ihrer pflegenden Angehörigen. Den Betrag des sogenannten Umwandlungsanspruchs können Sie zusätzlich zu den €125 Betreuungs- und Entlastungsleistungen verwenden.

Wenn Sie zu Hause von einem Angehörigen gepflegt werden, aber zusätzlich die Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes benötigen, können sie die Pflegesachleistungen und das Pflegegeld miteinander kombinieren. Beachten Sie, dass sich das Pflegegeld um den Prozentsatz verringert, in welchem die Pflegesachleistung in Anspruch genommen wird.

Um die Kosten des ambulanten Dienstes oder einer selbstständigen Pflegekraft abrechnen zu können, müssen die Leistungen von einem zugelassenen Dienstleister erbracht werden, der offiziell von Ihrer Pflegekasse anerkannt wird. Die “Leistungs- und Preisvergleichslisten“ aller zugelassenen Dienste erhalten Sie kostenlos bei Ihrer Pflegeversicherung oder im Internet.

Ein Pflegedienst muss vollständig oder teilweise die häusliche Pflege des Betroffenen übernehmen. Dies kann entweder in der eigenen Wohnung geschehen, in der Wohnung eines nahen Verwandten oder im Betreuten Wohnen. Außerdem müssen Sie mindestens über den Pflegegrad 2 verfügen, um Sachleistungen beziehen zu können. Wenn Sie ausschließlich von Ihrer Familie gepflegt werden, können Sie lediglich das Pflegegeld beziehen.

Pflege und Betreuung, die durch einen Pflegedienst geleistet wird, wird als qualitativ höherwertiger angesehen. Der Grund: Geschultes Fachpersonal verrichtet Tätigkeiten, die spezielles medizinisches Fachwissen erfordern und die Angehörige oft nicht übernehmen können. Um diese professionelle Leistung angemessen bezahlen zu können, erhalten Pflegebedürftige für Pflegesachleistungen einen höheren Betrag, als fü das Pflegegeld.

Nein. Um die Pflegesachleistung beantragen zu können und die Leistungen des Pflegedienstes nutzen zu können, müssen Sie einen Pflegegrad besitzen. Beantragen Sie deshalb rechtzeitig einen Pflegegrad bei der Pflegeversicherung. Die Leistungen werden rückwirkend ab dem Tag der Antragstellung erstattet.

Pflegesachleistungen können nur in Anspruch genommen werden, wenn es sich bei dem Dienstleister um einen durch die Pflegekasse zugelassenen Pflegedienst oder um eine geprüfte Einzelperson handelt. Bei osteuropäischen Betreuuerinnen ist das nicht der Fall. Da die osteuropÄische Pflege wie die Pflege durch Angehörige bewertet wird, kann nur das Pflegegeld für die häusliche Pflege genutzt werden.

Pflegesachleistungen können Sie nutzen, wenn Sie mindestens Pflegegrad 2 haben und von einem ambulanten Pflegedienst zu Hause versorgt werden. Das Geld kann nicht nur für die medizinische Behandlungspflege, sondern auch für die Grundpflege, Betreuung oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten verwendet werden. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1, erhalten keine Pflegesachleistungen, können aber die €125 Entlastungsbetrag für die Körperpflege durch einen ambulanten Dienst verwenden.

Pflegegrad 1: €125 Entlastungsbetrag, Pflegegrad 2: €689, Pflegegrad 3: €1.298, Pflegegrad 4: €1.612, Pflegegrad 5: €1.995.

Der Betrag steht Ihnen monatlich zu. Nicht aufgebrauchte Leistungen können Sie nicht ansparen und der monatliche Restbetrag verfällt. Alternativ können Sie die Pflegesachleistungen mit dem Pflegegeld kombinieren oder bis zu 40% der Pflegesachleistung können Sie für die eigenen Betreuung oder die Entlastung Ihrer Angehörigen verwenden (Umwandlungsanspruch).

Pflegesachleistungen werden für professionelle Pflege im häuslichen Umfeld gezahlt. Da Sie beim Betreuten Wohnen ebenso in einem „häuslichen Umfeld“ sind wie im eigenen Zuhause, können Sie den Pflegedienst mit Hilfe der Pflegesachleistungen bezahlen. Versorgt der Pflegedienst mehrere Bewohner, so können die Leistungen sogar zusammengelegt werden. Das sogenannte „Poolen“ spart Ihnen Zeit und Kosten.