Generalvollmacht
Kosten beim Notar, Vorlagen & Muster

Senioren kümmern sich um Generalvollmacht

Eine Generalvollmacht regelt die generelle, umfassende Vertretung durch eine Vertrauensperson in fast allen Angelegenheiten. Sie können dafür auch ein Generalvollmacht Muster verwenden. Mit dieser Vollmacht befähigen Sie eine von Ihnen ausgewählte Person zur uneingeschränkten Vertretung in allen Rechtsgeschäften oder denen, die Sie im Vertrag festgehalten haben.

Hier erhalten Sie ausführliche Informationen rund um das Thema Generalvollmacht. Unter anderem erfahren Sie mehr über die Unterschiede zur Vorsorgevollmacht und inwiefern es möglich ist, mit oder auch ohne Notar eine Vollmacht auszustellen.

Was ist eine Generalvollmacht?

Eine Generalvollmacht ist wichtig für den Fall, dass Sie Ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können. Das ist häufig nach einem plötzlichen Unfall oder anderen Schicksalsschlägen der Fall. Es ist wichtig, dass Sie für diese Situation gut vorsorgen. Haben Sie keine Generalvollmacht verfasst, stellt ein zuständiges Gericht Ihnen einen gesetzlichen Betreuer zur Seite. Dieser Betreuer kennt Sie nicht persönlich und es kann passieren, dass er nicht in Ihrem Willen handelt.

Eine Generalvollmacht umfasst die allgemeine rechtliche Vertretung in allen Bereichen. Das betrifft zum Beispiel Ihre Rechtsgeschäfte, Finanzen oder auch Vertretung bei Behördengängen. Sie gilt ab dem Zeitpunkt der Ausstellung. Natürlich ist es auch möglich, dass Sie gewisse Dinge ausschließen. Das müssen Sie dann explizit in der Generalvollmacht formulieren. Medizinische Themen regeln Sie in einer Vorsorgevollmacht.

Eine Generalvollmacht erstellen Sie dann, wenn Sie nahezu alle rechtlichen Stellvertretungen abdecken möchten. Die Generalvollmacht ermöglicht es Ihrem Bevollmächtigten, Sie sofort in Ihren Angelegenheiten zu vertreten. So stellen Sie für den Ernstfall sicher, dass beispielsweise Ihr Partner auf Ihre Konten und Ihr Vermögen zugreifen kann.

Das ist von der Generalvollmacht ausgeschlossen!

Birne

Einige Themen sind grundsätzlich von einer Generalvollmacht ausgeschlossen. Das betrifft die sogenannten „höchstpersönlichen Rechtsangelegenheiten des Familien- und Erbrechts“. Über diese Themen darf Ihr Bevollmächtigter nicht entscheiden:

  • Medizinische Eingriffe
  • Eheschließung
  • Scheidung
  • Erstellung eines Testaments

Die richtige Person auswählen

Seniorin liest am Schreibtisch

Mit einer Generalvollmacht bevollmächtigen Sie eine ausgewählte Person, wichtige Dinge für Sie zu übernehmen. Nehmen Sie sich die Zeit und denken gründlich darüber nach, wen Sie dafür bestimmen möchten. Im Idealfall bevollmächtigen Sie eine Person, die Sie gut kennt und der Sie blind vertrauen. Das ist hier besonders wichtig, da die Generalvollmacht ab sofort gilt und Sie so einen Missbrauch ausschließen.

Sie sollten sich sicher sein, dass Ihr ausgewählter Bevollmächtigter zuverlässig und sicher im Umgang mit Behörden und Finanzangelegenheiten ist. Bevor Sie den Namen schriftlich festhalten, fragen Sie die vorgesehene Person. Es ist ganz wichtig, dass sie diese wichtige Aufgabe auch übernehmen möchte. Im Gespräch können Sie gleichzeitig über die einzelnen Punkte und Ihre Wünsche sprechen.

Es ist egal, ob der Bevollmächtigte mit Ihnen verwandt ist oder nicht. Sie können sich auch für einen guten Freund entscheiden, der Sie im Ernstfall vertritt. Wenn Sie die Generalvollmacht vorsorglich ausstellen, denken Sie auch daran, wie die Zukunft aussieht. Entscheiden Sie sich für Ihren Sohn oder Ihre Tochter als Bevollmächtigten, ist es wahrscheinlicher als bei Ihrem gleichaltrigen Ehepartner, dass er oder sie auch in ein paar Jahren noch fit genug für diese verantwortungsvolle Aufgabe ist.

Video: Alle Informationen zur Generalvollmacht

Sie wollen für Ihre Zukunft vorsorgen und festlegen, wer im Fall der Fälle für Sie in Rechtsgeschäften entscheiden darf? Erfahren Sie in diesem Video, wie Sie eine gültige Generalvollmacht verfassen.

Der richtige Zeitpunkt für eine Generalvollmacht

Sie als Vollmachtgeber können die Generalvollmacht nur erteilen, solange Sie noch voll geschäftsfähig sowie handlungs- und entscheidungsfähig sind. Viele Menschen verfassen eine Generalvollmacht, um im Ernstfall abgesichert zu sein. Ein Unfall kann Ihr Leben von heute auf morgen komplett verändern. Sorgen Sie also frühzeitig vor, damit für den Fall der Fälle alles geregelt ist.

Spätestens, wenn sich eine schwere Krankheit ankündigt, ist es sinnvoll, eine Generalvollmacht aufzusetzen. Dadurch vermeiden Sie einen gesetzlichen Betreuer und können selbst entscheiden, wen Sie als Bevollmächtigten einsetzen. Der Gedanke, dass Sie alles gut geregelt haben, wird sie in dieser schwierigen Lage entlasten.

Zusätzliche Berechtigungen

Diese Punkte müssen Sie explizit schriftlich festhalten, damit Ihr Bevollmächtigter auch darüber entscheiden darf:

  • Freiheitsentziehende Maßnahmen – dazu zählt auch die Unterbringung in einem Pflegeheim
  • Zustimmung oder Ablehnung einer Organspende
  • Verweigerung einer medizinischen Behandlung
  • Zustimmung zu Operationen, wenn Lebensgefahr droht
  • Haushaltsauflösung

Form, notarielle Beglaubigung und Kosten

Die Generalvollmacht ist grundsätzlich formfrei. Sie sollten sie aber unbedingt schriftlich verfassen. Nehmen Sie alle Punkte auf, die Ihnen wichtig sind und versehen Sie die Vollmacht mit Ort, Datum und Ihrer Unterschrift. Hier finden Sie kostenlose Muster und Vorlagen für Generalvollmachten zum Ausfüllen.

Die Form einer Generalvollmacht

Vollmacht wird unterschrieben.

Auch das beste kostenlose Muster oder eine Vorlage bildet nicht 1:1 Ihren individuellen Fall und Ihre Wünsche an eine Generalvollmacht ab. Unser Tipp: Nutzen Sie das Muster oder die Vorlage als Ausgangspunkt und nehmen Sie dann Änderungen und Zusätze vor, die für Ihre individuelle Situation passend und notwendig sind.

Durch die allgemeine Formulierung der Vorlage können im Ernstfall Missverständnisse oder Zweifel entstehen. Im schlimmsten Falle wird die Vollmacht dadurch ungültig. Sorgen Sie als Vollmachtgeber vor und passen Sie den Vordruck genau auf Ihre Bedürfnisse an. Lassen Sie das fertige Dokument von einer anderen Person gegenlesen und klären Sie so, ob einzelne Stellen missverständlich formuliert sind.

Was kostet eine Generalvollmacht?

Richterhammer: Generalvollmacht vom Notar beurkunden lassen

Eine Generalvollmacht können Sie, ähnlich wie eine Vorsorgevollmacht, auch ohne Notar ausstellen – dann entstehen keine Kosten. Eine notarielle Beglaubigung stellt jedoch die Glaubwürdigkeit der Generalvollmacht sicher. Mit der Beglaubigung sind Sie auf der sicheren Seite, denn es entstehen keine Zweifel an Echtheit oder Gültigkeit.

Umfasst die Generalvollmacht Immobiliengeschäfte, ist der Gang zum Notar notwendig. Auch Banken akzeptieren meist nur notariell beglaubigte Vollmachten.

Die Notarkosten sind bundesweit einheitlich geregelt. Die Gebühren hängen individuell von Ihrem Vermögen ab. Bei einem Vermögen von 100.000 Euro liegen die Kosten für eine Beurkundung bei etwa 165 Euro.

Gültigkeit und Widerruf einer Generalvollmacht

Die Generalvollmacht gilt ab dem Moment der Ausstellung. Sie können sie allerdings jederzeit formfrei widerrufen, solange Sie noch voll geschäftsfähig sind. Den Widerruf müssen Sie dem Bevollmächtigten umgehend mitteilen. Kopien der Vollmacht verlangen Sie in diesem Fall zurück und vernichten sie anschließend. Wurde die Vollmacht notariell beurkundet, müssen Sie dem Notar den Widerruf mitteilen. Das vermerkt er dann auf der Originalurkunde.

Grundsätzlich gilt eine Generalvollmacht auch nach Ihrem Tod. Um Zweifel und Unklarheiten zu vermeiden, halten Sie das am besten klar in Ihrer Vollmacht fest. Gilt die Vollmacht auch über Ihren Tod hinaus, können Ihre Erben die Vollmacht auch widerrufen.

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Antworten auf die häufigen Fragen

Seniorin_Rollstuhl

Eine Generalvollmacht ist eine umfassende Vollmacht, die die Vertretung in allen rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten regelt. Ihre bevollmächtigte Person erhält so nahezu uneingeschränkte Befugnisse, Sie zu vertreten, sofern nichts anderes vereinbart ist.

Höchstpersönliche Rechtsangelegenheiten, dazu gehören medizinische Eingriffe, Eheschließung, freiheitsentziehende Maßnahmen sowie familienrechtliche Angelegenheiten, sind von einer Generalvollmacht ausgeschlossen.

Grundsätzlich ist eine Generalvollmacht kostenlos. Bei der Erstellung einer Generalvollmacht entstehen nur dann Kosten, wenn Sie sich als Vollmachtgeber notariell beraten lassen oder Ihre Vollmacht vom Notar beurkunden lassen. Dabei richten sich die Kosten nach Ihrem Vermögen. Die Gebühren sind notarunabhängig und bundesweit einheitlich. Bei einem Vermögenswert von 100.000 Euro liegen die Gebühren bei 165 Euro.

Wie jede Vollmacht ist auch die Generalvollmacht grundsätzlich nicht an eine bestimmte Form gebunden. Allerdings muss sie eigenhändig geschrieben werden und mit Ort, Datum und persönlicher Unterschrift versehen werden.

Eine Generalvollmacht beinhaltet generell fast alle Ihre Finanz- und Rechtsangelegenheiten. Lediglich höchstpersönliche Rechtsangelegenheiten, wie zum Beispiel die Eheschließung, medizinische Eingriffe oder freiheitsentziehende Maßnahmen kann der Bevollmächtigte nicht ausführen.

Eine Generalvollmacht ist ab der Ausstellung gültig, also auch dann, wenn Sie selbst noch geschäftsfähig sind und noch eigenständig Entscheidungen treffen können. Sie können die Generalvollmacht jederzeit widerrufen. Den Bevollmächtigten müssen Sie über den Widerruf informieren. Verlangen Sie alle Kopien zurück und vernichten Sie diese anschließend.

Eine Generalvollmacht ist dann geeignet, wenn Sie eine umfassende rechtsgeschäftliche Vertretung durch eine Vertrauensperson wünschen. Das kann bei Beginn einer schweren Krankheit sein. Oder sie stellen die Generalvollmacht vorsorglich aus, wenn Sie Ihrem Bevollmächtigten vertrauen können, dass er die sofortige Gültigkeit nicht missbraucht.

Ja, die Vollmacht erlischt nicht automatisch mit Ihrem Tod. Trotzdem sollten Sie das in der Vollmacht ausdrücklich formulieren, um mögliche Zweifel zu vermeiden. Die Vollmacht kann auch Angelegenheiten nach dem Tod betreffen, zum Beispiel die Organspende oder Regelung des Nachlasses. Nach Ihrem Tod können Ihre Erben die Vollmacht jedoch widerrufen.

Ja, es können auch mehrere Personen bevollmächtigt werden. Allerdings sollte in der Vollmacht dann ausdrücklich angegeben werden, wer für welche Angelegenheiten zuständig ist.

Alternativ legen Sie eine Reihenfolge fest, nach der die Bevollmächtigten entscheiden und handeln dürfen. Bedenken Sie: Bei mehreren Bevollmächtigten besteht stets die Gefahr, dass es untereinander zu Streitigkeiten oder widersprüchlichen Entscheidungen kommt.

Sie sollten Ihre Generalvollmacht an einem Ort aufbewahren, den Ihr Bevollmächtigter kennt und der für diesen bei Bedarf leicht zugänglich ist. Eine besonders sichere Form der Aufbewahrung ist die Hinterlegung beim Notar.