Pflegeeinrichtungen
Arten stationärer Pflege im Überblick

Die Senioren sind froh, jetzt gemeinsam statt einsam zu wohnen.

Pflegeeinrichtungen entlasten Sie als pflegenden Angehörigen. Je nach Wohnform lebt Ihr Angehöriger lange selbstständig oder wird voll- oder teilstationär versorgt. Welche Pflegeeinrichtung die richtige für Ihren Angehörigen ist, richtet sich nach seiner Pflegebedürftigkeit und seinen Ansprüchen an Komfort und Betreuung.

Wenn Sie tagsüber berufstätig sind und Ihren Angehörigen weiterhin zuhause pflegen möchten, eignet sich eine teilstationäre Pflege. In der Nacht ist Ihr Angehöriger weiterhin zuhause, tagsüber wird er professionell gepflegt und betreut. Bei gesteigerter Pflegebedürftigkeit eignen sich vollstationäre Einrichtungen, in denen Ihr Angehöriger dauerhaft wohnt.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Pflegeeinrichtungen und der Finanzierung der Pflege Ihres Angehörigen:

In den häufigsten Fragen finden Sie in einer kompakten Übersicht alle wichtigen Informationen.

Wohnformen im Überblick

Unter „Pflegeeinrichtungen“ werden alle Arten stationärer Unterbringung zusammengefasst. Welche Art für Ihren Angehörigen die richtige ist, hängt von seinem Pflegegrad sowie seinen Erwartungen an Komfort und Betreuungsangebot ab. Wir stellen Ihnen drei Möglichkeiten vor.

  1. Ein Pflegeheim ist für alle Stufen der Pflegebedürftigkeit geeignet. Die Kosten für einen Platz liegen bei etwa 1.770 Euro im Monat. Er profitiert von vielseitigen Betreuungs- und Freizeitangeboten. Umfassende Pflege erleichtert die Tagesabläufe.
  2. Betreutes Wohnen empfiehlt sich, wenn Ihr Angehöriger weiterhin selbstständig leben möchte. Durchschnittlich betragen die Mietkosten 1.100 Euro. Er hat ein eigenes Zimmer, das er auf Wunsch mit seinen eigenen Möbeln einrichten kann. Seniorenresidenzen sind eine luxuriöse Art dieser Wohnform. Bei Bedarf werden die Bewohner von ambulanten Pflegediensten medizinisch versorgt.
  3. In einer Senioren-WG lebt Ihr Angehöriger mit anderen aktiven Senioren in einer Wohngemeinschaft. In der Regel liegt die Miete zwischen 600 und 1.000 Euro. Die Gemeinschaftsräume nutzen alle Bewohner gemeinsam. Sie werden im Alltag von einer Präsenzkraft unterstützt.

Was sind stationäre Pflegeeinrichtungen?

Birne

Stationäre Pflege bezeichnet nach §71 SGB XI eine Pflegeeinrichtung, in der Ihr Angehöriger von ausgebildeten Pflegekräften betreut und versorgt wird. Ihr Angehöriger kann entweder teil- oder vollstationär gepflegt werden.

In Deutschland gibt es viele stationäre Pflegeeinrichtungen. Die Pflegestatistik 2017 benennt über 14.000 Pflegeheime. Davon bieten circa 11.000 eine vollstationäre Dauerpflege für ihre Bewohner an.

Besondere Wohnformen

Die stationäre Intensivpflege wird im Fall einer akuten oder lebensbedrohlichen Erkrankung Ihres Angehörigen notwendig. Sie fängt Sie als pflegenden Angehörigen auf, wenn die häusliche Pflege nicht mehr ausreicht. Betroffene erholen sich zwar meist im eigenen Zuhause schneller, bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung ist eine vollstationäre Aufnahme aber nicht zu vermeiden.

  • Bei stationärer Pflege zahlen Sie Kosten für Unterbringung und Verpflegung Ihres Angehörigen.
  • Außerdem zahlen Sie einen Eigenanteil, der unabhängig vom Pflegegrad für alle Bewohner einheitlich ist.

Kurzzeitpflege überbrückt akute Krisensituationen – zum Beispiel, wenn Ihr Angehöriger aus dem Krankenhaus entlassen wird aber weiterhin Pflege benötigt. Ihr Angehöriger wird vorübergehend vollstationär in einer Einrichtung versorgt. Hat Ihr Angehöriger einen Pflegegrad, stehen ihm jährlich 56 Tage Kurzzeitpflege zu. Diese Tage können Sie als pflegender Angehöriger auch entlastend nutzen.

  • Sie zahlen die Kosten für Unterbringung und Verpflegung Ihres Angehörigen und einen Eigenanteil an den Pflegekosten.
  • Jährlich zahlt die Pflegekasse bis zu 1.612 Euro für die Kurzzeitpflege. Sie können das Budget mit dem Verhinderungspflegegeld auf 3.224 Euro aufstocken.

Zuschüsse der Pflegekasse

Pflegeeinrichtungen sind barrierefrei – so wie dieser von Bewohnern gemeinsam gestaltete Garten vor dem Haus.

Für die verschiedenen Pflegeeinrichtungen erhalten Sie und Ihr Angehöriger viele Zuschüsse. Diese hängen sowohl von der gewählten Pflegeeinrichtung als auch dem Pflegegrad Ihres Angehörigen ab. Wir haben die verschiedenen Zuschüsse für Sie übersichtlich zusammengefasst. Einen tieferen Einblick erhalten Sie in unseren umfassenden Artikeln zu den einzelnen Pflegeeinrichtungen.

Vollstationäre Pflege

  • Zieht Ihr Angehöriger in ein Seniorenheim, übernimmt die Pflegekasse die anfallenden Pflegekosten. Die Zuschüsse richten sich nach dem Pflegegrad Ihres Angehörigen und liegen zwischen 125 Euro und 2.005 Euro im Monat.
  • Die Kosten für technische Hilfsmittel wie Rollatoren und andere Mobilitätshilfen übernimmt die Kasse, wenn Ihr Angehöriger ein Rezept seines Arztes erhalten hat. Dann fällt lediglich eine Zuzahlung von zehn Euro an.

Teilstationäre Pflege

  • Für eine teilstationäre Tages- und Nachtpflege zahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 2 Zuschüsse zwischen 689 und 1.995 Euro im Monat.
  • Pflegen Sie Ihren Angehörigen zu Hause mit teilstationärer Unterstützung, hat er ab Pflegegrad 2 Anspruch auf Pflegegeld zwischen 316 und 901 Euro im Monat.
  • Das Pflegegeld wird nicht auf die Zuschüsse für die Tages- und Nachtpflege angerechnet.
  • Ihr Angehöriger hat im Jahr bis zu 56 Tage Anspruch auf Kurzzeitpflege, die mit bis zu 1.612 Euro bezuschusst wird.
  • Auch wenn Ihr Angehöriger teilstationär gepflegt wird, hat er Anspruch auf den Zuschuss von bis zu 4.000 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen im eigenen Zuhause.

Sonderformen der Pflegeeinrichtungen

Betreutes Wohnen und Senioren-WGs sind eine Mischung aus Pflegeeinrichtung und häuslicher Pflege. In diesen Wohnformen gelten bezüglich der Finanzierung die Regelungen der Pflege zu Hause.

  • Wohnt Ihr Angehöriger in einer Senioren-WG, erhält er den Wohngruppenzuschlag. Dieser beträgt 214 Euro pro Monat und Bewohner. Bei einer Neugründung gibt es die einmalige Anschubfinanzierung von 2.500 Euro pro Bewohner oder maximal 10.000 Euro pro Wohngruppe.
  • Sowohl für Betreutes Wohnen als auch für eine Senioren WG kann er Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro für erhalten. Wohnt Ihr Angehöriger mit anderen Pflegebedürftigen zusammen, ist dieser Betrag auf 16.000 Euro pro Wohngruppe erweitert.

Objektive Bewertung

Birne

Im Oktober 2019 wurde der neue Pflege-TÜV eingeführt. Er beinhaltet, dass alle Pflegeeinrichtungen halbjährlich Angaben zur Qualitätssicherung machen müssen, die sie von den Bewohnern erheben. Die Eigenangaben werden durch eine unabhängige Datenauswertung überprüft.

Zusätzlich führt der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) eine Qualitätskontrolle aller Pflegeeinrichtungen durch. Das Gesamtergebnis der eigenen Angaben und der Kontrolle durch den MDK wird auf den Webseiten der Pflege- und Krankenkassen veröffentlicht und in den Einrichtungen ausgehängt. Bis 2020 sollen alle Pflegeeinrichtungen Deutschlands mindestens einmal überprüft und bewertet werden.

Vor- & Nachteile stationärer Pflege

Damit Sie sich einen Blick über die Vor- und Nachteile stationärer Pflege verschaffen können, haben wir sie kompakt in dieser Übersicht für Sie zusammengefasst:

  • Pflegeeinrichtungen entlasten Sie als pflegenden Angehörigen und übernehmen die Versorgung Ihres Angehörigen vollständig oder teilweise.
  • Die Kosten werden durch Zuschüsse reduziert.
  • Es gibt viele unterschiedliche Pflegeeinrichtungen, sodass Sie und Ihr Angehöriger eine Entscheidung treffen können, die Ihren Vorstellungen und Wünschen entspricht.
  • Durch eine professionelle Beratung finden Sie schnell die richtige Pflegeeinrichtung für Ihren Angehörigen.
  • In vollstationären Einrichtungen ist Ihr Angehöriger rund um die Uhr von professionellem Pflegepersonal versorgt.
  • Ihr Angehöriger muss umziehen.
  • Oft gibt es lange Wartelisten, vor allem für Pflegeeinrichtungen in großen Städten.
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Antworten auf die häufigsten Fragen

Pflege ist vielseitig, daher gibt es auch viele unterschiedliche Pflegeeinrichtungen in Deutschland.

Pflegeeinrichtungen sind voll- oder teilstationäre Einrichtungen, in denen Pflegebedürftige unterschiedlicher Pflegegrade betreut und versorgt werden. In teilstationären Einrichtungen, zum Beispiel Einrichtungen für Tagespflege, werden Pflegebedürftige tagsüber professionell gepflegt und verbringen die Nacht im eigenen Zuhause. Vollstationäre Einrichtungen wie Pflegeheime übernehmen die Pflege rund um die Uhr.

Laut dem Statistischen Bundesamt gibt es 14.500 Pflegeheime in Deutschland (Stand 2019). Hiervon bieten 11.200 Pflegeeinrichtungen eine vollstationäre Dauerpflege an. Der Bedarf an Pflegeplätzen wird aktuell nur etwa zur Hälfte gedeckt. Daher gibt es für viele Pflegeeinrichtungen lange Wartelisten.

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) führen einmal im Jahr eine Qualitätsprüfung in Pflegeeinrichtungen durch. Prüftermine in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen werden in der Regel einen Tag im Voraus angekündigt. Zusätzlich werden unangekündigte Prüfungen durchgeführt, wenn Pflegebedürftige oder Angehörige Beschwerden zur Qualität in der Pflegeeinrichtungen eingelegt haben.

In einem Pflegeheim werden Pflegebedürftige von professionellen Pflegekräften Tag und Nacht versorgt. Die Kurzzeit- und Intensivpflege findet ebenfalls in einem Pflegeheim statt. Einrichtungen für Betreutes Wohnen bieten ein selbstständigeres Wohnkonzept, bei dem bei Bedarf Betreuungsleistungen hinzugebucht werden können. Eine Senioren-WG ist eine Wohngemeinschaft mehrerer aktiver Senioren, die ihren Alltag gemeinsam mit der Unterstützung einer Präsenzkraft gestalten.

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für pflegerische Maßnahmen, zum Beispiel die medizinische Versorgung. Für eine vollstationäre Pflege übernimmt die Pflegekasse monatlich 770 Euro bei Pflegegrad 2, 1.262 Euro bei Pflegegrad 3, 1.775 Euro bei Pflegegrad 4 und 2.005 Euro bei Pflegegrad 5. Für die Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung steht für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2-5 ein Budget von 1.612 Euro im Jahr zur Verfügung.

Die Kosten für Pflegeeinrichtungen setzen sich aus der Art der Einrichtung, der Pflegeform, dem Bundesland und der Wohnlage zusammen. Ein Platz in einem Pflegeheim kostet im Bundesdurchschnitt etwa 1.900 Euro monatlich. Die Miete für ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft liegt circa zwischen 600 und 1.000 Euro.

Bei steigender Pflegebedürftigkeit ist die häusliche Pflege oft nur noch schwer oder gar nicht möglich. Dann entlasten stationäre Pflegeeinrichtungen die Angehörigen und übernehmen die Pflege, Tag und Nacht. Professionelles Pflegepersonal versorgt die Pflegebedürftigen und die Pflegeeinrichtung ist bereits auf die Bedürfnisse der Senioren eingerichtet. Pflegeeinrichtungen bieten ein vielfältiges Kultur- und Freizeitprogramm, an dem sich die Bewohner beteiligen können.

Stationäre Pflegeeinrichtungen entlasten und unterstützen Sie als pflegenden Angehörigen. Professionelles Pflegepersonal versorgt Ihren Angehörigen, und er genießt tagsüber die Gesellschaft anderer Bewohner. Pflegeeinrichtungen bieten ein vielfältiges Kultur- und Freizeitprogramm, an dem sich die Bewohner beteiligen können.

Viele stationäre Pflegeeinrichtungen bieten ein sogenanntes Probewohnen an. Dann können Pflegebedürftige testweise dort übernachten. Fragen Sie bei Interesse direkt bei der Pflegeeinrichtung nach, um Möglichkeiten für das Probewohnen zu erörtern.

Unsere geschulten Berater helfen Ihnen kostenlos und unverbindlich, die richtige Pflegeeinrichtung für Ihren Angehörigen zu finden. Auf Wunsch erhalten Sie eine Liste mit Anbietern aus Ihrer Region direkt per E-Mail. Wir beraten Sie individuell und begleiten Sie auch gerne in der Zukunft als persönlicher Ansprechpartner, falls sich die Pflegebedürfnisse Ihres Angehörigen ändern sollten.