Pflege zu Hause
Pflegeformen, Kosten & Zuschüsse im Vergleich

Junge Frau und Senior im Rollstuhl zuhause

Die Pflege zu Hause ermöglicht Pflegebedürftigen, weiterhin im gewohnten Umfeld zu bleiben. Hierzu benötigen pflegende Angehörige oftmals die Unterstützung von professionellen Pflege- und Betreuungskräften. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Pflegeformen es in der häuslichen Pflege gibt und welche die richtige Wahl für Ihren Angehörigen ist.

Neben der richtigen Pflege müssen oft auch Anpassungen im Wohnumfeld vorgenommen werden. Das erleichtert die Ver­sorgung des Pflegebedürftigen. Wenn Ihr Angehöriger einen Pflegegrad hat, besteht Anspruch auf Geld- und Sachleistungen von der Pflegekasse. Mit diesen Zuschüssen finanzieren Sie sowohl die Pflege Ihres Angehörigen als auch nötige Umbaumaßnahmen im häuslichen Umfeld.

Lesen Sie hier alles zur häuslichen Pflege:

In den häufigsten Fragen finden Sie eine kompakte Übersicht.

Aktuelle Corona-Sonderregelungen

  • Update März 2021: Mit dem EpiLage-Fortgeltungsgesetz wurden die Sonderregelungen weiter verlängert.
  • Erhöhter Zuschuss für Pflegehilfsmittel: 60 statt 40 Euro im Monat für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (bis 31.12.2021)
  • Verlängerung der bezahlten Auszeit von der Arbeit in akuten Fällen: Bis zu 20 Tage Pflegeunterstützungsgeld für pflegende Angehörige (bis 30.06.2021)
  • Entlastungsleistungen sind für Pflegegrad 1 flexibler einsetzbar (bis 30.06.2021) und nicht genutzte Leistungen aus 2019 und 2020 verfallen erst zum 30.09.2021

Was ist häusliche Pflege?

Mutter und Tochter sitzen gemeinsam am Tisch und überprüfen ein Schreiben.

Pflege zu Hause oder häusliche Pflege bezeichnet die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen in der häuslichen Umgebung. Fast drei Viertel aller Pflegebedürftigen in Deutschland werden zuhause gepflegt – das sind über 2,3 Millionen Menschen. Oft wird der Großteil der täglichen Pflege von direkten Angehörigen, vor allem von den Kindern der Pflegebedürftigen, über­nommen. Der Überbegriff „Häusliche Pflege“ umspannt aber weit mehr.

Durch die Unterstützung von professionellen Pflege- und Betreuungskräften werden Angehörige zeitlich, körperlich und psychisch entlastet. Ein Großteil der Pflegebedürftigen wünscht sich, möglichst lange in der gewohnten Umgebung zu bleiben. Ein Umzug in eine Einrichtung ist oft eine große Belastung. Auch im Gesetz wird die häusliche Pflege bevorzugt: Es gilt der Grundsatz "ambulant vor stationär". Eine stationäre Pflege soll erst stattfinden, wenn die Versorgung ambulant nicht mehr möglich ist.

Die Pflegeformen im Überblick

Die pflegende Angehörige und Ihre Mutter sind gemeinsam vor Ihrem Haus.

Gerade Erwerbstätige haben nach Pflegezeit und Familienpflegezeit oft Schwierigkeiten, Beruf und Pflege zu vereinbaren. Viele pflegende Angehörige kommen dann an die persönliche Belastungsgrenze. Machen Sie sich daher bereits frühzeitig mit den vielseitigen Unterstützungsangeboten vertraut und überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Angehörigen, welche Form der häuslichen Versorgung am besten zu der individuellen Pflegesituation passt.

Bei der Wahl der passenden Pflegeform kommt es vor allem darauf an, welche Aufgaben von der Pflege- und Betreuungskraft übernommen werden sollen. Auch die soziale Versorgung des Pflegebedürftigen ist ein großer Aspekt, vor allem wenn Angehörige weit weg wohnen oder beruflich und privat sehr eingespannt sind. Eine Universallösung gibt es nicht - viele Familien entscheiden sich daher dazu, die Leistungen von mehreren Pflegeformen zu kombinieren. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Pflegeform für Ihren Angehörigen die richtige ist, hilft Ihnen unsere kostenlose Beratung gerne weiter.

Pflegende Angehörige
Angehörigenpflege durch Familie, Freunde und Nachbarn

Pflege durch Angehörige ist eine oft gewählte Möglichkeit - auch auf diesem Bild unterstützt die Tochter ihre Mutter gerade bei einem gemeinsamen Spaziergang.

Pflegende Angehörige werden oft als "der größte Pflegedienst" bezeichnet. Nach Angaben des Pflege-Reports der AOK fällt 75 % der Gesamtpflegezeit auf pflegende Angehörige. Die Pflege­versicherung leistet Beiträge zur Rentenversicherung von Pflegepersonen, wenn die Pflegeperson aufgrund der Pflege nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeitet und den Pflege­bedürftigen mindestens 14 Stunden pro Woche pflegt und betreut. Die Pflege darf außerdem nicht erwerbsmäßig stattfinden.

Ab Pflegegrad 2 haben Pflegebedürftige Anspruch auf Pflegegeld zwischen 316 und 901 Euro pro Monat. Oft wird das Pflege­geld an den pflegenden Angehörigen weitergegeben. Pflegegeld wird nicht als Einkommen gewertet, daher zählt die Pflege weiterhin als nicht erwerbsmäßig. Sollte Ihr Angehöriger noch keinen Pflegegrad haben, lohnt sich ein zeitnaher Antrag, um schnell Geld- und Sachleistungen der Pflegekasse zu nutzen. Zusätzlich besteht ab Pflegegrad 1 Anspruch auf den Entlastungsbetrag. Dieser beträgt 125 Euro monatlich und kann unter anderem für Tages- und Nachtpflege, Haushaltshilfen oder Ersatzpflege verwendet werden.

24 Stunden Pflege
Fürsorgliche Rund-um-die-Uhr-Pflege zu Hause

Die 24 Stunden Pflegekraft und die Seniorin frühstücken gemeinsam.

Die 24 Stunden Pflege ist eine der beliebtesten Formen der häuslichen Versorgung. Die Pflegekraft zieht bei diesem Modell bei Ihrem Angehörigen ein und übernimmt Grundpflege, Haushalt und soziale Betreuung Ihres Angehörigen. Die häusliche Gemeinschaft ermöglicht auch nächtliche Hilfestellungen. Wenn die Pflegekraft einen Führerschein besitzt, kann diese auch Fahrdienste übernehmen. Meistens handelt es sich um osteuropäische Pflegekräfte.

Die Kosten der 24 Stunden Pflege liegen im Entsendemodell zwischen 1.900 und 3.000 Euro pro Monat. Sie können diese Kosten mit dem Pflegegeld, dem Entlastungsbetrag und mit Mitteln aus der Ver­hinderungspflege finanzieren. Außerdem können bis zu 4.000 Euro des Eigenanteils als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abgesetzt werden. Die 24 Stunden Pflege ist nicht nur günstiger als eine Unterbringung in einem Pflegeheim, sondern auch weitaus schneller möglich: Die Pflegekraft kann bereits nach einer Woche da sein. Für einen Pflegeheim­platz müssen sie mit monatelangen Wartelisten rechnen.

  • Als Entsendung kostet die Pflege 1.900 bis 3.000 Euro im Monat.
  • Nach Vertragsabschluss ist die Pflegekraft nach 5-7 Tagen vor Ort.
  • Die Pflegekraft übernimmt Pflege, Betreuung und Haushalt.

Mehr Informationen zur 24-Stunden-Pflege »

Ambulante Pflegedienste
Professionelle Unterstützung in der Pflege zu Hause

Die Pflegekraft des ambulanten Pflegedienstes unterstützt die Seniorin in ihrem Zuhause.

Die Unterstützung von ambulanten Pflegediensten ist vor allem für die sogenannte medizinische Behandlungspflege nötig. Hierzu zählt der Wechsel von Verbänden, das Setzen von Spritzen oder die Vergabe von Medikamenten. Etwa ein Viertel aller Pflege­haushalte nimmt dieses Pflegeangebot wahr. Oft kann so ein Umzug in eine stationäre Einrichtung herausgezögert oder ganz vermieden werden.

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für den Pflegedienst: Die sogenannten Pflegesachleistungen stehen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 zu. Abhängig vom Pflegegrad Ihres Angehörigen steht Ihnen hierüber ein monatliches Budget zwischen 689 und 1.995 Euro zur Verfügung. Bei Pflegegrad 1 kann der Entlastungsbetrag eingesetzt werden. Als Ausnahmeregelung kann dieser dann auch für körperbezogene Pflegemaßnahmen verwendet werden.

  • Pflegedienste stellen die medizinische Versorgung sicher.
  • Ab Pflegegrad 2 übernimmt die Pflegekasse 689 bis 1.995 Euro.
  • Durch die Pflegedokumentation bleibt für Sie alles nachvollziehbar.

Mehr Informationen zu Pflegediensten »

Seniorenbetreuung zu Hause
Stundenweise Unterstützung für Senioren

Pflege durch Angehörige ist eine oft gewählte Möglichkeit - auch auf diesem Bild unterstützt die Tochter ihre Mutter gerade bei einem gemeinsamen Spaziergang.

Die Seniorenbetreuung bietet eine starke Unterstützung für Pflegebedürftige und Angehörige auf Stundenbasis. Die Betreuungskraft begleitet im Alltag, hilft im Haushalt und übernimmt Einkäufe. Außerdem unterstützt die Seniorenbetreuung bei der täglichen Hygiene und übernimmt Fahrdienste. Das vielseitige Angebot lässt sich ganz nach den persönlichen Wünschen individuell zusammenstellen.

In der Regel liegen die Preise zwischen 25 und 35 Euro pro Stunde. Ein Vergleich mehrerer Anbieter wird daher empfohlen. Für die Finanzierung können Sie Entlastungsbetrag verwenden. Zusätzlich können Sie bis zu 40 Prozent der ungenutzten Pflegesachleistungen nutzen. Das entspricht zusätzlich zwischen 275 und 798 Euro pro Monat. Sind mehr als vier Stunden Betreuung pro Tag gewünscht oder nötig, lohnt sich das Modell der 24 Stunden Pflege für Sie rein finanziell gesehen mehr.

  • Die Betreuungskraft unterstützt im Haushalt und bietet Gesellschaft.
  • Preislich liegt die Betreuung zwischen 25 - 35 Euro pro Stunde.
  • Der Entlastungsbetrag wird für die Finanzierung verwendet.

Mehr Informationen zur Seniorenbetreuung »

Verhinderungspflege
Wochen- oder stundenweise Entlastung für pflegende Angehörige

Die Pflegekraft des ambulanten Pflegedienstes unterstützt die Seniorin in ihrem Zuhause.

Bei der Verhinderungspflege handelt es sich um eine Form der Ersatzpflege. Wenn Sie an der Pflege Ihres Angehörigen verhindert sind, können Sie bis zu sechs Wochen (42 Tage) lang von einer Ersatzpflegekraft oder Privatperson vertreten werden. Der Anspruch besteht ab Pflegegrad 2. Anders als in der Kurzzeitpflege kann Ihr pflegebedürftiger Angehöriger auch in Ihrer Abwesenheit im gewohnten Umfeld bleiben.

Die Verhinderungspflege kann von Verwandten, Bekannten, professionellen Pflegekräften oder von einer 24 Stunden Pflegekraft übernommen werden. Für die Finanzierung stehen 1.612 Euro jährlich zur Verfügung. Dieser Zuschuss kann zusätzlich mit 50 Prozent des Kurzzeitpflegebudgets auf bis zu 2.418 Euro aufgestockt werden. Wenn Ihre Vertretung bis zum zweiten Grade mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen verwandt oder verschwägert ist, beträgt der Zuschuss das 1,5 fache des Pflegegeldes.

  • Die Verhinderungspflege entlastet pflegende Angehörige.
  • Sie wird von einer Privatperson oder als 24h-Pflege übernommen.
  • Ab Pflegegrad 2 erhalten Sie bis zu 2.418 Euro Zuschuss.

Mehr Informationen zur Verhinderungspflege »

Wer darf was in der häuslichen Pflege?

Auf diesem Bild wird die Seniorin zuhause gepflegt.

Bei der Vielzahl unterschiedlicher Pflege- und Betreuungsangebote stehen Angehörige oft vor der Frage, welche zu der individuellen Pflegesituation passt. Ambulante Pflegedienste und die 24 Stunden Betreuung haben unterschiedliche Kompetenzen. Es ist wichtig zu bedenken, bei welchen Alltagsaufgaben Ihr Angehöriger Unterstützung benötigt.

Eine Kombination aus Pflegedienst und Betreuungskraft sorgt für eine ganzheitliche Versorgung Ihres Angehörigen, die sowohl pflegerische als auch soziale Aspekte berücksichtigt. Je nach Pflegesituation stellen Sie die Dienste ganz individuell zusammen. Unsere kostenlose Beratung hilft Ihnen gerne dabei, einen persönlichen Plan für die häusliche Pflege zu erstellen und verschiedene Dienste und Anbieter zu vergleichen.

Pflegedienst(24h-) Betreuer
Körperpflege
Toilettengang
Aus- und Ankleiden
Hilfe im Haushalt
Behördengänge
Begleitung zum Arzt
Soziale Betreuung
Wundversorgung
Medikamente geben
Injektionen
Katheter/Magensonden
wechseln

    Herz und HandUnser Tipp für Sie Sie sind sich nicht sicher, welche Pflegeform für Ihren Angehörigen am besten geeignet ist? Wir unterstützen Sie gerne. Unsere kostenlose Beratung hilft Ihnen bei der Auswahl passender Pflegeanbieter und erklärt Ihnen, wie Sie alle Zuschüsse für die häusliche Pflege nutzen können. Vergleichen Sie beliebte Anbieter aus Ihrer Region - kostenlos, unverbindlich und ganz bequem von zuhause aus.

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Zuschüsse für die häusliche Pflege

Die Seniorin freut sich über die Vielfältigen Zuschüsse für die Pflege zu Hause.

Die häusliche Pflege ist mit verschiedenen Kosten verbunden. Neben den Kosten für Pflegedienstleistungen sind nicht selten auch Umbaumaßnahmen und die Anschaffung von Produkten für die Pflege nötig. Je nach Pflegegrad gibt es unterschiedliche Zuschüsse, die Sie für die häusliche Pflege nutzen können. Manche werden monatlich gezahlt, bei anderen handelt es sich um jährliche Zuschussbudgets.

Nutzen Sie die Zuschüsse, die Ihnen zustehen. So verringern Sie den Eigenanteil der Pflegekosten stark. Neben diesen Zuschüssen haben Pflegebedürftige außerdem Anspruch auf kostenlose Hilfsmittel, wie zum Beispiel Elektromobile oder Patientenlifter. Gerne helfen wir Ihnen dabei, Hilfsmittel zu beantragen. Unsere kostenlose Pflegeberatung unterstützt Sie außerdem bei der Suche nach Anbietern und berät Sie zu Zuschüssen und Finanzierung.

Pflegegrad12345
Pflegegeld
monatlich
316 €545 €728 €901 €
Pflegesachleistungen
monatlich
689 €1.298 €1.612 €1.995 €
Verhinderungspflege
Durch nahe Angehörige, jährlich
474 €817,50 € 1.092 €1.351,50 €
Verhinderungspflege
Durch sonstige Personen, jährlich
1.612 €1.612 € 1.612 €1.612 €
Entlastungsbetrag
125 € monatlich
Pflegehilfsmittel
60 € monatlich
Wohnumfeldverbesserung
4.000 € je Maßnahme

Was sind wohnumfeldverbessernde Maßnahmen?

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen erleichtern den Alltag in der häuslichen Pflege und entlasten pflegende Angehörige. Diverse Umbaumaßnahmen ermöglichen, den Wohnraum Ihres Angehörigen so anzupassen und auszustatten, dass Ihr Angehöriger weiterhin in seinem gewohnten Umfeld gepflegt werden kann. Hierzu gewährt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 einen Zuschuss von 4.000 Euro pro pflegebedürftiger Person, jedoch aber maximal 16.000 Euro pro Pflegehaushalt.

Zu den beliebtesten Maßnahmen der Wohnumfeldverbesserung gehören:

Plötzlicher Pflegefall: Was sind die ersten Schritte?

In der Planung der Pflege zu Hause sind die ersten Schritte oft die wichtigsten.

Ein plötzlicher Pflegefall in der Familie bringt viele Herausforderungen mit sich. Nicht selten ist gerade der bürokratische Aufwand für viele Familien sehr belastend. Wenn Sie die neue Aufgabe in mehrere kleine Aufgaben einteilen, behalten Sie in dieser stressigen Situation einen besseren Überblick.

Suchen Sie sich zuerst emotionale Unterstützung - das können Familienmitglieder, Bekannte oder Freunde sein. Scheuen Sie sich auch nicht davor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Um Ihnen die Organisation der Pflege zu erleichtern, haben wir Ihnen den Prozess in mehrere Schritte aufgeteilt.

  • Die Pflegekasse informieren
    Je früher Sie melden, dass Ihr Angehöriger pflegebedürftig ist, desto früher erhalten Sie finanzielle Unterstützung durch die Pflegekasse. Das Angebot an Zuschüssen ist vielfältig und entlastet Sie in der neuen Situation.
  • Lassen Sie sich beraten
    Eine professionelle Beratung schafft Klarheit. Wir helfen Ihnen gerne kostenlos und unverbindlich weiter. Pflege ist so individuell wie der Mensch selbst – so erfahren Sie, was für die ideale Versorgung Ihres Angehörigen wichtig ist.
  • Holen Sie sich Unterstützung
    Scheuen Sie sich nicht davor, die Unterstützung anzufordern, die Sie und Ihr Angehöriger benötigen. Pflegehilfen wie 24-Stunden-Pflegekräfte oder ambulante Dienste sind eine große Erleichterung in der häuslichen Pflege.
  • Informieren Sie sich zu Hilfsmitteln
    Es gibt viele Hilfsmittel, die die häusliche Pflege erleichtern oder sogar erst ermöglichen. Die Krankenkasse übernimmt viele Hilfsmittel auf Rezept. Dann fällt lediglich eine Zuzahlung zwischen 10 und 25 Euro an.

Welche Vor-& Nachteile hat die häusliche Pflege?

Die vielen neuen Eindrücke erschweren oft den Überblick. Um die richtige Entscheidung für Ihren Angehörigen zu treffen, haben wir die Vor- und Nachteile für Sie zusammengestellt.

  • Die Pflege zu Hause ermöglicht Ihrem Angehörigen, im gewohnten Umfeld gepflegt zu werden.
  • Häusliche Pflege ist individuell: Sie entscheiden gemeinsam, welche Unterstützung Sie wünschen.
  • Meist ist die Pflege zu Hause günstiger als ein Heimplatz.
  • Sie umgehen lange Wartelisten auf stationäre Pflegeplätze.
  • Sie tragen einen Großteil der Verantwortung für Ihren Angehörigen.
  • Oft entsteht eine Doppelbelastung durch Beruf und Pflege.
24 Stunden Pflegekraft und Senior im Garten

Häusliche Pflege bei Demenz
Experteninterview mit Univ.-Prof. Dr. med. Jörg B. Schulz


In Deutschland leben schätzungsweise 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Wie sehen Sie die Entwicklung in den nächsten Jahren?

Die Zahl von Patienten mit Demenz wird weiter zunehmen. Der wesentliche Risikofaktor, eine Demenz zu erleiden, ist das Alter. Da die Lebenserwartung jährlich steigt, wird auch die Zahl der Demenzen zunehmen.

Gibt es Menschen, die besonders häufig an Demenz erkranken?

Da Frauen eine deutlich höhere Lebenserwartung als Männer haben, gibt es insgesamt mehr Frauen, die von einer Demenz betroffen sind. Aber auch alterskorrigiert liegt die Prävalenzrate bei Frauen etwas höher als bei Männern. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Ab dem 7. Lebensjahrzehnt steigt mit jeden Lebensjahrzehnt die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, deutlich an. Bei den über 85-jährigen sind 30% bis 40% von einer Demenz betroffen.

Wie erkennt man eine Demenz im Frühstadium? Auf welche Anzeichen sollten Angehörige besonders achten?

Eine Demenz beginnt in der Regel langsam schleichend und nicht mit einem akuten Ereignis. Deshalb ist es schwierig, einen genauen Anfangszeitpunkt zu benennen. Meistens fällt es auf, wenn Gedächtnis- oder Sprachleistungen nachlassen. Die Wörter fallen nicht mehr richtig ein, Termine werden vergessen, Gelesenes, Gehörtes oder Gesehenes wird nicht erinnert, das Auto wird in einer Parkgarage nicht mehr wieder gefunden.

Wie fördert man die Gesundheit von bereits Demenzerkrankten?

Zunächst einmal ist die Prophylaxe wichtig, die Risikofaktoren für eine Demenz zu reduzieren. Wir gehen davon aus und erste Ergebnisse unterstreichen das auch, dass eine Reduktion dieser Risikofaktoren auch in der Frühphase der Erkrankung hilft. Zu den Risikofaktoren gehören ein arterieller Bluthochdruck, eine Adipositas, ein Nikotinabusus, fehlende körperliche oder geistige Aktivität, übermäßiger Alkoholkonsum und eine nicht mit Hörgerät korrigierte Schwerhörigkeit.

Welche Voraussetzungen gibt es für die Pflege von Demenzerkrankten zu Hause?

Der große Vorteil der häuslichen Pflege ist, dass der Patient in seiner gewohnten Umgebung und in seiner Familie verbleibt. Abrupte Veränderungen, z. B. der Übergang in ein Pflegeheim oder eine notwendige akute Krankenhausaufnahme können häufig zu einer abrupten Verschlechterung und/oder einem Delir führen. Der Patient wird sich umso wohler zu Hause fühlen, je mehr er diese Umgebung gewohnt ist.

Vielen herzlichen Dank für die Beantwortung unserer Fragen!


Über den Experten Univ.-Prof. Dr. med. Jörg B. Schulz leitet die Neuro­logische Universitätsklinik der RWTH Aachen und ist stellvertretender Sprecher des DNG.

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  • Praktische Checklisten und Tipps
  • Die Vor- und Nachteile im Überblick
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Antworten auf die häufigsten Fragen

Die Pflege zu Hause hat viele Facetten und kann auf persönliche Anforderungen angepasst werden.

Häusliche Pflege umfasst die Pflege durch Angehörige. Oft werden pflegende Angehörige von ambulanten Diensten in der medizinischen Versorgung unterstützt. Auch die 24-Stunden-Betreuung zählt zur häuslichen Pflege. Benötigt Ihr Angehöriger nur einige Stunden am Tag Unterstützung, empfiehlt sich eine stundenweise Seniorenbetreuung.

Die Kosten variieren je nach gewählter Pflegeform. Eine 24-Stunden-Betreuung kostet zwischen 1.900 und 3.000 Euro. Seniorenbetreuer berechnen pro Stunde 25 bis 35 Euro. Ambulante Pflegedienste rechnen jede Leistung einzeln ab, ein Teil dieser Kosten wird von der Pflegekasse übernommen.

Wenn Sie Ihren Angehörigen zu Hause pflegen, erhalten Sie zwischen 316 und 901 Euro Pflegegeld pro Monat. Ambulante Pflegedienste rechnen Ihre Kosten über die sogenannten Pflegesachleistungen direkt mit der Pflegekasse ab. Hierzu steht Ihnen ein Budget zwischen 689 und 1.995 Euro zur Verfügung.

Neben dem fortschreitenden Alter kann auch ein Sturz oder Unfall zur Pflegebedürftigkeit führen. In diesem Fall ist Ihr Angehöriger auf die Hilfe anderer angewiesen. Möchte Ihr Angehöriger trotz Pflegebedürftigkeit in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben, ist dieser Wunsch mit einer häuslichen Pflege umsetzbar.

Bei der Pflege zu Hause kommt eine Person zu Ihrem Angehörigen nach Hause, um ihn medizinisch zu pflegen oder zu umsorgen. Die Pflege kann eine Person aus dem nahen Familien- und Freundeskreis allein übernehmen, oder Unterstützung von Pflegediensten erhalten. Eine häusliche Pflege funktioniert nur dann, wenn die pflegebedürftige Person die Zuwendung anderer auch annimmt.

Übernehmen Sie oder ein Freund die häusliche Pflege, kann Ihr Angehöriger bei der Pflegekasse einen Antrag auf Pflegegeld stellen. Wichtig ist, dass der Antrag im Namen der pflegebedürftige Person selbst gestellt wird. Warten Sie nicht zu lange, denn die Kasse zahlt das Pflegegeld erst ab dem Tag, an dem Sie den Antrag stellen.

Sie benötigen je nach Pflegebedürftigkeit unterschiedliche Hilfsmittel. Die Wohnung muss gegebenenfalls barrierefrei umgebaut werden. Sie haben Anspruch auf Verhinderungspflege, damit Sie in den Urlaub fahren und sich regenerieren können.

24-Stunden-Pflegekräfte und Seniorenbetreuer versorgen Ihren Angehörigen und kümmern sich um die Pflege, Grundversorgung und den Haushalt. Ambulante Pflegedienste sind hauptsächlich für die Grundpflege und die medizinische Versorgung zu Hause zuständig. Die Pflegekasse übernimmt monatlich 60 Euro für Pflegehilfsmittel wie Einweghandschuhe oder Desinfektionsmittel, die Sie für die Pflege zu Hause benötigen.

Für eine Pflege zu Hause benötigen Sie als pflegender Angehöriger Zeit, Geduld und die finanziellen Mittel. Für eine bestmögliche Versorgung ist es hilfreich, den Wohnraum Ihres Angehörigen barrierefrei umzugestalten und Hilfsmittel einzufordern. Wenn Sie ein Pflegedienst bei der Betreuung unterstützen soll, sind oft wohnumfeldverbessernde Maßnahmen notwendig.

Gerne beraten wir Sie kostenlos und unverbindlich. Unsere kostenlose Pflegeberatung beantwortet Ihnen alle Fragen und gibt Ihnen Informationen zu allen Zuschüssen, die Ihnen zustehen. Sie erhalten Vergleichsangebote von qualifizierten Pflege- und Betreuungsdiensten.

Herz und Hand Das sagen unsere Klienten