Ambulante Pflegedienste
Aufgaben, Kosten und Zuschüsse im Überblick

Die Seniorin und die Pflegekraft des ambulanten Pflegedienstes lachen während einem gemeinsamen Gespräch herzlich.

Im Alter weiterhin zu Hause leben, auch wenn der Alltag nicht mehr allein zu bewältigen scheint – ambulante Pflegedienste unterstützen Ihren Angehörigen bei diesem Herzenswunsch. Das eigene Zuhause ist ein vertrauter Ort und Quelle der Erinnerungen. Ambulante Pflegedienste helfen Ihrem Angehörigen in seinem täglichen Leben, sodass er in seiner gewohnten Umgebung bleiben kann.

Doch ambulante Pflege bringt nicht nur für Ihren Angehörigen Vorteile. Auch Sie profitieren von der Unterstützung, mit der Sie Beruf und Pflege Ihres Angehörigen vereinbaren können. Die Leistungen der ambulanten Dienste sind vielseitig und auf die persönlichen Bedürfnisse anpassbar. So erhält Ihr Angehöriger eine individuelle Betreuung.

Wir begleiten Sie bei der Entscheidung für einen ambulanten Pflegedienst mit den Themen:

Sie haben wenig Zeit? Einen Überblick erhalten Sie unter „Häufige Fragen“.

Wann eignet sich ein ambulanter Pflegedienst?

Die Pflegerin des ambulanten Dienstes lächelt die Seniorin an.

Pflegebedürftige sollen selbst darüber entscheiden können, wo und vom wem sie gepflegt werden. Hegt Ihr Angehöriger den Wunsch, im vertrauten Zuhause zu bleiben, ist ein ambulanter Pflegedienst eine gute Entscheidung. Aber auch in anderen Wohnformen profitieren die Bewohner von den ergänzenden Leistungen ambulanter Pflege.

Der große Mehrwert eines ambulanten Pflegedienstes liegt darin, dass das geschulte Pflegepersonal medizinische Behandlungen vornehmen kann. Welche das im Detail sind, finden Sie hier ausführlich beschrieben. Dank ambulanter Pflegedienste kann ein Umzug in ein Pflegeheim herausgezögert oder in vielen Fällen ganz vermieden werden.

Erfahren Sie mehr über ambulante Pflege für…

  • Häusliche Pflege: Drei Viertel aller Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Ein Drittel der zuhause versorgten Pflegebedürftigen nutzen unterstützende Leistungen durch ambulante Pflegedienste. Mobile Pflegedienste übernehmen Verantwortung und entlasten Sie als pflegenden Angehörigen. Hilfe durch die ambulanten Dienste zu beanspruchen ist kein Zeichen von Schwäche. Es zeigt, dass Sie die Vorteile eines objektiven Blicks einer Fachkraft auf die Pflege Ihres Angehörigen anerkennen.
  • Betreutes Wohnen: Häufig wird gemeinschaftliches Wohnen für Rentner durch die Dienste ambulanter Pflege unterstützt. Selbstständigkeit bedeutet nicht, dass Ihr Angehöriger alles allein bewältigen muss. Häusliche Pflegedienste helfen Ihrem Angehörigen bei der täglichen Grundpflege und übernehmen Behandlungspflege.
  • Senioren-WGs: In dieser Wohnform werden oft ambulante Pflegedienste eingesetzt. Die Präsenzperson, die in einer Senioren WG allgemein betreuende oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten ausübt, ist nicht zu medizinischen Behandlungen befugt. Die medizinische Versorgung übernehmen die ambulanten Pflegedienste. So profitiert Ihr Angehöriger von einem starken sozialen Netz und einer ausgereiften medizinischen Infrastruktur.
  • Angehörige in der Verhinderungspflege: Sind Sie als pflegender Angehöriger abwesend, entlastet Sie die Ersatzpflege. Hierfür sind ambulante Pflegedienste gut geeignet, denn das Pflegefachpersonal vertritt Sie in Ihrer Abwesenheit mit einem ganzheitlichen Pflegeangebot, welches neben der Grundpflege auch medizinische Behandlungen beinhaltet. Die Pflegekraft führt eine schriftliche Pflegedokumentation, durch die Sie die Behandlungsmaßnamen nachvollziehen können.

Kosten & Zuschüsse

Locker zusammengerollte 50 Euro Scheine.

Pflegedienste berechnen jede Leistung einzeln. Einen Teil der hierbei entstehenden Kosten übernimmt Ihre Pflege- oder Krankenkasse. Die Kostenübernahme richtet sich nach Art und Dauer der Versorgung durch den ambulanten Pflegedienst. Eine kurzfristige häusliche Pflege von maximal vier Wochen finanziert Ihre Krankenkasse. Bei einer längerfristigen Pflegebedürftigkeit ist Ihre Pflegekasse zuständig. Die Zuschüsse, die Ihnen hierfür zustehen, hängen von dem Pflegegrad Ihres Angehörigen ab.

Häufig helfen ambulante Pflegedienste bei der täglichen Körperpflege. Hierzu gehören Mund-, Haut- und Haarpflege, aber auch Hilfe bei der Rasur und der Nagelpflege. Die Pflegefachkraft hilft Ihrem Angehörigen beim Waschen, Baden oder Duschen. Sie können mit Kosten von etwa 20 Euro pro Versorgung rechnen. Beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Durchschnittswert handelt, der lediglich zu Ihrer ersten Orientierung dient.

Was finanziert die Pflegekasse?

Benötigen Sie die Unterstützung ambulanter Pflegedienste länger als vier Wochen, ist die Pflegekasse für die finanzielle Bezuschussung zuständig. Über die Pflegesachleistungen haben Sie ein Budget zur Verfügung, über das ambulante Pflegedienste ihre Tätigkeiten abrechnen. Die Höhe dieses Budgets variiert zwischen 689 Euro monatlich bei Pflegegrad 2 bis hin zu 1.995 Euro monatlich bei Pflegegrad 5. Hat Ihr Angehöriger Pflegegrad 1, erhält er keine Pflegesachleistungen.

Hier können Sie lediglich den Entlastungsbetrag zur Finanzierung der mobilen Pflegedienste verwenden. Dieser beträgt 125 Euro im Monat. Anders als in den höheren Pflegegraden dürfen Sie ihn hier aber für körperbezogene Maßnahmen der ambulanten Pflegedienste verwenden. Nehmen Sie die Verhinderungspflege in Anspruch, können Sie das Ihnen zur Verfügung gestellte Budget von 1.612 Euro im Jahr für ambulante Pflegedienste in Ihrer Abwesenheit stunden- oder tageweise nutzen.

Birne

Ehrenamtliche Helfer

In vielen Gemeinden gibt es ehrenamtliche Mitarbeiter. Fragen Sie Ihre Gemeindeverwaltung oder Ihr Bürgerbüro.

Was finanziert die Krankenkasse?

Handelt es sich um Leistungen der häuslichen Pflege, bezahlt die Krankenkasse Ihres Angehörigen den Pflegedienst. Hier werden die medizinischen Behandlungen für Ihren Angehörigen ärztlich verordnet. Meist verschreibt der Hausarzt diese Maßnahmen, bei einem vorhergehenden Krankenhausaufenthalt die Stationsärzte. Häusliche Krankenpflege erhält Ihr Angehöriger auch ohne Pflegegrad. Dies beinhaltet auch ambulante Intensivpflegedienste nach Operationen, zum Beispiel Beatmungspflege.

Aber auch das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen gehört zu der häuslichen Krankenpflege. Wie auch bei Massagen oder Krankengymnastik handelt es sich bei der häuslichen Pflege um eine Verordnungsleistung. Diese bedarf einer Zuzahlung von zehn Euro pro ärztlicher Verordnung Ihrerseits. Außerdem tragen Sie zehn Prozent der Kosten für eine Höchstbehandlungsdauer von 28 Tagen im Jahr. Falls Ihr Angehöriger von der Zuzahlung befreit ist, entfallen diese Kosten.

Zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten

Die Finanzierung der Pflege ist oft ein sensibles Thema. Viele pflegende Angehörige fragen sich, was möglich ist, wenn die Finanzierungsmöglichkeiten durch die Pflege- und Krankenkassen ausgeschöpft sind. Wir haben gute Nachrichten: Sie können bis zu 20 Prozent der Pflegeanwendungen als besondere Belastungen steuerlich geltend machen. So können Sie jährlich bis zu 4.000 Euro von der Steuer absetzen. Monatlich sparen Sie bis zu 333 Euro. Zu den Pflegeanwendungen zählen auch die Dienste der ambulanten Pflege.

Aufgaben eines ambulanten Pflegedienstes

Ambulante Pflegedienste übernehmen viele unterschiedliche Aspekte der Versorgung. Wir haben für Sie eine Übersicht erstellt:

  • Medizinische Behandlungspflege: Ambulante Pflegedienste beschäftigen qualifiziertes Fachpersonal und übernehmen die medizinische Versorgung Ihres Angehörigen. Die Fachkräfte der ambulanten Pflege geben Ihrem Angehörigen Medikamente, wechseln Verbände und setzen Spritzen.
  • Grundpflege: Das Wohlbefinden Ihres Angehörigen steht im direkten Zusammenhang mit Körperpflege und ist altersunabhängig. Häusliche Pflegedienste kümmern sich um die tägliche Hygiene und helfen Ihrem Angehörigen beim Essen.
  • Mobilität und Hauswirtschaftliche Unterstützung: Der Pflegedienst hilft Ihrem Angehörigen, indem er einkaufen geht, ihn bei Behördengängen oder Arztbesuchen begleitet oder die Wäsche wäscht. Er bietet ihm auch mobilisierende Leistungen und hilft beim Aufstehen und Zubettgehen. Ambulante Pflegedienste helfen Ihrem Angehörigen auch, sich an- und auszuziehen.
  • Beratung: Sie profitieren vom Fachwissen der Pflegekräfte, die Sie in der Pflege Ihres Angehörigen schulen. Außerdem helfen die Pflegekräfte Ihnen, Anträge zu schreiben und unterstützen Sie in der Pflegeeinstufung durch den Medizinischen Dienst.
  • Verhinderungspflege: Sind Sie einmal krank oder anderweitig an der Pflege Ihres Angehörigen verhindert, übernimmt der ambulante Pflegedienst übergangsweise die Pflege.

Durch die hohe Auslastung der ambulanten Dienste bleibt in der Realität oft nur Zeit für die medizinische Behandlungs- und Grundpflege Ihres Angehörigen. Unterhaltende Aktivitäten, die wichtig für das seelische Befinden Ihres Angehörigen sind, kann eine Seniorenbetreuung leisten.

Ambulante Intensivpflege

Ambulante Intensivpflegedienste versorgen Ihren Angehörigen im Falle einer schweren Pflegebedürftigkeit oder lebensbedrohlichen Krankheit zu Hause. So kann Ihr Angehöriger trotz der schweren Umstände in seiner vertrauten Umgebung professionell gepflegt werden. In der gewohnten Umgebung erholen sich viele Menschen schneller, denn auch die Psyche hat einen großen Anteil am Heilungsprozess.

Möchten Sie Ihren Angehörigen weiterhin im Familienalltag wissen, sind ambulante Intensivpflegedienste eine gute Entscheidung. Beachten Sie aber, dass die Wohnung barrierefrei ausgebaut sein muss. Sie erhalten Zuschüsse, die Sie beim Umbau finanziell unterstützen. Ein Teil der Pflege bleibt weiterhin in Ihrer Verantwortung. Daher sollten Sie im schweren Einzelfall abwägen, ob eine vollstationäre Intensivpflege Ihres Angehörigen eine bessere Entscheidung ist.

Video: Ambulante Pflegedienste kurz erklärt

In diesem kurzen Erklärvideo fasst der Verband Pflegehilfe zusammen, welche Aufgaben ein Pflegedienst übernimmt, welche Zuschüsse Ihnen zustehen und welche Vorteile ein ambulanter Pflegedienst hat.

Vor- & Nachteile der ambulanten Pflege

Zu Ihrer Übersicht haben wir die Vor- und Nachteile der ambulanten Pflege im Zuhause Ihres Angehörigen zusammengefasst:

  • Die Unterstützung durch ambulante Pflegedienste hilft Ihnen, Ihr Privatleben und die Pflege zu vereinbaren.
  • Ihr Angehöriger wird professionell in seiner gewohnten Umgebung versorgt.
  • Die Pflegekräfte sind für eine medizinische Pflege qualifiziert.
  • Sie erhalten für die Finanzierung der ambulanten Pflegedienste Zuschüsse der Kranken- und Pflegekassen.
  • Durch die Pflegedokumentation können Sie die vorgenommenen Behandlungen nachvollziehen.
  • Private Pflegedienste haben zu wenig Zeit, um eine soziale Betreuung Ihres Angehörigen zu bieten.
  • Bei starken gesundheitlichen Einschränkungen übernehmen Sie einen Großteil der Pflege selbst.

Unterstützung vom Pflegedienst
Erfahrungsbericht von Friederike A.

Friederike A. umarmt ihren im Rollstuhl sitzenden Vater. Die Unterstützung vom ambulanten Pflegedienst macht sie beide glücklich.
Als „eine große Entlastung“ beschreibt Friederike A. die Unterstützung durch die ambulanten Dienste.

Nach der sechsmonatigen Pflegezeit wollte ich wieder in meinen Beruf einsteigen. Das hatte nicht nur finanzielle Gründe, obwohl die doch sehr ausgeprägt waren. Nachdem der erste Schock der Parkinson-Krankheit meines Mannes sich gesetzt hatte, war Geld oft ein Konfliktthema. Zukunftsängste nehmen Kraft und die Pflege meines Mannes war ohnehin schon sehr fordernd. Ich liebe ihn sehr und er liebt mich auch, das weiß ich.

Angespannt waren wir trotzdem alle. Wir haben den Familienrat zusammengetrommelt und gemeinsam entschieden, einen ambulanten Pflegedienst zu finden. Der Pflegedienst kommt nun täglich. Das ist eine große Entlastung für mich. Morgens beim Aufstehen und frühstücken helfe ich meinem Mann selbst, das ist uns ein wichtiges Ritual. Vormittags kommt der Pflegedienst und unterstützt meinen Mann bei der Körperpflege, der Tremor macht’s ihm schwer, das selbst zu machen.

Sie geben ihm außerdem die Medikamente und ich muss ihm nun Gott sei Dank die Spritzen nicht mehr selber geben. Der Pflegedienst war eine gute Entscheidung, und zwar für uns alle als Familie. Zwar arbeite ich jetzt nur halbtags, aber das ist schon ein großer Fortschritt – finanziell und für meine eigene Zufriedenheit! Mir geht es mit der Situation besser und darum kann ich mich nachmittags auch liebevoller um meinen Mann kümmern.

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Häufige Fragen

Die Pflegerin des ambulanten Dienstes hilft der Seniorin beim Aufstehen und stützt sie.
  • Die Unterstützung ambulanter Pflegedienste eignet sich für alle nicht-stationären Pflegesituationen.
  • Insbesondere, wenn medizinische Maßnahmen notwendig sind, ist ein ambulanter Pflegedienst hilfreich.
  • Private Pflegedienste helfen Ihrem Angehörigen durch die Grundpflege, die Körperpflege und Hilfe beim Essen beinhaltet.
  • Die Medizinische Behandlungspflege ermöglicht eine professionelle Versorgung Ihres Angehörigen im eigenen Zuhause.
  • Das Fachpersonal schult Sie in der Pflege Ihres Angehörigen.
  • Können Sie die Pflege Ihres Angehörigen nicht wahrnehmen, übernimmt der ambulante Pflegedienst im Rahmen der Verhinderungspflege die Stellvertretung.
  • Ambulante Pflegedienste berechnen ihre Leistungen einzeln.
  • Die Kosten für die medizinische Versorgung Ihres Angehörigen übernimmt die Krankenkasse.
  • Hat Ihr Angehöriger einen Pflegegrad, zahlt die Pflegekasse zwischen 689 Euro monatlich bei Pflegegrad 2 bis hin zu 1.995 Euro monatlich bei Pflegegrad 5.
  • Die medizinische Versorgung Ihres Angehörigen übernehmen Pflegefachkräfte.
  • Pflegeassistenten oder Haushaltshilfen übernehmen andere pflegerische Aufgaben, zum Beispiel waschen sie Kleidung oder putzen die Wohnung.
  • Der größte Vorteil der ambulanten Pflege ist, dass Ihr Angehöriger in seinem eigenen Zuhause bleiben kann.
  • Ihr Angehöriger profitiert von einer professionellen Pflege und einer medizinischen Versorgung.
  • Ein Nachteil ist, dass eine ambulante Pflegekraft nur kurze Zeit vor Ort ist.
  • Einen Teil der Pflege übernehmen weiterhin Sie selbst.
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