Ambulante Pflegedienste
Aufgaben, Kosten und Zuschüsse im Überblick

Die Pflegerin des ambulanten Dienstes lächelt die Seniorin an.

Viele pflegebedürftige Menschen wünschen sich, im eigenen Zuhause bleiben zu können. Oft geht dies einher mit Nähe zur Familie, anderen vertrauten Menschen wie Nachbarn und natürlich der gewohnten Umgebung. Ambulante Pflegedienste unterstützen Ihren Angehörigen bei der häuslichen Pflege durch ein breites Aufgabenspektrum. Die Aufgabenbereiche werden dabei ganz auf die Bedürfnisse und Wünsche Ihres Angehörigen angepasst. 

Für die ambulante Pflege stellen Pflegedienste fachlich geschultes Personal ein, sodass Sie Ihren Angehörigen in guten Händen wissen. Auf diese Weise werden auch pflegende Angehörige entlastet. Pflegedienste übernehmen nicht nur verschiedene Aufgaben, darunter auch die medizinische Behandlungspflege, sondern können auch pflegende Angehörige schulen. In enger Zusammenarbeit und Absprache wird Ihr pflegebedürftiger Angehöriger so täglich gut versorgt. Dabei bleiben die Vertrautheit des eigenen Wohnumfelds sowie soziale Kontakte erhalten.

Um rundum informiert zu sein, erfahren Sie hier mehr über folgende Themen:

Einen Überblick aller wichtigen Informationen erhalten Sie in den häufigsten Fragen.

Stoppuhr-Icon Kurzgesagt: Ambulante Pflegedienste

Stoppuhr-Icon Kurzgesagt

  • Pflegedienste stellen die medizinische Versorgung sicher.
  • Ab Pflegegrad 2 übernimmt die Pflegekasse 689 bis 1.995 Euro.
  • Durch die Pflegedokumentation bleibt für Sie alles nachvollziehbar.

Was ist ein ambulanter Pflegedienst?

Die Seniorin und die Pflegekraft des ambulanten Pflegedienstes besprechen die Einnahme der Medikamente.

Ambulante Pflegedienste unterstützen pflegebedürftige Personen und deren Angehörige bei der häuslichen Pflege. Ausgebildete Fachkräfte kommen zu Ihrem Angehörigen nach Hause und kümmern sich um verschiedene Bedürfnisse Ihres Angehörigen. Dabei kann der Anbieter die Pflege vollständig übernehmen oder mit pflegenden Angehörigen zusammenarbeiten. Oft bieten Pflegedienste auch Beratungen an, um Angehörige zu informieren und zu schulen.

Wenn möglich sollten Pflegebedürftige selbst entscheiden können, wo und von wem sie gepflegt werden möchten. Pflegedienste sind daher interessant für alle Personen, die ein gewisses Maß an Unterstützung und Hilfe im Pflegealltag benötigen. So sind sie nicht nur relevant für Pflegebedürftige im vertrauten Zuhause, sondern auch für Menschen, die in Betreutem Wohnen oder einer Senioren-WG leben. Der Aufgabenbereich sowie die Häufigkeit der Einsätze variieren dabei je nach Bedarf. 

  • Häusliche Pflege:
    Drei Viertel aller Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt. Viele nutzen unterstützende Leistungen durch ambulante Pflegedienste. Mobile Pflegedienste übernehmen Verantwortung und entlasten Sie als pflegenden Angehörigen. Hilfe durch die ambulanten Dienste für die Pflege zu Hause zu beanspruchen ist kein Zeichen von Schwäche. Es zeigt, dass Sie die Vorteile eines objektiven Blicks einer Fachkraft auf die Pflege Ihres Angehörigen anerkennen.
  • Betreutes Wohnen:
    Häufig wird betreutes Wohnen für Rentner durch die Dienste ambulanter Pflege unterstützt. Selbstständigkeit bedeutet nicht, dass Ihr Angehöriger alles allein bewältigen muss. Häusliche Pflegedienste helfen Ihrem Angehörigen bei der täglichen Grundpflege und übernehmen Behandlungspflege. So werden auch die sozialen Kontakte Ihres Angehörigen weiter gefördert.
  • Senioren-WGs:
    Die Präsenzperson, die in einer Senioren-WG allgemein betreuende oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten ausübt, ist nicht zu medizinischen Behandlungen befugt. Die medizinische Versorgung übernehmen die ambulanten Pflegedienste. So profitiert Ihr Angehöriger von einem starken sozialen Netz und einer ausgereiften medizinischen Infrastruktur.
  • Verhinderungspflege:
    Sind Sie als pflegender Angehöriger abwesend, entlastet Sie die Verhinderungspflege. Hierfür sind mobile Pflegedienste gut geeignet, denn das Pflegefachpersonal vertritt Sie in Ihrer Abwesenheit mit einem ganzheitlichen Pflegeangebot, welches neben der Grundpflege auch medizinische Behandlungen beinhaltet. Die Pflegekraft führt eine Pflegedokumentation, durch die Sie die Behandlungsmaßnamen nachvollziehen können.
gluehbirne

Die richtige Pflege

Ambulante Pflege hat viele Vorteile. Jedoch muss individuell entschieden werden, ob dies für die pflegebedürftige Person die bestmögliche Versorgung ist. Eine stationäre Pflege ermöglicht eine Betreuung rund um die Uhr sowie schnelle Hilfe im Notfall. Auch die tägliche Versorgung mit Mahlzeiten ist fest im Alltag verankert. Überlegen Sie daher, welche Option für Ihren Angehörigen die beste ist.

Welche Aufgaben übernimmt ein ambulanter Pflegedienst?

Die Betreuungskraft hält liebevoll die Hand der im Bett liegenden Seniorin.

Grundsätzlich haben Pflegedienste ein breites Aufgaben- und Leistungsspektrum. Die konkreten Aufgaben werden individuell abgesprochen. Da viele pflegebedürftige Menschen von Angehörigen versorgt werden, können Pflegekräfte diese für grundlegende Aufgaben anlernen. So findet die Pflege in enger Zusammenarbeit verschiedener Personen statt und pflegende Angehörige eignen sich ausreichende Kenntnisse an. 

Auch die Häufigkeit der Einsätze variiert von mehrmals pro Woche bis zu mehrmals täglich je nach Bedarf des Pflegebedürftigen. Bei vielen älteren Menschen kommt ein Pflegedienst langfristig zum Einsatz und unterstützt in der täglichen Pflege. Bei Bedarf kann er aber nur vorübergehend zum Einsatz kommen. Die folgende Übersicht zeigt Ihnen die verschiedenen Aufgabenbereiche eines Pflegedienstes. 

  • Körperbezogene Pflegemaßnahmen: Pflegedienste unterstützen Ihren Angehörigen bei täglichen Routinetätigkeiten, wie beispielsweise der Körperpflege und Haarwäsche sowie dem An- und Ausziehen morgens und abends. Bei Bedarf helfen sie ihm auch beim Essen sowie bei der Lagerung oder Transfer.
  • Pflegerische Betreuungsmaßnahmen: Ambulante Pflegedienste können bei der Gestaltung des Alltags sowie der Aufrechterhaltung sozialer Kontakte mithelfen. So übernehmen sie beispielsweise Einkäufe und begleiten Ihren Angehörigen bei Arztbesuchen und Behördengängen.
  • Häusliche Krankenpflege: Pflegekräfte mit entsprechender Ausbildung dürfen auch die medizinische Versorgung übernehmen. Dadurch verabreichen sie Medikamente, wechseln Verbände und setzen Spritzen. Dies können pflegende Angehörige oft selbst nicht leisten, da entsprechende medizinische Kenntnisse dafür gefragt sind.
  • Hauswirtschaftliche Unterstützung: Ein ambulanter Pflegedienst unterstützt Ihren Angehörigen bei der Haushaltsführung. Auch hier werden die Aufgaben individuell abgesprochen. Dazu gehören zum Beispiel die regelmäßige und umfassende Reinigung der Wohnung oder auch Wäsche waschen.
  • (Pflege-)Beratung (Beratungseinsätze): Viele Pflegedienste bieten eine Beratung für Pflegebedürftige und deren Angehörige an. Hier werden Sie umfassend über das Thema Pflege informiert. Das Fachpersonal unterstützt Sie auch bei dem Verfassen von Anträgen und bei der Pflegeeinstufung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK).

Sonderform: Ambulante Intensivpflegedienste

Die Intensivpflegerin hält die Hand des Seniors und steht im bei.

Im Falle einer Intensivpflege sind die betroffenen Personen schwerstpflegebedürftig und benötigen dadurch rund um die Uhr professionelle medizinische Versorgung und Pflege. Diese wird durch examinierte Pflegefachkräfte sichergestellt und kann auch ambulant, also im häuslichen Umfeld des Pflegebedürftigen, stattfinden. Für die Versorgung wird ein Intensivpflegedienst beauftragt, dessen Mitarbeiter speziell dafür geschult sind. 

Findet eine Intensivpflege zu Hause statt, erfolgt diese nach dem 1:1 Prinzip. Das heißt, dass die Pflegekraft sich ausschließlich um einen Patienten kümmert. Grundsätzlich wird die ambulante Intensivpflege in enger Zusammenarbeit mit Fachärzten durchgeführt. Voraussetzung dafür ist, dass das häusliche Umfeld durch Hilfsmittel wie beispielsweise einem Pflegebett oder Umbaumaßnahmen entsprechend vorbereitet wird. 

Was kostet ein ambulanter Pflegedienst?

Eine Gruppe ambulanter Pflegekräfte

Ambulante Pflegedienste rechnen nach Leistungskomplexen, also den einzelnen Tätigkeiten sowie der Häufigkeit der Einsätze, ab. Jeder Pflegedienst schließt mit den Pflegekassen Vergütungsverträge ab, die sich preislich voneinander unterscheiden können. Für einen ersten Eindruck bieten viele Kassen ebenso wie Pflegedienste Leistungs- und Preislisten an. Da Sie den Pflegedienst frei wählen können, sollten Sie mehrere Kostenvoranschläge einholen, um Preise und Leistungen vergleichen zu können. 

Wichtig ist, dass nur zugelassene Pflegedienste ihre Leistungen über die Pflegekasse abrechnen dürfen. Die konkreten Leistungen besprechen Pflegebedürftige und deren Angehörige zusammen mit dem Pflegedienst. Dafür erhalten Sie einen Kostenvoranschlag und können so abstimmen, ob die Zuschüsse die Kosten abdecken. Erst danach kommt es zum Vertragsabschluss. Transparenz sollte daher immer gegeben sein. Auch bei Veränderungen der Leistungen werden Sie vom Pflegedienst über die Kosten informiert.

Kostenbeispiel

Allgemein rechnet ein Pflegedienst die einzelnen Leistungen anhand eines Leistungskatalogs sowie festgelegter Punktwerte ab. Das Punktwertesystem hat einen Gegenwert in Euro, der jeweils zwischen Kasse und Pflegedienst ausgehandelt wird wie das folgende Beispiel zeigt. Die dabei genutzten Punkte und Werte dienen nur der Veranschaulichung und entsprechen nicht der Realität.

Frau Müllers Mutter benötigt Hilfe im Pflegealltag. Dafür sucht Frau Müller einen Pflegedienst, der ihrer Mutter drei Mal pro Woche morgens beim Aufstehen und Ankleiden sowie bei der Körperpflege hilft. Die restlichen Tage hilft Frau Müller selbst ihrer Mutter. Für diese Leistungen vermerkt der Pflegedienst folgende Punkte:

  1. Hilfe beim An- und/oder Auskleiden: 40 Punkte
  2. Kleine Morgentoilette: 80 Punkte

Pro Woche führt dies zu einem Punktewert von 360, also 1.440 Punkten bei einem Monat mit vier Wochen. In unserem Beispiel hat der Pflegedienst mit der zuständigen Pflegekasse vertraglich ausgemacht, dass für einen Punktewert 0,07 Euro berechnet werden. Dies führt zu monatlichen Kosten von 100,80 Euro.

Welche Zuschüsse gibt es für den Pflegedienst?

Der ambulante Pflegedienst erklärt dem Ehepaar die Kosten.

Für die Finanzierung der Leistungen eines Pflegedienstes können die Pflegesachleistungen der Pflegeversicherung genutzt werden. Anspruch auf diese monatliche Leistung haben Personen mit den Pflegegraden 2 bis 5. Die Höhe des Betrags steigt mit jedem Pflegegrad stufenweise an. Pflegedienste, die dafür eine Zulassung haben, rechnen die Pflegesachleistungen direkt mit der zuständigen Pflegekasse ab. 

Um die Zuschüsse zu nutzen, beantragen Sie die Pflegesachleistungen bei der Kasse. Voraussetzung dafür ist, dass die Pflege zu Hause oder in einem häuslichen Umfeld stattfindet. Je nach Situation und Betrag der erbrachten Leistung wird die Pflegesachleistung mit dem Pflegegeld als Kombinationsleistung verrechnet. Sollte der in Rechnung gestellte Betrag die Ihnen zustehende Pflegesachleistung übersteigen, tragen Sie die zusätzlichen Kosten privat. Sprechen Sie sich daher vorab mit Pflegedienst bezüglich der Kosten ab.

  1. Pflegegrad 1: Keine Pflegesachleistungen, aber 125 Euro Entlastungsbetrag
  2. Pflegegrad 2: 689 Euro
  3. Pflegegrad 3: 1.298 Euro
  4. Pflegegrad 4: 1.612 Euro
  5. Pflegegrad 5: 1.995 Euro

Was tun, wenn die Pflegesachleistungen aufgebraucht sind?

Oft decken die Pflegesachleistungen die Kosten für die ambulante Pflege nicht vollständig ab. Den Eigenanteil können Sie aber steuerlich geltend machen. Ein Steuerberater kann Sie zu den folgenden Möglichkeiten gründlich informieren. Der Pflegepauschbetrag richtet sich an pflegende Angehörige, die Verwandte ab Pflegegrad 2 häuslich und unentgeltlich pflegen. Damit verringert sich das zu versteuernde Einkommen. Der Betrag variiert dafür je nach Pflegegrad:

  • Pflegegrad 2: 600 Euro
  • Pflegegrad 3: 1.100 Euro
  • Pflegegrad 4 & 5: 1.800 Euro

Mit einem Pflegegrad können Sie die Kosten für Pflege und Betreuung, die nicht von der Kasse übernommen werden, steuerlich als außergewöhnliche Belastung absetzen. Diese müssen jedoch die sogenannte zumutbare Eigenbelastung überschreiten. Alternativ können Sie bei einer ambulanten Pflege Kosten für Pflegedienste und Seniorenbetreuung als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen. Hier können 20 Prozent der Rechnungsbeträge oder maximal 4.000 Euro jährlich abgesetzt werden. 

Sollte ein Pflegebedürftiger auch mithilfe der Angehörigen nicht in der Lage sein, die finanziellen Mittel für die notwendige Pflege aufzubringen, kann ein Antrag auf Hilfe zur Pflege gestellt werden. Hierfür ist das Sozialamt zuständig, das die finanzielle Situation des Antragsstellers sowie dessen nahen Angehörigen prüft. Untersucht wird, ob Vermögen vorhanden ist und ob Leistungen aus Unfall- und Pflegeversicherungen bereits genutzt wurden. Bei Annahme des Antrags werden die Pflegekosten vollständig übernommen. 

gluehbirne

Ehrenamtliche Helfer

In vielen Orten und Gemeinden gibt es ehrenamtliche Helfer, die pflegebedürftige Menschen unterstützen. Erkundigen Sie sich bei der Gemeindeverwaltung oder dem lokalen Bürgerbüro. Oft übernehmen die Helfer kleinere Hilfsdienste, die den Pflegealltag erleichtern. Dazu gehört beispielsweise die Begleitung zu Terminen oder die Übernahme eines Einkaufs. 

Sonderregelung für Pflegegrad 1

Allen Personen mit anerkanntem Pflegegrad steht der sogenannte Entlastungsbetrag zu. Dieser Betrag in Höhe von 125 Euro dient grundsätzlich dazu, pflegende Angehörige zu entlasten und darf nicht für körperbezogene Maßnahmen verwendet werden. Bei Pflegegrad 2 bis 5 darf dieser Betrag daher nur für haushaltsbezogene Leistungen verwendet werden wie beispielsweise Hilfe bei der Haushaltsführung sowie Fahrdienste.

Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 bilden hier jedoch eine Ausnahme. Sie erhalten keine Pflegesachleistungen und dürfen den Entlastungsbetrag auch für die sogenannte Grundpflege, also für körperbezogene Pflegemaßnahmen, nutzen. Dazu gehören die allgemeine Körperpflege und Kleidungswechsel ebenso wie Inkontinenzversorgung und mobilisierende Hilfen. Dabei wird je nach Bedarf zwischen einer kleinen und großen Grundpflege unterschieden.

Kombinationspflege bei häuslichen Pflegediensten
Pflegesach­leistungen & Pflegegeld kombinieren

Ab Pflegegrad 2 hat Ihr Angehöriger Anspruch auf Pflegegeld und Pflegesachleistungen. Letztere wird jedoch nicht an den Pflegebedürftigen ausgezahlt, sondern wird von Pflegediensten direkt mit der Pflegekasse abgerechnet. Wenn sowohl Angehörige als auch ein Pflegedienst für die ambulante Pflege Ihres Angehörigen zuständig sind, besteht die Möglichkeit, beide Leistungen zu kombinieren. Dafür können Sie die Kombinationspflege beantragen.

In diesem Fall wird das Pflegegeld gemessen an dem verwendeten Betrag der Pflegesachleistung prozentual vermindert. Wenn Ihr Angehöriger also beispielsweise 50 Prozent der Pflegesachleistungen für einen Pflegedienst benötigt, erhält er noch 50 Prozent des Pflegegeldes. So verfällt der restliche Betrag nicht. Die Verrechnung der Kombinationspflege setzt jedoch immer voraus, dass die Rechnung des Pflegedienstes eingereicht wird.


Kombinationsleistungen

50 % Sachleistungen: 649 €
50 % Pflegegeld: 272,50 €

Kombinationsleistungen

70 % Sachleistungen: 908,60 €
30 % Pflegegeld: 163,50 €

Kombinationsleistungen

100 % Sachleistungen: 1.298 €
Kein Pflegegeld

Beispielhafte Kombinationsleistung für Pflegegrad 3

Wann zahlt die Krankenkasse den ambulanten Pflegedienst?

Ambulante Pflegedienste: Senioren Ehepaar denkt über Finanzierung nach.

In bestimmten Situationen wird die medizinische Versorgung durch einen Pflegedienst von einem Arzt verordnet und gilt dann als häusliche Krankenpflege. Eine häusliche Krankenpflege fällt oft als Versorgung aufgrund einer Krankheit oder nach einem Krankenhausaufenthalt an. Vom Arzt verordnete Krankenpflege wird dementsprechend von der Krankenkasse bezahlt und ist auch bei einem vorhandenen Pflegegrad möglich.

Gängige Beispiele der häuslichen Krankenpflege sind das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen oder eine Wundversorgung nach einem Krankenhausaufenthalt. Für diese Tätigkeiten ist das Fachwissen eines Pflegedienstes gefragt. Häusliche Krankenpflege kann daher zeitlich begrenzt oder auch dauerhaft verordnet werden. Wenn die Krankenkasse die Kosten übernimmt, trägt Ihr Angehöriger nur die gesetzliche Zuzahlung. Bei vorliegendem Pflegegrad belasten diese Leistungen nicht die Pflegesachleistung.

Woran erkenne ich gute Pflegedienste?

Ambulante Pflegedienste: Pflegekraft und Senior im Rollstuhl geben sich einen Handschlag.

Gerade weil ein häuslicher Pflegedienst auch medizinische Behandlungen vornimmt, sollten Sie unbedingt auf die Qualität des Pflegedienstes achten. Da Sie nicht immer persönlich da sein können, wenn der Pflegedienst sich um Ihren Angehörigen kümmert, ist das Fundament für diese Unterstützung immer gegenseitiges Vertrauen. Sprechen Sie auch im Voraus mit Ihrem Angehörigen und integrieren Sie ihn in die Entscheidungsfindung.

Achten Sie bei dem persönlichen Erstgespräch darauf, ob auf Wünsche und Ängste eingegangen wird. Scheuen Sie nicht davor zurück, Fragen zu stellen. Vergleichen Sie nach Möglichkeit auch Bewertungen von Pflegediensten aus Ihrer Region, um sich einen besseren Eindruck zu verschaffen. Generell ist es möglich, dass der Pflegedienst manches anders macht als Sie. Das bedeutet nicht, dass seine oder Ihre Pflege besser oder schlechter ist. Kommunizieren Sie am besten klar, was Ihnen und Ihrem Angehörigen besonders wichtig ist.

Wer kontrolliert die Qualität ambulanter Pflegedienste?

Um Missbrauch und Betrug zu verhindern, werden Abrechnungen von ambulanten Pflegediensten als Teil der jährlichen Qualitätsprüfungen vom MDK geprüft. Die Kontrolle findet in der Regel einmal im Jahr im Rahmen der Pflege-Qualitätsprüfung statt. Sollten Sie den Eindruck haben, dass bei Ihrem Pflegedienst etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, können Sie unabhängig davon Beschwerde einreichen. In solchen Fällen ist eine zusätzliche Kontrolle ohne vorherige Anmeldung möglich.

Um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen, nutzen Pflegedienste eine Pflegedokumentation. Hier werden alle wichtigen Informationen über die pflegebedürftige Person sowie über Planung, Aufgaben und Veränderungen der Pflege festgehalten. Zur Dokumentation gehören Pflegemaßnahmen, Medikamentengabe und Informationen über den Gesundheitszustand der zu pflegenden Person. Auf diese Weise wird die ambulante Pflege gut geplant und bei Bedarf schnell angepasst.

Video: Ambulante Pflegedienste kurz erklärt

In diesem kurzen Erklärvideo fassen wir in 100 Sekunden für Sie zusammen, welche Aufgaben ein Pflegedienst übernimmt, welche Zuschüsse Ihnen zustehen und welche Vorteile ein ambulanter Pflegedienst hat. Erfahren Sie außerdem, wie Sie schnell einen guten Pflegedienst finden.

Wer übernimmt die soziale Betreuung meines Angehörigen?

Ambulante Pflege setzt sich oft aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Pflegedienste sind eine gute Möglichkeit, bestimmte Bereiche der Pflege zu übernehmen und pflegende Angehörige zu entlasten. Leider haben die Pflegekräfte oft nicht genügend Zeit, sich ganzheitlich um ihre Kunden zu kümmern. Doch gerade dieser soziale Aspekt ist für viele ältere Menschen wichtig. Um Ihren Angehörigen auch hier in guten Händen zu wissen, gibt es verschiedene Alternativen.

Stundenweise Seniorenbetreuung

Die Seniorenbetreuerin und die Seniorin beim gemeinsamen Abwasch.

Ein Spaziergang durch den Park oder die Erledigung des Wocheneinkaufs - eine stundenweise Seniorenbetreuung ist flexibel in der Gestaltung und richtet sich nach den Wünschen Ihres Angehörigen. Im Vordergrund steht, dass jemand Zeit mit Ihrem Angehörigen verbringt und nach dem Rechten schaut. Wichtig ist natürlich, dass die Chemie stimmt. Dafür sollten Sie Ihren Angehörigen mit einbeziehen. Oft entstehen so nette Bekanntschaften auf Vertrauensbasis.

Für eine Seniorenbetreuung gibt es verschiedene Anbieter. Dazu gehören spezialisierte Dienstleister, aber auch Pflegedienste. Häufigkeit und Stundenzahl werden individuell vereinbart und auch hier ist es empfehlenswert, Vergleichsangebote einzuholen. In der Regel wird stundenweise abgerechnet. Der Preis liegt meistens zwischen 25 und 35 Euro pro Stunde. Je nach Anbieter können Sie ab Pflegegrad 2 bis zu 40 Prozent der Pflegesachleistung oder den monatlichen Entlastungsbetrag verwenden.

24 Stunden Pflege

24 Stunden Pflegekraft und Senior mit Rollstuhl im Grünen

Sollten Sie merken, dass Sie Ihren Angehörigen nur ungern länger alleine lassen oder dass auch nachts Unterstützung benötigt wird, bietet sich eine 24 Stunden Pflege an. Hier zieht eine Betreuungskraft bei Ihrem Angehörigen ein und kümmert sich um Haushalt, Pflege und Betreuung. Viele Betreuungskräfte haben langjährige Erfahrung in der Pflege, sind im Notfall auch nachts vor Ort und haben viel Zeit für Ihren Angehörigen.

Die konkreten Aufgaben werden in der Regel gemeinsam besprochen, umfassen in der Regel aber keine medizinische Versorgung. Für eine 24 Stunden Pflege mit osteuropäischem Personal sollten Sie mit Kosten zwischen 1.900 und 3.000 Euro monatlich rechnen. Diese richten sich nach Qualifikation und Sprachkenntnissen der Betreuungskraft sowie der Pflegesituation vor Ort. Für die Finanzierung können Sie das Pflegegeld, den Entlastungsbetrag sowie das Kurzzeit- und Verhinderungspflegegeld nutzen.

Vor- & Nachteile der ambulanten Pflege

Zu Ihrer Übersicht haben wir die Vor- und Nachteile der ambulanten Pflege im Zuhause Ihres Angehörigen zusammengefasst:

  • Ihr Angehöriger kann im eigenen Zuhause und damit im gewohnten Umfeld wohnen bleiben.
  • Der Pflegedienst leistet professionelle Pflege durch geschulte Fachkräfte.
  • Der Pflegedienst übernimmt auch die medizinische Versorgung.
  • Die notwendigen Aufgaben werden individuell nach den Bedürfnissen und Wünschen Ihres Angehörigen abgesprochen.
  • Für die Finanzierung von ambulanten Pflegediensten stehen Ihnen verschiedene Zuschüsse der Kranken- und Pflegekasse zu.
  • Eine professionelle und ausführliche Pflegedokumentation macht Behandlungen und Maßnahmen nachvollziehbar und unterstützt bei der Planung der zukünftigen Pflege.
  • Pflegedienste haben oft wenig Zeit und bieten damit keine ausreichende soziale Betreuung.
  • Die Pflegekräfte sind nur in gewissen Zeitfenstern vor Ort. Je nach Pflegebedürftigkeit und gesundheitlichen Einschränkungen übernehmen Sie einen Großteil der Pflege selbst.

Erfahrung mit dem ambulanten Pflegedienst
Ein persönlicher Erfahrungsbericht von Ingrid L.

Ganz alleine kam Ingrid L. mit den neu verordneten Kompressionsstrümpfen nicht zurecht. Doch ihre Angehörigen wollte sie damit auf Dauer nicht belasten. Wie sie zusammen mit Ihrer Tochter einen passenden Pflegedienst fand, der die ganze Familie unterstützt und entlastet, berichtet sie uns im Gespräch.

Ingrid L. mit ihrem Hund Charlie.
Ingrid L. bekommt Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst. „Zuerst war ich skeptisch, aber nun ist der Pflegedienst eine große Hilfe“, wie sie sagt.

Mein Mann ist vor zwei Jahren gestorben. Seitdem lebe ich alleine. Meine Tochter wohnt eine halbe Stunde entfernt und kommt oft vorbei. Aber an sich kam ich bisher noch gut zurecht und mein Hund Charlie ist mir ein guter Beistand gegen die Einsamkeit.

Nun wurden mir aber Kompressionsstrümpfe verordnet und auch der Haushalt fiel mir immer schwerer. Meine Tochter kam so oft sie konnte und hat mir mit den Strümpfen geholfen, denn alleine schaffe ich es nicht. Allerdings war das neben ihrer eigenen Familie und der halben Stelle eine große Belastung. Und natürlich wollte ich ihr nicht zu Last fallen.

Meine Tochter hat den Vorschlag mit dem Pflegedienst gemacht. Ich war zuerst sehr skeptisch, fremde Leute in meine Wohnung zu lassen. Ich lebe ja schließlich alleine. Meine Tochter hat mich jedoch überredet und beim Verband Pflegehilfe angerufen. So wurde uns ein Kontakt von einem Pflegedienst bei mir in der Nähe vermittelt.

Wir sind zusammen für ein erstes Kennenlernen hingefahren. Ich hatte mir etwas Klinisches vorgestellt, aber keinen so freundlichen Empfang. Wir erklärten, worum es ging und tatsächlich ging es zwei Wochen später los. Ich war weiterhin skeptisch, aber die Entscheidung war richtig. Die tägliche Routine tut mir gut und ich bekomme Hilfe mit den Kompressionsstrümpfen. Einmal die Woche kommt eine nette Dame, die meine Wohnung putzt, was eine große Hilfe ist. Auch für meine Tochter ist es eine deutliche Erleichterung. Sie kommt nun lieber mit viel Zeit auf einen gemütlichen Kaffee vorbei.

Wir danken Frau Ingrid L. von Herzen für den Bericht.

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Antworten auf die häufigsten Fragen

Die Pflegerin des ambulanten Dienstes hilft der Seniorin beim Aufstehen und stützt sie.

Ein ambulanter Pflegedienst unterstützt pflegebedürftige Personen und deren Angehörige bei der häuslichen Pflege. Das Leistungsspektrum umfasst neben der medizinischen Versorgung auch verschiedene Bereiche der täglichen Pflege.

Pflegedienste rechnen nach einzelnen Leistungen ab. Da diese individuell abgesprochen werden und es Preisunterschiede je nach Pflegedienst und Bundesland gibt, kann keine allgemeingültige Aussage über die Kosten getroffen werden. Lassen Sie sich daher vorab Kostenvoranschläge geben.

Ambulante Pflegedienste haben ein breites Leistungsspektrum. Dazu gehören die medizinische Behandlungspflege, Hilfe bei der Grundpflege und hauswirtschaftliche Unterstützung. Viele Pflegedienste bieten auch eine Beratung für pflegende Angehörige an.

Verfügt der Pflegedienst über eine Zulassung durch die Pflegekasse, kann dieser die Kosten für Aufgaben aus einem Leistungskatalog über die Pflegesachleistungen abrechnen. Diese stehen Pflegebedürftigen mit den Pflegegraden 2 bis 5 zu. Die Höhe der Leistungen beträgt zwischen 689 Euro und 1.995 Euro monatlich und steigt mit jedem Pflegegrad stufenweise an. Wenn die Kosten die Zuschüsse übersteigen, muss der Differenzbetrag privat getragen werden.

Pflegedienste übernehmen auch Leistungen der häuslichen Krankenpflege. Diese werden von einem Arzt verordnet und dann von der Krankenkasse bezahlt. Häusliche Krankenpflege ist unabhängig von den Pflegegraden und kann beispielsweise auch nach einem Unfall oder einem Krankenhausaufenthalt vorübergehend anfallen.

Wenn Sie die Wahl zwischen verschiedenen Anbietern haben, sollten Sie sich unbedingt Kostenvoranschläge aushändigen lassen. Achten Sie dabei immer auf Transparenz und Professionalität. Auch ein gutes Bauchgefühl sollte bei der Entscheidung gegeben sein, damit Sie Ihren Angehörigen guten Gewissens in die Hände des Pflegedienstes geben können.

Ambulante Pflegedienste werden regelmäßig vom MDK im Rahmen der jährlichen Qualitätsprüfungen kontrolliert. Dafür werden Abrechnungen geprüft. Bei Bedarf können Privatpersonen aber auch unabhängig davon Beschwerde einreichen, sodass eine zusätzliche Kontrolle möglich ist.

In der Regel arbeiten Personen mit verschiedenen Qualifikationen aus dem Pflegebereich bei Pflegediensten, abhängig vom Leistungsangebot des Pflegedienstes. Für die medizinische Behandlungspflege sind ausgebildete Pflegefachkräfte zuständig. Für leichte pflegerische Aufgaben oder Betreuung wird auch Personal mit anderen Qualifikationen eingesetzt.

In der häuslichen Pflege sind eine stundenweise Seniorenbetreuung oder eine 24 Stunden Pflege gute Alternativen oder zusätzliche Möglichkeiten. Beide können sich je nach Anbieter um die Körperpflege und Alltagsbegleitung kümmern. Jedoch dürfen Betreuungskräfte in der Regel keine medizinische Versorgung vornehmen.

Um schwerstpflegebedürftige Personen die Intensivpflege im häuslichen Umfeld zu ermöglichen, gibt es ambulante Intensivpflegedienste. Das Fachpersonal stellt die medizinische Versorgung und Pflege rund um die Uhr sicher und arbeitet eng mit Angehörigen und Fachärzten zusammen.

Mit unseren 130 geschulten Beratern beantworten wir gerne Ihre Fragen rund um das Thema Pflege und vermitteln Ihnen kostenfrei und unverbindlich Angebote für passende Pflegedienste in Ihrer Region.

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