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Pflegestufen: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Geschrieben von Johannes Haas am Dienstag, 28 Oktober 2014
Bewertung: 9 von 10

Seniorin beatragt Pflegestufe Pflegebedürftige Menschen bekommen Abgaben aus der Pflegeversicherung. Die Pflegestufe und die Art der Versorgung definieren die Höhe des Anspruchs. Entsprechend des Umfangs ihres Hilfebedarfs werden pflegebedürftige Menschen einer von drei Pflegestufen (1, 2 oder 3) zugeordnet. Pflegestufen sind vom Gesetzgeber vorgegebene Grade der Pflegebedürftigkeit. Von der jeweiligen Pflegestufe hängt es ab, welche Leistungen ein pflegebedürftiger Mensch erhält. Dabei wird der Hilfeaufwand unabhängig der Krankheit oder Behinderung des Betroffenen ermittelt. Vielmehr wird die Pflegestufe auf Grund des Zeitaufwandes eingeschätzt, der für die Pflege benötigt wird.

Es gibt drei gängige Pflegestufen, die sich je nach Umfang des Unterstützungs- und Hilfsbedarfs unterscheiden:
Pflegestufe 1, Pflegestufe 2 und Pflegestufe 3. Außerdem gibt es noch Pflegestufe 0, Pflegestufe 4 bzw. 3+ (Härtefällregelung) und die sogenannte „eingeschränkte Alltagskompetenz“.

Auf den folgenden Seiten werden die einzelnen Abstufungen erklärt. Voraussetzung für den Erhalt einer Pflegestufe ist die Erfüllung bestimmter Kriterien.

Tipp: Für Menschen mit Demenz besteht auch ohne Pflegestufe die Möglichkeit, Leistungen von der Pflegekasse zu erhalten. Alle Informationen dazu finden Sie HIER. Darüber hinaus kann Betreuungsgeld beantragt werden. Alle Informationen dazu finden Sie HIER.

Pflegestufe 1-3

Für ein schnelles Verständnis der wichtigsten Kriterien zu den Pflegestufen, finden Sie im Folgenden einen Überblick. Grundsätzlich wird eine Pflegestufe nur bei einem bestimmten täglichen Unterstützungs- und Hilfebedarf vergeben:

 Pflegestufe 1Pflegestufe 2Pflegestufe 3Pflegestufe 3+/4/ Härtefall-
regelung
Unterstützungs- und Hilfebedarf insgesamt pro Tag mindestens 90 Minuten 180 Minuten 300 Minuten Der Pflegeaufwand muss das übliche Maß der Pflegestufe 3 weit überschreiten. Eine Anerkennung erfolgt individuell bei der Pflegekasse.
Davon Grundpflege mindestens 46 Minuten 120 Minuten 240 Minuten
Hauswirtschaftliche Versorgung Zusätzlich mehrfach die Woche Zusätzlich mehrfach die Woche Zusätzlich mehrfach die Woche
Weitere Kriterien
  • Einmal täglich zwei unterschiedliche Verrichtungen (z.B. die Verrichtung Waschen und die Verrichtung Zahnpflege) aus einem oder zwei Bereichen der Grundpflege (z.B. aus dem Bereich Körperpflege)
  • Mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten zwei unterschiedliche Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen der Grundpflege
  • Mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten zwei unterschiedliche Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen der Grundpflege
  • Regelmäßig eine Verrichtung nachts (22 Uhr bis 6 Uhr)

Der Unterstützungs- und Hilfebedarf setzt sich aus zwei Bereichen zusammen. Die Grundpflege ist ein Teil des Bedarfs, welcher die Körperpflege, die Mobilisation und die Ernährung beinhaltet. Der andere Teil ist die hauswirtschaftliche Versorgung, wozu z.B. das Einkaufen und de Reinigung der Wohnung gehört. Die einzelnen Tätigkeiten müssen einem bestimmten Zeitlimit für eine Laienkraft (Angehörige) unterliegen.

Experten Information
Eine Aufführung aller relevanten Bereiche und Verrichtungen, die für die Einordnung in eine Pflegestufe relevant sind, finden Sie HIER.
Wichtig
Die medizinische Verordnung gehört, falls ärztlich verordnet, zu den Leistungen der Krankenversicherung. Sie ist für die Einordnung in eine Pflegestufe also nicht wichtig. Dazu gehört z.B. die tägliche Insulingabe für Diabetes mellitus Patienten.

Pflegestufe 0

Die Pflegestufe 0 ist für Menschen vorgesehen, die pflegebedürftig sind, aber nicht die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen.

Jedoch hat man auch mit der Pflegestufe 0 Anspruch auf Leistungen aus der Pflegekasse. Die sogenannte „eingeschränkte Alltagskompetenz“ ist Voraussetzung dafür (siehe weiter unten auf dieser Seite).

Pflegestufe 4 (Härtefall)

Wenn bereits die Pflegestufe 3 vorliegt und darüber hinaus ein außergewöhnlich hoher Pflegebedarf besteht, gelten besondere Bedingungen. Um diesen Bedarf jedoch anerkannt zu bekommen und als Härtefall bezeichnet zu werden, gelten besondere Bedingungen und hohe Voraussetzungen. Gefordert werden eine andauernde erforderliche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung, sowie ein Hilfebedarf von wenigstens 6 Stunden täglich und mindestens dreimal nachts.
Zu den Krankheitsbildern, die der Härtefallrichtlinie entsprechen und zur Bewilligung des Härtefalls führen, gehören z.B.:

Eingeschränkte Alltagskompetenz

Neben den Bedingungen für eine Pflegestufe, kann auch die sogenannte „eingeschränkte Alltagskompetenz“ ermittelt werden. Die pflegebedürftige Person hat dann ebenfalls Anspruch auf Leistungen der Pflegekasse. Wird die „eingeschränkte Alltagskompetenz“ festgestellt, stehen dem Betroffenen folgende Leistungen zu:

Weitere Informationen, unter anderem zu der Höhe der Leistungen, finden Sie, wenn Sie auf die entsprechenden Links klicken.

Eine eingeschränkte Alltagskompetenz besteht z.B. dann, wenn jemand zeitlich und/ oder räumlich sehr desorientiert ist oder sich und sein Umfeld durch Realitätsverlust oder aggressives Verhalten in Gefahr bringt. Solch ein Zustand kann bei einer Demenzerkrankung, psychischen Erkrankungen oder bei Einschränkungen der geistigen Fähigkeiten vorliegen.
Durch eine Begutachtung des MDK wird eine eingeschränkte Alltagskompetenz festgestellt. Diese wird durchgeführt, wenn eine Pflegestufe beantragt wird. Mithilfe von 13 Fragen wird geprüft, ob eine erhebliche eingeschränkte Alltagskompetenz vorliegt. HIER finden Sie die 13 Fragen, die ermittelt werden.
Werden mindestens 2 der 13 Fragen mit Ja beantwortet und liegt davon mindestens eine Frage unter den Fragen 1-9, besteht eine eingeschränkte Alltagskompetenz. Die Ansprüche gegenüber der Pflegekasse beim Betreuungsgeld erhöhen sich, wenn darüber hinaus noch eine weitere Frage der Fragen 5- 9 oder 11 mit Ja beantwortet wird.

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Autor Johannes HaasÜber den Autor Johannes Haas

Johannes R. Haas ist einer der Gründer und Geschäftsführer der Pflegehilfe. Seit 2008 unterstützt er Senioren und deren Angehörige bei der Suche nach der passenden Senioreneinrichtung.

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