Demenz: Was ist eine Demenz?

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Mann mit Demenzerkrankung Die Demenzerkrankung stellt die Betroffenen und ihre Angehörigen vor große Herausforderungen. Auf den folgenden Seiten finden Sie einen Überblick zu den medizinischen Grundlagen der Krankheit und Ratschläge, wie Sie den Alltag mit demenzkranken Menschen bewältigen können. Wenn genug Informationen zu der Krankheit vorhanden und Unterstützung erfahren wird, kann man mit dieser Krankheit leben lernen und auch schöne Momente erleben.
Es gibt keine Heilung für Demenz. Jedoch lässt sich das Fortschreiten der Krankheit durch medizinische Maßnahmen und liebevolle Fürsorge positiv beeinflussen.
Die pflegenden Personen sind nicht allein und können sich Hilfe durch viele Entlastungsangebote holen.

Tipp: Eine Demenzerkrankung bedeutet auch immer eine hohe psychische Belastung für die Angehörigen. Wie Sie damit umgehen können, erfahren Sie HIER.

Um ein besseres Verständnis für die Krankheit zu bekommen, ist es wichtig die Ursachen und den Verlauf der Krankheit zu beleuchten. Um eine Demenzerkrankung möglichst wirksam zu behandeln, ist es wichtig, die Anzeichen zu erkennen und eine Diagnose durch den Arzt zu bekommen. Dann kann man sich einen Überblich zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten verschaffen. Auf den folgenden Seiten finden Sie deshalb die wichtigsten medizinischen Grundlagen von Demenzerkrankungen.

Formen von Demenz

Es gibt unterschiedliche Arten von Demenz. Hier erfahren Sie, wie eine Demenzerkrankung entsteht und was die Unterschiede der verschiedenen Demenzerkrankungen sind.

Anzeichen einer Demenz

Hier informieren wir Sie, welche Verhaltensweisen und Störungen Hinweise auf eine Demenzerkrankung sein können und wie man die unterschiedlichen Demenz-Formen auseinanderhalten kann.

Diagnose von Demenz

Hier erfahren Sie, welche Tests und Untersuchungen von Ärzten und Kliniken durchgeführt werden, um eine Demenz feststellen oder ausschließen zu können.

Krankheitsverlauf

Die Anzeichen einer Demenzerkrankung werden mit der Zeit immer stärker. Hier wird erklärt, welche Stadien bei einer Demenzerkrankung typischerweise durchlaufen werden und wie die Stadien sich unterscheiden.

Behandlung von Demenz

Hier wird aufgezeigt, welche Medikamente bei Demenzerkrankungen eingesetzt werden und welche anderen Maßnahmen noch gegen das Fortschreiten der Krankheit helfen können.

Prävention von Demenz

Hier erfahren Sie, ob Demenzerkrankungen verhindert werden können und wie man das Risiko, an Demenz zu erkranken, senken kann.

Weitere relevante Informationen finden Sie auch in anderen Kapiteln:

Betreuung und Unterstützung

Hier finden Sie allgemeine Betreuungsangebote für Pflegebedürftige sowie Unterstützungs- und Entlastungsangebote, die speziell für Demenzkranke und ihre Angehörigen entwickelt wurden.

Pflegeversicherung

Welche Leistungen die Pflegeversicherung für Demenzkranke zahlt, erfahren Sie hier in unserem Pflegeversicherungs-Kapitel.

Formen: Welche Formen von Demenz gibt es?

Tipp: Informationen, die Sie über Alzheimer beziehen, sollten immer aktuell sein. Denn viele Theorien wurden bereits widerlegt.

Die häufigste Form von Demenz ist Alzheimer. Sie ist aber nicht die einzige. Demenz hat 50 verschiedene Formen. Sie alle unterscheiden sich in ihren Ursachen, Symptomen und Behandlungsmethoden.

Demenzerkrankungen die oft vorkommen, lassen sich durch Veränderungen der Zellen im Gehirn erklären. Nervenzellen sterben ab oder können keine Informationen mehr miteinander austauschen. Dies sind „primäre“ Demenzen.

Andere Formen der Demenz sind sogenannte „sekundäre“ Demenzen. Diese kommen jedoch nicht häufig vor. Sie werden z.B. durch die Einnahme von Medikamenten, Alkoholsucht, Schilddrüsenerkrankungen, Vitaminmangel oder Depressionen ausgelöst. Werden sie rechtzeitig erkannt, können manche der sekundären Demenzen noch geheilt werden.

Anzeichen von Demenz: Was sind Anzeichen von Demenz?

Tipp: Der Verlauf einer Demenzerkrankung lässt sich verzögern, wenn die Anzeichen rechtzeitig erkannt werden. Bei einem Verdacht sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Vergesslichkeit,Orientierungslosigkeit,Verhaltensveränderungen,Verlust der Sprache und Niedergeschlagenheit können Hinweise auf eine Demenz sein. Vor allem dann, wenn einzelne oder mehrere Anzeichen über einen längeren Zeitraum immer wieder auftreten.

Symptome einer Demenz

Da es unterschiedliche Formen einer Demenzerkrankung gibt, sind auch die Anzeichen entsprechend verschieden. Diese werden in der folgenden Tabelle aufgelistet:
  • Vergesslichkeit und Zerstreutheit
    • Gegenstände werden oft verlegt und nicht mehr wiedergefunden
    • Betroffene vergessen, wohin sie gerade gehen wollten
    • Betroffene erinnern sich nicht mehr an Dinge, die sie eben noch gelesen oder erlebt haben
    • Betroffenen können sich nur schwer konzentrieren, zum Beispiel beim Zuhören oder Fernsehen
  • Sprachstörungen
    • Sprachverlust
    • Sätze können nicht zu Ende geführt werden, weil der Satzanfang vergessen wird
    • Auftreten von Wortfindungsstörungen
  • Orientierungslosigkeit
    • Betroffene finden sich zum Beispiel in einer vertrauten Umgebung plötzlich nicht mehr zurecht
    • Neue Umgebungen sind eine sehr große Hürde
  • Antriebslosigkeit
    • Betroffene haben nur noch an wenigen Dingen Spaß
  • Körperliche Störungen können auftreten:
    • Bewegungsstörungen beim Laufen
    • Taubheitsgefühle
    • Inkontinenz (Verlust der Kontrolle über den Harndrang)
  • Mögliches Auftreten von Halluzinationen
  • Veränderungen der Persönlichkeit und sozialen Verhaltensweisen, z.B.
    • Mangelnde Rücksichtnahme –Betroffene machen zum Beispiel unverschämte Bemerkungen
    • Missachtung von Umgangsformen
    • Aggressionen
  • Heißhunger und Ess-Attacken können oft vorkommen

Diagnose: Wie wird Demenz diagnostiziert?

Treten die genannten Anzeichen über mehrere Wochen vermehrt auf, sollte umgehend ein Arzt kontaktiert werden. Es ist sehr wirksam eine Demenz früh zu erkennen und entsprechend zu behandeln. Nur so kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt werden.

Wie wird eine Demenz diagnostiziert?

Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner für eine Untersuchung. Es ist hilfreich einen Angehörigen hinzuzuziehen, um Beobachtungen schildern zu können. Wenn der Verdacht auf Demenz durch den Hausarzt bestätigt wird, kommt der Patient zu einem Demenz-Spezialisten, also einem Neurologen oder in die Gedächtnisambulanz. Dort werden dann spezielle Tests durchgeführt, um herauszufinden, ob es sich wirklich um eine Form der Demenz handelt.

Krankheitsverlauf: Wie ist der Krankheitsverlauf einer Demenz?

Der Verlauf ist bei jedem Betroffenen anders. Bei manchen kann eine Zeitspanne von 10 Jahren zwischen der Diagnose und einer schweren Demenz liegen, bei anderen kann sich der Zustand innerhalb von 2 oder 3 Jahren akut verschlechtern.

Die Krankheit lässt sich anhand von drei Krankheitsstadien nachvollziehen: leichtgradige, mittelschwere und schwere Demenz. Der Unterschied liegt bei dem Schweregrad der Gedächtnisstörung und anderen Symptomen. Im Durchschnitt dauern die Phase je drei Jahre.

Die Demenzerkrankung führt nicht zum Tod. Eher sterben die an Demenz erkrankten Personen an anderen alterstypischen Krankheiten.

Behandlung: Wie wird eine Demenz behandelt?

Tipp: Es gibt viele Wege, Demenzkranke zu fördern. Dafür sollten Sie die professionelle Unterstützung von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden nutzen. So erfahren Sie selbst eine Entlastung und können ich der optimalen Förderung Ihres Angehörigen sicher sein.

Nur eine geringe Zahl der Demenzkrankheiten ist heilbar. Aber der Verlauf und das Fortschreiten können positiv beeinflusst werden. Dafür ist eine passende Behandlung nötig.

Die optimale Behandlung setzt sich aus der Vergabe von Medikamenten und einer nicht-medikamentösen Therapie zusammen. Letzteres wäre z.B. ein Bewegungs- und Gedächtnistraining.

Für alle Behandlungsmethoden ist es grundsätzlich wichtig, dass sie so schnell und so früh wie möglich eingeleitet werden. So kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt werden.

In den weiteren Abschnitten sind die Bestandteile der Therapie aufgeführt.

Medikamente

Es wird je nach Bedarf und Form nur ein oder mehrere Medikament verordnet. Dabei unterscheidet man zwischen drei Medikamentengruppen, die bei einer Demenz oft verordnet werden: gegen den Gedächtnisverlust, gegen Depressionen und gegen Verhaltensveränderung.

Nicht-Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Die Förderung der geistigen und körperlichen Fähigkeiten basiert nicht nur auf der medikamentösen Therapie. Außerdem kommen verschiedene Möglichkeiten, wie Gedächtnistraining, Bewegungsübungen oder die Aktivierung der verschiedenen Sinne, zum Einsatz.

Die Behandlungsformen werden von spezialisierten Therapeuten angeboten und können auch zu Hause durchgeführt werden.

Die Therapien tragen dazu bei, dass der Betroffene sich länger im Alltag zurecht finden kann. Zu einer Heilung tragen sie jedoch nicht bei.

Gedächtnistraining (kognitive Therapie)
Dabei werden das Denkvermögen und die Lernfähigkeit trainiert. Zu den Übungen gehören z.B. Wortspiele, einfache Rätsel oder das Ergänzen von Reimen. Die Übungen kommen bei einer leichtgradigen oder mittelschweren Demenz in Frage.
Sinnes- und Wahrnehmungsübungen (Basale Stimulation)
Die Anregung der Sinne kann in allen Stadien der Demenzerkrankung durchgeführt werden. Mithilfe von schönen Bildern, Geräuschen, Gerüchen oder Berührungen, wird die Wahrnehmung gefördert. Zudem können schöne Erinnerungen wiederbelebt werden und zum Wohlbefinden des Patienten beitragen.
Bei dieser Therapiemöglichkeit ist die Anwesenheit von bzw. die Ausführung durch Angehörige sehr vorteilhaft. Schauen Sie sich zusammen Fotos oder Bilder an und beschreiben Sie diese. Auch ein Spaziergang und das Riechen an verschiedenen Blumen gehören dazu.
Bewegungsübungen und Krankengymnastik
Auch der körperliche Verfall wird durch Demenz beschleunigt. Aus diesem Grund ist körperliche Bewegung sehr wichtig. Mit bestimmten Übungen können Kraft, Balance und Aufmerksamkeit trainiert werden.
Gezielte Übungen können bei Krankengymnasten oder Physiotherapeuten gelernt und dann später selbstständig durchgeführt werden. Die Kosten für eine Krankengymnastik werden von der Krankenkasse übernommen, wenn sie von einem Arzt verschrieben wurde.
Ergotherapie
Bei der Ergotherapie werden Bewegungstraining, Gedächtnistraining, Training der Tätigkeiten des täglichen Lebens und Entspannung kombiniert.
Dies wird vor allem in den frühen und mittelschweren Krankheitsstadien nahe gelegt. Die Ergotherapie wird von geschulten Ergotherapeuten offeriert. Die Therapie kann durch einen Arzt verordnet werden. Dann werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen.
Psychologische Gesprächstherapie
Gerade kurz nach der Diagnose oder im frühen Stadium der Demenz, ist eine psychologische Betreuung sinnvoll. Eine Psychotherapie hilft dabei, mit der Krankheit und den häufig vorkommenden depressiven Stimmungen umzugehen.
Psychologen und Psychiater bieten Gesprächstherapien an. Meistens tragen die Krankenkassen die Kosten. Sicher werden die Kosten für ein Erstgespräch übernommen.
Sprachtherapie (Logopädie)
Bei besonders stark ausgeprägten Sprachstörungen, helfen gezielte Übungen, das Fortschreiten hinauszuzögern.
Auch bei Schluckstörungen können Logopäden helfen. Wird die Sprachtherapie vom Arzt verordnet, kommt die Krankenkasse für die Kosten auf.
Realitätsorientierung
Mit Übung kann die zeitliche und räumliche Orientierung möglichst lang erhalten bleiben. Dabei wird mithilfe von Uhren, Kalendern und Bildern von Räumen geübt.
Es gibt die Möglichkeiten, die Übungen allein zu Haus oder in einer Gruppe auszuführen.
Erinnerungstherapie/ Autobiografische Arbeit
Bei dieser Arbeit soll mithilfe von Fotos, Gegenständen oder Erzählungen eine positive Erinnerung bei dem Betroffenen hervorgerufen werden. Aufgrund des noch recht stabilen Erinnerungsvermögens im frühen und mittleren Stadium der Demenz, führen diese Gespräche mit den Betroffenen zu kleinen Erfolgserlebnissen und schaffen Selbstsicherheit.
Diese Therapieform kann in der Gruppe, aber auch einzeln durchgeführt werden.

Beispiele
Ideen für Förderungsmöglichkeiten, die Sie mit Ihren Angehörigen zu Hause durchführen können, finden Sie HIER.

Prävention: Wie kann man einer Demenz vorbeugen?

Es ist noch immer nicht klar, wo wie Ursachen der Demenzkrankheit liegen. Aus diesem Grund gibt es auch keine Maßnahmen, die das Eintreten der Krankheit verhindern können. Jedoch gibt es eine Studie, die belegt, dass es vorbeugende Maßnahmen gibt, die das Risiko der Demenz im Alter verringern.

Dazu gehören:
  • Geistige Aktivität – trainieren Sie Ihr Gehirn, indem Sie immer wieder neue Dinge erleben und erlernen.
  • Gesunde Ernährung – achten Sie auf ausreichend Vitamine und Nährstoffe und viel Flüssigkeit
  • Viel Bewegung – halten Sie sich körperlich fit, indem Sie regelmäßig spazieren gehen und/oder einer Hobbysportgruppe beitreten
Da Durchblutungsstörungen des Gehirns auch zu Demenz führen können, helfen weitere Faktoren zur Vorbeugung:
  • Nicht Rauchen
  • Kein Übergewicht
  • Frühzeitige Behandlung von Diabetes, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen
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