Kombinationsleistung: Lassen sich die Leistungen wie Kurzzeitpflege mit Pflegegeld kombinieren?

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Pfleger hält die Hand eines Seniors Kombinationsleistung meint, dass sich Leistungen, die in den Bereich Pflegesachleistung wie Kurzzeitpflege oder Pflegegeld wird einem pflegebedürftigen Menschen zur freien Verfügung durch die Pflegekasse überwiesen und dient als Anerkennung für die Pflege zu Hause. Pflegesachleistungen können für einen Pflegedienst verwendet werden.
Wenn pflegebedürftige Menschen, die zu Hause leben, Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen, das Budget aber nicht ganz ausschöpfen, wird zusätzlich anteilig Pflegegeld ausgezahlt.
Konkret heißt das, wenn nach der Abrechnung mit dem Pflegedienst 30 % des Budgets übrig bleiben, werden Ihnen 30% des Pflegegeldes der zugrunde gelegten Pflegestufe ausbezahlt.

Pflegegeld und Pflegesachleistungen

Tipp: Neben der genutzten Verbindung von Pflegegeld und Pflegesachleistungen, können Sie auch noch andere Geldmittel für teilstationäre Leistungen erhalten. Weitere Informationen finden Sie HIER.

Die Leistungen Pflegegeld und Pflegesachleistungen müssen nicht einzeln und unabhängig genutzt werden. Sie können auch kombiniert werden, was sich in der Praxis durchaus als sehr nutzbringend erweisen kann. Dadurch können pflegerisch anspruchsvolle Tätigkeiten von einem Pflegedienst und die hauswirtschaftliche Versorgung durch z.B. Angehörige verrichtet werden.
Entscheidet man sich also für eine Kombination der Leistungen, gelten grundsätzlich folgende Regelungen:

  • Wird der Höchstbetrag der Pflegesachleistungen innerhalb eines Monats nicht erreicht, wird prozentual errechnet, wie viel nicht in Anspruch genommen wurde. Dies wird dann als anteiliges Pflegegeld bezahlt.
  • Wenn der Höchstbetrag der Pflegesachleistungen in einem Kalendermonat erreicht wurde, wird kein Pflegegelde ausgezahlt.
  • Der Pflegebedürftige selbst entscheidet, wie das Verhältnis zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistung aussieht.

Um einen besseren Überblick zu bekommen, haben wir Ihnen in der folgenden Tabelle die Kombinationsleistungen je nach prozentualer Verteilung, aufgeschlüsselt. Die Beispiele sind für Pflegebedürftige, ohne eingeschränkte Alltagskompetenz ausgelegt. Mit einer eingeschränkten Alltagskompetenz werden entsprechend die höheren Pflegesätze berechnet, die Sie auf der Seite „Pflegesachleistungen“ finden.

Kombination von Pflegestufe 1 Pflegestufe 2 Pflegestufe 3 
Sach-leistung in %Geld-leistung in %Sach-leistung in %Geld-leistung in %Sach-leistung in %Geld-leistung in %Sach-leistung in %Geld-leistung in %
100 0 450 0 1100 0 1550 0
80 20 360 47 880 88 1240 140
60 40 270 94 660 176 930 280
40 60 180 141 440 264 620 420
20 80 90 188 220 352 310 560
0 100 0 235 0 440 0 700

Leistungen für teilstationäre Pflege: Was ist eine Tagespflege?

Tipp: Selbst wenn Sie das Pflegegeld und die Pflegesachleistungen voll in Anspruch nehmen, stehen Ihnen noch 50 % des Budgets für teilstationäre Leistungen zu. Weitere Informationen finden Sie HIER.

Wenn Ihr/e pflegebedürftige/r Angehörige/r eine Pflegestufe hat (Pflegestufe 1-3 oder Härtefall) hat sie oder er die Wahl zu Hause zu leben. Dann kann die Pflege durch die Tages- oder Nachtpflege gewährleistet werden. Ist das der Fall, haben Sie Anspruch auf Leistungen für teilstationäre Pflege. Informationen zu Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen finden Sie auf den entsprechenden Seiten des Ratgebers.

In welcher Höhe werden Leistungen für teilstationäre Pflege gezahlt?

Die finanzielle Grenze der Leistungen richtet sich nach der Pflegestufe. In der folgenden Tabelle sind die monatlichen Leistungen je nach der Pflegestufe abgebildet.

 Monatliche Leistungen
Pflegestufe 0 Kein Anspruch
Pflegestufe 1 450 €
Pflegestufe 2 1.100 €
Pflegestufe 3 1.550 €
Härtefall 1.918 €

Die aufgezeigten Beträge beziehen sich auf einen vollen Kalendermonat. Falls der Leistungsanspruch des Pflegebedürftigen erst im Laufe eines Monats beginnt, wird dieser nicht wertgemindert.

Welche Leistungen werden von der Pflegekasse übernommen?

Grundsätzlich muss die Pflege durch eine anerkannte teilstationäre Einrichtung erfolgen. Zwischen dieser und der/ dem Pflegebedürftigen muss ein Versorgungsvertrag bestehen. Nur unter diesen Voraussetzungen kann die Einrichtung mit der Pflegekasse abrechnen. Bevor Sie einen Pflegevertrag mit einer Einrichtung aushandeln, überprüfen Sie immer, dass diese auch mit Ihrer Kasse abrechnen darf.
Von der Pflegekasse werden pflegebedingte und soziale Aufwendungen finanziell übernommen. Beträge für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten muss die/ der Pflegebedürftige selbst zahlen.

Wie erfolgt die Vergütung der teilstationären Pflegeeinrichtungen?

Die Tagessätze für die Pflege, Verpflegung, Unterkunft und Investition, werden zwischen der teilstationären Pflegeeinrichtung und der Pflegekasse ausgehandelt. Weitere Informationen zu den Tagessätzen und auf welche Punkte Sie bei der Auswahl einer teilstationären Pflegeeinrichtung achten müssen, finden Sie HIER.

Teilstationäre Pflege und Pflegegeld und/ oder Pflegesachleistungen

Tipp: Durch die Nutzung einer Tagespflege, können pflegende Angehörige enorm entlastet werden. Die Zeiten der Inanspruchnahme können individuell geregelt werden. So kann die Tagespflege z.B. einmal wöchentlich genutzt werden, um Zeit für die pflegende Person zu schaffen.
Die teilstationäre Pflege wird oft mit der häuslichen Pflege kombiniert. Dadurch kann eine vollständige Versorgung sichergestellt werden. Dann kann die/ der Pflegebedürftige beispielsweise morgens von einem zugelassenen Pflegedienst versorgt werden, den Tag über in einer Tagespflegeeinrichtung verbringen und abends noch einmal vom Pflegedienst versorgt werden. Es gibt drei verschiedene Kombinationsmöglichkeiten, welche im Folgenden erklärt werden.

Wichtig:
Bei jeder ausführbaren Verknüpfung der Pflegeformen, steht einem immer 50 % mehr Gesamtbudget zur Verfügung, als ohne teilstationäre Pflege. Eine Entlastung durch eine teilstationäre Pflege ist deshalb empfehlenswert. Die Vorteile einer Tagespflege finden Sie HIER.

Wie werden Pflegesachleistungen neben teilstationärer Pflege berechnet?

Bei einer Kombination der Pflegesachleistungen mit der teilstationären Pflege, verläuft sich das Gesamtbudget je Kalendermonat auf insgesamt 150 %. Wird das Budget der Pflegesachleistungen durch eine ambulante Versorgung eines Pflegedienstes komplett aufgebraucht, wird zusätzlich noch ein Budget von 50 % offeriert, welches nur für die teilstationäre Pflege genutzt werden kann.
In der nachstehenden Tabelle sind zunächst die Beträge aufgeführt, die die Pflegekasse bei der Nutzung einer Einzelleistung (ambulant oder teilstationär) übernimmt. Der zweite Betrag zeigt die zusätzlichen Kosten, die bei der Verknüpfung der beiden Leistungen, übernommen werden. Die angegebenen Exempel sind für Pflegebedürftige ohne eingeschränkte Alltagskompetenz dargestellt. Mit einer eingeschränkten Alltagskompetenz werden entsprechend die Pflegesätze erhöht. Informationen dazu finden Sie auf der Seite „Pflegesachleistungen“.

 Monatliche Leistungen
Pflegestufe 0 Kein Anspruch
Pflegestufe 1 450€ + 225€ = 675€
Pflegestufe 2 1.100€ + 550€ = 1.650€
Pflegestufe 3 1.550€ + 775€ = 2.325€
Härtefall 1.918€ + 959€ = 2.877€

In der folgenden Tabelle haben wir die prozentuale Verteilung des Gesamtbudgets bei der Kombination Pflegesachleistungen mit teilstationärer Pflege beschrieben.

PflegesachleistungenLeistungen der teilstationären Pflege
100 % 50 %
90% 60 %
80 % 70 %
70 % 80 %
60 % 90 %
50 % 100 %

Wie wird das Pflegegeld bei teilstationärer Pflege berechnet?

Bei einer Kombination von teilstationärer Pflege und Pflegegeld, steht der/ dem Pflegebedürftigen das volle Pflegegeld zu. Allerdings darf der Höchstsatz für Pflegesachleistung nicht um 50 % überschritten werden. Bei einer Überschreitung wird das Geld wie üblich in Pflegegeld und Pflegesachleistung aufgeteilt. Die Aufteilung können Sie HIER nachlesen.

Wir wird das Pflegegeld bei Pflegesachleistungen und teilstationärerer Pflege berechnet?

Verbindet man die teilstationäre Pflege mit Pflegegeld und Pflegesachleistungen, gelten die gängigen Regeln für Kombinationsleistungen. Dies gilt jedoch nur, wenn der durch die teilstationäre Pflege beanspruchte Betrag nicht mehr als 50 % des geltenden Höchstsatzes für Pflegesachleistungen überschreitet. Wie genau diese Aufteilungen aussehen, können Sie HIER nachlesen.
Wird die Grenze überschritten, werden der Betrag der verbrauchten Prozentsätze für die teilstationäre Pflege und die Pflegesachleistungen summiert. Die Differenz aus 150% und der gebildeten Summe bildet den Prozentsatz, in dessen Höhe zusätzliches Pflegegeld gezahlt wird.

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