Vorsorgevollmacht

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Eine Vorsorgevollmacht ist in der Bundesrepublik Deutschland die Erlaubnis einer Person an eine andere in einer Notsituation über bestimmte oder alle Aufgaben, die den Bevollmächtiger betreffen, zu bestimmen. Die in der Vorsorgevollmacht berechtigte Person tritt also als Vertretung auf. Eine Vorsorgevollmacht sollte aus diesem Grund nur an Menschen vergeben werden, zu denen man ein starkes Vertrauen hat. Die rechtliche Grundlage wird durch die §§ 164 ff. BGB und 662 ff. BGB gesichert. Eine rechtliche Beratung und auch die Ausstellung über eine Vorsorgevollmacht erfolgt durch einen Notar. Besteht die Gefahr des missbräuchlichen Umgangs mit einer Vollmacht, kann durch ein Betreuungsgericht ein Kontrollbetreuer angeordnet werden. Die Vorsorgevollmacht kann durch den Vollmachtgebenden nur erteilt werden, wenn dieser sich zum Zeitpunkt der Vereinbarung in einem geschäftsfähigen Zustand befindet, also mit freiem Willen handelt. Vorsorgevollmachten unterliegen keiner Form und können somit auch mündlich erteilt werden. Mit einer Vorsorgevollmacht können alle rechtlichen Handlungen abgedeckt werden, die einen Stellvertreter zulassen. Dazu gehören nicht Eheschließungen, Testamentvereinbarungen oder die Ausübung des Wahlrechtes. Sollte die Vorsorgevollmacht Punkte der medizinischen Behandlung, freiheitsentziehenden Unterbringung oder Vertretung in gerichtlichen Verfahren betreffen, muss dies in der Vorsorgevollmacht ausdrücklich und ausführlich erklärt und geregelt sein. Die Vorsorgevollmacht kann in Deutschland, so lange der Bevollmächtiger in einem geschäftsfähigem Zustand ist, jederzeit gekündigt oder widerrufen werden. Die Patientenverfügung ist von der Vorsorgevollmacht zu unterscheiden.