Palliativpflege (Palliative Care)

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Die Palliativpflege, auch sterbebegleitende Pflege oder Hospizpflege genannt, wird angewandt, wenn der Patient an einer unheilbaren, lebensbedrohlichen oder terminalen Krankheit leidet und es absehbar ist, dass diese zum Tod führen wird. Dann geht es im Rahmen der Palliativpflege darum, sein Leiden so gut es geht zu vermindern und Schmerzen zu beseitigen. Somit soll die Lebensqualität für die letzte Zeit bestmöglich erhalten werden. Jegliche Maßnahmen und Durchführungen der Palliativpflege müssen erlernt und können nur von geschultem Fachpersonal ausgeführt werden. Die Palliativpflege arbeitet zusammen mit der Krankenpflege. Zur Palliativpflege gehört auch die psychische Betreuung der Patienten, sowie ihrer Angehörigen. Zu einem Team der Palliativpflege gehören Ärzte, Pflegefachkräfte, Therapeuten, Psychologen und auch freiwillige Helfer. Bei der Palliativpflege stehen die Wünsche und Bedürfnisse des Patienten an erster Stelle und werden in den Pflegeplan eingebaut. Wichtig ist auch die Einbeziehung der Familie in den Sterbeprozess. Fundiertes Wissen der Pflegefachkräfte soll aber ebenso eine Überversorgung und dadurch entstehende eingeschränkte Lebensqualität verhindern, ganz nach dem Grundsatz „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Die Umsetzung der Palliativpflege hängt von den gegebenen Umständen in einer stationären Einrichtung oder der häuslichen (ambulante Palliativpflege) ab. So sind die Pflegeeinrichtungen teilweise durch bestimmte Zielsetzungen unterschiedlich orientiert. In gerontopsychiatrischen Einrichtungen werden demnach zum Beispiel ältere Menschen palliativpflegerisch behandelt.

Für die bedürfnisorientierte Arbeit mit dem Patienten spielen vier Aspekte eine wichtige Rolle:

  • körperlicher Aspekt: Hier geht es darum die Symptome des Patienten zu erkennen, sie durch meist medikamentöse Behandlung zu lindern oder gar zu beseitigen und im weiteren Verlauf die schmerztherapeutischen Mittel zu dokumentieren und auszuwerten.
  • psychosozialer Aspekt: Die Patienten haben situationsbedingt mit Gefühlen wie Verlustängsten, Wut oder Hoffnungslosigkeit zu kämpfen. Die Pflegekräfte müssen sich diesen Emotionen ernsthaft annehmen und den Patienten bei der Auseinandersetzung damit helfen. Außerdem sind sie dafür da, den Alltag nach den Wünschen des Patienten zu gestalten.
  • spiritueller Aspekt: In der letzten Phase des Lebens setzen sich die Patienten oft mit der Sinnhaftigkeit des Lebens auseinander. Auch hier müssen die Pflegekräfte die Bereitschaft für Gespräche stellen und den Patienten bei Abschieds- und Verlustsituationen unterstützen. Wenn sie selbst nicht dafür bereit sind sollten sich die Pflegekräfte um seelsorgerischen Beistand kümmern. Hier stehen die religiösen und kulturellen Anschauungen des Patienten im Mittelpunkt.
  • sozialer Aspekt: Ein soziales Netz um den Patienten sollte, unter Berücksichtigung seiner Wünsche, so gut wie möglich aufrechterhalten werden.