Kommunikationshilfen - besser hören und sehen im Alter

Lupe und Text

Dass das Hör- und Sehvermögen im Alter abnimmt, ist ganz normal. Vielen Senioren fällt es schwerer, Unterhaltungen zu folgen, die Schrift in Büchern und Zeitschriften zu erkennen oder normale Telefone zu benutzen. Lassen Sie sich unterstützen und nehmen Sie wieder am Leben teil: Zahlreiche Kommunikationshilfen unterstützen Sie beim Hören und Sehen und vereinfachen Ihre Verständigung im Alltag.

Auf dieser Seite informiert Sie der Verband Pflegehilfe über verschiedene praktische Kommunikationshilfen im Alter und deren Funktionen bei der Hör- oder Seh-Unterstützung. Sie erfahren hier außerdem Wichtiges zu anfallenden Kosten und möglichen Zuschüssen durch die Kranken- und Pflegekasse.

Kommunikationshilfen unterstützen sowohl Senioren als auch Menschen mit Sehbehinderung oder Hörschwäche im Alltag. Mit einer Übersicht zu verschiedenen Kommunikationshilfen und deren Gebrauch erleichtern wir Ihnen die Entscheidung für die geeignete Kommunikationshilfe für Ihre individuellen Bedürfnisse.

Kommunikationshilfen - Sie haben die Wahl

Kugelschreiber zeigt auf den Vordruck einer Vorsorgevollmacht

Hörgerät: Wenn Sie an einer Hörschwäche, einem Hörverlust oder einer Hörschädigung leiden, hilft Ihnen ein Hörgerät dabei, relevante Unterhaltungen und Geräusche wieder klar und deutlich wahrzunehmen. Hörgeräte können Sie dauerhaft tragen und je nach Modell flexibel auf Ihre Bedürfnisse einstellen. Bevor Sie sich ein Hörgerät kaufen, sollten Sie einen HNO-Arzt aufsuchen oder einen Hörtest beim Hörakustiker machen.

Paar sitzt mit Unterlagen vor dem Computer

Hörverstärker: Hörverstärker bewirken, dass Sie Stimmen, Musik oder Geräusche lauter hören. Sie bestehen meist aus einem Verstärker und einem Lautsprecher. Beachten Sie: Hörverstärker sind in der Regel eine preisgünstige Alternative zu den Hörgeräten, weisen aber eine deutlich geringere Hörqualität auf, da sie alle Geräusche verstärken und keine Störgeräusche herausfiltern. Sie eignen sich deshalb nur für den sporadischen Gebrauch.

Kugelschreiber zeigt auf den Vordruck einer Vorsorgevollmacht

Seniorentelefon: Seniorentelefone zeichnen sich dadurch aus, dass sie extragroße Tasten, ein übersichtliches Display, eine optische Anrufsignalisierung und eine hohe Lautstärke von Klingelton und Gespräch aufweisen. Sie eignen sich daher für Menschen, die an Hör- oder Sehverlust leiden und denen die Benutzung eines normalen Telefons zu kompliziert geworden ist.

Seniorin geht mit Enkelin spazieren und schiebt einen Rollator

Seniorenhandy: Mit dem Seniorenhandy können Sie immer erreichbar sein und im Notfall von überall Hilfe rufen. Anders als übliche Mobiltelefone ist das Seniorenhandy einfacher zu bedienen und hat bestimmte Zusatzfunktionen wie z.B. einen Notrufknopf. Mit größeren Tasten, einer vereinfachten Menüführung oder einer hohen Lautstärke fällt Ihnen die Nutzung leicht.

Seniorin geht mit Enkelin spazieren und schiebt einen Rollator

Lesehilfe: Wenn Sie an Alterssehschwäche oder an einer Augenkrankheit leiden, können Sie mit einer Lesehilfe wieder vergrößert und scharf sehen und auch kleine Schriften lesen, sei es in Büchern, Zeitschriften oder auf wichtigen Schriftstücken. Lesehilfen gibt es in unterschiedlicher Ausführung, von der klassischen Lupe bis hin zur digitalen Lesehilfe, die bis zu 32-fach vergrößert.

Seniorin geht mit Enkelin spazieren und schiebt einen Rollator

Hausnotruf: Wenn Sie alleine leben und nicht dauerhaft jemand bei Ihnen ist, dann sorgt im Fall eines häuslichen Notfalls ein Hausnotruf-System für Sicherheit. Es besteht aus einer Basisstation und einem Funksender. Den Notrufknopf tragen Sie entweder als Kette um den Hals oder als Armband. So können Sie schnell und einfach per Knopfdruck Hilfe rufen und werden unverzüglich mit der Notrufzentrale verbunden.

Entscheidungshilfe – So finden Sie die passende Kommunikationshilfe

Wobei benötigen Sie Unterstützung?

  1. Sehschwäche: Wenn Sie Einschränkungen beim Sehen haben und keine Bücher oder Zeitschriften mehr lesen können, dann kann die Lesehilfe helfen, Ihre Augen zu schonen und die Schrift zu vergrößern. Außerdem kann ein Seniorentelefon oder ein Seniorenhandy sinnvoll sein, da Sie hiermit dank der großen Tasten und dem übersichtlichen Display besonders einfach Anrufe tätigen und entgegennehmen können.
  2. Hörschwäche: Sind Sie schwerhörig oder können Gesprächen nur noch schlecht folgen? Dann ist ein Hörgerät das geeignete Kommunikationsmittel. Sie haben die Wahl zwischen Modellen, die im oder hinter dem Ohr sitzen – probieren Sie aus, was für Sie komfortabel ist. Wenn Sie nur eine geringe Hörminderung haben, dann können Sie sich für die günstigere Alternative - den Hörverstärker - entscheiden. Diesen können Sie allerdings nur ab und zu einsetzen und haben Einbußen in der Klangqualität.
  3. Häuslicher Notfall: Wenn Sie bei einem Unfall in den eigenen vier Wänden schnell Hilfe benötigen, können Sie sich für einen Hausnotruf entscheiden. Auf Knopfdruck können Sie Hilfe holen, wenn Sie einmal gestürzt sind. Ihr Hilferuf wird dann direkt zur Notruf-Zentrale durchgestellt, bei der die wichtigsten Informationen wie Ihre Adresse und Ihr Krankheitsbild bereits hinterlegt sind. So kann Ihnen schnell und zielgerichtet geholfen werden.

Kosten und Zuschüsse

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Lupe und Text

Wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt, dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ein Hörgerät oder eine Sehhilfe. Sie sind im Heil- und Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkasse aufgelistet und unter den Gruppen „13: Hörhilfen“ und „25: Sehhilfen“ zu finden.

Kostenübernahme durch die Pflegekasse

Pflegebedürftige mit Pflegegrad erhalten von der Pflegekasse auf Antrag einen Zuschuss für den Hausnotruf. In der Regel zahlt die Pflegekasse sowohl für die Installationskosten als auch für laufende monatliche Kosten einen Zuschuss für die Basisvariante.

Kosten für Selbstzahler

Seniorentelefone und Seniorenhandys gelten als Alltagsgegenstände und sind nicht im Heil- und Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkasse aufgelistet. Das bedeutet, dass die Kosten von der Kranken- oder Pflegekasse nicht übernommen oder bezuschusst werden. Jedoch erhalten Sie günstige Modelle bereits ab etwa €30 online oder im Elektronikfachhandel.

Anschaffung: Hier können Sie Kommunikationshilfen kaufen

Wenn Sie weder eine ärztliche Verordnung bekommen noch einen Pflegegrad haben, dann können Sie die meisten Kommunikationsmittel in einem gut sortierten Sanitätshaus in Ihrer Nähe oder bequem und diskret in einem Onlineshop kaufen. Das Hausnotruf-System können Sie als pflegebedürftige Person mit Pflegegrad direkt bei Ihrer Pflegekasse beantragen.

Häufige Fragen

Seniorin_Rollstuhl

Es gibt Hörgeräte und Hörverstärker, die Sie beim Hören unterstützen. Seniorentelefone sind speziell angepasste Festnetztelefone und können im Gegensatz zu Seniorenhandys nicht überall mit hingenommen werden. Lesehilfen helfen Ihnen bei einer Sehschwäche oder Augenerkrankungen. Außerdem können Sie mit einem Hausnotruf-System jederzeit per Knopfdruck Hilfe über die Notfallzentrale anfordern.

Welche Kommunikationshilfe für Ihre Bedürfnisse geeignet ist hängt davon ab, wie sehr und in welchen Bereichen Sie eingeschränkt sind. Wenn Sie eine Sehschwäche haben, dann kann eine Lesehilfe Ihre Lesefähigkeit verbessern. Außerdem eignen sich für Sie das Seniorenhandy oder das Seniorentelefon mit zusätzlichen Funktionen für Senioren. Hörgeräte oder Hörverstärker helfen Ihnen, wenn Sie eine Hörschwäche haben. Wenn Sie alleine wohnen und pflegebedürftig sind, dann ist ein Hausnotruf für Sie geeignet.

Für ein Hörgerät oder eine Sehhilfe werden die Kosten von Ihrer Krankenkasse übernommen bzw. bezuschusst, wenn Sie ein Rezept Ihres Arztes vorlegen können. Für ein Hausnotruf-System bekommen Sie einen Zuschuss der Pflegekasse , wenn Sie über einen Pflegegrad verfügen. Da die Seniorentelefone und Seniorenhandys als Gegenstände des täglichen Gebrauchs gelten, werden hierfür die Kosten nicht übernommen.

Der Verband Pflegehilfe unterstützt Sie dabei, ein Sanitätshaus in Ihrer Nähe zu finden, wo Sie verschiedene Kommunikationshilfen erhalten. Benötigen Sie weitere Hilfe bei der Organisation Ihrer Pflege im Alter oder haben Sie noch mehr Bedarf an Pflegeprodukten? Unsere Berater helfen Ihnen gerne kostenfrei und unverbindlich am Telefon weiter.