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Unter Pflegeheimen werden auf Pflegehilfe.org alle Arten von Einrichtungen der vollstationären Pflege zusammengefasst. Andere oft verwendete Bezeichnungen dieser Kategorie sind Altenpflegeheime, Seniorenresidenzen, Altenheime oder Altersheime. Ein Pflegeheim ist eine Einrichtung, in der pflegebedürftige Menschen dauerhaft wohnen und rund um die Uhr gepflegt und versorgt werden. Nach unseren Erfahrungen sind die häufigsten Gründe für die Unterbringung in einem Pflegeheim eine schwere chronische Krankheit oder eine sonstige starke körperliche Beeinträchtigung.
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Die Entscheidung professionelle Hilfe anzunehmen und die eigene Mutter oder den eigenen Vater in eine stationäre Einrichtung zu geben wird meistens so lange wie möglich hinausgeschoben. Die Vorteile, die eine Betreuung und Pflege in einem Pflegheim mit sich bringen, sind allerdings beachtlich:
Gerade die Entlastung bei der geistig und körperlich anstrengenden Pflegetätigkeit schafft Freiraum für persönliche Zuwendung, die wichtigste Art der Pflege
Die vielfältigen sozialen Kontakte, die Senioren innerhalb der Einrichtung aufbauen und pflegen können, sorgen nicht selten für neue Lebensfreude
Viele Einrichtungen bieten sowohl atmosphärisch - als auch aus Komfort-Gesichtspunkten eine bessere Versorgung als es zu Hause möglich wäre
Zahlreiche Angebote beispielsweise Bewegungsübungen, um Koordination und Kraft zu stärken oder auch Kulturangebote wie Lesekreise sorgen für Abwechslung im Alltag
Die monatlichen Kosten für ein Pflegeheim betragen im Bundesdurchschnitt 2.770 Euro im Monat. Diese Kosten setzen sich aus einem durchschnittlichen Tagessatz von 71 Euro pro Tag und zusätzlich 19 Euro pro Tag für Unterkunft und Verpflegung zusammen. Zusätzliche Kosten können für Zusatzleistungen und gesondert berechnete Investitionskosten entstehen. Die Kosten für Pflegeheime unterscheiden sich deutlich in den verschiedenen Bundesländern. So sind in Sachsen-Anhalt und in Sachsen nur circa 2.250 beziehungsweise 2.280 Euro für einen Heimplatz zu bezahlen. Besonders teuer ist ein Pflegeheimplatz in Hamburg (3.040 Euro) und Nordrhein-Westfalen (ca. 3.130 Euro).
Ist eine Finanzierung durch den Pflegbedürftigen und dessen Angehörigen nicht möglich, finanziert die Stadt oder der Landkreis den Pflegeheimplatz als Sozialhilfeträger. Dieser ist verpflichtet die Kosten zu begleichen, wenn Pflegebedürftige oder deren Kinder nicht für die Kosten aufkommen können.
In einem guten Pflegeheim ähnelt der Tagesablauf des Pflegebedürftigen den Abläufen, die er oder sie von zu Hause gewöhnt ist. Dennoch sind im Alltag Kompromisse nötig. Um etwaige Änderungen abzuschwächen erhält der Pflegebedürftige normalerweise eine feste Bezugsperson. Diese Pflegerin kümmert sich um den Pflegebedürftigen, betreut und pflegt ihn. Teilweise wird die Pflegekraft auch von anderen, noch sehr fitten Heimbewohnern unterstützt.
Rüstigen Bewohnern wird ein umfassendes Freizeitangebot gemacht: Spaziergängen, Freizeitgruppen, Krankengymnastik und therapeutische Angebote sind heutzutage das Standartangebot eines Pflegeheims. Für stärker beeinträchtige Bewohner ist ein Aufenthalt in den Gemeinschaftsräumen eine willkommene Abwechslung. Einrichtungen für Demenz-Erkrankte sichern die Tür zusätzlich durch einen Zahlencode, dessen richtige Eingabe erforderlich ist, um die Tür nach draußen zu öffnen.
Gegen 12 Uhr bekommen die Bewohner ein meistens abwechslungsreiches Mittagessen, dem die Mittagsruhe folgt. Nach dem Nachmittagsprogramm folgt das Abendessen gegen 17.30 und das Zubett-Gehen und hoffentlich eine geruhsame Nacht.
Im Jahre 2007 sind insgesamt knapp über zwei Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Davon sind knapp siebenhunderttausend Menschen, also rund 30 Prozent, in den circa 12.000 Pflegeheimen untergebracht. Die große Mehrheit der Pflegebedürftigen wird nicht in Pflegeheimen, sondern zu Hause von Angehörigen oder einem ambulanten Pflegedienst gepflegt und versorgt.
Ein Großteil, etwa fünfundfünfzig Prozent, der in Deutschland existierenden Pflegeheime haben einen freigemeinnütziger Träger. Lediglich neununddreißig Prozent der Pflegeheime sind in privater Trägerschaft. Noch circa sechs Prozent der stationären Pflegeeinrichtungen werden von öffentlichen Trägern unterhalten. Bei jedem fünften Pflegeheim ist in Deutschland ein Betreutes Wohnen angegliedert. Betreutes Wohnen eignet sich vor allem für Menschen, die eine seniorengerechte Wohnung möchten, aber keine Pflege benötigen.
Trotz enger Finanzrahmen schaffen es die Kooperationspartner der Pflegehilfe ausreichend Personal zu beschäftigen. Oft arbeiten dort neben dem hoch qualifizierten Personal Zivildienstleistende, Ehrenamtliche oder Frauen im freiwilligen sozialen Jahr. Praktikanten, Auszubildende, und Schüler stellten 32.000 bzw. 6% aller Beschäftigten.
Pflegende Arbeiten dürfen allerdings nur durch besonders ausgebildete Fachkräfte übernommen werden. Mindestens die Hälfte des Pflegepersonals muss dabei aus examinierten Pflegekräften bestehen. Circa fünfunddreißig Prozent arbeiten in Vollzeit, während Teilzeitkräfte mehr als die Hälfte (57%) der Beschäftigten aus machr. Auch bei Nachtwachen muss gesetzlich Vorgeschrieben mindestens eine Fachkraft anwesend sein. Insgesamt sind knapp sechshunderttausend Menschen beschäftigt, ein Großteil (etwa 85%) etwa fünfundachtzigtausend Frauen.
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