Dekubitus: Was ist ein Dekubitus?

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Bettlägerigkeit kann ein Dekubitus auslösen Ein Druckgeschwür, welches durch eine Veränderung der Haut und häufig auch der darunter liegenden Hautschichten, die durch dauernde äußere Druckeinwirkung hervorgerufen werden, ist ein Dekubitus. Es ist mit dem bloßen Auge sichtbar.

Diese Krankheit ist in den meisten Fällen eine Folge von Bettlägerigkeit. Ein Dekubitus erfordert eine langwierige Therapie. Denn das Druckgeschwür kann ein erhebliches Ausmaß annehmen und ist mit starken Schmerzen verbunden. Unter Umständen kann es auch lebensgefährlich werden.

Im Folgenden erklären wir Ihnen, wie ein Dekubitus entsteht, wie sie es erkennen und der Entstehung vorbeugen können.

Ursachen eines Dekubitus

Ein Dekubitus entsteht, wenn Druck auf bestimmte Hautregionen über einen längeren Zeitraum ausgeübt wird. Welche Risikofaktoren die Entstehung eines Dekubitus begünstigen, erfahren sie hier.

Anzeichen eines Dekubitus

Um einen Dekubitus zu vermeiden, sollten Sie regelmäßig auf mögliche Anzeichen Acht geben. Wie Sie einen Dekubitus rechtzeitig erkennen können, erfahren Sie hier.

Behandlung von Druckgeschwüren

Hier erfahren Sie mehr zur Behandlung von Druckgeschwüren.

Prävention – Wie kann man Druckgeschwüre vermeiden?

Hier erfahren Sie, durch welche vorbeugenden Maßnahmen Druckgeschwüre vermieden werden können.

Ursachen: Durch welche Ursachen entsteht ein Dekubitus?

Tipp: Viele Faktoren erhöhen das Risiko eine Dekubitus. Je mehr zutreffen, umso häufiger trifft der schlimmste Fall ein.

Ein Dekubitus entsteht, wenn dauernder Druck auf eine bestimmte Hautstelle (z.B. beim Liegen) über einen längeren Zeitraum ausgeübt wird. Dies begünstigt mangelnde Durchblutung und einen gestörten Stoffaustausch in den entsprechenden Hautregionen. Es folgt die Zerstörung des Gewebes und das Absterben von Zellen.

Risikofaktoren, die sich günstig auf die Entstehung eines Dekubitus auswirken, sind:
  • Dauerhaftes Liegen und wenig Bewegung
  • Hautschäden (z.B. ein Aufweichen der Haut bei Inkontinenz)
  • Durchblutungsstörungen der Haut (z.B. bei Diabetes, Gefäßerkrankungen)
  • Verletzungen oder chronische Erkrankungen des Skelettsystems (z.B. Knochenbrüche, Rheuma)
  • Mangelernährung der Haut (z.B. durch einen reduzierten Ernährungszustand und/oder Flüssigkeitsmangel)
  • Gestörte Wahrnehmung (z.B. bei Demenzerkrankten)

Anzeichen: Was sind Anzeichen eines Dekubitus?

Um ein Druckgeschwür zu vermeiden, sollten Sie Ihre/n pflegebedürftige/n Angehörige/ n regelmäßig auf Anzeichen kontrollieren.

Wichtig
Falls bereits eine Schädigung der Haut entstanden ist, muss unbedingt ein Arzt verständigt werden. Wird eine Behandlung rechtzeitig eingeleitet, kann ein Dekubitus vermieden werden.

Es gibt unterschiedliche Symptome für ein Dekubitus. Diese hängen vom Schweregrad der Schädigung ab. Es gibt 4 Schweregrade. Die Schädigungen reichen von geringen Rötungen der Haut bis hin zum vollständigen Rückgang der Hautschichten. Dabei kann es dann zu einer ausgeprägten Zerstörung des Gewebes kommen, was auch die Knochenhaut und/ oder Knochen betrifft.

Ein Dekubitus 1. Grades lässt sich mit dem sogenannten „Fingertest“ feststellen. Dabei müssen Sie mit den Fingerspitzen in die Mitte der geröteten Hautstelle drücken. Falls die Hautrötung nicht verschwindet und einen weißen Ton annimmt, könnte bereits ein Dekubitus 1. Grades vorliegen.

Haut, die über Knochenvorsprüngen liegt, ist besonders gefährdet. Der Auflagedruck ist an diesen Stellen sehr hoch. Weitere besonders gefährdete Stellen für Druckgeschwüre sind:
In Rückenlage: Der Hinterkopf, die Schulterblätter, die Ellbogen, die Kreuz- und Steißbeinregion und die Fersen. In Seitenlage: Die großen Rollhügel der Oberschenkelknochen, die Knöchel des Sprunggelenks, die Knie und die Ohren bzw. die Region hinter den Ohren.

Dekubitusbehandlung: Wie wird ein Druckgeschwür behandelt?

Druckentlastung der betroffenen Hautareale

Eine ständige Druckentlastung dient der Durchblutungsförderung und dem Stoffaustausch der betroffenen Hautstellen. Es ist wichtig die Betroffenen aktiv und passiv zu bewegen. Es gibt ebenso verschiedene Lagerungsarten und Lagerungshilfsmittel, die zur Druckentlastung/-reduzierung beitragen.

Wie Sie Ihre/n pflegebedürftige/n Angehörige/n richtig Lagern und zur Druckentlastung einzelner Hautareale beitragen können, erfahren Sie HIER

Welche Maßnahmen unterstützen die Wundheilung?

Eine Infektion der betroffenen Hautstellen kann verhindert und die Wundheilung gefördert werden, wenn eine hygienische und dem Stadium entsprechende Versorgung gewährleistet wird.

Dafür gibt es genügend Verbandmaterialien. In seltenen Fällen wird eine chirurgische Behandlung des Druckgeschwürs erforderlich.

Prävention: Wie kann man Druckgeschwüre vermeiden?

Tipp: Bereits minimale Bewegungen der Patienten kann die Durchblutung der Haut fördern. Deshalb sollten Personen über die Notwendigkeit der regelmäßigen Bewegung aufgeklärt werden.

Für die Vorbeugung eines Dekubitus gibt es einige Richtlinien.

Druckentlastung durch Lagerung des Patienten

Der ideale Lagerungswechsel von gefährdeten Personen sollte alle 2 Stunden erfolgen. Dann kann ein langfristiger Auflagedruck vermieden werden.

Wie Sie Ihre/n Pflegebedürftige/n richtig Lagern und zur Druckentlastung einzelner Hautareale beitragen können, erfahren Sie HIER.

Hierzu gibt es zahlreiche Lagerungshilfsmittel, die wir für Sie HIER einzeln aufgeführt haben. Neben der Anwendung von Hilfsmitteln sollte bei der Lagerung besonders darauf geachtet werden, dass die Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person erhalten bleibt.

Gezielte Ernährung

Die richtige Ernährung spielt als eine ergänzende Maßnahme eine wichtige Rolle. Es gibt dabei drei Regeln, die als Maßstab gelten können:

Trinkenge: Die Haut benötigt genügend Flüssigkeit und muss vor Austrocknung bewahrt werden. So sollten mindestens 1,5 – 2 Liter am Tag getrunken werden. Gerade bei älteren Menschen ist darauf zu achten, da sie nur noch selten über ein gesundes Durstgefühl verfügen.

Eiweiß: Eiweiß bietet eine wichtige Grundlage zur Erhaltung der Haut. Zudem ist es für die Wundheilung wichtig. Aus diesem Grund ist eine eiweißreiche Ernährung wesentlich. Vitamine, Mineralien und Spurenelemente: Der Zellstoffwechsel wird besonders durch Vitamine, Mineralien und Spurenelemente angetrieben. Gute Lieferanten dafür sind frisches Gemüse und Obst.

Regelmäßige Bewegung

Die betroffenen Hautregionen werden durch regelmäßige Bewegung entlastet. Außerdem trägt dies zur Selbstständigkeit und Erhaltung der Mobilität der Betroffenen bei.

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