Soziale Absicherung: Wie können pflegende Angehörige für Ihre Sicherheit sorgen?

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Geld als Symbol für soziale Absicherung für pflegende AngehörigeWenn Sie die Pflegezeit eingehen, bleibt eine private Kranken- und Pflegeversicherung grundsätzlich bestehen. Auf Antrag begleicht die Pflegekasse oder das private Pflegeversicherungsunternehmen des Pflegebedürftigen, den Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung bis zur Höhe des Mindestbeitrages wie bei den Sozialversicherten.

Tipp: Sollte Ihnen in der Pflegezeit ein Unfall passieren und Sie müssen ärztlich versorgt werden, müssen Sie angeben, dass der Unfall während der Pflegezeit passiert ist. So wird dieser der zuständigen Unfallkasse gemeldet.

Welche Möglichkeiten die Pflegeversicherung bietet, um pflegende Angehörige abzusichern, wird im Folgenden dargestellt.

Welche Leistungen der Unfallversicherung bestehen für pflegende Angehörige?

Sie sind bei allen Tätigkeiten, die Sie für die zu pflegende Person innerhalb der Pflegezeit verrichten, unfallversichert.

Dazu gehören:
  • Alle Strecken, die Sie bei der Pflege zurücklegen, also Fahrten zum und vom Pflegebedürftigen, Fahrten zum Arzt oder auch zum Supermarkt, um für Ihren Angehörigen einzukaufen.
  • In der Wohnung des Pflegebedürftigen, auch bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie Fensterputzen.
  • Bei der tatsächlichen Grundpflege, also wenn Sie zum Beispiel Ihren Angehörigen umziehen und dabei ausrutschen.

Diese Absicherung gilt nicht für Tätigkeiten in der Wohnung, die auch für andere dort mitwohnende Menschen nützlich sind. Sie müsse sich bei der Unfallkasse nicht extra anmelden und auch keinen Beitrag zahlen. Wenn ein Unfall passiert, melden Sie sich innerhalb von drei Tagen bei dem zuständigen Unfallversicherungsträger.

Welche Leistungen der Rentenversicherung bestehen für pflegende Angehörige?

Bei einer Pflegezeit von mindestens 14 Stunden in der Woche, sind Sie über Ihre/n Angehörige/n entenversichert. Die Pflegekasse des/ der Pflegebedürftigen ist dann für die Rentenversicherungsbeiträge zuständig.

Voraussetzungen sind:
  • Ihr Verwandter bezieht Pflegegeld der Pflegeversicherung
  • Sie pflegen Ihren Verwandten mindestens 14 Stunden pro Woche in häuslicher Umgebung
  • Sie sind nicht mehr als 30 Stunden pro Woche erwerbstätig
  • Sie erhalten selbst keine Altersrente
  • Die Pflegetätigkeit muss mindestens zwei Monate im Jahr ausgeübt werden

Da die Versicherungspflicht als Voraussetzung per Gesetz entsteht, müssen Sie keinen Antrag ausfüllen. Lediglich ein Fragebogen muss von Ihnen bearbeitet werden.

Wichtig
Sie müssen sich bei der Pflegekasse Ihrer/s pflegebedürftigen Angehörigen als Pflegeperson melden. Dann bekommen Sie einen Vordruck zur Anmeldung bei der Rentenversicherung. Bei zwei zu betreuenden Pflegebedürftigen, können die Pflegezeiten addiert werden, um auf die mindestens 14 Stunden pro Woche zu kommen. So können Sie auch dafür die Rentenversicherungsansprüche geltend machen.

Welche Leistungen der Arbeitslosenversicherung bestehen für pflegende Angehörige?

Während der Dauer der Pflegezeit, wird die Arbeitslosenversicherung in Form einer Pflichtversicherung, fortgeführt. Die Pflegekasse übernimmt dann die nötigen Auszahlungen.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten für die berufliche Wiedereingliederung, falls Sie Ihre Berufstätigkeit für die Pflegezeit unterbrochen haben.

Diese Leistungen werden von der Arbeitslosenversicherung gestellt:
  • Auch wenn Sie keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen mussten, gilt die Pflegezeit als Versicherungszeit.
  • Voraussetzung ist, dass Sie vor der Pflegezeit Beiträge zur Arbeitslosenversicherung geleistet haben.
  • Somit haben Sie damit einen Anspruch auf Arbeitslosengeld beim Arbeitsamt.
  • Nach der Pflegezeit können Sie Unterstützung bei der Rückkehr in Ihren Beruf fordern.
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