Pflegegeld: Wieviel Geld zahlt die Pflegekasse bei der Pflege durch Angehörige?

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Eine Pflegekraft hält Hand eines Pflegebedürftigen Grundsätzlich muss die häusliche Versorgung des Pflegebedürftigen sichergestellt sein, um Pflegegeld beziehen zu können. Das Pflegegeld bezieht der Betroffene von der Pflegekasse. Dieser entscheidet dann, wofür das Geld eingesetzt wird.

Pflegebedürftige Menschen sollen selbst darüber entscheiden, wie und von wem sie gepflegt werden möchten. Wenn sie sich beispielsweise von Familienangehörigen oder Nachbarn pflegen lassen, erhalten sie entsprechend ihrer Pflegestufe Pflegegeld durch die Pflegekasse. Dieses Geld können pflegebedürftige Menschen dann verwenden, um die Leistungen der pflegenden Angehörigen zu honorieren.
Das Pflegegeld wird dem Betroffenen von der Pflegekasse überwiesen. Der pflegebedürftige Mensch kann über die Verwendung des Pflegegeldes grundsätzlich frei verfügen. Viele reichen es als Anerkennung an die ihn versorgenden Personen weiter.

Die Pflege eines Menschen sollte immer individuell auf seine Bedürfnisse abgestimmt sein. Um dies erreichen zu können, kann es sinnvoll sein, den Bezug von Pflegegeld mit der Inanspruchnahme von Pflegesachleistungen zu kombinieren. Das Pflegegeld vermindert sich in diesem Fall anteilig um den Wert der in Anspruch genommenen Pflegesachleistungen (siehe Kombinationsleistung).

Tipp: Das Pflegegeld ist nicht die einzige Möglichkeit finanzielle Unterstützung zu bekommen. Außerdem gibt es z.B. auch Leistungen für Kurzzeit- oder Ersatzpflege.

Grundsätzlich muss die häusliche Versorgung des Pflegebedürftigen sichergestellt sein, um Pflegegeld beziehen zu können. Das Pflegegeld bezieht der Betroffene von der Pflegekasse. Dieser entscheidet dann, wofür das Geld eingesetzt wird.

Wenn die pflegebedürftige Person eine Pflegestufe erhält oder bei Pflegestufe 0 eine eingeschränkte Alltagskompetenz festgestellt wird, Sie jedoch auf professionelle Unterstützung verzichten möchten und die Versorgung und Pflege selbst arrangieren, können Sie Pflegegeld geltend machen.

Höhe des Pflegegeldes

Die Pflegestufe ist maßgeblich für die Höhe des Pflegegeldes. In der folgenden Grafik sehen Sie die monatlichen Leistungen je nach Pflegestufe:

 Ohne festgestellte eingeschränkte Alltagskompetenz*Mit festgestellter eingeschränkter Alltagskompetenz*
Pflegestufe 0 Kein Anspruch 120 €
Pflegestufe 1 235 € 305 €
Pflegestufe 2 440 € 525 €
Pflegestufe 3 700 € 700 €
Härtefall 700 € 700 €
*Hier finden Sie eine Erklärung zur eingeschränkten Alltagskompetenz. Die entsprechenden Beträge beziehen sich auf einen kompletten Kalendermonat. Wenn die Pflege inmitten eines Monats beginnt oder eine Unterbrechung stattfindet, z.B. durch Kurzzeitpflege, wird ein anteiliges Pflegegeld ausgezahlt.  

Beispiel: Das Pflegegeld für Pflegestufe I wird zum 21. Juni genehmigt. Sie erhalten anteilig für den Monat Juni Pflegegeld in Höhe von:
235 € : 30 * 10 = 78 €

Das Pflegegeld wird von der gesetzlichen Pflegekasse monatlich im Voraus gezahlt. Bei einer Unterbrechung wird zu viel gezahltes Geld von der Pflegekasse zurückgefordert. Normalerweise wird es jedoch mit dem Folgemonat verrechnet.

Unterbrechung der häuslichen Pflege

Im Falle einer Unterbrechung der häuslichen Pflege, wird das Pflegegeld unter bestimmten Umständen noch bis zu vier Wochen weiter ausgezahlt. Diese Auszahlung findet weiterhin satt, wenn Ihr/e Angehörige/r:

  • Stationär in einem Krankenhaus behandelt wird
  • An einer stationären medizinischen Rehabilitationsmaßnahme teilnimmt
  • Von der Krankenkasse häusliche Krankenpflege (mit Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung) erhält

Bei einer Unterbrechung aufgrund von Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege wird die Hälfte des Pflegegeldes für bis zu vier Wochen pro Kalenderjahr weiter gezahlt.

Verpflichtende Beratungstermine

Wird Pflegegeld an eine pflegebedürftige Person ausgezahlt, muss diese regelmäßige Besuche und Beratung durch eine Pflegefachkraft einer zugelassenen Pflegeeinrichtung in der häuslichen Umgebung empfangen. Diese Termine finden dann mindestens einmal pro Halbjahr, bei Pflegestufe III mindestens einmal pro Vierteljahr, statt. Dadurch wird eine die Qualität der häuslichen Pflege und eine regelmäßige fachliche Unterstützung gewährleistet. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten dafür. Die zugelassene Pflegeeinrichtung gibt dann mit dem Einverständnis Ihres Angehörigen den Nachweis der Beratung an Ihre Pflegekasse weiter.

Wichtig:
Wer den verordneten Gesprächstermin nicht einhält, muss mit Einschränkungen bis hin zu einem Ausfall des Pflegegeldes rechnen. Wenn der Termin nachgeholt wird, werden die Kürzungen wieder rückgängig gemacht

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