Ambulante Pflege: Wann ist ein ambulanter Pflegedienst geeignet?

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Sohn umarmt seine pflegebedürftige MutterAmbulante Pflegedienste sind professionelle Dienste, die für die Pflege zu Hause als Entlastung und Unterstützung der Angehörigen in Anspruch genommen werden können. Sie ermöglichen Betroffenen, trotz Pflegebedürftigkeit in der vertrauten Umgebung zu bleiben.

Das Leistungsangebot der häuslichen Pflege erstreckt sich über grundpflegerische Tätigkeiten wie Körperpflege, und Ernährung, bis hin zu Tätigkeiten der Behandlungspflege wie Medikamentengabe, Verbandswechsel und Injektionen. Außerdem übernehmen Pflegedienste die Beratung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen, Unterstützung bei der Essensbelieferung oder Organisation von Fahrdiensten und Krankentransporten sowie der hauswirtschaftliche Versorgung wie Einkaufen, Kochen und Reinigen der Wohnung.

Tipp: Die Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst kann mit der sogenannten Tagespflege kombiniert werden. Dann übernimmt die Pflegekasse sogar mehr Kosten, als im Falle einer Einzelleistung. Die nötigen Informationen dazu finden Sie HIER.

Ein ambulanter Pflegedienst kümmert sich um die pflegebedürftigen Menschen in ihrem eigenen zu Hause. Dort werden dann verschiedene Hilfs- und Pflegetätigkeiten übernommen. Zu diesen Tätigkeiten gehören:

Die sogenannte Grundpflege, wie z.B.

  • Hilfestellung bei der körperlichen Pflege und beim Anziehen
  • Hilfestellung beim Toilettengang
  • Hilfestellung bei der Nahrungsaufnahme

Die hauswirtschaftliche Versorgung, wie z.B.

  • Zubereitung der Mahlzeiten
  • Übernahme von Einkäufen

Die sogenannte Behandlungspflege, wie z.B.

  • Vergabe von Medikamenten
  • Erneuerung von Wundverbänden

Die Pflegekasse übernimmt seit dem 1. Januar 2013 auch sogenannte Leistungen der „häuslichen Betreuung“, die von den Pflegediensten ausgeführt werden. Dazu zählen verschiedene Hilfeleistungen bei der alltäglichen Versorgung, wie z.B.

  • Spazierengehen
  • Vorlesen
  • andere Freizeit- und Beschäftigungsangebote

Vor allem für an Demenz erkrankte Menschen und deren Angehörige, stellen die Leistungen der „häuslichen Betreuung“ eine große Erleichterung dar.

Beratung zu Pflegetätigkeiten und Unterstützung bei der Organisation von weiteren Hilfsdiensten

Der ambulante Pflegedienst versorgt die pflegebedürftige Person so, wie es erforderlich ist, in ihrem eigenen zu Hause. Also zum Beispiel jeden Morgen zur Unterstützung beim Aufstehen und jeden Abend zur Hilfe beim Zubettgehen. Der Pflegedienst kann auch nur für einzelne Tage in der Woche beauftragt werden, wenn die Pflege zum größten Teil von Angehörigen übernommen wird. Jeder ambulante Pflegedienst ist rund um die Uhr erreichbar und steht auch an Wochen- und Feiertagen zur Verfügung. Für Notsituationen ist der Pflegedienst auf Abruf oder kann andere Hilfe organisieren.

Was kostet ein ambulanter Pflegedienst und wie wird abgerechnet?

Wie viel ein Pflegedienst kostet, hängt von dem jeweiligen Bundesland und dem einzelnen Anbieter ab. Die Abrechnung erfolgt gewöhnlich nach Einzelleistungen oder über Leistungskomplexe. Letzteres ist die gängige Form der Abrechnung. Dabei werden einzelne Tätigkeiten in einem Leistungskomplex zusammengefasst.
Ein Beispiel dafür ist die Ganzwaschung. Dieses Leistungskomplex beinhaltet folgende Einzelverrichtungen: Waschen, Duschen, Baden, Mund-, Zahn-, und Lippenpflege, Rasieren, Hautpflege, Haarpflege, Nagelpflege, An- und Auskleiden inkl. An- und Ablegen von Körperersatzstücken, Vorbereiten/ Aufräumen des Pflegebereiches.

Seit dem 1. Januar 2013 gibt es neben den Leistungskomplexen auch die Möglichkeit, über ein bestimmtes Zeitkontingent abzurechnen. Das bedeutet, dass zusammen mit dem Pflegedienst entschieden wird, welche Leistungen innerhalb eines vorgegeben Zeitfensters erbracht werden.

Wichtig
Aufgrund von andauernder Verhandlungen zwischen den Pflegediensten und den Pflegekassen bezüglich der Umsetzung und Vergütung dieser neuen Abrechnungsmöglichkeit, kann diese von den Pflegediensten noch nicht angeboten werden. Sie sollten bei Interesse den jeweiligen Pflegedienst darauf ansprechen und erfragen, ob und wann diese neue Abrechnungsmöglichkeit genutzt werden kann.

Besitzt die pflegebedürftige Person eine Pflegestufe, übernimmt die Pflegekasse die Kosten bis zu einer gesetzlich festgelegten Grenze. Wie Sie eine Pflegestufe beantragen und wie hoch die Kostenübernahme der Pflegekasse für einen ambulanten Pflegedienst ist, erfahren Sie HIER.

Auch die Krankenkasse übernimmt einen Teil der Kosten für den ambulanten Pflegedienst. Meist für die Behandlungspflege. Diese muss von einem Arzt verschrieben werden. In diesem Fall werden die Kosten vollständig von der Krankenkasse übernommen. Genauere Informationen zu den Leistungen der Krankenversicherung finden Sie HIER.

Worauf muss ich bei der Auswahl eines ambulanten Pflegedienstes achten?

Eine zuverlässige Versorgung und daraus resultierende Wohlbefinden Ihres pflegebedürftigen Angehörigen steht an erster Stelle. Aus diesem Grund ist die Entscheidung für einen guten ambulanten Pflegedienst enorm wichtig, denn dieser trägt dazu bei.

Für die Wahl sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen. Informieren Sie sich bei Ärzten und anderen Betroffenen über den gewählten Pflegedienst.
Das Pflegehilfe-Team hilft Ihnen gern bei der Suche eines geeigneten ambulanten Pflegedienstes in Ihrer Region.
Auf welche wichtigen Punkte Sie bei der Auswahl eines Pflegedienstes achten sollten, finden Sie HIER.
Einen ausführlichen Fragebogen für die Bewertung eines Pflegedienstes finden Sie HIER.

Wichtig
Der Vertrag mit dem Pflegedienst darf durch die/den Pflegebedürftigen fristlos und ohne Angaben von Gründen gekündigt werden. Der Bundesgerichtshof hat 2012 entschieden, dass sich an eine Kündigungsfrist von 14 Tagen, wie sie in manchen Verträgen stehen kann, nicht gehalten werden muss.

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