Zwangsernährung

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Die Zwangsernährung ist eine Form der künstlichen Ernährung. Sie wird durchgeführt,wenn eine Person aufgrund eines Hungerstreiks oder einer Essstörung nicht mehr essen will und sich dadurch lebensbedrohlich gefährdet. Die Zwangsernährung, herbei geführt durch zum Beispiel eine Magensonde oder eine Infusion, ist ein erheblicher Eingriff in die Grund- und Menschenrechteund verletzt das Selbstbestimmungsrecht. Laut eines Gerichtsbeschlusses des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2006, hat der Betreuer als gesetzlicher Vertreter des Betroffenen, wenn dieser nicht mehr eigenständig handeln kann, das Recht unter bestimmten Bedingungen eine Zwangsernährung einleiten zu lassen. Die Gründe dafür müssen jedoch in ihrem Nutzen ausdrücklich nachvollziehbar sein. Wenn der Betroffene noch zurechnungsfähig ist und die Nahrungsaufnahme verweigert, muss die Verhältnismäßigkeit des Nutzens der therapeutischen Maßnahme geprüft werden. Eine Zwangsernährung erfolgt immer nach ausreichender Prüfung und Erwägung anderer Therapiealternativen. Bei Senioren stellen besonders Demnez-Patienten eine schwierige Gruppe dar. Aufgrund der Krankheit vergessen sie zu essen.