Pflegestufen

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Wenn ein Mensch aufgrund von Krankheit oder Alter auf dauerhafte und regelmäßige Hilfe anderer Personen angewiesen ist, spricht man von Pflegebedürftigkeit. Diese Menschen können ihr alltägliches Leben oft nicht mehr allein und selbstständig bewältigen. Um finanzielle Unterstützung bei der Versorgung dieser Menschen zu erhalten, sei es für den ambulanten oder stationären Bereich, können Pflegeanträge bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden. Der Pflegebedürftige wird dann nach einer Einschätzung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung in eine Pflegestufe I, II oder III eingeteilt. Danach richtet sich dann auch der anteilige Beitrag der Pflegekasse. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung macht sich vor Ort ein Bild der Situation. Um hier die Arbeit zu erleichtern, kann bereits im Vorfeld eine Art Pflegetagebuch durch die Angehörigen des Betroffenen angefertigt werden. Das ausschlaggebende Merkmal bei der Vergabe der Pflegestufen ist der Zeitaufwand für die Pflege durch einen nicht geschulten Angehörigen. Die Pflegestufen teilen sich wie folgt auf

Pflegestufe I (erhebliche Pflegebedürftigkeit):

mindestens einmal pro Tag Hilfe bei zwei Verrichtungen aus den Bereichen der Grundpflege; zusätzliche Unterstützung durch eine Haushaltshilfe, welche mehrmals in der Woche eingesetzt wird; dieser Zeitaufwand muss in der Woche täglich mindestens 90 Minuten betragen, wovon mindestens 45 Minuten für die Grundpflege gebraucht werden; die von der Kasse übernommene Finanzierung beträgt

für die ambulante Pflege:

235 € Pflegegeld/ 450 € Pflegesachleistung

Tagespflege:

450 €

vollstationäre Pflege:

1023 €

Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftigkeit):

mindestens dreimal pro Tag zu verschiedenen Tageszeiten Hilfe bei der Verrichtung aus den Bereichen der Grundpflege; zusätzliche Unterstützung durch eine Haushaltshilfe , welche mehrmals in der Woche eingesetzt wird; dieser Zeitaufwand muss in der Woche täglich mindestens 3 Stunden betragen, wovon mindestens 2 Stunden für die Grundpflege gebraucht werden; die von der Kasse übernommene Finanzierung beträgt:

ambulante Pflege:

440 € Pflegegeld/ 1100 € Pflegesachleistung

Tagespflege:

1100 €

vollstationäre Pflege:

1279 €

Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftigkeit):

ständige Versorgung und Verpflegung der Person (rund um die Uhr, teilweise 24 Stunden Pflege); zusätzliche Unterstützung durch eine Haushaltshilfe, welche mehrmals in der Woche eingesetzt wird; dieser Zeitaufwand muss in der Woche täglich mindestens 5 Stunden betragen, wovon mindestens 4 Stunden für die Grundpflege gebraucht werden; die von der Kasse übernommene Finanzierung beträgt

ambulante Pflege:

700 € Pflegegeld/ 1550 € Pflegesachleistung

Tagespflege:

1550 €

vollstationäre Pflege:

1550 €

Falls in der Pflegestufe III ein noch höher benötigter Pflegeaufwand erkannt wird, spricht man von einem Härtefall. Dann müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

mindestens 6 Stunden pro Tag Hilfe bei der Verrichtung von Tätigkeiten aus dem Bereich der Grundpflege, davon mindestens 3 Stunden in der Nacht; bei einer vollstationären Versorgung des Patienten wird eine ständige medizinische Versorgung impliziert; während der Nacht kann die Grundpflege auch von mehreren Pflegekräften abgesichert werden, wovon mindestens eine Person eine nicht ausgebildete Kraft sein kann (z.B. ein Angehöriger); die von der Kasse übernommene Finanzierung beträgt:

für die ambulante Pflege:

1918 €

vollstationäre Pflege:

1918 €

Falls keine Pflegebedürftigkeit vorliegt, wird die Pflegestufe 0, welche gesetzlich jedoch nicht existiert, zugeteilt. Diese wird weiterhin in 0 (k) für keine Pflegebedarf und 0 (g) für geringen Pflegebedarf eingeteilt. Dieser Pflegestufe werden zum Beispiel Senioren zugeteilt, die nicht aus physischen Gründen Unterstützung benötigen, sondern zum Beispiel wegen einer psychischen Krankheit in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind. Wenn der MDK eine eingeschränkte Alltagskompetenz nachweist und bescheinigt, können diese Patienten bis zu 2400 Euro pro Jahr erhalten.