Palliativmedizin

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Laut der Weltgesundheitsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, beinhaltet die Palliativmedizin „die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer progredienten (voranschreitenden), weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität besitzt“. Die Palliativmedizin gehört zu dem Konzept der Palliative Care. Bei diesem Teilbereich der Medizin geht es nicht darum die Lebenszeit des Patienten zu verlängern, sondern seine restliche Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten und sehr eindringlich auf seine Wünsche einzugehen. Schon im 16. Jahrhundert gab es anfängliche Bemühungen bezüglich palliativer Methoden. Mit einer Welle neuer Errungenschaften der modernen Medizin trat die Palliativmedizin in den Hintergrund, da sich das Streben nach Heilung als Ziel gesetzt wurde. Erst 1983 entstand die erste Palliativstation an der Kölner Universitätsklinik. Zu den grundlegenden Aufgaben der Palliativmedizin gehören die Symptomkontrolle (Schmerzlinderung), Teamarbeit (ein Team bestehend aus Ärzten, Pflegepersonal, Psychologen etc., um die Patienten und deren Angehörige zu unterstützen), Organisation, Aufklärung und die Sterbebegleitung. 1994 wurde die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin gegründet. Dadurch können auch andere Berufsgruppen, nicht nur Ärzte, als Mitglieder fungieren. Diese Vereinigung befasst sich mit dem Aufbau und Fortschritt der Palliativmedizin und hat als leitendes Ziel die bestmögliche Versorgung der Patienten. Es wird zudem daran gearbeitet, die sterbebegleitende Versorgung nicht nur auf Palliativstationen und Hospizen zu beschränken, sondern diese stationär und ambulant auszubauen. Weiterhin wird sich darum bemüht die Palliativmedizin als festen Bestandteil des Medizinstudiums zu etablieren. Die Palliativstationen werden entweder durch sogenannte Fallpauschalen oder nach Tagessätzen, die mit dem Kostenträger verhandelt werden, finanziert. Die Kosten für stationäre Hospize übernehmen die Krankenversicherungen, Pflegeversicherungen und das Hospiz durch einen Eigenanteil. Für die ambulante Palliativpflege kommt teilweise die Krankenversicherung auf. In Deutschland gibt es mittlerweile etwa 300 Palliativstationen.