Multiple Sklerose (MS)

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Die Multiple Sklerose, auch Encephalomyelitis disseminate (ED) genannt, ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Trotz vielfältiger Forschung an der Krankheit konnten die Ursachen bisher nicht geklärt werden. Die Multiple Sklerose gehört neben der Epilepsie zu den häufigsten Erkrankungen mit neurologischem Ursprung bei jungen Erwachsenen. Bekannt ist, dass bei der MS viele (multiple) entzündliche Entmarkungsherde in der weißen Substanz von Gehirn und Rückenmark auftreten, welche sich im gesamten zentralen Nervensystem ausbreiten können. Dadurch kann die MS generell jedes Anzeichen einer neurologischen Störung anzeigen. Die Multiple Sklerose ist nicht heilbar. Durch den Stand der Forschung und die daraus entstandenen Maßnahmen, lässt sich der Verlauf der Krankheit jedoch positiv beeinflussen. Bei den Patienten treten sogenannte Schübe auf, meist erstmalig zwischen dem 15. Und 40. Lebensjahr. Unter einem Schub wird das Auftreten neuer oder schon bekannter Symptome verstanden, welche insgesamt länger als 24 Stunden andauern und deren Ursache ein entzündlicher Entmarkungsherd im zentralen Nervensystem liegt. Es ist für das Krankheitsbild typisch, dass die Symptome innerhalb von Stunden bis Tagen auftreten. Diese Zustände können dann einige Tage bis zu Wochen anhalten. Um einen Schub von dem nächsten unterscheiden zu können, müssen zwischen beiden Phasen 30 Tage liegen. Die aufgetretenen Symptome können sich ganz oder nur teilweise zurückbilden. Man unterscheidet zwischen drei Verlaufsformen der Multiplen Sklerose. Die schubförmig remittierende MS verläuft mit schubartigem Auftreten der Symptome, welche sich anfangs meist vollständig, später nur noch teilweise, zurückbilden. Die sekundär progrediente MS bildet sich oft 10 bis 15 Jahre nach der schubförmig remittierenden MS aus. Sie ist durch eine schleichende Verschlechterung der Symptome gekennzeichnet, welche zusätzliche Schübe zu dem Verlauf bildet. Die primär progrediente MS weist keine Schübe auf, sondern eine langsames Fortschreiten der Symptome, ohne Rückbildung zum Normalzustand. Diese Form tritt bei älteren Menschen häufiger auf. Symptome einer Multiplen Sklerose können Sehstörungen, Augenschmerzen, Sensibilitätsstörungen, Taubheitsgefühle, Muskelschmerzen, Schluckstörungen, Schwindel, Sprechstörungen und viele andere Erscheinungen sein. Es kommt darauf an, wo der entzündliche Entmarkungsherd liegt. Durch die sogenannte Expanded Disability Status Scale (EDSS) ist es möglich, den Schweregrad der Beeinträchtigung des Patienten zu beurteilen. Therapieformen der Multiplen Sklerose sind die Schubtherapie, die immunmodulierende Langzeittherapie und die Behandlung symptomatischer Beschwerden.