Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK)

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Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist ein gemeinschaftlicher Verband der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen. Er organisiert sich in jedem Bundesland, mit einzelnen Ausnahmen, als eine selbstständige Arbeitsgemeinschaft. Die Mitglieder und somit Träger des MDK sind die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Dazu zählen momentan 145 Kassen. Die Sozialministerien der jeweiligen Bundesländer beaufsichtigen den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung. Dabei unterliegen die MDK der östlichen Bundesländer und der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (Sitz in Essen) der Rechtsform des Vereins, während die westlichen Bundesländer ihre MDK als Körperschaft des öffentlichen Rechts legitimieren. Die Finanzierung der MDK erfolgt durch ihre Träger auf Landesebene. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen stellt einen Beratungs- und Begutachtungsdienst für die gesetzlichen Krankenkassen dar. Somit unterstützt der MDK den Gesetzgeber bei der Einhaltung seiner Vorgaben der zweckmäßigen und wirtschaftlichen Umsetzung von medizinischen und pflegerischen Leistungen. Die Aufgaben des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung sind durch den § 275 SGB X normiert.

Nach eigenen Angaben beinhalten ihre Aufgaben Problemlösungen für die Krankenkassen bei Fragen zur

  • arbeitsunfähigkeit

  • Verordnung von Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln

  • Notwendigkeit und Dauer einer Krankenhausbehandlung

  • Notwendigkeit und Dauer von häuslicher Krankenpflege

Und für die Versicherten eine Beratung zu Interessefeldern wie

  • die gesundheitliche Versorgung insgesamt qualitativ weiterzuentwickeln

  • die Leistungsentscheidungen der Krankenkassen sozialmedizinisch zu begründen

  • Maßnahmen zu vermeiden, die unausgereift, unnötig gefährlich oder unwirtschaftlich sind

Weitere Beratung für die gesetzlichen Krankenkassen und ihre Verbände bieten die MDK in Fragen der vorbeugenden, heilenden und wiederherstellenden Betreuung und der Ausrichtung und Durchführung von Leistungs- und Versorgungsmodellen. Eine bedeutende Rolle für Senioren nimmt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung dann ein, wenn es um die Begutachtung geht. Dabei stellt der MDK anhand verschiedener Kriterien fest, ob und inwieweit jemand pflegebedürftig ist. Diese Begutachtung umfasst im Groben die Prüfung einer vorhandenen Voraussetzung zur Pflegebedürftigkeit, die Vergabe von sogenannten Pflegestufen, die Prüfung einer möglichen Einschränkung der Alltagskompetenz, Vorschläge für bestmögliche heilende oder rehabilitierende Maßnahmen, Vorschläge zur Reichweite und Art der Pflegeleistungen und Denkanstöße für individuelle Pflegepläne der Patienten. Um die Pflegequalität in den Einrichtungen dann dauerhaft zu sichern, übernimmt der MDK die Überprüfung der Einhaltung bestimmter Qualitätsstandards. Außerdem steht der MDK für Innovation und Weiterentwicklung im Gesundheitswesen, indem er dahingehend Beratungen und Fördergespräche anbietet. So zum Beispiel für den Ausbau und Erneuerungen spezifischer Wohnformen für Senioren mit Altersdemenz. Ein Gutachten durch die Mitarbeiter der MDK ist jedoch nicht entscheidungstragend und untersteht ärztlicher Anordnungen. Der letztliche Entschluss obliegt den Kranken- und Pflegekassen.