Kurzzeitpflege

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Die Kurzzeitpflege bezeichnet die zeitliche begrenzte Aufnahme eines pflegebedürftigen Senioren in eine Pflegeeinrichtung. Das kann ein Altenheim, Seniorenheim oder ein Altenpflegeheim sein. Die Aufnahme wird für einen Zeitraum von 4 Wochen im Jahr genehmigt. Anträge dafür können auch kurzfristig gestellt werden. Die Kurzzeitpflege ist eine Form der vollstationären Pflege. Gründe für die Kurzzeitpflege sind unterschiedlich. Sie kann in Anspruch genommen werden, wenn die pflegenden Familienangehörigen wegen Krankheit oder Urlaub verhindert sind. Auch seelische Überlastung der Pflegeperson ist ein Grund. Weiterhin können die eigene Partnerin oder der eigene Partner, welche die Position der Pflegeperson einnimmt, plötzlich selbst aufgrund des Alters in einen Pflegezustand verfallen. Bei der zeitlichen Überbrückung nach einem Krankenhausaufenthalt bis zur Rückkehr in das eigene Zuhause kann die Kurzzeitpflege Abhilfe leisten. Oder wenn der Entschluss feststeht, dass der Pflegebedürftige in eine Pflegeeinrichtung kommen und bis zur Aufnahme in geschulte Hände übergeben werden soll. Die Antragsstellung auf Kurzzeitpflege erfordert die Beachtung zweier wichtiger Unterschiede. Zum einen kann der Beweggrund bei der pflegebedürftigen Person liegen, wenn sich zum Beispiel der Gesundheitszustand vorübergehend verschlechtert hat. Dann muss der Patient jedoch mindesten die Pflegestufe I aufweisen. In diesem Fall kann der Antrag kurzfristig gestellt werden. Liegt die Ursache bei einem pflegenden Familienangehörigen, wie zum Beispiel Verhinderung durch Urlaub oder Krankheit, wird der Antrag auf sogenannte Verhinderungspflege gestellt. Hier muss der Pflegebedürftige ebenfalls mindestens die Pflegestufe I aufweisen und dieser oder einer anderen Pflegestufe schon wenigstens 6 Monate zugeordnet sein. Beide Formen der Kurzzeitpflege werden für einen Zeitraum von 28 Tagen pro Kalenderjahr gewährt. Dabei übernehmen die Pflegekassen seit 2012 einen Betrag bis zu 1550 Euro. Dieser Betrag wird unabhängig von der Pflegestufe gezahlt. Die anfallenden Restkosten müssen durch den Pflegebedürftigen getragen werden. Ist dieser aus finanziellen Gründen nicht in der Lage dazu, gibt es die Möglichkeit der Unterstützung durch die Sozialhilfe. Die Verhinderungspflege ist auch stundenweise möglich.