Künstliche Ernährung

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Kann, darf oder will ein Mensch nicht ausreichend uns selbstständig essen, kommen medizinische Hilfsmittel zum Einsatz, um dem Betroffenen Nahrung zuzuführen. Man spricht von der künstlichen Ernährung. Ursache dafür können psychische oder physische Krankheiten, Operationen, vorsätzliche Verweigerung der Nahrung oder auch Alterserscheinungen sein. Künstliche Ernährung bedeutet einen Teil des natürlichen Weges der Nahrung durch den menschlichen Körper zu ersetzen. Es wird zwischen der enteralen und parenteralen Ernährung unterschieden. Ersteres bezeichnet die künstliche Ernährung über den Magen-Darm-Trakt. Diese Form der künstlichen Ernährung erfolgt durch eine Magensonde. Dies ist ein Schlauch, der durch die Nase (oder den Mund) über den Rachen und die Speiseröhre bis in den Magen oder Dünndarm führt. Eine weitere Form der enteralen Ernährung ist die PEG-Sonde. Dabei wird ein Einlauf direkt durch die Bauchdecke in den Magen gelegt. Um den Verdauungstrakt zu umgehen, also parenteral zu ernähren, werden die Nährstofflösungen durch Infusionen direkt dem Blut zugefügt. Die künstliche Ernährung steht zum Teil in einem ethischen Konflikt. Es ist eine lebensverlängernde Maßnahme, in die der Patient oder ein Bevollmächtigter zustimmen muss. Das Einfügen einer Sonde stellt gegen den Willen des Patienten den Tatbestand der Körperverletzung dar. Dieser Gegensatz führte in den vergangenen Jahren immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten. Die künstliche Ernährung als Zwangsernährung steht im Konflikt mit der Verletzung der Menschenrechte. Diese Form wird jedoch selten durchgeführt.