Künstliche Beatmung

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Wenn die Spontanatmung ausfällt (Apnoe) oder ungenügend wird, muss die künstliche Beatmung zur Unterstützung und als lebenserhaltende Maßnahme eingesetzt werden. Sie findet Anwendung in der Intensivmedizin, Notfallmedizin oder Anästhesiologie. Verschiedene Gründe, wie zum Beispiel Lähmung der Atemmuskulatur, Kopfverletzungen, neurologische Erkrankungen oder auch Narkose, können zur Notwendigkeit der künstlichen Beatmung führen. Die Dauer der künstlichen Beatmung kann von einigen Minuten bis hin zu mehreren Monaten oder Jahren dauern. Kann der Patient nicht mehr zu einer eigenständigen Atmung zurückkehren, wird eine dauerhafte Beatmung, die Heimatmung, beanstandet. Im Krankenhaus wird meistens nur die Notversorgung übernommen und die richtigen Parameter für die Geräte eingestellt. Danach müssen sich die Angehörigen um die weitere Versorgung, durch zum Beispiel ambulante Pflegedienste, kümmern. Es gibt zwei Formen der künstlichen Beatmung. Zum einen die kontrollierte (mandatorische) Beatmung, bei der die Atmung des Patienten vollständig durch Maschinen übernommen wird. Die assistierte Beatmung dient hingegen der Unterstützung des Patienten bei der Atmung. Er kann das Atemhubvolumen bestimmen und kontrollieren. Somit ergeben sich die Möglichkeiten der nichtinvasiven Beatmung, bei der der Patient selbstständig atmen kann und nur teilweise künstliche Beatmung benötigt (zum Beispiel Nachts) und der invasiven Beatmung, wobei der Patient 24 Stunden am Tag überwacht und versorgt wird. Es gibt verschiedene Methoden der künstlichen Beatmung. Dies sind die Über- und Unterdruckbeatmung, Mund- zu – Mund-Beutelbeatmung oder mechanische Ventilatoren/ Beatmungsgeräte. Um die künstliche Beatmung erfolgreich durchführen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Das bedeutet, dass die Atemwege des Patienten frei und offen sein müssen, wodurch die Luft ungehindert in die Lungen gelangen kann. Außerdem müssen die Geräte auf Defekte wie zum Beispiel Leckagen überprüft werden, um Druckverhältnisse und den Luftstrom mit den Werten zu vereinbaren. Es kann bei der künstlichen Beatmung zu Komplikationen kommen. Dazu gehören die Verlegung der Luftwege, eine zusätzliche Schädigung bereits erkrankter Lungen durch die Überdruck-Beatmung, der falsche Weg von Mageninhalt in die Luftröhre (Aspiration) und Infekte. Somit kann auch die eigentliche Hilfsmaßnahme unter Umständen zum Tod führen. Aus diesem Grund sollte die künstliche Beatmung nicht länger als nötig durchgeführt werden. Um den Weg in die Atemwege zu finden werden unterschiedliche Techniken genutzt. Dazu gehören endotracheale Intubation oder supraglottische Atemwegshilfen. Diese werden oberhalb der Stimmritze angelegt. Oder Larynxmaske, Larynxtubus und Combitubus. Eine weitere Form ist die Tacheotomie. Sie erfordert einen chirurgischen Eingriff, um durch die Halsweichteile einen Zugang zur Luftröhre zu ermöglichen.