Heimarzt

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Die Einstellung eines eigenen Heimarztes in jeder Pflegeeinrichtung beruht auf dem „Berliner Modell“. Dieses wurde mit der Pflegereform 2008 eingeführt. Die Anwesenheit eines Heimarztes hat den Vorteil, dass bei Notfällen nicht extra der Bereitschaftsdienst oder ein Notarzt gerufen werden muss. Außerdem kennt der Heimarzt die Krankheitsbilder und Befindlichkeiten seiner Patienten, was ebenfalls für die Notwendigkeit seiner Funktion spricht. Durch die Anwesenheit eines Heimarztes werden die Kosten für Krankenhausaufenthalte und Krankentransporte gespart. Die Patienten fühlen sich sicherer, was ihre Lebensqualität erhöht. Heimärzte sind ausschließlich örtlich niedergelassene Ärzte oder Fachärzte. Um eine Zusammenarbeit einer Pflegeeinrichtung und eines Arztes zu ermöglichen, müssen sogenannte Kooperationsverträge abgeschlossen werden. Die Anträge für solche Verträge werden durch die Pflegeeinrichtung gestellt und müssen, beziehungsweise sollten, durch die Kassenärztliche Vereinigung verwirklicht werden. Kommt nach einer sechsmonatigen Frist kein Kooperationsvertrag zustande, werden die Pflegeeinrichtungen dazu ermächtigt einen Arzt oder eine Ärztin zur vertragsärztlichen Versorgung einzustellen. Aufgrund der geringen Abschlüsse solcher Verträge wurde das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz am 29. Juni 2012 durch den Bundestag verabschiedet, welches seit dem 1. Januar 2013 gültig ist. Dieses Gesetz sieht vor, dass die Maßnahmen zur Einstellung eines Heimarztes verbindlicher gestaltet werden sollen. Das heißt unter anderem, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen einen Kooperationsvertrag nicht nur anstreben sollen, sondern sie werden dazu verpflichtet, diesen zu vermitteln. Die finanziellen Möglichkeiten zur Arzneiversorgung sollen verbessert werden. Trotzdem darf der Patient weiterhin den Arzt frei wählen, wenn er mit dem Heimarzt nicht einverstanden ist.