Eingeschränkte Alltagskompetenz

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Die „Richtlinie zur Feststellung von Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz und zur Bewertung des Hilfebedarfs“ (PEA-Richtlinie) wurde durch die Pflegereform 2008 verabschiedet. Diese Regelung richtet sich an Menschen, mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen oder physischen Erkrankungen, welche die Personen in ihrer Alltagskompetenz bedeutend einschränken. Diese Menschen sind auf intensive Pflege und Betreuung durch private oder geschulte Pflegedienste angewiesen. Sie sind in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt. Durch die PEA-Richtlinie haben sie laut §45b SGB XI Anspruch auf finanzielle Zuschüsse. Sowohl Personen mit Pflegestufe I, II oder III, als auch Personen ohne Pflegestufe (dann sogenannte Pflegestufe 0) können diese zusätzlichen Leistungen beantragen. Voraussetzungen dafür sind der erhöhte Bedarf an Unterstützung im Bereich der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung, welche die Festlegungen der § 14 SGB XI und § 15 SGB XI übersteigen. Stationäre Einrichtungen, welche Personen mit Eingeschränkter Alltagskompetenz beherbergen, können sich die zusätzlich nötigen Maßnahmen durch die Pflegekasse verrechnen lassen. Diese Einrichtungen müssen laut §87b Abs. 1 Satz 3 SGB XI dann jedoch auf Patienten mit Eingeschränkter Alltagskompetenz spezialisiert sein. Anspruchsberechtigte erhalten ohne Prüfung einen Zuschuss von 100 Euro. Der erhöhte monatliche Zuschuss beträgt 200 Euro, welcher durch eine Antragstellung erhalten werden kann. Um eine solche Leistung zu erhalten, müssen zwei der dreizehn Faktoren des § 45a SGB XI erfüllt sein, welche weiterhin aus den Bereichen eins bis neun sein müssen. Der Medizinische Krankendienst (MDK) kontrolliert in den meisten Fällen den Sachbestand. Personen mit Eingeschränkter Alltagskompetent, welche in stationären Pflegeeinrichtungen untergebracht sind, werden für die Antragstellung durch die Einrichtung vertreten. Dabei muss ein Gutachten für die Einschränkung durch eine geschulte Pflegekraft erstellt und alle sonstigen benötigten Unterlagen bei der Pflegekasse eingereicht werden.