Bezugspflege

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Die Bezugspflege ist ein Pflegesystem in der Alten- und Krankenpflege. Sie bildet das Gegenstück zur tätigkeitsorientierten Funktionspflege oder der Verantwortlichkeit in einem Schichtsystem. Die Verantwortung für einen Patienten oder einer Patientengruppe kommt nur einer Pflegekraft zu. Dies ist die sogenannte Bezugspflegekraft. Ihr werden jegliche grund- und behandlungspflegerischen Maßnahmen, die ihre Patienten betreffen, auferlegt. Somit muss sie für ihre Patienten rund um die Uhr verfügbar sein. Allerdings können einzelne Aufgaben durch die Pflegekraft für Bezugspflege an Hilfspersonal übertragen werden. Dazu gehören zum Beispiel Pflegehelfer, Auszubildende der Altenpflege oder Zivildienstleistende. Solche Aufgaben müssen dann nach genauer Vorgabe der Bezugspflegekraft ausgeführt werden und dürfen nur im Notfall davon abweichen. Diese Form der Pflegehilfe bringt sowohl Vorteile, als auch Nachteile mit sich. Zum einen ist es gut, dass die Koordination der Zeit und der Aufgaben durch eine Person erfolgt, was den Aufwand geringer hält. Die Dokumentation der Arbeit wird erleichtert und die Bezugspflegekraft kann ihre Aufgaben selbst steuern. Der größte Pluspunkt ist wohl das innige Vertrauensverhältnis, was zwischen der Pflegekraft und dem Patienten aufgebaut wird. Dies erleichtert die Arbeit in vielerlei Hinsicht. Auf der anderen Seite muss trotzdem ein stetiger Informationsfluss zu den anderen Mitarbeitern erfolgen. Es kann sich eine Hierarchie zwischen der Bezugspflegekraft und den Hilfskräften entwickeln, da diese nicht gleichermaßen befugt sind. Ein Personalwechsel, zum Beispiel durch Krankheit, kann bei den Patienten Verwirrung und Verschlossenheit auslösen. Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter dauert aufgrund des umfassenden Aufgabenbereichs der Bezugspflege länger.