Pflegehilfsmittel: Was sind Pflegehilfsmittel?

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Seniorin ist mit Pflegehilfsmittel glücklich Es gibt unterschiedliche Geräte und Sachmittel, die in der häuslichen Pflege verwendet werden, um die Beanspruchung zu mindern. Zudem wird der/ dem Pflegebedürftigen dadurch eine gewisse Selbstständigkeit ermöglicht. Die Pflegekraft erfährt dadurch eine Entlastung und auch die Beschwerden der pflegebedürftigen Person werden gelindert.
Zu den technischen Pflegehilfsmitteln, wie sie laut Pflegekasse genannt werden, gehören z.B. ein Pflegebett, Lagerungshilfen oder ein Notrufsystem.

Für Patienten mit einer Pflegestufe, sowie mit eingeschränkter Alltagskompetenz, haben einen Anspruch auf Pflegehilfsmittel. Dabei ist es egal, welche Pflegestufe vorliegt.

Pflegehilfsmittel werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Es gibt die „zum Verbrauch bestimmten“ und die „technischen“ Pflegehilfsmittel.

Was ist zum Verbrauch bestimmter Pflegehilfsmittel?

Die zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel sind für die verbrauchsorientierte oder einmalige Benutzung vorgesehen. Zu ihnen gehören z.B.:
  • Schutzbekleidung, wie Einmalhandschuhe, Mundschutz oder Fingerlinge
  • Desinfektionsmittel
  • Saugende Bettschutzeinlagen

Wichtig
Artikel, die bei Inkontinenz verwendet werden, benötigen eine ärztliche Verordnung und werden somit von der Krankenkasse übernommen. Dazu gehören z.B. Windeln und Einlagen. Jedoch können diese Artikel auch aufgrund von pflegerischen Maßnahmen eingesetzt werden und dann bei der Pflegekasse beansprucht werden.

Der vorgegebene Betrag für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel liegt bei 40,00 € pro Monat. Einen Anspruch darauf haben Menschen mit einer Pflegestufe oder eingeschränkter Alltagskompetenz.

Erfolgt die Zustellung der Produkte über einen von der Pflegekasse genehmigten Lieferanten, rechnet dieser die Kosten unaufgefordert mit der Pflegekasse ab. Jedoch ist der Kauf auf Rechnung ebenso möglich, wobei die Rechnung der Pflegekasse dann vorgelegt werden kann. Ein Musterschreiben für die Erstattung der Kosten für Pflegehilfsmittel haben wir HIER zusammengestellt. Bitte denken Sie daran, die Belege mit einzureichen.

Was sind technische Hilfsmittel?

Unter die Gruppe der technischen Hilfsmittel, fallen deutlich mehr Gegenstände. Dabei wird erneut zwischen vier Kategorien unterschieden:
  1. Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege, z.B.
    • Pflegebetten
    • Rollstühle
  2. Pflegehilfsmittel zur Körperpflege, z.B.
    • Hygiene im Bett, z.B. Bettpfannen
    • Wachsysteme, z.B. Duschwagen
  3. Pflegehilfsmittel zur selbständigen Lebensführung, z.B.
    • Notrufsysteme
  4. Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden, z.B.
    • Lagerungsrollen

Detaillierte Informationen über technische Hilfsmittel, wie z.B. den Hausnotruf, erhalten Sie unter Pflegehilfsmittel.
Die Kostenübernahme für ein Pflegehilfsmittel muss bei der Pflegekasse beantragt werden. Bei teuren Artikeln sollte ein Kostenvoranschlag beigefügt werden. Eine ärztliche Verschreibung ist für den Antrag nicht nötig. Ein Muster-Schreiben für einen Antrag auf ein Pflegehilfsmittel haben wir HIER für Sie zusammengestellt.
Nachdem der Antrag bei Ihrer Pflegekasse eingegangen ist, wird geprüft, ob eine Zuständigkeit für die Übernahme der Kosten besteht. Auch die Krankenkassen müssen den gesetzlich Versicherten den Anspruch auf die Kostenübernahme für ein Pflegehilfsmittel bewilligen. Allerdings nur mit ärztlicher Versorgung.

Wichtig
Bevor Sie viel Geld für Pflegehilfsmittel ausgeben, sollten Sie die Zusage für die Kostenübernahme abwarten. Oft werden Pflegehilfsmittel auch leihweise von der Pflegekasse ausgegeben.

Neben dem Anspruch auf Pflegehilfsmittel, können Sie auch andere Nebenleistungen verwenden. Dazu gehören die Anpassung, die Ausbildung im Umgang mit dem Pflegehilfsmittel, die Instandsetzung und Lieferung von Zubehörteilen. Die Pflegebedürftigen müssen sich mit höchstens 10 %, jedoch nicht mehr als 25 € pro Hilfsmittel, an den Kosten für technischen Pflegehilfsmittel beteiligen.

Tipp: Oft lehnen Pflegekassen Leistungen ab, da sie in der Annahme sind, dass es dafür in einer niedrigeren Pflegestufe keinen Bedarf geben würde. Diese Einschätzung ist meist jedoch falsch! Vor allem wenn durch das Hilfsmittel die Pflege erleichtert oder Beschwerden gelindert werden. Aus diesem Grund sollten Sie bei einer Abweisung Ihres Antrages so schnell wie möglich Widerspruch einlegen, eine genaue Erklärung fordern und den MDK hinzuziehen.

Grundsätzlich müssen die Vorversicherungszeit erfüllt und die Pflegebedürftigkeit festgelegt werden.

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