Pflege zu Hause: Was sollte vorher bedacht werden?

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Informationen zur Pflege zu Hause Sich dafür zu entscheiden, eine/n pflegebedürftige/n Angehörige/n zu Hause zu betreuen, ist bedeutsam und verdient Anerkennung. Denn es stellt eine besondere Aufgabe dar, die Pflege eines Angehörigen zu übernehmen. Aus diesem Grund sollten Sie sich Gedanken darüber machen, warum Sie die Pflege übernehmen möchten und sich darüber im Klaren sei, dass sich vieles verändern wird. Die Pflegesituation kann Jahre in Anspruch nehmen.

Tipp: Die Entscheidung, die oder den Angehörigen zu Hause zu pflegen, ist nicht leicht. Sie sollten sich nicht davor scheuen, Hilfe bei guten Freunden oder Verwandet einzuholen. Und auch Ärzte oder pflegende Angehörige können Ihnen sicher gute Ratschläge geben.

Wir haben ein paar Fragen für Sie zusammengetragen, die Sie sich selbst einmal stellen sollten, um vielleicht eine bessere Sicht auf eine solch große Entscheidung zu bekommen. So können Sie abwägen, ob Sie sich eher für oder gegen die Pflege zu Hause entscheiden. Falls Sie sich schon dafür entschieden haben, bekommen Sie vielleicht eine andere Sichtweise und merken, dass doch mehr Konfliktsituationen entstehen könnten, als Sie dachten.

Warum möchte ich diese Aufgabe übernehmen?
  • Aus Liebe und Verbundenheit?
  • Aus Dankbarkeit?
  • Aus Pflichtgefühlen?
  • Zur Vermeidung von Schuldgefühlen?
  • Weil ich meine Angehörigen nicht in fremde Hände geben möchte?
  • Aus finanziellen Gründen?
  • Weil ich eine neue Lebensaufgabe brauche?
  • Weil ich es gern tue?
  • Weil es keine andere Möglichkeit gibt?
Fühle ich mich stark genug, die Situation zu meistern?
  • Bin ich gesundheitlich und körperlich in der Lage dazu?
  • Bin ich bereit meinen Angehörigen über längere Zeit zu unterstützen und zu versorgen?
  • Kann ich mir diese Beziehung/Abhängigkeit tatsächlich vorstellen?
  • Habe ich genug Unterstützung, auf die ich zurückgreifen kann?
Wie empfindet mein pflegebedürftiger Angehöriger die Situation?
  • Wir reagiert er auf das Angebot, dass Sie ihn pflegen möchten?
  • Versteht er die Situation oder ist er verwirrt?
  • Ist er dankbar oder eher fordernd?
  • Macht er sich Sorgen um sich? Um mich?
  • Hat er Angst?
Wie war das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen in der Vergangenheit?
  • Wie stand der Pflegebedürftige früher zu Ihnen?
  • War die Beziehung in der Vergangenheit so, dass Sie sich die Aufgabe vorstellen können?
  • Hatten Sie zu dem Pflegebedürftigen bis heute ein gutes Verhältnis? Oder spüren Sie Widerstände, oder gar Ablehnung?
Was sind meine Sorgen und Ängste?
  • Habe ich Angst, dass ich mit der Pflege überlastet bin?
  • Mache ich mir Sorgen, dass ich Fehler bei der Pflege machen könnte?
  • Wäre mein Angehöriger durch eine professionelle Betreuung besser versorgt?
Welche positiven Aspekte ermöglichen die Pflege zu Hause?
  • Mein Angehöriger und ich sehen uns jeden Tag und sind uns nah
  • Ich mache mir keine Sorgen, denn ich weiß zu jeder Zeit, wie es meinem Angehörigen geht
  • Unsere Beziehung/Familie bleibt erhalten
  • Weitere Aspekte?

Wichtig:
Ratschläge und Tipps, wie Sie die Pflege zu Hause meistern können, finden Sie HIER.
Hilfestellungen, wie Sie mit den Belastungen umgehen können, finden Sie HIER.
Unterstützungsmöglichkeiten für Sie und Ihre Angehörigen finden Sie HIER.

Die häusliche Pflege von Angehörigen stellt einige Herausforderungen und Chancen dar. Diese haben wir Ihnen im Folgenden zusammengetragen:

Chancen der Pflege zu HauseHerausforderungen der Pflege zu Hause
  • Intensive Gespräche führen
  • Vom anderen lernen (Lebenserfahrung)
  • Zeit für den anderen haben
  • Sich verzeihen können
  • Gemeinsame Zeit genießen
  • Dem anderen danken
  • Den anderen in einer anderen Rolle erleben
  • Das Leid und die schönen Stunden teilen
  • Geld sparen
  • Nähe, das Gefühl gebraucht zu werden
  • Behinderung/Belastung der beruflichen Karriere
  • Notwendigkeit ständiger Anwesenheit
  • Gesundheitliche Einschränkungen
  • Fehlende Anerkennung/Würdigung
  • Beschränkung sozialer Kontakte
  • Beschränkung der eigenen Lebensplanung
  • Psychische und andere Erkrankungen
  • Gefahr des Alleinseins
  • Überforderung
  • Mehrfachbelastungen (z.B. durch eigene Familie)
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