24 Stunden Betreuung: Was ist eine 24 Stunden Betreuung?

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24 Stunden Pflege Seniorin im Rollstuhl Die 24 Stunden Betreuung gibt den Betroffenen die Möglichkeit, weiterhin in ihrem eigenen zu Hause zu leben. Dabei werden sie rund um die Uhr von einer Betreuungsperson versorgt. Die Betreuungsperson zieht in die Wohnung der/ des Pflegebedürftigen und steht somit jederzeit zur Verfügung.

Folgende Tätigkeiten werden von der Betreuungsperson durchgeführt:

  • „Grundpflegerische“ Tätigkeiten, dazu gehört die Unterstützung bei fast allen Alltagshandlungen, wie z.B. Körperpflege, Nahrungsaufnahme, Mobilisation
  • hauswirtschaftliche Versorgung, wie z.B. kochen, putzen, waschen, einkaufen
  • Betreuung und Unterhaltung, z.B. spazieren, vorlesen, spielen

Therapeutische oder pflegebezogene Verrichtungen, wie z.B. das Verabreichen von Medikamenten oder das Anlegen von Verbänden, dürfen nicht übernommen werden.

In der Regel wohnt die Betreuungsperson für 2-3 Monate mit dem zu Pflegenden in einer Wohnung. Sie hat dann eine mehrwöchige Auszeit und wird von einer anderen Betreuungsperson vertreten. Es gibt unterschiedliche Angebote einer 24 Stunden Betreuung. Nachfolgend haben wir Ihnen die 3 wesentlichen Formen aufgelistet.

1. Betreuung durch einen zugelassenen deutschen Pflegedienst

Die Dienstleistung wird von einem deutschen Pflegedienst angeboten. Dieser verfügt über einen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen und kann dann mit diesen direkt abrechnen. Die Betreuungspersonen sind festangestellt. Der Vertrag für die 24 Stunden Betreuung wird direkt mit dem Pflegedienst abgeschlossen.

2. Anstellung osteuropäischer Pflege- und Betreuungskräfte

Aufgrund der Arbeitnehmerfreizügigkeit, Dienstleistungsfreiheit und EU-Osterweiterung ist es seit Mai 2011 möglich, Personen aus osteuropäischen Ländern (Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, der Slowakei, Slowenien und Ungarn) in einem deutschen Haushalt einzustellen. In diesem Fall wird mit der Pflege- oder Betreuungskraft ein Arbeitsvertrag abgeschlossen.

Wichtig: Die Vorschriften des Arbeitsschutzes müssen beachtet werden:

  • Die tägliche Arbeitszeit muss sich auf 8 Stunden beschränken.
  • Ein Maximum von 48 Stunden pro Woche darf nicht überschritten werden.
  • Der Lohn muss sich maßstäblich nach branchenüblichen Löhnen richten.
  • Die Lohnsteuer und Beiträge zur Sozialversicherung müssen geleistet werden.

3. Entsendung von osteuropäischem Pflege- und Betreuungspersonal

Es gibt die Möglichkeit, Dienstleistungsunternehmen damit zu beauftragen, osteuropäische Pflege- und Betreuungspersonen nach Deutschland zu entsenden. So stellt man die Fachkräfte nicht selbst als Arbeitgeber ein.

Wichtig:
Die Pflegekraft muss in ihrem Heimatland über eine Sozialversicherung verfügen. Aus diesem Grund sollten Sie immer die sogenannte Bescheinigung A1 von der Fachkraft verlangen, welche spätestens am Anreisetag vorliegen sollte.

Auch hier gilt die das Einhalten von deutschen Mindestarbeitsbedingungen, obwohl die Pflegekraft im Ausland angestellt ist. Außerdem steht der ausländische Arbeitgeber seit dem 1. August 2010 in der Pflicht, den in Deutschland bestehenden Mindestlohn zu zahlen. Bei der überwiegenden Erbringung von Pflegeleistungen liegt dieser in den alten Bundesländern bei 8,50 Euro pro Stunde und in den neuen Bundesländern bei 7,50 Euro pro Stunde.

Wichtig:
Der deutsche Haushalt übernimmt die Verantwortung dafür, dass der ausländische Arbeitnehmer den Mindestlohn vom Arbeitgeber erhält.

Was kostet eine 24 stunden Betreuung?

Je nach Anbieter, der Angebotsform oder der Pflegestufe des Pflegebedürftigen, unterscheiden sich die Preise enorm. Ein deutscher Pflegedienst fordert im Durschnitt zwischen 5.000 und 6.000 Euro im Monat. Davon wird ein Teil durch die Pflegesachleistung der Pflegekasse übernommen, wenn die/ der Pflegebedürftige eine Pflegestufe hat. Informationen zu den Pflegesachleistungen finden Sie HIER.

Die Kosten für eine Pflege- oder Betreuungskraft aus Osteuropa liegen bei 1.500 bis 2.500 Euro im Monat. Dies hängt von den Sprachkenntnissen und dem Herkunftsland ab. Außerdem muss noch eine Vermittlungspauschale für den Vermittlungsdienst erbracht werden. Auch hier wird ein Teil der Kosten durch die Pflegekasse übernommen, wenn eine Pflegestufe vorliegt. Informationen zum Pflegegeld finden Sie HIER.

Worauf muss ich bei der Auswahl einer 24 stunden Betreuung achten?

Für die Wahl der richtigen 24 Stunden Betreuung sollten Sie sich Zeit nehmen. Es ist wichtig, dass sich Ihr/e Angehörige/r wohlfühlt und eine kompetente Versorgung erfährt. Sie können sich bei Ärzten informieren und andere Betroffene nach ihren Erfahrungen fragen, um besser vergleichen zu können.

Das Pflegehilfe-Team hilft Ihnen gern bei der Suche einer geeigneten 24 Stunden Betreuung in Ihrer Region.

Einen detaillierten Fragebogen für die Bewertung einer 24 Stunden Betreuung finden Sie HIER.

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